Amöbenkrankheit

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Die Amöbenruhr (Amöbenkrankheit) entsteht, wenn sich der Einzeller Malpighamoeba mellificae in den Ausscheidungsorganen (Malpighischen Gefäßen) erwachsener Bienen ansiedelt. Sie hat kein eigenes typisches Feldsymptom, ihr Bild ähnelt stark der Nosemose, und meist tritt sie zusammen mit dieser auf. Ein zugelassenes Arzneimittel gibt es nicht; vorgebeugt wird wie bei Nosema durch saubere Waben, eine trockene Beute und starke Völker.

Was ist die Amöbenkrankheit und wie wird sie übertragen?

Der Parasit siedelt sich in den feinen Malpighischen Gefäßen an, die die Körperflüssigkeit der Biene filtern und Abfallstoffe in den Darm leiten. Die Gefäße schwellen an, ihre Funktion wird gestört; die Lebensdauer der Biene verkürzt sich. Die Krankheit betrifft erwachsene Bienen, nicht die Brut.

Der Parasit bildet widerstandsfähige Zysten. Die Zysten werden mit dem Kot ausgeschieden und bleiben auf Waben und Beutenflächen lange lebensfähig. Junge Bienen, die verschmutzte Waben säubern und mit kotverunreinigtem Wasser oder Futter in Berührung kommen, nehmen die Zysten über den Mund auf. Deshalb begünstigen alte, kotverschmutzte Waben und feuchte Beuten das Fortbestehen der Krankheit.

Wie erkennt man sie?

Vor Ort lässt sich die Amöbe nicht erkennen. Die möglichen Befunde sind unspezifisch und treten auch bei Nosema, Viren oder Vergiftungen auf:

  • ein Volk, das sich im Frühjahr nicht entwickelt und dessen Bienenzahl schwindet,
  • flugunfähige, krabbelnde Bienen vor der Beute,
  • braune Kotflecken auf den Rähmchen und dem Anflugbrett (meist durch eine begleitende Nosema bedingt),
  • zunehmende Verluste bei älteren Bienen, besonders im Spätwinter und Frühjahr.

Die Krankheit erreicht ihren Höhepunkt meist im Frühjahr und geht im Frühsommer von selbst zurück.

Braune Kotflecken an der Frontwand am Flugloch
Dunkelbraune Kotflecken an der Frontwand der Beute. Dieses Bild ist nicht spezifisch für die Amöbe; es entsteht auch bei Nosema, langer Zeit ohne Ausflug und schlechtem Winterfutter. Zur Klärung der Ursache ist eine Laboruntersuchung nötig. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Nosemasporen im Mikroskop
Nosema apis-Sporen im Mikroskop (400-fache Vergrößerung). In derselben Bienenprobe kann das Labor sowohl nach Nosemasporen als auch nach Amöbenzysten in den Malpighischen Gefäßen suchen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Zusammenhang mit Nosema

Beide Erreger kommen häufig gemeinsam im selben Volk vor, und ihre Wirkungen verstärken sich gegenseitig. Auch die begünstigenden Bedingungen sind dieselben: Feuchtigkeit in der Beute, lange Zeit ohne Ausflug, ungeeignetes Winterfutter und Stress. In der Praxis müssen sie nicht getrennt behandelt werden; die Maßnahmen sind dieselben.

AmöbeNosema
Befallenes OrganMalpighische GefäßeMitteldarm
FeldsymptomUnspezifischUnspezifisch; bei N. apis häufig Kotflecken
DiagnoseZysten in den Malpighischen Gefäßen (Mikroskop)Sporen im Darminhalt (Mikroskop)
JahreszeitSpätwinter bis FrühjahrN. apis Frühjahr; N. ceranae ganzjährig

Sichere Diagnose

Die Diagnose wird ausschließlich im Labor gestellt. Sammeln Sie am Flugloch eine Probe älterer Bienen (Sammlerinnen); fragen Sie das Labor vorab nach der Probengröße und der Art der Aufbewahrung (Einfrieren oder Alkohol). Das Labor präpariert die Biene und untersucht die Malpighischen Gefäße im Mikroskop; befallene Gefäße wirken geschwollen und glasig, in ihnen sind Zysten zu erkennen. Für dieselbe Probe sollte auch eine Untersuchung auf Nosema angefordert werden.

Was ist zu tun?

Ein zugelassenes Arzneimittel gibt es nicht; probieren Sie nicht auf eigene Faust Antibiotika oder andere Mittel aus. Der Ansatz besteht darin, die Bedingungen zu verbessern, die das Volk schwächen:

  1. Waben regelmäßig erneuern. Nehmen Sie kotverschmutzte und sehr dunkle Waben aus dem Kreislauf; die Hauptquelle der Zysten sind alte Waben.
  2. Die Beute trocken halten. Gute Belüftung, eine leicht nach vorne geneigte Beute, ein sonniger und windgeschützter Standort.
  3. Auf das Winterfutter achten. Honigtauhonig (wie Pinienhonig) und schlecht ausgereiftes Futter belasten in langen Wintern den Darm der Biene und führen zu Kotflecken.
  4. Für sauberes Wasser sorgen. Verhindern Sie, dass die Bienen aus verschmutzten Pfützen trinken.
  5. Schwache Völker vereinigen und im Frühjahr für ausreichend Pollen sorgen.
  6. Gelagerte Waben desinfizieren. In manchen Ländern wird die Desinfektion gelagerter Waben mit Essigsäuredampf empfohlen; der Stoff ist ätzend und wird im Freien und mit Schutzausrüstung angewendet.

Bedeutung

Die Amöbenkrankheit allein verursacht nur selten ernste Verluste. Ihre eigentliche Bedeutung liegt darin, dass sie das Volk zusammen mit anderen Stressfaktoren wie Nosema, Varroa und schlechter Überwinterung schwächt. Wichtiger als die Frage „Welcher Parasit?“ ist daher, die Bedingungen zu verbessern, die das Volk schwächen.

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