Imkerhandschuhe

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Imkerhandschuhe sind Schutzhandschuhe, meist mit langen Stoffstulpen, die Hände und Handgelenke bei der Durchsicht und der Honigernte vor Bienenstichen schützen. Bei der Wahl gilt es, zwischen Schutz und Fingerspitzengefühl abzuwägen: Dicke Handschuhe schützen gut, verringern aber das Gefühl in der Hand; dünne Handschuhe erlauben feines Arbeiten, halten Stiche aber nicht vollständig ab. Auch hygienisch ist der Handschuh das Kleidungsstück, das am häufigsten mit einer Beute nach der anderen in Berührung kommt.

Warum trägt man Imkerhandschuhe?

Bei der Durchsicht sind die Hände ständig zwischen den Bienen: Sie halten Rähmchen, heben Zargen, berühren Waben. Selbst bei sanftmütigen Völkern kann eine zerdrückte Biene oder eine plötzliche Bewegung einen Stich in die Hand bringen. Handschuhe verringern dieses Risiko und geben besonders Einsteigern Sicherheit; wer sich sicher fühlt, arbeitet langsamer und sauberer.

Die zweite Aufgabe des Handschuhs ist es, das Handgelenk abzudecken. Die Lücke zwischen dem Ärmelende von Jacke oder Overall und der Hand ist eine der häufigsten Stellen, an denen Bienen in die Kleidung gelangen. Ein Handschuh mit langer Stulpe reicht über den Ärmel und schließt diese Lücke.

Imker mit Lederhandschuhen kratzt Wachs vom Rähmchen
Lederhandschuh mit langer Stoffstulpe: Neben den Händen sind auch Handgelenk und Unterarm geschützt; die Stulpe wird über den Jackenärmel gezogen. Foto: Discott / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Welche Arten von Imkerhandschuhen gibt es?

Imkerhandschuhe aus Leder

Der klassischste Typ. Sie werden meist aus dünnem Ziegen- oder Schafleder gefertigt und an eine bis zum Ellbogen reichende Stoffstulpe mit Gummizug oder Belüftung genäht. Der Schutz ist hoch; gut verarbeitetes dünnes Leder bietet auch ein ordentliches Fingerspitzengefühl. Die Schwachstelle ist die Reinigung: Leder wird durch Waschen hart, und es sammeln sich Propolis, Honig und Stachelreste darauf. Im Leder steckende Stachel tragen Alarmgeruch und ziehen die Bienen bei späteren Durchsichten an diese Stelle.

Dicke Gummihandschuhe

Auch lange Gummi- und PVC-Handschuhe nach Art von Haushalts- oder Arbeitshandschuhen werden in der Imkerei verwendet. Sie schützen gut vor Stichen und lassen sich waschen und desinfizieren. Dafür schwitzt man darin, und die glatte Oberfläche kann das Greifen schwerer Rähmchen erschweren.

Dünne Nitril- und Latexhandschuhe

Einweg-Nitrilhandschuhe haben sich bei Arbeiten verbreitet, die Feingefühl verlangen: Königinnensuche, Kontrolle auf Eier, Umlarven in der Königinnenzucht, Krankheitskontrolle. Das Fingergefühl ist fast wie mit bloßer Hand, und für jede Beute oder jeden Stand kann ein neues Paar angezogen werden. Allerdings kann der Stachel durch dünne Handschuhe dringen; bei stechfreudigen Völkern reichen sie allein nicht aus. Wer eine Latexallergie hat, sollte Nitril wählen.

Stoff- und Strickhandschuhe

Gewöhnliche Garten- oder Strickhandschuhe lassen den Stachel durch ihre Poren. Beschichtete Arbeitshandschuhe (mit Nitril- oder Latexbeschichtung) schützen besser; ohne zusätzliche lange Stulpe lassen sie das Handgelenk aber dennoch frei.

Abgenutzte gelbe gummibeschichtete Arbeitshandschuhe
Gummibeschichtete Arbeitshandschuhe lassen sich waschen; da ihre Stulpe aber kurz ist, müssen sie zusammen mit dem Jackenärmel abgedichtet werden. Foto: Roman Kraft romankraft / Wikimedia Commons · CC0
Roter langer Gummihandschuh und Imker im Vollschutzanzug
Ein langer Gummihandschuh reicht über den Ärmel des Overalls, schließt das Handgelenk ab und ist leicht zu waschen. Foto: Wyatt Tyrone Smith / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Rähmchen mit Bienen wird mit blauem Nitrilhandschuh gehalten
Ein dünner Nitrilhandschuh erhält das Fingerspitzengefühl; bei der Krankheitskontrolle kann er für jede Beute oder jeden Stand gewechselt werden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Handschuhwahl: Schutz oder Fingerspitzengefühl?

HandschuhtypSchutzFingerspitzengefühlReinigung / Hygiene
Leder, mit langer StulpeHochMittelSchwierig; sammelt Propolis und Stachel
Dicker Gummi / PVCHochGering–mittelEinfach; waschbar
Nitril (Einweg)Gering–mittelSehr hochSehr gut; jedes Mal ein neues Paar
Beschichteter ArbeitshandschuhMittelMittel–hochMittel; waschbar

Achten Sie bei der Auswahl auf Folgendes:

  • Größe: Ein zu weiter Handschuh lässt an den Fingerspitzen Luft, erschwert das Greifen des Rähmchens und führt zum Zerdrücken von Bienen; ein zu enger Handschuh spannt das Material, sodass der Stachel durchdringt.
  • Stulpenlänge: Sie sollte bequem über den Jackenärmel reichen und am Ende einen Gummizug haben.
  • Nähte: Die Nähte zwischen den Fingern müssen fest und eng sein; eine aufgegangene Naht ist die Stelle, an der die Biene eindringt.
  • Klima: In heißen Regionen erhöhen belüftete Stulpen und dünnes Leder den Komfort.
  • Temperament der Völker: Bei stechfreudigen Völkern dicke Handschuhe; bei sanftmütigen Völkern reichen dünne Handschuhe in der Regel aus. Auch ein zweites Paar über dünnem Nitril ist eine Lösung.

Wie benutzt man Imkerhandschuhe?

  1. In der richtigen Reihenfolge anziehen: Zuerst Jacke oder Overall, dann den Schleier, zuletzt die Handschuhe. Die Stulpe wird über den Ärmel gezogen; steckt man sie in den Ärmel, läuft die Biene den Arm entlang nach unten.
  2. Langsam bewegen: Mit Handschuhen ist das Gefühl in der Hand geringer; setzen Sie beim Greifen die Finger auf die Rähmchenohren, damit Sie nicht auf Bienen drücken.
  3. Stachel entfernen: Streifen Sie im Handschuh steckende Stachel mit dem Stockmeißel ab oder überdecken Sie den Geruch mit Rauch; der Stachelgeruch lockt neue Stiche an.
  4. Zwischen den Ständen wechseln: Waschen Sie waschbare Handschuhe zwischen den Bienenständen in Sodalösung, werfen Sie Einweghandschuhe weg.
Verwenden Sie Handschuhe, die Sie an einer krankheitsverdächtigen Beute (eingesunkene, löchrige Zelldeckel, übel riechende Brut) getragen haben, nicht an einer anderen Beute. Amerikanische und Europäische Faulbrut sind anzeigepflichtige Krankheiten; melden Sie den Verdacht dem zuständigen Veterinäramt.
Imker mit Nitrilhandschuhen untersucht eine Brutwabe auf Krankheiten
Bei der Kontrolle auf Brutkrankheiten werden dünne Handschuhe bevorzugt: Sie bieten Feingefühl zum Öffnen der Zellen und lassen sich zwischen den Beuten wechseln. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie reinigt und lagert man Imkerhandschuhe?

  • Lederhandschuhe: Propolis abkratzen, bevor es trocknet; leicht mit lauwarmem Seifenwasser abwischen, im Schatten trocknen. Hart gewordenes Leder lässt sich mit Lederpflege weich machen, verwenden Sie aber kein parfümiertes Produkt. Stark verschmutzte oder durch Propolis verhärtete Lederhandschuhe zu ersetzen, ist die sauberste Lösung.
  • Gummi- und PVC-Handschuhe: Mit heißem Wasser und Waschsoda abbürsten; zum Trocknen auf links drehen.
  • Stoffstulpe: Waschbar; waschen Sie sie regelmäßig mit der Kleidung, um den Alarmgeruch zu entfernen.
  • Lagerung: Trocken, kühl und dunkel; Handschuhe mit Honigresten ziehen Ameisen, Mäuse und Motten an.

Ist Imkern ohne Handschuhe richtig?

Manche erfahrenen Imker arbeiten bei sanftmütigen Völkern ohne Handschuhe. Sie begründen das damit, dass die bloße Hand weniger Bienen zerdrückt und die Bewegungen weicher sind. Diese Entscheidung ist persönlich; bei stechfreudigen Völkern, bei der Honigernte, bei schlechtem Wetter und bei Arbeiten wie dem Transport von Beuten sind Handschuhe jedoch nötig. Einsteigern wird empfohlen, mit Handschuhen zu beginnen und zu dünnen Handschuhen zu wechseln, sobald die Bewegungen sitzen. Für Menschen mit einer Bienengiftallergie sind Handschuhe ebenso wichtig wie der Schleier.

Häufige Fehler bei Handschuhen

  • Die Stulpe in den Ärmel stecken: Die Biene gelangt durch den Ärmel bis zum Handgelenk.
  • Mit abgenutzten Handschuhen arbeiten: Ein kleines Loch an der Fingerspitze bedeutet einen Stich.
  • Denselben Lederhandschuh jahrelang ungereinigt tragen: Er überträgt sowohl Geruch als auch Krankheiten.
  • Rähmchen mit zu weiten Handschuhen halten: Der Griff wird unsicher, das Rähmchen fällt, Bienen werden zerdrückt.

Häufige Fragen

Kann eine Biene durch Lederhandschuhe stechen?

Durch dickes, gut vernähtes Leder dringt der Stachel selten; an dünnen Stellen, Nähten und gespannten Bereichen kann er durchkommen.

Reichen Nitrilhandschuhe für die Imkerei?

Bei sanftmütigen Völkern und für feine Arbeiten reichen sie, aber der Stachel kann durchdringen. Verwenden Sie bei stechfreudigen Völkern dicke Handschuhe oder zwei Lagen.

Wie oft sollte ich meine Handschuhe waschen?

Gummi- und Stoffteile nach jedem Besuch am Bienenstand, Lederhandschuhe, sobald sie verschmutzt sind; bei Krankheitsverdacht wechseln Sie die Handschuhe.

Zieht man die Handschuhe in den Ärmel oder darüber?

Darüber. Die Stulpe muss den Ärmel von Jacke oder Overall überdecken.

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