Steinbrut

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Die Steinbrut ist eine seltene Brutkrankheit, die durch Schimmelpilze der Gattung Aspergillus verursacht wird; die abgestorbenen Larven werden zu steinharten Mumien mit gelbgrünem, pulvrigem Belag. Meist ist sie ein Anzeichen für eine feuchte, schlecht belüftete Beute und ein schwaches Volk. Anders als bei anderen Bienenkrankheiten können die Erregerpilze auch beim Menschen Atemwegsprobleme verursachen; deshalb muss man sich bei der Arbeit schützen.

Was ist Steinbrut und wie entsteht sie?

Erreger ist meist Aspergillus flavus, seltener A. fumigatus und A. niger. Diese Pilze kommen natürlicherweise im Boden, in verrottenden Pflanzen und in verschimmeltem Futter vor; zu den Bienen gelangen sie über die Sammlerinnen und über verunreinigtes Futter. Die Larve nimmt die Sporen mit dem Futter auf, oder der Pilz dringt über die Körperoberfläche ein; er wächst in der Larve, trocknet sie aus und lässt sie erhärten.

Die Steinbrut kann auch erwachsene Bienen befallen: Kranke Bienen werden unruhig, können nicht fliegen und sterben vor dem Stock. Das ist einer der Punkte, die sie von der Kalkbrut unterscheiden.

Wie erkennt man sie?

  • Härte der Mumie: Die abgestorbene Larve wird steinhart; sie lässt sich mit dem Finger nicht zerdrücken.
  • Farbe: Mit fortschreitender Sporenbildung überziehen sich die Mumien mit einer gelbgrünen, graugrünen oder (bei A. niger) schwärzlichen, pulvrigen Schimmelschicht.
  • Zelle: Da sich das Pilzgeflecht an der Zellwand festsetzen kann, lässt sich die Mumie nur schwer aus der Zelle lösen; die Zelldeckel können verschimmeln.
  • Im Stock: Feuchte, muffig riechende Beute; verschimmelter Pollen und verschimmelte Waben.
  • Erwachsene Bienen: Reglose, sterbende Bienen vor dem Stock; Schimmelbildung auf toten Bienen.

Unterschied zur Kalkbrut

Die Steinbrut wird am häufigsten mit der Kalkbrut (Ascosphaera apis) verwechselt. Die Kalkbrut ist viel häufiger; denken Sie daher bei mumifizierter Brut zuerst an Kalkbrut, prüfen Sie aber unbedingt Härte und Farbe.

MerkmalSteinbrutKalkbrut
ErregerAspergillus-ArtenAscosphaera apis
Farbe der MumieGelbgrün, graugrün, manchmal schwärzlich und pulvrigWeiß, nach der Sporenbildung grauschwarz gesprenkelt
HärteSteinhart, nicht zerdrückbarHart, aber wie Kreide zerbröselbar
Lösen aus der ZelleSchwer lösbarLiegt lose; die Bienen räumen sie leicht aus, sie sammelt sich vor dem Flugloch und auf dem Boden
Erwachsene BienenKönnen befallen werdenWerden nicht befallen
Menschliche GesundheitSporen bergen ein Risiko für die AtemwegeKein bekanntes Risiko

Die folgenden Fotos zeigen nicht die Steinbrut, sondern zum Vergleich die Kalkbrut.

Weiße Kalkbrutmumien in den Zellen
Kalkbrut zum Vergleich: Die Mumien in den Zellen sind weiß und kreideartig. Bei Steinbrut sind die Mumien gelbgrün bestäubt und steinhart. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Auf dem Beutenboden angesammelte weiße und grauschwarze Kalkbrutmumien
Kalkbrut zum Vergleich: weiße und grauschwarze Mumien, die die Bienen leicht aus den Zellen räumen und die sich auf dem Boden sammeln. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie wird der Verdacht im Volk bestätigt?

  • Drücken Sie die Mumie mit behandschuhter Hand leicht zusammen: Lässt sie sich nicht zerdrücken, ist sie steinhart und gelbgrün bestäubt, denken Sie an Steinbrut.
  • Die sichere Diagnose wird im Labor durch Anzucht des Pilzes aus der Mumie gestellt. Schicken Sie die Probe in einem verschlossenen Gefäß ein.

Begünstigende Bedingungen

  • Feuchtigkeit und Kondenswasser in der Beute, schlechte Belüftung
  • Schwaches Volk, das die Brut nicht wärmen kann
  • Verschimmelte Waben, verschimmelter Pollen oder verdorbenes Futter
  • Schattiger, feuchter, nebel- oder überschwemmungsgefährdeter Standort

Was ist zu tun? Schritt für Schritt

  1. Schützen Sie sich: Tragen Sie Handschuhe und eine Staubmaske mit hoher Filterleistung; schütteln oder bürsten Sie verschimmelte Waben nicht so, dass Staub aufgewirbelt wird.
  2. Befallene Waben entnehmen und vernichten: Verwenden Sie mumienhaltige und verschimmelte Waben nicht in anderen Völkern und lagern Sie sie auch nicht zum Einschmelzen; vernichten Sie sie durch Verbrennen.
  3. Feuchtigkeit senken: Verbessern Sie die Belüftung, stellen Sie die Beute erhöht und leicht nach vorne geneigt auf, verhindern Sie Kondenswasser.
  4. Raum einengen: Lassen Sie nur so viele Waben, wie das Volk besetzen und wärmen kann.
  5. Das Volk stärken: Sorgen Sie für ausreichendes, sauberes Futter; erneuern Sie bei hartnäckigem Wiederauftreten die Königin.
  6. Den Standort überprüfen: Verlegen Sie die Völker von dauerhaft feuchten und schattigen Plätzen.
  7. Werkzeug reinigen: Reinigen und trocknen Sie die benutzten Geräte und Beutenteile.

Behandlung und Arzneimittel

Für die Steinbrut gibt es kein zugelassenes Arzneimittel, und in der Regel ist auch keines nötig. Werden die Bedingungen im Stock verbessert und die befallenen Waben entfernt, geht die Krankheit zurück. Verwenden Sie in der Beute keine selbst hergestellten pilzhemmenden Mischungen.

Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Asthma oder Lungenerkrankungen sollten nicht mit befallenen Völkern arbeiten. Treten nach der Arbeit Atembeschwerden auf, suchen Sie einen Arzt auf und weisen Sie darauf hin, dass Sie mit Bienen gearbeitet haben.

Vorbeugung

  • Stellen Sie die Beuten an einem trockenen, sonnigen und windgeschützten Platz auf.
  • Erneuern Sie die Waben regelmäßig; geben Sie keine verschimmelten Waben und keine Rähmchen mit verschimmeltem Pollen in das Volk.
  • Lagern Sie Waben trocken und luftig.
  • Halten Sie die Völker stark; gehen Sie nicht mit schwachen Völkern in den Winter.
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