Imkerjacken und Overalls

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Der Imkeranzug ist ein einteiliges Schutzkleidungsstück, das den ganzen Körper vom Hals bis zu den Knöcheln bedeckt und an dem der Schleier meist mit einem Reißverschluss befestigt ist; die Imkerjacke dagegen ist ein kürzeres, kühleres Modell mit Schleier, das nur Rumpf und Arme bedeckt. Welches man wählt, hängt vom Temperament der Völker, der anstehenden Arbeit, dem Klima und der Erfahrung des Imkers ab. Ein guter Anzug oder eine gute Jacke ist hell, weit geschnitten und schließt ohne offene Stellen.

Imkeranzug oder Imkerjacke?

Beide schützen den Körper vor Bienenstichen; der Unterschied liegt in der bedeckten Fläche und im Tragekomfort.

VollanzugJacke (mit Schleier)
SchutzAm höchsten; keine Öffnung an Taille und HosenbeinenRumpf und Arme; Taille und Beine bleiben der Hose überlassen
KühleWärmerKühler
An- und AusziehenDauert längerSchnell
Geeignete ArbeitenHonigernte, Ablegerbildung, Beutentransport, stechlustige Völker, lange ArbeitenKurze Kontrollen bei sanften Völkern, Füttern, schnelle Beobachtung
Für wen?Anfänger, Erwerbsimker, Personen mit AllergierisikoErfahrene Imker, Hobbyimker

Für einen Anfänger ist es am sichersten, mit einem Vollanzug zu beginnen. Mit wachsender Erfahrung und je besser man das Temperament der Völker kennt, wird die Jacke an heißen Tagen und für kurze Arbeiten zu einem praktischen zweiten Kleidungsstück. Wer eine Jacke trägt, sollte eine dicke, helle Hose anziehen und die Hosenbeine verschließen.

Vollständiger Imkeranzug mit Reißverschluss-Schleier und langen Handschuhen
Vollanzug: Schleier, Rumpf und Beine aus einem Stück; zusammen mit den Handschuhen bleibt keine Stelle frei. Foto: Wyatt Tyrone Smith / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Wabendurchsicht mit Hutschleier und heller Jacke
Die Jacke ist kühler und praktischer; für kurze Kontrollen bei sanften Völkern wird sie häufig bevorzugt. Foto: National Agricultural Technology Institute / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Aus welchem Stoff sollte ein Imkeranzug sein?

Baumwolle und Baumwollmischgewebe

Der verbreitetste Anzugstoff. Er ist atmungsaktiv und verträgt häufiges Waschen. Er sollte dicht gewebt und kräftig sein; dünner, locker gewebter Baumwollstoff lässt den Stachel dort durch, wo er an der Haut anliegt. Polyester-Baumwoll-Mischungen knittern weniger und trocknen schnell.

Belüfteter (mehrlagiger) Stoff

Stoffe aus zwei äußeren Netzlagen mit einer schaumstoffartigen, porösen Zwischenlage. Luft geht hindurch, doch da die Gesamtdicke größer ist als die Stachellänge, erreicht der Stachel die Haut nicht. In heißem Klima und bei der Sommerernte ist das eine große Erleichterung; der Preis ist höher, und die Nähte sollten sorgfältig geprüft werden.

Zusammenfassung zur Stoffwahl

  • Kühle Region und kurze Arbeit: Ein Anzug aus dicker Baumwolle genügt.
  • Heiße Region und lange Arbeit: Ein belüfteter Anzug oder eine belüftete Jacke macht einen deutlichen Unterschied.
  • Stechlustige Völker: Belüfteter oder dicker Stoff, darunter ein dünnes langärmeliges Kleidungsstück.
Imker in hellem khakifarbenem belüftetem Anzug mit Rundschleier
Ein heller, weit geschnittener Anzug liegt selbst beim Bücken und Knien nicht an der Haut an. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Auf welche Merkmale achtet man bei einem guten Imkeranzug?

  • Farbe: Weiß, Creme oder helles Khaki. Dunkle Farben und flauschige Oberflächen verstärken die Abwehrreaktion der Bienen; helle Farben bleiben in der Sonne kühl.
  • Weiter Schnitt: Den Anzug kann man eine Nummer größer kaufen. Durch eng anliegenden Stoff geht der Stachel hindurch; ein weiter Anzug belastet außerdem beim Bücken und Aufstehen Reißverschlüsse und Nähte nicht.
  • Schleieranschluss: Ein mit doppeltem Reißverschluss befestigter, abnehmbarer Schleier ist die praktischste Lösung; der Schleier lässt sich zudem getrennt waschen.
  • Abgedeckte Reißverschlüsse: Die Enden der Reißverschlüsse sind die am häufigsten übersehenen Öffnungen; sie sollten mit einer Klettlasche abgedeckt sein.
  • Bündchen an Handgelenk und Hosenbein: Eine Daumenschlaufe verhindert, dass der Ärmel hochrutscht; Gummizug oder Reißverschluss am Hosenbein sorgt für einen bequemen Übergang über den Stiefel.
  • Taschen: Sie sollten Klappen oder Reißverschlüsse haben; in eine offene Tasche kriechen Bienen. Eine Werkzeugtasche am Bein ist praktisch für den Stockmeißel.
  • Haltbare Nähte: Schritt, Achseln und Knie werden am stärksten beansprucht; bevorzugen Sie Doppelnähte.

Wie zieht man Anzug oder Jacke an?

  1. Mit dem Schuhwerk beginnen: Ziehen Sie Stiefel mit Schaft an; ziehen Sie den Anzug über die Stiefel oder setzen Sie das Hosenbeingummi über den Stiefelschaft.
  2. Reißverschluss schließen: Den Rumpfreißverschluss ganz hochziehen und die Abdeckung schließen.
  3. Schleier befestigen: Die Schleierreißverschlüsse von beiden Seiten in der Mitte zusammenführen und die Enden mit der Lasche abdecken. Bei einem separaten Schleier den Stoffsaum in den Kragen stecken.
  4. Handschuhe: Die Stulpe über den Ärmel ziehen.
  5. Kontrollieren: Arme heben und bücken; es darf keine Stelle aufgehen. Diese Kontrolle, bevor Sie an die Beute treten, verhindert Überraschungen mitten in der Durchsicht.
Öffnen Sie Schleier und Anzug beim Verlassen des Bienenstands einige Dutzend Meter vom Stand entfernt. Bürsten oder schütteln Sie die Bienen sacht ab; tragen Sie keine Bienen ins Auto oder ins Haus.
Zwei Imker in Anzug und Handschuhen tragen eine volle Beute
Bei langen, anstrengenden Arbeiten wie Beutentransport, Honigernte und Ablegerbildung ist der Vollanzug die sicherste Wahl. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie wird der Imkeranzug gewaschen und gepflegt?

  • Häufig waschen: Im Stoff steckende Stachel und haftender Alarmduft lenken die Bienen bei der nächsten Durchsicht auf diese Stelle. Waschen Sie den Anzug in der Hochsaison regelmäßig.
  • Schleier abnehmen: In der Maschine wird der Schleier zerdrückt; abnehmen und von Hand waschen.
  • Geruchsneutral waschen: Keine parfümierten Waschmittel und Weichspüler verwenden.
  • Propolis- und Wachsflecken: Abkratzen, bevor sie antrocknen; Propolisflecken lassen sich mit Alkohol anlösen und dann auswaschen.
  • Reparatur: Kleine Risse und aufgegangene Nähte sofort nähen; einen defekten Reißverschluss ersetzen.
  • Aufbewahrung: Trocken und luftig hängend aufbewahren; ein feucht gelassener Anzug schimmelt, ein honigfleckiger lockt Ameisen und Mäuse an.
  • Ersatz: Halten Sie sowohl für die Zeit zwischen den Wäschen als auch für Besucher einen zweiten Anzug oder eine zweite Jacke bereit.

Häufige Fehler beim Tragen von Anzug und Jacke

  • Einen zu engen Anzug kaufen: An Knien und Rücken spannt der Stoff, der Stachel geht durch.
  • Dunkle oder flauschige Kleidung darunter tragen und den Anzug offen lassen: Die Bienen steuern den dunklen Stoff an.
  • Zur Jacke statt einer Jeans eine dünne Jogginghose tragen: Das Risiko von Stichen in die Beine steigt.
  • Mit einem schmutzigen Anzug arbeiten: Der Geruch alter Stiche löst neue Angriffe aus.
  • Bei Hitze zu viele Schichten tragen: Hitzestress lenkt ab; wählen Sie in heißen Regionen belüftete Kleidung und trinken Sie viel Wasser.

Häufige Fragen

Wie wählt man die Größe eines Imkeranzugs?

Wählen Sie eine Größe, die sich bequem über der Alltagskleidung tragen lässt und beim Bücken und Knien nicht spannt; die meisten Imker kaufen eine Nummer größer.

Verhindert ein belüfteter Anzug wirklich Stiche?

Die Dicke eines gut gefertigten belüfteten Stoffs verhindert weitgehend, dass der Stachel die Haut erreicht; Nähte und Reißverschlusskanten bleiben dennoch Schwachstellen.

Ist eine Jacke oder ein Anzug besser?

Beim Schutz liegt der Anzug vorn, beim Komfort die Jacke. Für Anfänger und lange Arbeiten eignet sich der Anzug, für kurze Kontrollen erfahrener Imker die Jacke.

Kann man den Imkeranzug in der Maschine waschen?

Nach Abnehmen des Schleiers meist ja; waschen Sie mit geruchsneutralem Waschmittel und bei der auf dem Etikett angegebenen Temperatur.

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