Grosse Wachsmotte (Galleria mellonella)

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Die Große Wachsmotte (Galleria mellonella) ist ein Nachtfalter, dessen Larve sich fressend Gänge durch die Waben bahnt. In einem starken Volk räumen die Bienen die Larven aus; der eigentliche Schaden entsteht an gelagerten Waben und in schwachen Völkern mit zu viel Raum. Grundlage der Bekämpfung sind ein starkes Volk, eine eingeengte Beute und richtig gelagerte Waben; Stoffe mit Rückstandsbildung wie Naphthalin werden nicht verwendet.

Wie erkennt man sie?

  • Falter: Ein grau-brauner Falter von etwa 1,5–2 cm Länge, der die Flügel dachförmig zusammenlegt. Er fliegt nachts und versteckt sich tagsüber in Ritzen; wird er gestört, läuft er meist schnell davon, statt aufzufliegen.
  • Larve (Raupe): Grauweiß mit braunem Kopf; ausgewachsen erreicht sie 2–3 cm. Auf dem Rücken hat sie keine Dornen.
  • Gespinstgänge und Gespinst: Weiße Gespinstgänge auf der Wabenoberfläche und im Wabeninneren, schwarze Kotkrümel.
  • Kokons: Dicht aneinandergereihte weiße Seidenkokons an Rähmchenleisten und Beutenwänden; darunter bleiben im Holz kahnförmige Mulden zurück.
  • „Kahlbrut“: Entlang einer Linie geöffnete Zellen mit sichtbaren Puppenköpfen, weil die Larven unter den Zelldeckeln hindurchgefressen haben.
Wachsmottenfalter, Larve und Puppe auf dem Beutenboden
Große Wachsmotte auf dem Gemüll des Beutenbodens: Falter, große Larve und Puppe beisammen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Wachsmottenlarve auf dem Bodenbrett
Wachsmottenlarve: glatter, dornenloser Körper und dunkler Kopf. Achten Sie auf die Dornenreihen am Rücken, um sie nicht mit der Larve des Kleinen Beutenkäfers zu verwechseln. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Weiße Gespinstspur auf den Wabenzellen
Weiße Gespinstspur einer Larve auf der Wabenoberfläche; eines der ersten Anzeichen, die man früh bemerkt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
In einer Reihe geöffnete Zelldeckel mit sichtbaren Puppen
Entlang einer Linie geöffnete Zelldeckel („Kahlbrut“): Die Mottenlarve hat sich unter den Deckeln einen Gang gefressen. Die Puppen sind meist gesund. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Lebenszyklus und Ernährung

Das Weibchen dringt nachts in die Beute ein und legt seine Eier in Ritzen und Spalten. Die schlüpfenden Larven dringen in die Wabe ein und fressen sich Gänge; ausgewachsen spinnen sie sich, ans Holz geschmiegt, einen festen Kokon und verpuppen sich. Die Entwicklung hängt von der Temperatur ab: Unter warmen Sommerbedingungen dauert sie wenige Wochen, bei kühlen Bedingungen Monate. Deshalb nimmt der Schaden im Sommer und Herbst sprunghaft zu.

Von reinem Bienenwachs kann die Larve sich nicht gut entwickeln. Ihre eigentliche Nahrung sind Reste von Puppenhäutchen, Pollen und Verunreinigungen in dunklen, bebrüteten Waben. Deshalb werden vor allem dunkle Brutwaben geschädigt; helle Honigwaben, die nie Brut enthielten, und Mittelwände sind weniger anziehend.

Mit Gespinst überzogene, zerstörte Wabe
Wabe mit altem Pollen und Honig in einer ungepflegten Beute: Gespinst, Kot und Larven haben sie völlig zerstört. Eine Wabe in diesem Zustand sollte eingeschmolzen werden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Abgrenzung von ähnlichen Bildern

BefundGroße WachsmotteKleine WachsmotteKleiner Beutenkäfer
LarveGrauweiß, ohne Dornen, bis 2–3 cmKleiner, weißlichCremefarben, Dornenreihen auf dem Rücken; nur drei deutliche Beinpaare nahe am Kopf
GespinstViele Gespinstgänge und GespinstFeine Gespinstgänge, meist im BodengemüllKein Gespinst; der Honig wird wässrig, schäumt und riecht säuerlich
KokonFeste Kokons, die Mulden im Holz hinterlassenEinzelne, kleine KokonsKein Kokon; Verpuppung im Boden
BedeutungVerbreitet; Problem im Lager und bei schwachen VölkernVerbreitet; Schaden meist geringAnzeigepflichtiger exotischer Schädling

Wenn Sie in einer Wabe eine Larve sehen, die an den Kleinen Beutenkäfer denken lässt, bewahren Sie die Probe in Alkohol auf und melden Sie den Fund dem zuständigen Veterinäramt.

Falter der Kleinen Wachsmotte
Kleine Wachsmotte (Achroia grisella): kleiner und schlanker als die Große Wachsmotte. Die Maßnahmen sind für beide gleich. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Was ist im Volk zu tun?

  • Das Volk stark halten. Ein starkes Volk räumt die Larven selbst aus; Motten im Stock sind oft ein Zeichen, dass das Volk schwächer geworden ist oder zu viel Raum hat. Gehen Sie auch der Ursache nach: Weisellosigkeit, Varroa, Krankheit.
  • Raum einengen. Nehmen Sie Waben, die die Bienen nicht besetzen, und leere Zargen heraus.
  • Schwache Völker vereinigen, Ritzen verschließen, das Gemüll auf dem Bodenbrett regelmäßig entfernen.
  • Befallene Waben aussortieren. Leicht befallene Waben können Sie einfrieren und weiterverwenden; stark zerstörte Waben schmelzen Sie ein.
  • Eingegangene oder verlassene Beuten nicht offen am Bienenstand stehen lassen. Sie werden in kurzer Zeit zu einer Mottenquelle.
Arbeiterinnen umzingeln eine Wachsmottenlarve
In einem starken Volk umzingeln die Arbeiterinnen die Mottenlarve und werfen sie aus dem Stock. Der beste Schutz ist, nur so viel Raum zu lassen, wie die Bienen besetzen können. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Schutz der gelagerten Waben

Hier liegt das eigentliche Feld der Bekämpfung. Waben, die nach der Ernte und bei der Einwinterung aus den Völkern genommen werden, können ungeschützt innerhalb weniger Wochen unbrauchbar werden.

  1. Aussortieren: Schmelzen Sie sehr alte, dunkle und beschädigte Waben ein, statt sie zu lagern. Halten Sie dunkle Brutwaben getrennt von Honigwaben.
  2. Einfrieren: Der sicherste Weg, alle Stadien einschließlich der Eier abzutöten, ist, die Waben mindestens 2 Tage in der Tiefkühltruhe (-15 °C oder kälter) zu lagern.
  3. Neubefall verhindern: Lagern Sie die eingefrorenen Waben, nachdem sie abgetrocknet sind, in geschlossenen Kisten oder Zargen, in die kein Falter gelangen kann.
  4. Kühl, hell und luftig lagern: Die Motte liebt Dunkelheit, Wärme und stehende Luft. Ein kaltes Lager und Regale mit Abstand und Lichteinfall verringern den Schaden deutlich.
  5. Biologischer Schutz: Zugelassene Präparate mit Bacillus thuringiensis (Stamm aizawai) können nach Etikett auf die einzulagernden Waben aufgebracht werden; sie wirken gegen die Larven.
  6. Regelmäßige Kontrolle: Sehen Sie das Lager in den warmen Monaten alle paar Wochen durch.
Auf den Rähmchenleisten aufgereihte Mottenkokons
Nach dem Abheben der Abdeckung reihenweise Mottenkokons auf den Rähmchenoberträgern. Die Kokons hinterlassen dauerhafte Mulden im Holz; verwenden Sie diese Rähmchen nicht ungereinigt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Verwenden Sie kein Naphthalin und kein Paradichlorbenzol: Sie reichern sich im Wachs an, gehen in den Honig über und hinterlassen Rückstände. Das traditionelle Schwefeln tötet die Eier nicht ab, muss im Abstand einiger Wochen wiederholt werden und setzt giftiges Gas frei; prüfen Sie vor der Anwendung die Rechtslage und die Sicherheitsmaßnahmen.

Perspektive

Die Wachsmotte ist in der Natur ein nützlicher Zersetzer: Indem sie alte Waben in verlassenen Nestern beseitigt, verhindert sie die Anhäufung von Krankheitserregern. Das Problem am Bienenstand ist nicht die Motte an sich, sondern Waben, die die Bienen nicht schützen können oder die ungeschützt gelagert werden.

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