
Behaarte Frühjahrsblume trockener Kalkmagerrasen; liefert Honigbienen wenig Nektar, aber wertvollen frischen Pollen am Winterende.
Die Gewöhnliche Kuhschelle ist eine behaarte Wildblume trockener, kalkreicher Rasen in Mittel- und Westeuropa, die im zeitigen Frühjahr blüht. Für die Honigbiene liefert sie vor allem Pollen; die zurückgebildeten Staubblätter im äußeren Kreis der Blüte sondern nur wenig Nektar ab. Allein bringt sie keinen Honigertrag, aber sie versorgt Völker, die aus dem Winter kommen, mit frischem Eiweiß.
Sie blüht von Ende März bis Mai, bevor die Blätter voll entwickelt sind. Die Blüten öffnen sich in der Sonne und schließen sich bei bewölktem, kühlem Wetter und nicken; Bienen können sie daher nur an milden, sonnigen Tagen um die Mittagszeit besuchen.
Die zahlreichen gelben Staubbeutel in der Mitte der violetten Hüllblätter tragen reichlich Pollen. Ein Honig unter ihrem Namen wird nicht erzeugt.
Die frischen Pflanzenteile enthalten das reizende Protoanemonin; Weidetiere fressen sie nicht. In vielen Ländern stehen die Wildbestände unter Schutz; Pflanzen nicht in der Natur ausgraben, sondern für den Garten in der Gärtnerei kaufen. In der Türkei kommt die Art nicht natürlich vor; in den Bergwiesen Nordostanatoliens wachsen nah verwandte Pulsatilla-Arten.