Wabenhalter

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Wabenhalter ist der Sammelbegriff für Geräte, mit denen man in der Imkerei Rähmchen greift, während der Durchsicht sicher außerhalb der Beute abstellt oder in der Beute im richtigen Abstand hält. Die wichtigsten sind die Wabenzange (Rähmchengreifer), die am Beutenrand eingehängte Wabenablage (Wabenbock) und die Abstandhalter, die den Abstand zwischen den Rähmchen festlegen. Richtig eingesetzt, verringern sie das Risiko, Bienen zu zerdrücken, Waben fallen zu lassen oder die Königin zu verlieren.

Wofür braucht man einen Wabenhalter?

Bei einer Durchsicht werden die Rähmchen immer wieder herausgehoben, gedreht, beiseitegestellt und wieder eingesetzt. Bei jedem dieser Schritte gibt es drei Risiken: das Rähmchen fallen zu lassen, die Bienen (vielleicht die Königin) auf dem abgestellten Rähmchen zu zerdrücken und beim Wiedereinsetzen Bienen zwischen benachbarten Rähmchen einzuklemmen. Wabenhalter verringern diese Risiken:

  • Greifen: Die Zange hält ein schweres oder von Propolis rutschiges Rähmchen sicher fest.
  • Abstellen: Die Wabenablage hält das herausgenommene Rähmchen senkrecht und sicher, ohne dass man es auf den Boden oder den Beutendeckel legen muss; so entsteht Platz zum Arbeiten in der Beute.
  • Abstand: Abstandhalter bewahren zwischen den Rähmchen den richtigen Zwischenraum, durch den die Bienen laufen können; stimmt dieser Raum nicht, bauen die Bienen unregelmäßige Waben dazwischen.
Ein Rähmchen mit Bienen wird mit beiden Händen an den Ohren angehoben
Ein Rähmchen wird immer an den Ohren (den Enden des Oberträgers) gefasst und senkrecht angehoben; Wabenhalter erleichtern diese Arbeit. Foto: Alachua County / Wikimedia Commons · Public domain (PDM 1.0)

Was ist eine Wabenzange und wie benutzt man sie?

Die Wabenzange ist ein Metallwerkzeug, das sich wie eine Schere oder Zange öffnet und schließt und den Oberträger des Rähmchens mit ihren Backen von beiden Seiten greift. Sie ermöglicht es, ein Rähmchen mit einer Hand herauszuheben; die andere Hand bleibt für Stockmeißel oder Smoker frei.

  1. Zuerst lockern: Die Zange bricht das Propolis nicht auf. Lockern Sie beide Ohren des Rähmchens mit dem Stockmeißel.
  2. In der Mitte greifen: Setzen Sie die Backen von beiden Seiten nahe der Mitte des Oberträgers an; achten Sie darauf, nicht auf Bienen zu drücken.
  3. Senkrecht anheben: Ziehen Sie das Rähmchen langsam nach oben, ohne es zur Seite zu kippen.
  4. Mit beiden Händen betrachten: Wenn Sie das Rähmchen aus der Nähe betrachten oder drehen, halten Sie es mit den Händen an den Ohren; eine schwere Honigwabe, die nur an einem Punkt in der Zange hängt, kann sich drehen.

Die Zange ist besonders für Imker mit begrenzter Handkraft, mit Handgelenksbeschwerden und für die Arbeit mit schweren Honigwaben eine Erleichterung. Die Innenseiten der Backen sollten geriffelt, aber nicht so scharf sein, dass sie den Oberträger quetschen. Auch ein Stockmeißel mit J-Haken erfüllt beim Herausheben der Rähmchen einen ähnlichen Zweck; viele Imker verwenden ihn statt der Zange.

Ein Rähmchen mit Bienen wird mit einem Stockmeißel mit Haken angehoben
Eine Alternative zur Zange beim Herausheben: Der Stockmeißel mit J-Haken stützt sich am Nachbarrähmchen ab und drückt das Rähmchen nach oben, danach wird es mit der Hand gegriffen. Foto: rickpilot_2000 / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Was ist eine Wabenablage (Wabenbock)?

Die Wabenablage ist ein Gestell aus Metall oder Holz, das mit Haken außen an den Beutenkörper gehängt wird und auf dem zwei oder drei Rähmchen Platz finden. Bei der Durchsicht wird das erste herausgenommene Rähmchen hier eingehängt; so entsteht in der Beute Platz, um die übrigen Rähmchen zu verschieben.

  • Verhindert das Zerdrücken von Bienen: Bienen am Unterträger eines Rähmchens, das auf dem Boden oder dem Beutendeckel steht, werden zerdrückt; das Rähmchen in der Ablage hängt frei.
  • Schützt die Königin: Die Königin kann auf dem beiseitegestellten Rähmchen sitzen. Das Rähmchen in der Ablage bleibt direkt neben der Beute; das Risiko, dass sie herunterfällt und verloren geht, sinkt.
  • Verhindert Verschmutzung: Ein Rähmchen, das den Boden berührt, nimmt Erde, Ameisen und Schmutz mit.

Frei stehende Wabenböcke mit Beinen erfüllen denselben Zweck; zusätzlich dienen sie dazu, bei der Honigernte Rähmchen vorübergehend zu sammeln oder bei der Ablegerbildung Brutwaben auszuwählen. Ist keine Ablage vorhanden, sollte das herausgenommene Rähmchen senkrecht in eine leere Zarge oder eine Transportkiste gestellt werden.

Neben der offenen Beute auf dem Deckel abgelegtes Rähmchen
Das hier beiseitegelegte Rähmchen ist leer; wird ein Rähmchen mit Bienen so auf den Deckel gelegt, können die Bienen darunter zerdrückt werden. Eine Wabenablage oder eine leere Zarge ist ein sichererer Abstellplatz. Foto: Image Bird / Wikimedia Commons · CC BY 4.0
Stellen Sie das herausgenommene Rähmchen nicht vor das Flugloch der Beute oder in die Sonne. Offene Brut kühlt schnell aus oder trocknet aus; bei heißem Wetter werden Honig und Wachs weich, und Räuberbienen kommen.

Wofür braucht man Abstandhalter für Rähmchen?

Den schmalen Zwischenraum, den Bienen als Laufweg freilassen, den sogenannten Bienenabstand (bee space), rühren sie nicht an; er beträgt etwa 6–9 mm. Einen engeren Raum verkitten sie mit Propolis, in einem weiteren bauen sie Waben. Ob eine Beute mit beweglichen Rähmchen funktioniert, hängt deshalb davon ab, dass die Rähmchen im richtigen Abstand stehen. Im Brutraum beträgt der Abstand von Rähmchenmitte zu Rähmchenmitte meist etwa 35 mm.

Arten von Abstandhaltern

  • Selbstabstandhaltende Rähmchen (Hoffmann-Rähmchen): Die Seitenteile sind im oberen Bereich verbreitert; liegen die Rähmchen aneinander, ergibt sich der richtige Abstand von selbst. Heute die am weitesten verbreitete Lösung.
  • Abstandhalter aus Kunststoff oder Metall: Teile, die auf die Ohren des Rähmchens gesteckt werden; sie halten nebeneinanderstehende Rähmchen in einem bestimmten Abstand.
  • Zahnleisten (Abstandsschienen): Gekerbte Metall- oder Kunststoffleisten, die an der vorderen und hinteren Innenkante der Beute befestigt werden; jedes Rähmchenohr sitzt in einer Kerbe. Sie werden vor allem in Honigräumen für eine weitere Rähmchenstellung verwendet.
  • Abstandsnägel: Der Abstand wird mit Nägeln eingestellt, die in das Seitenteil geschlagen werden und deren Köpfe in einer bestimmten Höhe überstehen.
Beute mit Metall-Rähmchenauflage und selbstabstandhaltenden Rähmchen
Die Metallschiene an der Innenkante der Beute ist die Auflage für die Rähmchenohren; verbreiterte Seitenteile sorgen dafür, dass die Rähmchen im richtigen Abstand stehen. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Bunte Kunststoff-Abstandhalter an den Rähmchenenden
Bunte Kunststoff-Abstandhalter an den Rähmchenohren (die Beute auf dem Foto wurde im Winter von Nagetieren beschädigt). Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Regelmäßig im Abstand stehende Oberträger von Langstroth-Rähmchen mit Bienen
Im richtigen Abstand angeordnete Oberträger: Die Zwischenräume sind gleichmäßig, die Bienen bewegen sich frei zwischen den Oberträgern. Foto: Benlisquare / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Worauf sollte man bei der Wahl eines Wabenhalters achten?

GerätWorauf zu achten ist
WabenzangeRostfreies Material, Backen, die den Oberträger nicht quetschen, aber auch nicht abrutschen lassen, ein mit Handschuhen bequem greifbarer Griff, zerlegbar und leicht zu reinigen.
WabenablageZu Ihrem Beutenmaß passende Hakenöffnung, Platz für mindestens zwei Rähmchen, solide Schweißnähte und rostfreie Oberfläche.
AbstandhalterPassend zu Ihrem Beuten- und Rähmchenmaß; im ganzen Bienenstand dasselbe System zu verwenden ist wichtig, damit sich Rähmchen zwischen den Beuten austauschen lassen.

Reinigung und Hygiene

  • Zange und Ablage: Zwischen den Völkern Propolis und Honig abkratzen; mit Sodalauge waschen. Metallteile können mit dem Abflammgerät desinfiziert werden.
  • Abstandhalter aus Kunststoff: Werden bei der Rähmchenreinigung abgenommen und in heißer Sodalauge gewaschen; nicht abflammen.
  • Krankheitsverdacht: Ein Halter, der an einem verdächtigen Volk benutzt wurde, darf nicht ungereinigt an einem anderen Volk verwendet werden. Melden Sie anzeigepflichtige Krankheiten wie die Faulbrut dem zuständigen Veterinäramt.

Häufige Fehler

  • Ein nicht gelockertes Rähmchen mit der Zange herausziehen: Der Oberträger bricht, oder das Rähmchen löst sich plötzlich und erschüttert die Bienen.
  • Das herausgenommene Rähmchen auf den Boden legen: Bienen werden zerdrückt, die Königin kann verloren gehen.
  • Abstände willkürlich lassen: In zu weite Abstände wird Wildbau gesetzt, zu enge werden mit Propolis verkittet; die nächste Durchsicht wird mühsamer.
  • Verschiedene Abstandssysteme mischen: Die Rähmchen lassen sich dann nicht mehr zwischen den Beuten austauschen.

Häufige Fragen

Braucht man eine Wabenzange?

Sie ist nicht zwingend; viele Imker arbeiten mit der Hand und einem Stockmeißel mit J-Haken. Bei schweren Honigwaben und begrenzter Handkraft ist sie eine Erleichterung.

Wofür ist eine Wabenablage gut?

Sie hält das herausgenommene Rähmchen neben der Beute senkrecht, ohne die Bienen zu zerdrücken, und schafft Platz zum Arbeiten in der Beute.

Wie groß sollte der Abstand zwischen den Rähmchen sein?

Im Brutraum lässt man zwischen den Rähmchenmitten meist etwa 35 mm; zwischen den Wabenoberflächen muss ein Bienenabstand von einigen Millimetern bleiben, durch den die Bienen laufen können.

Können Kunststoff-Abstandhalter in der Beute bleiben?

Ja, sie sind dafür gedacht, mit dem Rähmchen in der Beute zu bleiben; bei der Rähmchenreinigung werden sie abgenommen und gewaschen.

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