Kleine Säugetiere als Schädlinge

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Kleine Säugetiere wie Mäuse, Ratten und Spitzmäuse dringen vor allem im Herbst und Winter in die Beute ein; solange die Bienen in der Wintertraube sitzen, können sie den Eingang nicht verteidigen. Der Schaden fällt meist erst im Frühjahr auf: zernagte Waben, Kot und ein übel riechendes Nest. Ein im Herbst rechtzeitig angebrachtes Mäusegitter verhindert das Problem fast vollständig.

Welche Tiere und wann?

Wenn es kalt wird und die Bienen eine Traube bilden, bleiben die unteren und seitlichen Teile der Beute ungeschützt. Eine warme, trockene, mit Honig und Pollen gefüllte Beute ist für Nagetiere auf der Suche nach einem Winterquartier ideal.

  • Mäuse (Hausmaus, Waldmaus): Der häufigste Winterschädling. Sie bauen ihr Nest in den Randwaben fern der Traube.
  • Ratten: Da sie größer sind, zerstören sie Holz und Rähmchen stärker; sie dringen in ungepflegte, rissige Beuten ein.
  • Spitzmäuse: Insektenfressende Kleinsäuger; sie schlüpfen durch schmale Spalten und können im Winter Bienen fressen. An den Waben richten sie weniger Schaden an als Mäuse.
  • Größere Säugetiere wie der Dachs: Sie dringen nicht in die Beute ein, können sie aber in manchen Gegenden zerkratzen, umwerfen oder den Boden aufbrechen, um an Brut und Honig zu gelangen.
Maus zwischen zernagtem Holz und Laub in einer Beute
Eine Maus, die sich im unteren Teil der Beute ein Nest gebaut hat: zernagtes Holz, trockenes Laub und Späne sind typisches Nestmaterial. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Anzeichen: Worauf achtet man an der Beute?

Im Hochwinter muss die Beute nicht geöffnet werden; die meisten Anzeichen lassen sich von außen und am Bodenbrett erkennen.

  • Wachskrümel und Wabenstücke vor dem Flugloch: Sie zeigen, dass innen genagt wird.
  • Nestmaterial auf dem Bodenbrett: Trockenes Gras, Laub, Papier und Späne.
  • Nagerkot und stechender Uringeruch: Die Bienen mögen den Geruch nicht und nutzen verschmutzte Rähmchen nur widerwillig.
  • Zernagte Rähmchen und Waben: Vor allem in den Randwaben fern der Traube, Löcher im unteren Bereich.
  • Tote Bienen mit angefressenem Kopf oder Brustabschnitt vor der Beute oder auf dem Boden.
  • Unruhige, aufgelockerte Traube: Ein ständig gestörtes Volk verbraucht mehr Futter und wird schwächer; schwache Völker überleben den Winter womöglich nicht.
Vor und um die Beute verstreute zernagte Wabenreste
Eine Beute, in die im Winter Nagetiere eingedrungen sind: zernagte Waben und Gemüll häufen sich vor und in der Beute. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Zernagte Rähmchen und zerstörte Waben
Eine Beute, in der Nagetiere die Rähmchenleisten ausgehöhlt und die Waben weitgehend zerstört haben. Solche Waben taugen meist nur noch zum Einschmelzen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Vorbeugung: Mäusegitter und Einengen des Fluglochs

Die dauerhafte Lösung ist, das Tier mechanisch am Eindringen in die Beute zu hindern. Ein gelochtes Metallgitter am Flugloch (Mäusegitter) lässt die Bienen passieren und hält die Maus fern.

Am Flugloch angebrachtes Mäusegitter aus Metall mit runden Löchern
Gelochtes Mäusegitter aus Metall, das die gesamte Breite des Fluglochs abdeckt. Die Löcher sind so groß, dass eine Biene hindurchpasst, eine Maus aber nicht. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
  1. Zeitpunkt: Bringen Sie das Gitter im Herbst an, bevor die Nächte kalt werden und sich die Traube bildet. Auch in Gegenden mit milden Wintern ist das Anbringen im Herbst die sichere Wahl.
  2. Vorher innen nachsehen: Vergewissern Sie sich vor dem Anbringen, dass keine Maus in der Beute ist; sonst sperren Sie das Tier ein.
  3. Richtiges Maß: Bei den gängigen Gittern haben die Löcher etwa 9,5 mm Durchmesser. Auch die Höhe des Fluglochs muss so gering sein, dass keine Maus hindurchkommt; ein offener Spalt neben oder unter dem Gitter macht die ganze Maßnahme zunichte.
  4. Verstopfung durch tote Bienen: Prüfen Sie im Winter, besonders nach Kälteperioden, von außen, ob das Flugloch durch tote Bienen verstopft ist; öffnen Sie es gegebenenfalls mit einem dünnen Stäbchen.
  5. Im Frühjahr entfernen: Nehmen Sie das Gitter ab, sobald sich das Volk ausdehnt und viel Pollen einträgt; die Metallkanten können die Pollenhöschen abstreifen.

Reparieren Sie außerdem Risse in der Zarge, lockere Bodenbretter und Spalten am Deckel. Eine Beute auf einem Beutenständer verringert Feuchtigkeit und erschwert Nagetieren den Zugang.

Was tun, wenn eine Maus eingedrungen ist?

  1. Öffnen Sie die Beute an einem geeigneten, windstillen und milden Tag kurz; entfernen Sie Maus und Nestmaterial.
  2. Nehmen Sie kotverschmutzte, zernagte Waben heraus; legen Sie stark verschmutzte Rähmchen zum Einschmelzen beiseite.
  3. Ordnen Sie das Volk neu mit sauberen Honig- und Pollenwaben neben der Traube; lassen Sie die Beute nicht unnötig groß.
  4. Reinigen Sie das Bodenbrett und bringen Sie das Mäusegitter an.
  5. Kontrollieren Sie das Volk im Frühjahr; ist es schwach, erwägen Sie die Vereinigung mit einem starken Volk.

Das Wabenlager schützen

Auch leere Waben im Lager ziehen Nagetiere an; der Schaden ist dort oft größer als im Bienenvolk. Lagern Sie Waben in nagersicheren, geschlossenen Schränken oder dicht schließenden Zargen, erhöht über dem Boden. Verschließen Sie Spalten unter den Lagertüren.

Legen Sie kein Nagetiergift in die Beute oder neben die Rähmchen im Wabenlager: Das Gift kann in Waben und Honig gelangen und Tiere töten, die gar nicht gemeint sind. Verwenden Sie bei Bedarf mechanische Fallen außerhalb des Lagers.

Häufige Fehler

  • Das Gitter erst mitten im Winter anbringen, wenn die Maus sich schon eingenistet hat.
  • Das Flugloch einengen, aber den Spalt zwischen Bodenbrett und Zarge offen lassen.
  • Die Beute vor dem Winter größer lassen, als das Volk ausfüllen kann; leere Randwaben sind der Lieblingsplatz der Maus.
  • Das Gitter im Frühjahr vergessen und damit Polleneintrag und Belüftung behindern.

Viele Kleinsäuger sind im Ökosystem nützlich, manche stehen unter Schutz. Ziel ist nicht, die Tiere zu vernichten, sondern ihnen den Zugang zu Beute und Lager zu verwehren.

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