Kleine Wachsmotte (Achroia grisella)

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Die Kleine Wachsmotte (Achroia grisella) ist die kleinere Verwandte der Großen Wachsmotte; ihre Larven fressen feine Gespinstgänge in Waben, in das Gemüll auf dem Beutenboden und in gelagerte Rähmchen. Starke Völker halten sie leicht in Schach; Probleme entstehen meist in schwachen Völkern und bei schlecht gelagerten Waben. Trotz des ähnlichen Namens hat sie nichts mit dem anzeigepflichtigen Kleinen Beutenkäfer zu tun.

Was ist die Kleine Wachsmotte und wie verbreitet sie sich?

Die Kleine Wachsmotte ist ein Schmetterling (eine Motte). Das Weibchen dringt nachts durch Ritzen der Beute oder durch Öffnungen im Lager ein und legt seine Eier an Wabenränder und zwischen das Gemüll. Die Larven ernähren sich von Wachs, Pollen, Resten von Puppenhäutchen und vom Gemüll auf dem Boden; in Brutwaben und alten dunklen Waben gedeihen sie besser. In der warmen Jahreszeit vermehrt sie sich rasch, bei Kälte verlangsamt sich ihre Entwicklung.

Sie kommt meist an denselben Stellen vor wie die Große Wachsmotte (Galleria mellonella). Ihr Schaden schreitet langsamer voran; treten aber beide Arten gemeinsam auf, können gelagerte Waben in kurzer Zeit unbrauchbar werden.

Wie erkennt man sie?

Falter

Ein etwa 1 cm langer, schlanker, silbrig grau-brauner Falter mit deutlich gelblichem Kopf. Die Große Wachsmotte ist erkennbar größer und hat stärker gemusterte Flügel.

Falter der Kleinen Wachsmotte
Falter der Kleinen Wachsmotte: schlanker, grau-brauner Körper und gelblicher Kopf. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Kleine Wachsmotte auf dem Gemüll des Beutenbodens
Kleine Wachsmotte zwischen dem Gemüll auf dem Beutenboden. Das Gemüll auf dem Bodenbrett ist ihre bevorzugte Umgebung. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Larve und Kokon

Die Larve ist schlank, weißlich grau mit braunem Kopf und wird höchstens etwa 1,5 cm lang. Die Larve der Großen Wachsmotte ist dicker und deutlich länger. Ausgewachsene Larven spinnen in Beutenecken und Ritzen weiße Seidenkokons, die außen mit Gemüll bedeckt sind.

Larven der Kleinen Wachsmotte
Larven der Kleinen Wachsmotte: schlanker, weißlich grauer Körper mit braunem Kopf. Foto: Rasbak / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Mit Gemüll bedeckte Kokons der Kleinen Wachsmotte
Weiße Seidenkokons, außen mit Waben- und Kotresten bedeckt. Foto: Rasbak / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Anzeichen im Volk und im Lager

  • Kahlbrut: Weil die Larve unter den Zelldeckeln entlangfrisst, reihen sich Zellen mit geöffneten Deckeln und lebenden weißen Puppen darin in einer geraden oder gewundenen Linie auf.
  • Gespinstspuren: Feine, oberflächennahe Gespinstgänge auf der Wabenoberfläche und am Zellgrund.
  • Auf dem Bodenbrett: Mit Gespinst verbundene Gemüllhaufen und gewundene Gespinstbahnen.
  • In gelagerten Rähmchen: Gespinstbildung, schwarze Kotkrümel, Kokons in Rähmchen- und Beutenecken.
In einer Linie geöffnete Brutzellen
Kahlbrut: Zellen mit geöffneten Deckeln in einer schrägen Linie; dieses Muster zeigt den Weg der Mottenlarve unter den Deckeln. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Mottengespinst und Kahlbrut auf einer Wabe
Mottengespinst auf den Zelldeckeln und entlang der Spur freigelegte Puppen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Mit Gespinst verbundenes Gemüll auf dem Beutenboden
Gespinstbahnen der Mottenlarven und mit Gespinst verbundenes Gemüll auf dem Bodenbrett. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Abgrenzung von ähnlichen Bildern

BefundUnterscheidungsmerkmal
Kleine WachsmotteFeine, oberflächliche Gänge; schlanke, kleine Larven; Kahlbrut in Linien
Große WachsmotteDickere Larven; tiefe Gänge, Mulden im Holz, völliger Zusammenbruch der Wabe
Larve des Kleinen BeutenkäfersReihen dornartiger Fortsätze auf dem Rücken, drei deutliche Beinpaare neben dem Kopf; spinnt kein Gespinst, verwässert den Honig und bringt ihn zum Gären. Bei Nachweis anzeigepflichtig
Offene Zellen durch Hygieneverhalten oder VarroaDie offenen Zellen bilden keine Linie, sondern sind verstreut; kein Gespinst, keine Larven

Was ist zu tun?

  1. Das Volk stärken: Nehmen Sie überzählige Waben heraus, die die Bienen nicht besetzen können, und vereinigen Sie schwache Völker.
  2. Die Gänge säubern: Entfernen Sie entlang der Kahlbrutlinie die Deckelreste und holen Sie die Larven heraus; ersetzen Sie stark befallene Waben.
  3. Das Bodenbrett reinigen: Gemüllhaufen sind für die Larven zugleich Nahrung und Versteck.
  4. Verschließen Sie Ritzen und kratzen Sie Kokons in den Beutenecken ab.

Schutz gelagerter Waben

  • Einfrieren: Rähmchen mindestens 24–48 Stunden in der Tiefkühltruhe (etwa –18 °C) zu lagern, tötet Eier, Larven und Puppen. Lagern Sie sie danach in geschlossenen Kisten, in die keine Motte eindringen kann.
  • Kühles, helles und luftiges Lager: Die Motte liebt dunkle, warme und geschlossene Räume. Hängen Sie die Rähmchen mit Abstand auf.
  • Wabenauswahl: Lagern Sie dunkle Brutwaben nicht lange; schmelzen Sie verbrauchte Waben ein.
  • Biologisches Mittel: Zugelassene Präparate mit Bacillus thuringiensis können in gelagerten Waben gegen die Larven eingesetzt werden; beachten Sie die Packungsbeilage.
Verwenden Sie in der Beute oder im Wabenlager kein Naphthalin und keine ähnlichen Mottenmittel: Sie hinterlassen dauerhafte Rückstände in Wachs und Honig und schaden den Bienen.

Namensverwechslung

Dieses Thema wurde in manchen Quellen früher fälschlich mit dem Kleinen Beutenkäfer vermischt. Richtig ist:

  • Kleine Wachsmotte, Achroia grisella (engl. lesser wax moth): eine Motte; ein verbreiteter, nicht meldepflichtiger Schädling im Bienenstock.
  • Kleiner Beutenkäfer, Aethina tumida (engl. small hive beetle): ein Käfer; anzeigepflichtig und eine weit ernstere Bedrohung.
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