Flugrichtungslenkung

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Flugloch-Leithilfen sind Teile, die regeln, wo und wie die Bienen in die Beute gelangen: Anflugbrett (Landebrett), Fluglochscheibe mit mehreren Stellungen, oberes Flugloch, Räubergitter sowie Farben und Markierungen, die die Beuten voneinander unterscheidbar machen, gehören zu dieser Gruppe. Ihr Ziel ist es, den Verkehr zu entlasten, das Einfliegen in fremde Beuten (Verflug) zu verringern und Räuberbienen zu verwirren. Richtig eingesetzt, verringern sie auch die Ausbreitung von Krankheiten und Stärkeunterschiede zwischen den Völkern.

Wozu dient eine Flugloch-Leithilfe?

Eine Sammlerin kehrt Dutzende Male am Tag zu ihrer Beute zurück und findet den Eingang über Landmarken, Farben, Formen und Geruch. Flugloch-Leithilfen unterstützen dieses Orientierungsverhalten oder verwirren es gezielt:

  • Landung und Verkehr: Sie bieten der beladen heimkehrenden Sammlerin einen Landeplatz und verringern das Gedränge vor dem Eingang.
  • Verflug verringern: In langen, gleichfarbigen, geraden Beutenreihen fliegen Bienen häufig in die Nachbarbeute. Das stärkt die Beuten in Windrichtung und am Reihenende und schwächt die mittleren; auch Milben und Krankheitserreger werden auf diesem Weg verschleppt.
  • Räuber verwirren: Indem der Eingang von der Beutenöffnung weg verlegt wird, verlängert sich der Weg der fremden Biene, die dem Geruch folgt.
  • Flexibilität: Sie erlauben, an derselben Beute zwischen verschiedenen Eingängen (unten, oben, Lüftung, geschlossen) zu wählen.
Wanderwagen mit farbigen Fluglochmarkierungen
Jeder Eingang eines Wanderwagens ist mit einer anderen Farbe und Form markiert: Bei nebeneinanderstehenden Beuten hilft das den Bienen, ihren eigenen Eingang zu finden. Foto: Paul.White / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Was ist ein Anflugbrett (Landebrett)?

Die ebene oder geneigte Fläche, die vor dem Eingang hervorragt und auf der die Bienen landen. Die meisten Böden haben ein kurzes Anflugbrett; manche Imker setzen zusätzlich eine geneigte Rampe davor.

  • Beladene Heimkehr: Mit Nektar und Pollen beschwerte Bienen landen besonders an windigen Tagen auf dem Anflugbrett und laufen hinein.
  • Am Boden liegende Bienen: Ein vom Boden zum Eingang reichendes geneigtes Brett hilft erschöpften, zu Boden gefallenen Bienen, in die Beute zu klettern.
  • Beobachtungsplatz: Pollen tragende Bienen, das Hinauswerfen toter Bienen, Kotflecken und krabbelnde Bienen sieht man zuerst auf dem Anflugbrett.

Es gibt auch Nachteile: Ein langes Anflugbrett kann Fröschen, Eidechsen und Wespen als Jagdrevier dienen und bietet Räuberbienen eine bequeme Landebahn. Deshalb sollte das Anflugbrett kurz und leicht zu reinigen sein.

Zum Flugloch reichendes geneigtes Anflugbrett mit Bienen
Vom Boden zum Flugloch reichendes geneigtes Anflugbrett: Zu Boden gefallene Bienen können zu Fuß in die Beute zurückkehren. Foto: Kritzolina / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Bienen, die das Anflugbrett putzen
Das Anflugbrett ist die „Vorderseite“ der Beute; hier lässt sich das Verhalten der Bienen leicht beobachten. Foto: Emmanuelhammel / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Fluglochscheibe mit mehreren Stellungen und gelochte Eingänge

Runde Metall- oder Kunststoffscheiben, die durch Drehen in verschiedene Stellungen gebracht werden; verwendet vor allem an Ablegern, Begattungskästen und oberen Fluglöchern. Typische Stellungen:

  1. Ganz offen: Normaler Verkehr.
  2. Mit Gitter: Lässt Arbeiterinnen durch und hält die Königin drinnen (außerhalb der Begattungszeit).
  3. Belüftung: Gelochte oder vergitterte Stellung; keine Biene kommt durch, aber Luft. Für Transport und Verschluss.
  4. Geschlossen: Zum kurzzeitigen Verschließen.

Einige runde Löcher in der Beutenfront erfüllen eine ähnliche Funktion: Durch Öffnen oder Schließen einzelner Löcher wird die Eingangsbreite eingestellt. Runde Löcher sind enge Stellen, die Wächterbienen leicht verteidigen können.

Runde Fluglöcher und darunterliegendes Anflugbrett
Nebeneinander gebohrte runde Fluglöcher und direkt darunter das Anflugbrett. Foto: Orin Zebest / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Runde Fluglöcher an der Beutenfront
Runde Eingänge erleichtern den Wächterbienen die Verteidigung; durch Verstopfen einzelner Löcher lässt sich der Eingang verengen. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wann verwendet man ein oberes Flugloch?

Das obere Flugloch ist ein zweiter Eingang, der über eine Kerbe im Innendeckel, ein Loch in der Vorderseite der oberen Zarge oder den Spalt zwischen Deckel und Innendeckel geöffnet wird.

  • In der Tracht: Die Sammlerinnen gelangen direkt in den Honigraum, ohne Absperrgitter und Brutraum zu durchqueren; der Verkehr im Brutraum nimmt ab.
  • Drohnenausgang: Drohnen, die über dem Absperrgitter geblieben sind, können hinaus.
  • Im Winter: Ist das untere Flugloch durch Schnee oder tote Bienen verstopft, dient das obere Flugloch als Ausgang und zum Abführen feuchter Luft.
  • Vorsicht: Bei einem schwachen Volk oder in der Räubereizeit ist ein zweiter Eingang schwer zu verteidigen; das obere Flugloch sollte in diesen Zeiten geschlossen werden.
Beuten mit runden oberen Fluglöchern in den Zargen
Beuten mit kleinen runden Fluglöchern in der Vorderseite jeder Zarge; bei Bedarf werden sie mit einem Stopfen verschlossen. Foto: G.Lanting / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Wie lenkt das Räubergitter den Verkehr?

Das Räubergitter verschließt den eigentlichen Eingang der Beute mit einem feinen Drahtgitter und gibt den Bienen einen neuen Eingang, meist am oberen Teil oder an der Seite des Gitters. Die eigenen Bienen lernen den neuen Weg innerhalb von ein bis zwei Tagen. Die Räuberbiene dagegen nimmt den Geruch der Beute am eigentlichen Flugloch wahr, stößt gegen das Gitter und findet den neuen Eingang nur schwer. Deshalb ist das Räubergitter zugleich Schutz- und Leitteil; für schwache Völker, frische Ableger und die Zeit nach der Tracht ist es sehr wertvoll.

Tipp: Bringen Sie das Räubergitter an, bevor die Räuberei beginnt, sobald die Tracht abreißt. Am ersten Tag nach dem Anbringen können auch Ihre eigenen Bienen eine Weile am Gitter hängen bleiben; das ist normal und legt sich bald.

Wie verringert man den Verflug?

Das Einfliegen in die Nachbarbeute (Verflug, Verfliegen) ist besonders stark in langen, geraden Beutenreihen, bei Beuten gleicher Farbe und Form und bei den ersten Flügen junger Bienen. Einfache Leitmaßnahmen machen einen großen Unterschied:

  1. Farbe und Markierung: Die Beutenfronten in verschiedenen Farben streichen oder über dem Flugloch unterschiedliche geometrische Formen anbringen. Bienen unterscheiden Blau- und Gelbtöne gut; Rot erscheint ihnen dagegen dunkel.
  2. Aufstellung: Die Beuten statt in einer langen Reihe in kleinen Gruppen, im Halbkreis, Bogen oder paarweise aufstellen.
  3. Richtungsunterschied: Die Fluglöcher benachbarter Beuten in verschiedene Richtungen drehen.
  4. Landmarken: Beuten zwischen natürliche Merkmale wie Bäume, Sträucher oder Steine stellen.
  5. Ableger und Begattungskästen: Damit die Königin nach dem Hochzeitsflug in den richtigen Kasten zurückkehrt, ist es besonders wichtig, die Eingänge der Ablegerkästen durch Farbe und Richtung deutlich zu unterscheiden.
Bienenhaus mit Fluglochmarkierungen in unterschiedlicher Farbe und Form
Im Bienenhaus verringert die Markierung jedes Eingangs mit einem Anflugbrett anderer Farbe und Form den Verflug. Foto: JoachimKohler-HB / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Fluglöcher verschiedenfarbig gestrichener Beuten
Verschiedenfarbig gestrichene Beuten: Der Farbunterschied erleichtert es den Bienen, ihre eigene Beute zu finden. Foto: northworrell1 / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Häufige Fehler

  • Dutzende gleichfarbige Beuten in einer geraden, dichten Reihe aufstellen.
  • Bei einem schwachen Volk das obere Flugloch offen lassen.
  • Ein langes Anflugbrett mit Gras und Schmutz bedeckt lassen; es wird zum Versteck für Schädlinge.
  • Den Standort oder die Fluglochrichtung einer Beute mitten in der Saison um einige Meter verändern; die Sammlerinnen kehren an den alten Platz zurück und gehen verloren.
  • Die Fluglochscheibe in der Gitterstellung vergessen und so den Hochzeitsflug verhindern.

Häufige Fragen

Ist ein Anflugbrett unbedingt nötig?

Nicht zwingend; bei vielen Beuten genügt der kurze Überstand des Bodens. An windigen Standorten und wenn viele Bienen zu Boden fallen, ist ein geneigtes Anflugbrett nützlich.

In welcher Farbe sollte ich die Beuten streichen?

Es gibt nicht die eine richtige Farbe; wichtig ist, dass benachbarte Beuten unterschiedlich aussehen. Blau-, Gelb- und Weißtöne werden häufig verwendet und von den Bienen gut unterschieden.

Sollte das obere Flugloch im Winter offen bleiben?

In kalten, schneereichen Gegenden bietet ein kleines oberes Flugloch sowohl einen Abzug für Feuchtigkeit als auch einen Ausweg, wenn das untere Flugloch verstopft ist. Bei einem schwachen Volk ist jedoch Vorsicht geboten, da es Wärmeverlust und Verteidigungsprobleme verursachen kann.

Warum kehren die Bienen nach dem Umstellen der Beute an den alten Platz zurück?

Die Sammlerinnen merken sich den Standort. Soll eine Beute über eine kurze Strecke versetzt werden, darf sie höchstens etwa einen Meter pro Tag bewegt werden, oder sie wird einige Kilometer weit weggebracht, dort eine Zeit lang aufgestellt und dann an den neuen Platz gebracht.

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