Jahreszeit
Diese Periode ist das Ende der Haupttracht — der Übergang von der Fülle zur Knappheit. Die große Tracht klingt ab, die Stockwaage flacht sich ab und beginnt zu sinken. Für den Imker ist es die Zeit der letzten Ernte und des Beginns einer neuen Denkweise: Von der Produktion zur Vorbereitung auf den Winter.
Die Temperaturen sind noch hoch, oft auf dem sommerlichen Höhepunkt. Die Tage sind lang, aber die Natur beginnt zu ermüden. Das Wetter kann heiß und trocken werden, und diese Trockenheit trocknet die Nektarquellen aus.
Die Vegetation lässt nach. Die dominanten Trachtpflanzen der Haupttracht sind verblüht, die neuen Quellen sind noch nicht gekommen oder spärlich. Die Fülle weicht der Knappheit. Für die Biene beginnt eine schwierigere Zeit: Was leicht war, wird knapp.
Der Charakter der Periode in einem Satz: Die Tracht endet, und der Imker schließt die Ernte ab und beginnt an den Winter zu denken. Die Aufgabe ist, die letzte Ernte einzubringen, den Wintervorrat des Volkes zu sichern, die Varroa-Behandlung nach der Ernte zu planen und den Übergang von der Produktion zur Vorbereitung zu vollziehen. Es ist ein Wendepunkt.
Regionale Unterschiede sind groß. In manchen Regionen folgt auf die Haupttracht sofort eine späte Tracht (Sonnenblume, Wald); in anderen beginnt eine echte Knappheit. Die Stockwaage sagt, was tatsächlich geschieht — sie ist verlässlicher als der Kalender.


