Große Säugetiere als Schädlinge

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Große Säugetiere wie Bär, Dachs und Wildschwein können in ihrem Lebensraum in einer einzigen Nacht viele Beuten zerstören. Ein Tier, das sich einmal am Bienenstand satt gefressen hat, kommt wieder; deshalb müssen Maßnahmen vor dem Angriff getroffen werden. In Bärengebieten ist ein richtig aufgebauter und ständig funktionierender Elektrozaun die wirksamste und verbreitetste Lösung.

Warum kommen sie?

Das Ziel ist nicht nur der Honig. Brut und erwachsene Bienen sind eiweißreiche Nahrung und mindestens so verlockend wie Honig. Deshalb können Beuten auch in Zeiten ohne Honig zum Ziel werden. Ein Tier merkt sich den Ort, an dem es einmal leicht Futter gefunden hat, und kommt ohne Gegenmaßnahmen immer wieder.

Welches Tier, welche Spuren?

Das Tier, das den Schaden verursacht hat, richtig zu erkennen, ist der erste Schritt zur Wahl der richtigen Maßnahme. Achten Sie morgens am Bienenstand auf Folgendes:

TierArt des SchadensSpuren, nach denen Sie suchen sollten
BraunbärViele Beuten umgeworfen, metergroß weggeschleift, Zargen zerbrochen; Waben verstreut und gefressen; Brutwaben besonders ins Visier genommenKratz- und Bissspuren an den Zargen; große Trittsiegel; Haare an Zäunen und Bäumen; Kot mit Wachs- und Bienenresten
DachsMeist einzelne Beuten; niedriges Kratzen und Nagen rund um das Flugloch; steht die Beute bodennah, kann sie umgeworfen werden; vor allem nachts, im Winter und im FrühjahrAufgescharrte Erde vor der Beute; fünfzehige Trittsiegel mit langen Krallen
WildschweinBeuten umgestoßen und umgeworfen; Boden des Bienenstandes und der Umgebung aufgewühltKlauenabdrücke, umgepflügte Erde
Rinder, Pferde und andere WeidetiereBeuten durch Scheuern oder Anstoßen umgeworfen; Waben nicht gefressenHufabdrücke, Kot
Kratzspuren eines Dachses am unteren Teil der Beute und rund um das Flugloch
Dachsschaden: starke Kratzspuren an der unteren Zarge auf Höhe des Fluglochs. Das Tier hat versucht, den Eingang aufzubrechen, um an Brut und Bienen zu gelangen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Angenagte Waben in der Beute, im Winter angesammeltes Nestmaterial und Kot sind dagegen keine Zeichen großer Säugetiere, sondern von Nagern wie Mäusen und Ratten; gegen sie wird im Herbst ein Mäusegitter (Fluglochschieber mit Löchern) am Flugloch angebracht.

Im Winter von Ratten angenagte Waben und Gemüll auf dem Beutenboden
Zum Vergleich: im Winter durch Ratten verursachter Schaden. Die Waben sind von innen angenagt, auf dem Boden hat sich Gemüll angesammelt; die Beute ist nicht umgeworfen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Elektrozaun

In Gebieten mit Bären ist er die wirksamste und verbreitetste Lösung. Er wird auch gegen Dachse und Wildschweine eingesetzt. Damit er wirkt:

  • Den gesamten Bienenstand umzäunen. Eine einzige offene Seite macht den ganzen Zaun nutzlos.
  • Den Drahtabstand auf das Zieltier abstimmen. Mehrere Drahtreihen verwenden; der unterste Draht muss so nah am Boden sein, dass Dachs und Wildschwein nicht darunter durchkommen. Für die Maße den Empfehlungen des Zaunherstellers und erfahrener Imker Ihrer Region folgen.
  • Richtig erden. Auf trockenem und steinigem Boden senkt eine schwache Erdung den Strom so weit, dass er das Tier nicht mehr abschreckt.
  • Den Bewuchs entfernen. Gras und Zweige, die den Draht berühren, leiten den Strom in den Boden ab.
  • Regelmäßig kontrollieren. Batterie oder Solarmodul, Spannung und Drähte häufig prüfen. Ein Zaun, der nicht funktioniert, ist kein Zaun.
  • Vor dem Angriff aufbauen. Beim Wandern muss der Zaun am selben Tag aufgebaut werden, an dem die Beuten abgeladen werden.

Der Zaun wirkt, indem das Tier an einer empfindlichen Stelle wie der Nase einen Stromschlag bekommt und den Bienenstand mit Schmerz verbindet. Ein Tier, das einmal durch einen stromlosen Zaun eingedrungen ist und gefressen hat, lässt sich später viel schwerer abschrecken.

An einem Bienenstand, der in ein Bärengebiet gebracht wird, muss der Elektrozaun in Betrieb sein, sobald die Beuten auf dem Boden stehen. Ein Bienenstand, der in der ersten Nacht ungeschützt bleibt, lehrt das Tier: „Hier gibt es Futter.“

Weitere Maßnahmen

  • Standortwahl: Bekannte Wildwechsel, Waldränder und Bachläufe meiden. Die Einheimischen und andere Imker nach Bärenbewegungen in der Gegend fragen.
  • Beuten sichern: Die Zargen mit Spanngurten miteinander und mit dem Beutenbock verbinden. Die Sicherung hält keinen Bären auf, erschwert aber Dachsen, Wildschweinen und Weidetieren das Umwerfen der Beute.
  • Beutenböcke verwenden: Eine vom Boden erhöhte Beute erschwert dem Dachs den Zugang zum Flugloch.
  • Hohe Plattformen und Baumbeuten: In manchen Regionen werden die Beuten auf hohe Plattformen gestellt oder in Bäume gehängt; auch die traditionelle Baumbeutenimkerei an der östlichen Schwarzmeerküste (Türkei) dient dem Schutz vor Bären.
  • Geruchsquellen verringern: Schleuderreste, Wachs, Wabenbruch, leere Honigräume und verschütteten Sirup nicht am Bienenstand zurücklassen.
  • Gegen Weidetiere: Ein einfacher Draht oder Zaun reicht in der Regel aus.
Die Zargen einer Beute werden mit einem Spanngurt verbunden
Verbinden der Zargen mit einem Spanngurt. Verhindert, dass die Beute beim Umkippen auseinanderfällt, und hilft gegen Dachse und Weidetiere. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Beuten auf Holzböcken auf einer Wiese
Beuten auf Böcken. Die erhöhte Aufstellung erschwert dem Dachs den Zugang zum Flugloch; eine am Bock befestigte Beute kippt nicht leicht um. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Was tun nach einem Angriff?

  1. Gehen Sie, besonders in Bärengebieten, nicht allein und nicht in der Dämmerung zum Bienenstand.
  2. Den Schaden fotografieren; Spuren und die Zahl der umgeworfenen Beuten festhalten.
  3. Die noch zu rettenden Völker zusammenstellen: intakte Waben in neue Zargen setzen, den Zustand der Königin prüfen, Fluglöcher verengen.
  4. Verstreute Waben und Honigreste beseitigen; sie locken das Tier erneut an und lösen Räuberei aus.
  5. Noch in derselben Nacht Maßnahmen ergreifen: einen Zaun aufstellen oder den Bienenstand verlegen. Zu einem ungeschützt gelassenen Bienenstand kehrt das Tier höchstwahrscheinlich zurück.
  6. Den Schaden dem zuständigen Veterinäramt und den Naturschutzbehörden melden. Wenn Sie eine Bienenversicherung haben, prüfen Sie, ob Ihre Police Wildschäden abdeckt, und benachrichtigen Sie die Versicherung rechtzeitig.

Rechtslage und Sicherheit

Viele Wildtiere, allen voran der Braunbär, stehen unter Schutz; sie zu töten, zu verletzen oder zu vergiften, ist eine Straftat. Giftköder und Fallen gefährden zudem andere Tiere, Hunde und Menschen.

Eine Begegnung mit einem Bären ist eine ernste Gefahr für Leib und Leben. Gehen Sie in Bärengebieten nicht allein zum Bienenstand, nähern Sie sich mit Geräuschen, halten Sie Abstand zu Bärinnen mit Jungen und zu fressenden Bären, und befolgen Sie die Empfehlungen der örtlichen Behörden.

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