Jahreszeit
Diese Periode ist die Haupttracht — der Höhepunkt des Imkerjahres, wenn die Natur ihre größte Fülle bietet und das Volk mit voller Kraft sammelt. Die Arbeit des ganzen Jahres verwandelt sich hier in Ertrag. Es ist die Periode, auf die alles hingearbeitet hat.
Die Temperaturen liegen im idealen Sammelbereich: warme Tage, meist stabiles Wetter. Die Tage sind lang, die Sammelfenster ausgedehnt. Die Natur ist in voller Blüte, die Hauptquellen fließen intensiv.
Die Vegetation explodiert. Die dominanten Trachtpflanzen der Region — Linde, Akazie, Klee, Sonnenblume, Wald (je nach Region) — blühen intensiv. Für die Biene ist dies absolute Fülle: reichlich Nektar, reichlich Pollen, geeignetes Wetter. Die Stockwaage steigt täglich, manchmal dramatisch.
Der Charakter der Periode in einem Satz: Das Fenster der Gelegenheit ist offen, und der Imker muss es nutzen. Die Aufgabe ist, den Völkern genug Honigraum zu geben, sie auf ihrem Höhepunkt zu halten und die Ernte einzubringen. Ein starkes Volk kann in einer guten Tracht täglich mehrere Kilo einbringen. Die Aufgabe des Imkers ist, mit dieser Geschwindigkeit Schritt zu halten.
Regionale Unterschiede bestimmen das Timing und die Quellen. In manchen Regionen ist die Haupttracht scharf und kurz (z.B. eine intensive Lindentracht), in anderen ausgedehnt und vielfältig. Die Stockwaage ist der verlässlichste Führer — sie sagt, wann die Tracht fließt und wann sie endet.


