Beutendeckel und Abdeckungen

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Abdeckung und Deckel der Beute sind zwei getrennte Teile, die den oberen Abschluss einer Rähmchenbeute bilden: Die Innenabdeckung (Abdeckbrett) direkt über den Rähmchen regelt das Stockklima, der äußerste Außendeckel hält Regen, Sonne und Wind ab. Im Winter tötet meist nicht die Kälte das Volk, sondern ein undichter oder Kondenswasser tropfender oberer Abschluss.

Aus welchen Teilen besteht der obere Abschluss der Beute?

Bei modernen Rähmchenbeuten (Langstroth, Dadant und ähnliche) ist der obere Abschluss meist zweischichtig. Manche Imker fügen dazwischen eine Dämmschicht oder ein Futtergeschirr ein; das Grundpaar bleibt aber immer gleich:

  1. Innenabdeckung (Abdeckbrett): Liegt direkt auf den Oberträgern der Rähmchen. Sie verhindert, dass die Bienen den Deckel direkt mit Propolis und Wabenbau verkleben, und trennt die Stockluft vom Außendeckel.
  2. Außendeckel (Beutendeckel, Dach): Kommt auf die Innenabdeckung und ist der Schild der Beute gegen die Witterung.

Manche Imker verwenden statt der Innenabdeckung eine Stoff- oder Folienabdeckung; die Materialeigenschaften dieser flexiblen Abdeckungen werden auf einer eigenen Seite unter „Stockabdeckungen (Imkereibedarf)“ beschrieben. Diese Seite konzentriert sich auf Abdeckbrett und Deckel als feste Teile der Beute.

Neue Holzbeute mit blechbeschlagenem Stülpdeckel
Stülpdeckel mit Blechauflage, der die Oberkanten des Holzkörpers einige Zentimeter weit von außen umschließt. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wozu dient die Innenabdeckung (das Abdeckbrett)?

Die Innenabdeckung ist die „Decke“ der Beute. Ihre Aufgaben wirken klein, sind aber entscheidend:

  • Verhindert das Festkleben des Deckels: Die Bienen füllen den oberen Zwischenraum mit Propolis. Ohne Innenabdeckung klebt der Außendeckel an der Beute fest; beim Öffnen bedeutet das Erschütterungen und gereizte Bienen.
  • Luftpolster: Der Außendeckel heizt sich in der Sonne auf und kühlt im Winter aus. Die dazwischenliegende Luft und die Abdeckung halten diese Temperaturschwankungen von der Traube fern.
  • Futterloch: Die meisten Abdeckbretter haben in der Mitte ein Loch; darauf kann Futterteig, ein Sirupgefäß oder ein umgedrehtes Glas gestellt werden.
  • Platz für die Bienenflucht: Dasselbe Loch wird genutzt, um mit eingesetzter Bienenflucht (Einwegdurchgang) den Honigraum vor der Ernte bienenfrei zu machen.
  • Einfachere Durchsicht: Wird der Außendeckel abgenommen, sind die Bienen noch unter der Abdeckung; erst Rauch geben und dann die Abdeckung abheben sorgt für eine ruhigere Durchsicht.
Hölzernes Abdeckbrett mit Futterloch in der Mitte
Hölzernes Abdeckbrett mit Randleiste und ovalem Futterloch in der Mitte. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Futterbeutel auf dem Loch des Abdeckbretts
Über das Loch im Abdeckbrett gegebenes Fertigfutter; die Bienen erreichen das Futter von unten, das Stockinnere kühlt nicht aus. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Worauf man bei einem guten Abdeckbrett achten sollte

  • Dank der Randleiste muss zwischen Oberträgern und Abdeckung ein Bienenabstand (etwa 6–9 mm) bleiben. Ist der Abstand größer, bauen die Bienen dazwischen Waben; ist er kleiner, zerquetschen Sie Bienen.
  • Es muss lückenlos auf der Beutenöffnung aufliegen und darf sich nicht verziehen; eine verzogene Abdeckung öffnet Räubern und Motten die Tür.
  • Das Futterloch muss verschließbar sein (Holzstopfen, Drahtgitter).
  • Sperrholz oder gut getrocknetes Massivholz; billige Spanplatte, die bei Feuchtigkeit aufquillt, geht schnell kaputt.

Welche Arten von Beutendeckeln gibt es?

DeckeltypAufbauVorteilNachteil
Stülpdeckel (übergreifend)Umfasst den Beutenkörper einige cm von außen, oft mit BlechauflageLeitet Regen gut ab, verrutscht nicht im Wind, langlebigBeuten lassen sich nicht dicht an dicht stellen; braucht eine Innenabdeckung
Flachdeckel (Wanderdeckel)So breit wie der Beutenkörper, Ränder stehen nicht überBeuten stehen auf dem Lkw dicht nebeneinander; leicht und billigKann Regen in die Zargenfugen leiten; braucht im Wind Beschwerung
Dach (Sattel- oder Walmdach)Geneigter Deckel, zu sehen in Garten- und SchaubienenständenHält weder Wasser noch Schnee, spendet SchattenSchwer und teuer; nicht für den Transport geeignet
Gedämmter Deckel (Polystyrol, doppelwandig)Mit Schaumplatte im Inneren oder ganz aus PolystyrolVerringert Kondenswasser, verhindert Aufheizen im SommerUngestrichenes Polystyrol verwittert in der Sonne; Vögel können daran picken
Dadant-Beute mit Flachdeckel und daraufgelegtem Stein
Eine Dadant-Beute, auf deren Flachdeckel ein Stein liegt, damit er nicht vom Wind weggeweht wird. Foto: Honorabl / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Zargen, Innenabdeckung und Metalldeckel einer neuen Beute in Einzelteilen
Die Zargen einer neuen Beute und oben der blechbeschlagene Außendeckel als separates Teil. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Der kritischste Punkt im Winter: Wie verhindert man Kondenswasser?

Die Wintertraube erzeugt Wärme und Feuchtigkeit. Warme, feuchte Luft steigt auf und kondensiert an der kalten Decke. Tropft dieses Wasser auf die Traube, werden die Bienen nass, der Wärmeverlust vervielfacht sich, und das Volk kann verloren gehen. Wasser, das an den Rändern und der Rückwand herabläuft, lässt die Waben schimmeln. Die Lösung hat zwei Standbeine:

  • Dämmung oben: Eine feuchtigkeitsbeständige Dämmplatte auf dem Abdeckbrett oder ein gedämmter Deckel hält die Decke warm; das Kondenswasser bildet sich fern der Traube an den kalten Seitenwänden.
  • Kontrollierte Belüftung: Man lässt einen kleinen Weg, über den die feuchte Luft entweichen kann (Loch in der Abdeckung mit Drahtgitter verschlossen, kleiner oberer Lüftungsspalt in Innenabdeckung oder Deckel).

Nur dämmen sperrt die Feuchtigkeit ein, nur lüften lässt die Wärme entweichen; beides muss zusammen bedacht werden. Steht die Beute außerdem vorn leicht geneigt, läuft das Kondenswasser zum Flugloch hinaus.

Schneebedeckte Beutendeckel
Schneebedeckte Deckel: Stabile, übergreifende Deckel lassen kein Schmelzwasser in die Beute sickern. Foto: Dirk Liesch / Wikimedia Commons · CC BY 4.0
Achtung: Lassen Sie zu Winterbeginn das Loch im Abdeckbrett ganz offen und sitzt zudem der Außendeckel locker, entweicht die warme Luft direkt. Verschließen Sie das Loch oder legen Sie Dämmung darauf; halten Sie die Belüftung klein und kontrolliert.

Wie nutzt man Deckel und Abdeckung im Sommer?

  • Helle Farbe: Ein weiß oder hell gestrichener oder mit glänzendem Blech beschlagener Deckel heizt sich in der Sonne weniger auf.
  • Schatten: In sehr heißen Gegenden verhindern ein Brett, eine Strohmatte oder ein Sonnenschutz auf dem Deckel, dass das Wachs weich wird und die Beute überhitzt.
  • Belüftung: Bei starken Völkern und während der Tracht kann das Loch in der Innenabdeckung mit Drahtgitter verschlossen offen gehalten werden; beginnt aber die Räubereizeit, muss dieser Weg geschlossen werden.
  • Fütterung: Sirup und Futterteig werden über das Abdeckbrett gegeben; rund um das Gefäß darf keine Lücke bleiben, durch die Bienen von außen herankommen, sonst beginnt Räuberei.

Wind und Transport: Wie sichert man den Deckel?

Ein im Sturm weggewehter Deckel setzt das Volk binnen weniger Stunden Regen und Kälte aus. Möglichkeiten zur Sicherung:

  • Einen schweren Stein oder Ziegel auf den Deckel legen (die häufigste Methode; der Stein muss aber auf ebener Fläche liegen, damit er nicht abrutscht).
  • Beute und Deckel mit einem Beutengurt am Bock oder Boden festzurren.
  • Bei der Wanderimkerei Flachdeckel, Boden und Zargen mit Wanderverschlüssen oder Gurten zu einem einzigen Block verbinden.
Mit Gurten am Beutenbock befestigte Kunststoffbeuten
Mit Gurten am Bock befestigte Beuten: Deckel und Zargen verrutschen im Sturm nicht. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie pflegt man den Beutendeckel?

  1. Kontrollieren Sie die Deckel jeden Herbst: Suchen Sie nach Rissen, Löchern, abstehenden Blechkanten und gelockerten Nägeln.
  2. Prüfen Sie die Ecken der Blechauflage; Wasser dringt meist an den Eckfalzungen ein.
  3. Streichen Sie Holzdeckel mit einem für Bienen unschädlichen Außenschutzanstrich; tragen Sie die Farbe nur auf Außenflächen auf, die Unterseite der Innenabdeckung und das Beuteninnere werden nicht gestrichen.
  4. Kratzen Sie Propolis und Wabenreste vom Abdeckbrett mit dem Stockmeißel ab; die Lochöffnung soll frei bleiben.
  5. Ersetzen Sie verzogene, nicht mehr zu richtende Deckel. Ein undichter Deckel kommt viel teurer als ein neuer.

Häufige Fehler bei Abdeckung und Deckel

  • Die Innenabdeckung verkehrt herum auflegen: Der Bienenabstand liegt auf der falschen Seite, die Bienen bauen dazwischen Waben oder kleben sie an die Oberträger.
  • Den Deckel mit nur einem Stein auf einer windigen Anhöhe lassen.
  • Im Winter nass gewordenes, nicht trocknendes Dämmmaterial auf der Abdeckung liegen lassen.
  • Deckel verschiedener Typen und Maße mischen; ein Deckel mit Spalt lädt Räuber, Wespen und Regen ein.
  • Die Innenflächen der Beute und die Unterseite der Abdeckung streichen oder mit chemischem Holzschutz behandeln.

Häufige Fragen

Abdeckbrett oder Folie?

Das Abdeckbrett dämmt besser und bietet ein Loch für Fütterung und Bienenflucht; Folie oder Stoff ist leicht und beschleunigt die Durchsicht, dämmt allein aber nicht. Viele Imker wechseln je nach Jahreszeit zwischen beiden.

Wird der Beutendeckel innen gestrichen?

Nein. Gestrichen werden nur die Außenflächen; das Beuteninnere, die Unterseite der Abdeckung und alle Stellen, die die Bienen berühren, bleiben naturbelassen.

Sollte der Deckel im Winter eine offene Lüftungsöffnung haben?

Eine kleine, kontrollierte Belüftung ist nützlich; ein großes Loch ohne Dämmung oben führt aber zu Wärmeverlust. Dämmung und Belüftung müssen zusammen bedacht werden.

Welchen Deckel sollte ein Wanderimker wählen?

Für dichtes Stellen der Beuten auf dem Lkw ist der Flachdeckel (ohne Überstand) praktisch; er muss aber gegen Wind unbedingt mit Gurt oder Gewicht gesichert werden.

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