Jahreszeit
Diese Periode ist die Schwarmzeit — der Höhepunkt des natürlichen Fortpflanzungstriebs des Volkes. Das Volk hat seine Kraft aufgebaut, und diese Kraft drängt nun in die Fortpflanzung: das Schwärmen. Für das Volk ist es ein Fortpflanzungserfolg; für den Imker ist es der Verlust der halben Arbeitskraft und des halben Honigs.
Die Temperaturen liegen im idealen Bereich: warme Tage, milde Nächte. Das Wetter ist zum Fliegen und Schwärmen geeignet. Die Tage sind lang. Die Natur ist in voller Blüte, das Volk auf dem Höhepunkt seiner Kraft.
Die Vegetation ist üppig. Reichlich Nektar und Pollen, das Volk sammelt gut. Doch gerade diese Fülle und Kraft treibt das Volk zum Schwärmen — ein volles, starkes Volk in einem gut versorgten Umfeld fühlt den Drang, sich zu teilen.
Der Charakter der Periode in einem Satz: Das Volk will sich teilen, und der Imker muss diese Energie lenken. Die Schwarmkontrolle ist die zentrale Aufgabe. Der Imker muss den Schwarmdruck früh erkennen, rechtzeitig eingreifen (Raum geben, Ableger machen) und die Fortpflanzungsenergie zu seinem Vorteil lenken — sonst fliegt der Schwarm davon, und mit ihm die halbe Ernte.
Regionale Unterschiede bestimmen das Timing. In manchen Regionen ist die Schwarmzeit scharf und kurz, in anderen ausgedehnt. Aber überall gilt dieselbe Wahrheit: Wer die Schwarmzeit verschläft, verliert Völker und Honig. Wachsame, häufige Kontrolle ist der Schlüssel.


