Imkerschleier und Kopfschutz

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Der Imkerschleier (Imkerhut, Imkerhaube, Schleier) ist eine Schutzhaube, deren Vorderseite mit feinem Drahtgewebe oder Tüll bespannt ist und die Gesicht, Augen und Hals vor Bienenstichen schützt. Er ist das unverzichtbarste Stück der Schutzausrüstung; selbst ein Imker ohne Handschuhe oder Overall sollte eine Beute nie ohne Schleier öffnen. Ein guter Schleier hält das Netz vom Gesicht fern, bietet gute Sicht und lässt am Übergang zur Kleidung keine Lücke.

Warum ist der Imkerschleier so wichtig?

Bienen, die in Verteidigungsbereitschaft sind, werden von Kohlendioxid und Atem angezogen und zielen besonders auf Gesicht und Augenpartie. Ein Stich ins Augenlid, in die Lippe oder in den Hals lässt schnell eine starke Schwellung entstehen, die die Sicht verdecken kann; Stiche nahe am Auge sind zudem gefährlich. Der Schleier schützt diese Bereiche und ermöglicht dem Imker, ohne Panik mit langsamen Bewegungen zu arbeiten.

Außerdem gilt eine unumstößliche Regel: Das Netz darf das Gesicht nicht berühren. Setzt sich eine Biene auf ein Netz, das Gesicht oder Nase berührt, kann sie mit dem Stachel durch das Netz stechen. Deshalb beruht jede Bauart darauf, das Netz einige Zentimeter vom Gesicht fernzuhalten.

Weißer Imkerschleier aus Stoff mit Drahtring
Klassischer Imkerschleier: oben ein Drahtring, der das Netz vom Gesicht fernhält, unten eine Stoffschürze, die auf den Schultern aufliegt. Foto: Chmee2 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Welche Arten von Imkerschleiern gibt es?

Rundschleier (Hutschleier)

Ein Typ mit zylinderförmigem Netzteil, das über einen breitkrempigen Hut oder einen festen Ring gezogen wird. Die Hutkrempe hält das Netz vom Gesicht fern und schützt vor der Sonne. Da er ein eigenes Teil ist, wird er zusammen mit Jacke oder Overall getragen und zusätzlich mit Schnüren oder Gummizug an Taille oder Brust befestigt. Das Sichtfeld ist weit; verrutscht der Hut jedoch im Wind oder beim Bücken, kann das Netz dem Gesicht nahekommen.

Fechtmaskenschleier

Er hat seinen Namen von der Fechtmaske. Dieser Typ umschließt den Kopf, hat vorn ein halbkugelförmig gespanntes Netz und wird wie eine Kapuze aufgesetzt. Meist wird er mit einem Reißverschluss an Jacke oder Overall befestigt. Innere Draht- oder Federstützen halten das Netz vom Gesicht fern. Er ist leicht und gut belüftet und bleibt auch beim Bücken an seinem Platz. Heute ist er bei Overalls und Jacken der verbreitetste Typ.

Rundhaube mit Reißverschluss

Dieser Typ verbindet den festen Hut des Rundschleiers mit der Kapuze des Overalls: In der Kapuze sitzt ein Ring wie eine Hutkrempe, der Schleier wird mit einem Reißverschluss am Körperteil befestigt. Er vereint die weite Sicht des Rundschleiers mit der Dichtheit des Fechtmaskentyps.

Einfache Tüll- und Faltschleier

Billige Schleier, die direkt über den Kopf gezogen werden und einen schwachen oder gar keinen Ring haben. Sie eignen sich als Besucher- oder Reserveschleier; da das Netz aber leicht ans Gesicht kommt, werden sie für den regelmäßigen Gebrauch nicht empfohlen.

Wabendurchsicht mit rundem Hutschleier
Rundschleier: Die Hutkrempe hält das Netz vom Gesicht fern und spendet Schatten. Foto: National Agricultural Technology Institute / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Fechtmaskenschleier mit Reißverschluss und Overall
Fechtmaskenschleier: Er wird wie eine Kapuze aufgesetzt und mit einem Reißverschluss am Overall befestigt; beim Bücken verrutscht er nicht. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Zwei Imker mit Fechtmaskenschleier und Rundschleier an der Beute
Verschiedene Schleiertypen am selben Bienenstand: links ein Fechtmaskenschleier, rechts ein Modell mit Rundhaube. Foto: Andrew McMillan / Wikimedia Commons · Public domain

Worauf sollte man bei der Wahl eines Imkerschleiers achten?

  • Abstand zum Gesicht: Setzen Sie den Schleier auf, neigen und drehen Sie den Kopf; das Netz darf an keiner Stelle Nase, Stirn oder Wange berühren.
  • Sicht: Schleier mit schwarzem Netz auf der Vorderseite bieten eine viel bessere Sicht; eine schwarze Fläche reflektiert kein Licht. Weißes oder helles Netz glänzt und erschwert es, kleine Details wie Eier zu sehen.
  • Netzmaterial: Drahtgewebe (Metall) ist haltbarer und wird nicht eingedrückt; Tüll ist leicht und faltbar, reißt aber leicht.
  • Befestigung: Bei separaten Schleiern Schnüre zum Binden an Taille oder Brust; bei Overalls und Jacken ein Reißverschluss. Am Ende des Reißverschlusses sollte eine Abdeckklappe oder ein Klettverschluss schützen.
  • Belüftung: In heißem Klima verringern Netzflächen an den Seiten und hinten Schweiß und Beschlagen.
  • Größe und Brille: Wenn Sie eine Brille tragen, achten Sie darauf, dass der Ring sie nicht berührt; wählen Sie für Kinder und große Köpfe eine passende Größe.
SchleiertypVorteileNachteileFür wen geeignet?
Rundschleier (mit Hut)Weite Sicht, SonnenschutzKann im Wind verrutschen, muss unten zusätzlich gebunden werdenImker, die mit Jacke arbeiten und sanftmütige Völker haben
FechtmaskentypLeicht, dicht, bleibt beim Bücken an seinem PlatzSpendet keinen SchattenEinsteiger, Träger von Overalls
Einfacher TüllBillig, leicht mitzunehmenNetz kommt ans Gesicht, reißtBesucher und Reservegebrauch

Wie schließt man die Übergänge zwischen Schleier und Kleidung ab?

Die Biene findet die kleinste Öffnung, und schon eine einzige Biene im Schleier kann die Durchsicht beenden. Die am häufigsten übersehenen Öffnungen sind:

  • Enden des Reißverschlusses: Die Stellen, an denen der Reißverschluss des Schleiers endet und auf den Reißverschluss der Jacke trifft.
  • Hals und Schultern: Bei separaten Schleiern muss die Stoffschürze in den Kragen gesteckt oder fest über der Jacke festgebunden werden.
  • Zugschnüre: Locker gebundene Schnüre lassen beim Bücken eine Lücke; die Schnüre unter den Achseln durchzuführen und vorn zu binden, ist eine sichere Lösung.

Ist eine Biene in den Schleier gelangt, geraten Sie nicht in Panik: Entfernen Sie sich einige Schritte vom Bienenstand, öffnen Sie den Schleier ruhig und lassen Sie die Biene hinaus. Wer den Schleier direkt an der Beute öffnet, lässt noch mehr Bienen hinein.

Imker mit dunklem Tüllschleier prüft Rähmchen
Ein dunkles Netz verringert die Blendung vor den Augen; Eier und Brut auf der Wabe sind deutlicher zu erkennen. Foto: user:Lviatour / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie pflegt man einen Imkerschleier?

  1. Vor jedem Gebrauch prüfen: Ein kleiner Riss im Netz oder eine aufgegangene Naht macht den gesamten Schutz zunichte. Halten Sie ihn gegen das Licht.
  2. Reparatur: Kleine Löcher lassen sich mit feiner Nadel und Faden oder einem passenden Flicken schließen; bei großen Rissen muss das Netz ersetzt werden.
  3. Waschen: Um Schweiß und den Geruch von Alarmpheromon zu entfernen, wird der Schleier von Hand mit lauwarmem Wasser und geruchloser Seife gewaschen. Drahtring und Drahtgewebe dürfen nicht eingedrückt und nicht in der Maschine geschleudert werden.
  4. Trocknen und Lagern: Im Schatten trocknen; die Sonne macht Tüll mit der Zeit brüchig. Faltmodelle lagern, ohne etwas darauf zu legen.
  5. Ersatz: Haben Sie in der Imkertasche einen Reserveschleier; er ist auch für Besucher nützlich.
Wenn Sie eine bekannte Allergie gegen Bienengift haben, verringern Schleier und Schutzkleidung das Risiko nur, sie beseitigen es nicht. Sprechen Sie vor dem Gang zum Bienenstand mit Ihrem Arzt und nehmen Sie eine vertraute Person mit.

Häufige Fehler beim Imkerschleier

  • Zu kleiner Schleier: Das Netz berührt das Gesicht und führt zu Stichen.
  • Helles Netz vorn: Es verschlechtert die Sicht; bei der Suche nach Königin und Eiern entgehen einem Details.
  • Die Befestigung locker lassen: Eine Schnur, die sich beim Bücken und Aufrichten löst, oder ein halb geschlossener Reißverschluss lässt Bienen hinein.
  • Mit zerrissenem Schleier arbeiten: Der Gedanke „ein kleines Loch macht nichts“ ist die häufigste Ursache für Stiche ins Gesicht.
  • Besuchern keinen Schleier geben: Jeder, der an die Beute kommt, sollte einen Schleier tragen.

Häufige Fragen

Welchen Schleier sollte ein Einsteiger kaufen?

Ein Fechtmaskenschleier oder eine Rundhaube, die per Reißverschluss mit Overall oder Jacke verbunden werden, sind der sicherste Einstieg, weil sie keine Lücke lassen.

Warum ist die Vorderseite des Schleiers schwarz?

Ein schwarzes Netz reflektiert kein Licht und lässt das Auge klarer hindurchsehen; ein weißes Netz glänzt und trübt die Sicht.

Kann ich trotz Schleier gestochen werden?

Ja, wenn das Netz das Gesicht berührt oder ein Riss bzw. ein offener Reißverschluss vorhanden ist. Ein Schleier in der richtigen Größe, der gut abgeschlossen ist, verhindert Stiche ins Gesicht weitgehend.

Kann man einen Imkerschleier waschen?

Ja; er sollte von Hand mit lauwarmem Wasser und geruchloser Seife gewaschen und im Schatten getrocknet werden. Drahtgewebe und Ring dürfen nicht eingedrückt werden.

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