Varroa und Tropilaelaps unterscheiden

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Der schnellste Weg, Varroa und Tropilaelaps zu unterscheiden, ist der Blick auf Form und Bewegung: Die Varroa ist quer breit, dunkel und langsam; Tropilaelaps ist länglich, klein, hell und läuft sehr schnell. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Überwachungsmethoden verschieden sind und Tropilaelaps in der Türkei ein anzeigepflichtiger Schädling ist.

Warum muss man sie unterscheiden?

Beide Milben vermehren sich in der verdeckelten Brut, übertragen Viren und bringen das Volk ohne Eingreifen zum Zusammenbruch. Während die Varroa jedoch auch lange auf erwachsenen Bienen lebt, findet sich Tropilaelaps fast nur in der Brut. Ein auf die Varroa ausgerichtetes Überwachungssystem kann Tropilaelaps leicht übersehen; eine Fehldiagnose bedeutet Zeitverlust und eine falsche Bekämpfung.

Die Unterschiede auf einen Blick

MerkmalVarroa (Varroa destructor)Tropilaelaps (T. mercedesae)
FormQuer oval, krabbenartig; breiter als langLänglich und schmal; etwa doppelt so lang wie breit
GrößeEtwa 1,1 mm lang, 1,6 mm breitEtwa 1 mm lang, 0,5 mm breit
FarbeDunkel rotbraunHell rotbraun, blass
BewegungLangsam, schwerfälligLäuft sehr schnell
Wo sie vorkommtAuf erwachsenen Bienen und in der verdeckelten BrutFast ausschließlich in der verdeckelten Brut
BrutvorliebeBevorzugt deutlich die DrohnenbrutNutzt Arbeiterinnen- und Drohnenbrut gleichermaßen
Status in der TürkeiWeit verbreitetAnzeigepflichtig; muss gemeldet werden
Links die große, quer breite Varroa; rechts die kleine, längliche Tropilaelaps
Nebeneinander: links Varroa, rechts Tropilaelaps. Der Formunterschied ist mit der Lupe, oft sogar mit bloßem Auge zu erkennen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Unterscheidung am Bienenstand

1. Auf die Bewegung achten

Am Bienenstand ist die Bewegung das schnellste Merkmal. Wenn Sie beim Öffnen der Brut oder beim Ziehen einer Wabe eine kleine Milbe sehen, die schnell über die Wabenoberfläche davonläuft, ist das keine Varroa. Die Varroa bleibt an Ort und Stelle oder läuft langsam.

2. Auf die Form achten

Die Milbe auf einen weißen Untergrund nehmen und mit der Lupe betrachten. Ein schildförmiger Körper, der breiter als lang ist, gehört zur Varroa. Ein deutlich längerer, oval-rechteckiger Körper weist auf Tropilaelaps hin.

3. Auf den Fundort achten

Milben, die sich auf dem Rücken oder zwischen den Hinterleibssegmenten erwachsener Bienen festhalten, sind fast alle Varroamilben. Tropilaelaps finden Sie meist in geöffneten Zellen auf der Puppe.

Zwei dunkelrote Varroamilben am Körper einer erwachsenen Biene
Zwei Varroamilben auf einer erwachsenen Biene: dunkelrot, glänzend und quer breit. Auf erwachsenen Bienen ist dieses Bild typisch für die Varroa. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Zwei große ovale Varroamilben und eine kleine längliche Tropilaelaps auf einer Bienenlarve
Auf derselben Larve zwei Varroamilben (groß, oval, dunkel) und eine Tropilaelaps (klein, länglich, mit deutlich sichtbaren Beinen). Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Längliches, hellbraunes Tropilaelaps-Weibchen in der Aufsicht
Weibliche Tropilaelaps aus der Nähe: länglicher Körper, helle Farbe und lange, nach vorn gestreckte Vorderbeine. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Warum sich die Überwachungsmethode ändert

MethodeFür VarroaFür Tropilaelaps
Puderzucker- oder AlkoholwaschungLiefert ein Zahlenergebnis, mit Schadschwellen vergleichbarLiefert nur „vorhanden/nicht vorhanden“; misst nicht den Befallsgrad
Brut öffnenWertvoll, besonders bei DrohnenbrutDie Hauptmethode; Arbeiterinnen- und Drohnenbrut gemeinsam öffnen
Wabe abstoßenKaum gebräuchlichErmöglicht ein schnelles Screening; die Milben fallen auf ein weißes Tablett
BodeneinlageDer Trend wird über den natürlichen Milbenfall verfolgtHilfreich; auf die Form der abgefallenen Milben achten

Die praktische Folgerung: Eine Puderzuckerwaschung ohne Befund ist kein Beweis für die Abwesenheit von Tropilaelaps. Öffnen Sie bei einem Volk mit niedriger Varroazahl, aber gestörter Brut unbedingt Brutzellen.

Herausziehen von Puppen aus verdeckelter Brut mit der Entdeckelungsgabel
Brut öffnen mit der Entdeckelungsgabel. Die herausgezogenen Puppen auf einen weißen Untergrund legen und nach Milben absuchen; beide Arten sind mit dieser Methode zu sehen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Andere Lebewesen, die verwechselt werden können

Nicht jedes kleine rotbraune Lebewesen ist eine Milbe. Um Fehlalarme zu vermeiden, sollten Sie Folgendes wissen:

  • Bienenlaus (Braula coeca): Eigentlich eine flügellose Fliege; sie hat 6 Beine (Milben haben 8), ist rundlich und rotbraun. Sie sitzt meist auf erwachsenen Bienen, häufig auf der Königin; der Biene schadet sie nicht nennenswert.
  • Pollenmilbe (Melittiphis alvearius): Eine kleine, runde, helle Milbe; sie findet sich im Gemüll der Beute und gilt als harmlos.
Vier verschiedene Bienenschädlinge nebeneinander: Bienenlaus, Varroa, Tropilaelaps und Pollenmilbe
Vergleich: oben Mitte die Bienenlaus (Braula), rechts Varroa, unten Mitte Tropilaelaps, links die Pollenmilbe (Melittiphis). Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Unterschiede bei der Bekämpfung

  • Ausschneiden von Drohnenbrut: Bei der Varroa eine wirksame ergänzende Methode; bei Tropilaelaps allein zu schwach.
  • Oxalsäure: Erreicht bei der Varroa die Milben auf erwachsenen Bienen; da Tropilaelaps meist in der Brut sitzt, ist die Wirkung begrenzt.
  • Brutunterbrechung: Wirkt bei beiden; bei Tropilaelaps noch stärker, weil sie in brutfreier Umgebung nicht lange überleben kann.

Bei Verdacht

  1. Jede Verbringung von Beuten, Waben und Ausrüstung stoppen.
  2. Die Milben in einem dicht schließenden Gefäß mit Alkohol sammeln; Fotos und möglichst ein kurzes Video machen, das ihre Bewegungen zeigt.
  3. Sofort das zuständige Veterinäramt benachrichtigen. Nicht eigenmächtig behandeln; die amtlichen Maßnahmen legen die Tierärzte fest.
Wenn Sie auf der Wabe eine schnell laufende, längliche, helle Milbe gesehen haben, halten Sie sie nicht für eine Varroa und gehen Sie nicht darüber hinweg. Eine Probe zu nehmen und den Fund zu melden, schützt Ihren Bienenstand und Ihre Region.
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