Smoker und Rauchanwendung

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Der Smoker (Rauchbläser, Imkerpfeife, Rauchgerät) ist ein Imkerwerkzeug, das aus langsam glimmendem pflanzlichem Brennstoff kühlen Rauch erzeugt und diesen mit einem Blasebalg in die Beute bläst. Richtig eingesetzter Rauch beruhigt die Bienen und erleichtert die Durchsicht; zu viel Rauch dagegen setzt das Volk unter Stress und überträgt Geruch auf den Honig. Ein brennender Smoker ist zudem eine Brandquelle am Bienenstand, die Aufmerksamkeit verlangt.

Wie beruhigt Rauch die Bienen?

Die Wirkung des Rauchs beruht auf zwei Mechanismen, die beide in der Imkerliteratur gut bekannt sind:

  • Er überdeckt das Alarmpheromon: Gestörte Wächterbienen setzen einen Duftstoff frei, dessen Hauptbestandteil Isopentylacetat ist und der an Bananengeruch erinnert: das Alarmpheromon. Rauch dämpft die Geruchswahrnehmung der Bienen; das Alarmsignal kann sich nicht im Volk ausbreiten, die Abwehrreaktion schaukelt sich nicht auf.
  • Er löst das Honigaufnehmen aus: Rauch weckt bei den Bienen eine gegen Waldbrandgefahr entwickelte Reaktion: Ein Teil der Bienen wendet sich den Zellen zu und nimmt Honig auf. Eine Biene mit honiggefülltem Leib kann ihren Stachel schlechter einsetzen und verhält sich ruhiger.

Diese Wirkungen halten nur kurz an. Ziel des Rauchs ist nicht, das Volk zu „betäuben“, sondern dem Imker ein paar Minuten ruhiger Arbeit zu verschaffen.

Imker gibt mit dem Smoker einige leichte Rauchstöße in die offene Beute
Für die meisten Völker genügen einige leichte Rauchstöße; der Rauch zieht über die Beute, heiße Luft wird nicht auf die Bienen geblasen. Foto: Joe DeLuca / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie ist ein Smoker aufgebaut, welche Arten gibt es?

Ein moderner Smoker besteht aus drei Teilen: dem zylindrischen Körper, in dem der Brennstoff glimmt (Brennkammer), dem kegelförmigen Deckel, aus dessen schmaler Öffnung der Rauch austritt, und dem Blasebalg, der Luft von unten in den Körper pumpt. Ein Rost am Boden der Kammer lässt Luft unter den Brennstoff strömen.

  • Material des Körpers: Edelstahl ist am haltbarsten und am leichtesten zu reinigen; verzinkte Körper und Kupferkörper werden ebenfalls verwendet.
  • Schutzgitter: Ein Drahtkorb um den Körper verhindert, dass Hand, Overall und Handschuhe das sehr heiße Metall berühren. Für Einsteiger besonders empfohlen.
  • Größe: Ein Smoker mit großem Körper fasst mehr Brennstoff und brennt lange; er eignet sich für Stände mit vielen Völkern. Ein kleiner Smoker ist leicht, braucht aber nach einigen Beuten Nachschub.
  • Material des Blasebalgs: Bälge aus Leder, Kunstleder oder Stoff werden mit der Zeit rissig und löchrig; ein löchriger Balg gibt nur schwachen Rauch. Feder und Scharnier sollten stabil sein.

In der traditionellen Imkerei wurden Räuchertöpfe aus gebranntem Ton oder Blech verwendet, die mit dem Mund oder der Hand angeblasen wurden. In manchen Großbetrieben sieht man auch elektrische Gebläse; das Grundprinzip ist dasselbe.

Edelstahl-Smoker mit entzündetem Brennstoff, Deckel offen
Die Teile des Smokers: Brennkammer, Schutzgitter, kegelförmiger Deckel und seitlich der Blasebalg. Der Brennstoff wird zuerst am Boden der Kammer entzündet. Foto: Fuzzy Gerdes / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Traditionelles Rauchgefäß aus gebranntem Ton aus Marokko
Traditionelles Rauchgefäß aus gebranntem Ton (Museumsstück): Bevor der Blasebalg erfunden wurde, blies man den Rauch mit solchen Gefäßen. Foto: Ji-Elle / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Welchen Brennstoff verwendet man im Smoker?

Für guten Brennstoff gibt es nur ein Kriterium: kühler, dichter, weißer Rauch mit sauberem Geruch. Der Brennstoff muss trocken sein, aber zum Glimmen neigen, nicht zum Aufflammen.

  • Geeignete Brennstoffe: Trockene Kiefernnadeln, trockenes Gras und Stroh, morsches Holz oder Hobelspäne, unbehandelte Jutesäcke, trockenes Laub, Baumwollstoffreste und manche getrockneten Pflanzen.
  • Was man nicht verwenden sollte: Lackiertes, gebeiztes oder imprägniertes Holz; Synthetikstoffe, Kunststoff, Nylon; Öl, Benzin und Anzündgel; chemisch behandelte Pappe. Ihr Rauch schadet den Bienen und kann Geruch oder Rückstände im Honig hinterlassen.

Es ist eine gute Gewohnheit, den Brennstoff während der Saison in einer trockenen Kiste zu sammeln; feuchter Brennstoff entzündet sich schlecht und gibt beißenden Rauch.

Die Brennkammer des Smokers wird mit trockenen Kiefernnadeln gefüllt
Trockene Kiefernnadeln sind ein verbreiteter und guter Smokerbrennstoff: Sie entzünden sich leicht und geben dichten, kühlen Rauch. Foto: U.S. Department of Agriculture Lance Cheung/Photojournalist/USDA/Lance Cheung / Wikimedia Commons · Public domain
Zum Trocknen aufgehängte Pflanzenbündel als Smokerbrennstoff
Manche Imker trocknen Pflanzenbündel und verwenden sie als Smokerbrennstoff; der Brennstoff muss unbedingt vollständig trocken sein. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie zündet man den Smoker an und hält ihn in Gang?

  1. Anzünden: Legen Sie eine Handvoll leicht entzündliches Material (trockenes Gras, ein Stück Papier) auf den Boden der Kammer und zünden Sie es an. Pumpen Sie einige Male, damit es richtig Feuer fängt.
  2. Schichten nachlegen: Wenn die Flamme größer wird, legen Sie nach und nach den eigentlichen Brennstoff darauf und pumpen bei jedem Nachlegen. Füllen Sie die Kammer bis oben fest auf; ein locker gefüllter Smoker geht schnell aus oder flammt.
  3. Deckel schließen: Schließen Sie den Deckel und pumpen Sie einige Male. Aus der Öffnung sollte weißer, dichter Rauch kommen. Treten Flammen oder Funken aus, legen Sie ein Büschel grünes Gras obenauf.
  4. Kühle prüfen: Blasen Sie den Rauch auf Ihren Handrücken; fühlt er sich heiß an, flammt der Brennstoff oder Sie pumpen zu schnell.
  5. Am Laufen halten: Pumpen Sie zwischen den Durchsichten ab und zu einige Male; stellen Sie den Smoker aufrecht ab, legen Sie ihn nicht auf die Seite.

Manche Imker zünden mit einem kleinen Gasbrenner an; das geht schnell, erfordert wegen der Brandgefahr aber dieselbe Vorsicht.

Smokerbrennstoff wird mit einem Gasbrenner entzündet
Den Brennstoff mit einem Gasbrenner zu entzünden, spart bei windigem Wetter Zeit; Arbeiten mit offener Flamme gehören weit weg von trockenem Gras. Foto: Mr. Zabej / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Wie setzt man Rauch bei der Durchsicht ein?

  1. Flugloch: Wenn Sie sich der Beute nähern, geben Sie ein, zwei leichte Rauchstöße ins Flugloch und warten Sie etwa eine halbe Minute.
  2. Deckel: Heben Sie den Deckel leicht an, geben Sie einen Rauchstoß in den Spalt und öffnen Sie dann.
  3. Oberträger: Quellen die Bienen über die Oberträger oder kommen auf Sie zu, lassen Sie von oben leichten Rauch darüberziehen. Blasen Sie den Rauch nicht hart auf die Bienen, sondern lenken Sie ihn von der Seite.
  4. Bei Bedarf wiederholen: Je länger die Durchsicht dauert, desto unruhiger werden die Bienen wieder; ein einzelner Rauchstoß reicht dann.
  • Sparsam verwenden: Zu viel Rauch setzt das Volk unter Stress, verlängert die Durchsicht, erschwert das Finden der Königin und macht manche Völker noch unruhiger.
  • Bei der Ernte reduzieren: Kommen offener Honig und verdeckelte Waben mit Rauch in Kontakt, kann Rauchgeruch in den Honig übergehen. Halten Sie den Rauch beim Abnehmen des Honigraums so gering wie möglich.
  • Brut und Königin: Blasen Sie keinen dichten, heißen Rauch auf offene Brut; halten Sie keinen Rauch an den Käfig einer frisch zugesetzten Königin.
Imker gibt mit dem Smoker Rauch über die Oberträger einer offenen Beute
Bienen, die sich auf den Oberträgern sammeln, ziehen sich mit leichtem Rauch nach unten zurück; die Smokeröffnung wird von oben gehalten, nicht direkt auf die Bienen. Foto: Ivan Radic / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Mit Rauch werden Bienen aus einer Zarge vertrieben
Rauch dient auch dazu, Bienen aus einer Zarge nach unten zu treiben; auch dabei beginnt man mit kurzen, leichten Stößen. Foto: Nerdge at English Wikipedia / Wikimedia Commons · Public domain

Sicherheit mit dem Smoker: Wie verhindert man einen Brand am Bienenstand?

Ein brennender Smoker ist eine erhebliche Brandquelle am Bienenstand; besonders im Sommer kann auf Ständen mit trockenem Gras ein kleiner Funke zu einem großen Brand werden.

  • Nicht auf den Boden stellen: Stellen Sie einen brennenden Smoker nicht auf trockenes Gras; stellen Sie ihn auf einen Beutendeckel, einen Stein oder in einen Metalleimer.
  • Funken kontrollieren: Treten aus der Öffnung Funken aus, pausieren Sie und stopfen Sie grünes Gras auf den Brennstoff.
  • Löschen: Verschließen Sie nach der Arbeit die Öffnung mit einem Büschel Gras oder einem Korken; ein Smoker ohne Luftzufuhr erlischt bald. Wollen Sie den Brennstoff ausleeren, leeren Sie ihn in ein Metallgefäß oder auf Erde und bedecken Sie ihn mit Wasser oder Erde.
  • Transport: Legen Sie einen heißen Smoker nicht ins Auto; transportieren Sie ihn in einer Kiste mit Metalldeckel.
  • Waldbrandzeiten: Halten Sie sich in Zeiten hoher Waldbrandgefahr und in Sperrgebieten an die örtlichen Vorschriften; verschieben Sie die Arbeit mit Rauch nötigenfalls.
Vergewissern Sie sich vor dem Verlassen des Bienenstands, dass der Smoker vollständig erloschen ist. Restglut kann noch Stunden später einen Brand auslösen.

Pflege und Reinigung des Smokers

  • Ruß und Teer: Klebriger Ruß, der sich im Deckel und an der Öffnung ansammelt, verengt den Rauchaustritt. Kratzen Sie ihn von Zeit zu Zeit mit dem Stockmeißel ab.
  • Rost: Verstopfen die Löcher des Rosts am Kammerboden, geht der Smoker aus; leeren Sie die Asche nach jedem Gebrauch.
  • Blasebalg: Ein löchriges oder rissiges Balgmaterial lässt sich ersetzen; prüfen Sie die Spannung der Feder.
  • Hygiene: Auch der Smoker wandert von Beute zu Beute; reinigen Sie an einem Stand mit Krankheitsverdacht seine Außenfläche.

Ist Arbeiten ohne Rauch möglich?

Bei sanftmütigen Völkern, günstigem Wetter und für kurze Arbeiten arbeiten manche erfahrenen Imker, ohne den Smoker anzuzünden; manche verwenden auch einen leichten Wassersprüher. Bei einer unerwarteten Abwehrreaktion ist Rauch jedoch weiterhin das zuverlässigste Mittel. Einen brennenden Smoker dabeizuhaben, heißt nicht, dass man ihn benutzen muss.

Häufige Fragen

Mein Smoker geht ständig aus – warum?

Meist ist der Brennstoff zu locker eingefüllt oder feucht, oder der Rost ist mit Asche verstopft. Füllen Sie die Kammer fest, verwenden Sie trockenen Brennstoff und leeren Sie die Asche.

Geht Rauch in den Honig über?

Dichter Rauch kann an offenem Honig und verdeckelten Waben Rauchgeruch hinterlassen. Wer bei der Ernte möglichst wenig Rauch einsetzt, verhindert das.

Welcher ist der beste Smokerbrennstoff?

Trockenes, natürliches und unbehandeltes Pflanzenmaterial: Kiefernnadeln, trockenes Gras, morsches Holz und Jutesäcke. Lackierte und synthetische Materialien werden niemals verwendet.

Wie löscht man einen Smoker?

Indem man die Öffnung mit einem Büschel Gras oder einem Stopfen verschließt und so die Luftzufuhr unterbindet; soll der Brennstoff ausgeleert werden, schüttet man ihn in ein Metallgefäß oder auf Erde und löscht ihn dort.

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