Naturbau ohne Mittelwände

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Mittelwände sind dünne Bienenwachsplatten, auf deren beiden Seiten die sechseckigen Zellböden eingeprägt sind; der Imker setzt sie in Rähmchen ein und gibt sie ins Volk. In Fachbüchern heißen sie auch Kunstwaben (Wabenfundament, Wachsplatte). Auf dieser Platte bauen die Bienen die Zellwände auf und errichten so eine gerade, mit dem Rähmchen verbundene Wabe, die sich bei Bedarf versetzen lässt. Auf dieser Seite erfahren Sie, wozu die Mittelwand im Volk dient, wann und wo sie gegeben wird, woran man eine gute erkennt und welche Fehler häufig vorkommen.

Was ist eine Mittelwand, und warum heißt sie so?

Imker unterscheiden Waben in der Beute in drei Zuständen: Mittelwand (von den Bienen noch nicht bearbeitete Wachsplatte), ausgebaute Wabe (Wabe, deren Zellwände die Bienen hochgezogen haben und in die Brut oder Honig kommen kann) und die Naturwabe, die die Bienen ganz ohne Vorgabe selbst errichten. Der Name „Mittelwand“ beschreibt, dass die Platte nur die Ausgangsfläche in der Mitte der Wabe bildet: Auf ihr sind die Form der Zellböden und die ersten Millimeter der Wände vorhanden, den Rest vollenden die Bienen mit selbst erzeugtem Wachs.

Arbeiterinnen scheiden das Wachs in dünnen Plättchen aus den Wachsdrüsen an der Unterseite ihres Hinterleibs aus. Eine ganze Wabe von Grund auf zu bauen, erfordert die Arbeit vieler junger Bienen und eine erhebliche Menge an Energie aus Honig und Nektar. Die Mittelwand nimmt den Bienen einen Teil dieser Last als fertiges Wachs ab und legt vor allem fest, wo und mit welcher Zellgröße die Wabe gebaut wird.

Mittelwandplatte und von Bienen ausgeschiedene Wachsplättchen
Oben der Rand einer Mittelwand, unten durchsichtige Wachsplättchen aus den Wachsdrüsen von Arbeiterinnen (Streichholz als Größenvergleich). Die Bienen kauen und formen diese Plättchen und bauen daraus die Zellwände. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY 2.5

Wozu dient die Mittelwand?

Der gesamte Vorteil der modernen Beute mit beweglichen Rähmchen beruht darauf, dass die Waben unabhängig voneinander, gerade und innerhalb des Rähmchens bleiben. Die Mittelwand ist das Grundelement, das dies ermöglicht.

  • Gerade, mit dem Rähmchen verbundene Waben: Die Bienen bauen entlang der Platte; die Wabe ragt nicht über das Rähmchen hinaus und verwächst nicht mit der Nachbarwabe. So lassen sich die Rähmchen bei der Durchsicht bequem herausnehmen, umhängen und in andere Völker geben.
  • Kontrolle des Anteils an Arbeiterinnenzellen: Auf der Standard-Mittelwand ist das Muster der Arbeiterinnenzellen eingeprägt. Sich selbst überlassene Völker bauen, besonders bei reichem Futterangebot, deutlich mehr Drohnenzellen.
  • Einsparung von Arbeit und Energie: Dass die Biene eine fertige Wachsgrundlage nutzt, beschleunigt den Bau; ein starkes Volk kann eine Mittelwand während der Tracht in wenigen Tagen ausbauen.
  • Schleuderfestigkeit: Eine auf einer gedrahteten Mittelwand ausgebaute Honigwabe hält der Fliehkraft der Honigschleuder und dem Transport viel besser stand.
  • Wabenerneuerung: Alte Waben, die über die Jahre dunkel werden und Rückstände ansammeln, regelmäßig durch Mittelwände zu ersetzen, ist einer der wirksamsten Wege zur Stockhygiene.
In ein gedrahtetes Rähmchen eingesetzte Mittelwand
Mittelwand in einem mit waagerechten Drähten verstärkten Rähmchen. Dass die Drähte ins Wachs eingelötet sind, verhindert, dass die Platte bei Wärme durchhängt und sich verbiegt. Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Wann gibt man dem Volk Mittelwände?

Bienen bauen Mittelwände nicht jederzeit aus. Die Wachserzeugung hängt davon ab, ob im Volk genügend junge Arbeiterinnen (etwa zwei bis drei Wochen alte Bienen, deren Wachsdrüsen am aktivsten sind) vorhanden sind, ob zuckerhaltiges Futter durch Nektartracht oder durch Fütterung des Imkers hereinkommt und wie warm es in der Beute ist.

  • Die beste Zeit: Im Frühjahr, wenn das Volk schnell wächst, und vom Beginn bis zur Mitte der Haupttracht. In dieser Zeit gegebene Mittelwände werden schnell und sauber ausgebaut.
  • Schwärme und Ableger: Schwärme sind in hohem Maß baubereit; einem eingeschlagenen Schwarm Rähmchen mit Mittelwänden zu geben, ist sehr ergiebig. Ableger brauchen dagegen Unterstützung durch Fütterung.
  • Trachtlose Zeit: Gibt es keinen Nektar und wird nicht gefüttert, bauen die Bienen die Platte nicht aus, sondern können sie sogar zernagen und durchlöchern.
  • Herbst und Winter: Vor dem Winter gibt man keine Mittelwände. Eine nicht ausgebaute Platte teilt die Wintertraube, bildet eine kalte Fläche und schafft leeren Raum im Volk.
Bienen bauen Zellwände auf einer Mittelwand
Arbeiterinnen ziehen auf einer Mittelwand die Zellwände hoch. Das helle, frische Wachs zeigt die neu ausgebaute Fläche. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wohin kommt das Rähmchen mit der Mittelwand in der Beute?

Der richtige Platz ist für einen schnellen und sauberen Ausbau mindestens so wichtig wie der Zeitpunkt. Die Grundregel: Setzen Sie die Platte in den warmen Bereich, in dem viele Bienen sitzen, ohne das Brutnest zu teilen.

  1. Im Brutraum: Hängen Sie das Rähmchen mit der Mittelwand an den Rand des Brutnests, zwischen die letzte Brutwabe und die Honig-Pollen-Wabe. In starken Völkern beschleunigt es den Ausbau, sie zwischen zwei ausgebaute Waben zu hängen.
  2. Nicht mitten ins Brutnest hängen: In schwachen oder mittelstarken Völkern kann ein geteiltes Brutnest in kühlen Nächten zum Verkühlen der Brut führen.
  3. Im Honigraum: Setzt die Tracht ein, können im Honigraum Rähmchen mit Mittelwänden im Wechsel mit ausgebauten Waben gehängt werden. Im Honigraum bauen die Bienen die Platte meist aus und füllen sie direkt mit Honig.
  4. Menge: Geben Sie 1–2 Rähmchen auf einmal; fügen Sie neue hinzu, sobald das Volk sie ausgebaut und gefüllt hat. Viele Mittelwände auf einmal zu geben, zerstreut die Bienen und führt zu schiefem Bau.
  5. Kontrolle: Sehen Sie nach einer Woche nach. Hat der Ausbau nicht begonnen, überprüfen Sie Fütterung, Volksstärke und den Platz des Rähmchens.
Imker hält ein neues Rähmchen mit Mittelwand
Ein frisch ins Volk gegebenes Rähmchen mit Mittelwand, an dem die Bienen zu arbeiten beginnen. Dass die Platte gerade und straff im Rähmchen sitzt, ist Voraussetzung für eine sauber ausgebaute Wabe. Foto: Ivan Radic / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie setzt man eine Mittelwand ins Rähmchen ein?

Ob eine Mittelwand im Volk ihren Zweck erfüllt, hängt vom richtigen Einsetzen ins Rähmchen ab. Einzelheiten stehen auf den Seiten „Rähmchendraht und Drahten“ und „Mittelwand“; hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Drahten: Durch die Löcher in den Seitenteilen des Rähmchens wird Edelstahldraht gespannt. Der Draht muss straff sein; ein lockerer Draht trägt die Platte nicht.
  • Befestigen am Oberträger: Die Oberkante der Platte wird in die Nut des Oberträgers oder unter eine Keilleiste geklemmt oder mit geschmolzenem Wachs angeklebt.
  • Einlöten des Drahts: Der Draht wird mit einem elektrischen Einlötgerät oder einem Sporenrädchen ins Wachs eingebettet; es genügt nicht, dass er die Platte nur berührt.
  • Abstand unten: Zwischen Unterkante der Platte und Unterträger sollten einige Millimeter frei bleiben. Wachs dehnt sich bei Wärme etwas aus; eine Platte, die am Unterträger ansteht, wirft Wellen.
  • Raumtemperatur: Kaltes Wachs ist spröde. Setzen Sie die Platten in einem warmen Raum ein.

Woran erkennt man eine gute Mittelwand?

Die Qualität der Mittelwand bestimmt die Qualität einer Wabe, die jahrelang im Volk bleibt. Achten Sie beim Kauf oder beim Umarbeiten Ihres eigenen Wachses auf Folgendes:

  • Reines Bienenwachs: Die Platte muss ausschließlich aus Bienenwachs bestehen. Sie hat einen angenehmen, leichten Honig-Wachs-Duft; in der warmen Hand lässt sie sich biegen, in der Kälte bricht sie.
  • Klare Prägung: Zellböden und Wandansätze müssen scharf und gleichmäßig geprägt sein; eine eingedrückte, verzogene Prägung führt zu schiefem Bau.
  • Richtige Zellgröße: Für den Brutraum werden Platten mit Arbeiterinnenzellmaß verwendet.
  • Wachs bekannter Herkunft: Begegnen Sie sehr billigen Platten, bei denen unbekannt ist, wer sie aus welchem Wachs hergestellt hat, mit Misstrauen.
Warnung vor verfälschtem Wachs und Rückständen: Auf dem Markt finden sich immer wieder Mittelwände mit Zusätzen von Paraffin oder Stearin. Paraffinhaltige Platten werden bei Wärme weich, die ausgebaute Wabe hängt durch oder bricht zusammen; bei stearinhaltigem Wachs wurden Larvensterben und ein lückiges, unregelmäßiges Brutbild beschrieben. Außerdem reichern sich manche im Volk eingesetzte fettlösliche Varroa-Mittel und Pflanzenschutzmittel im Wachs an; Wachs aus alten Waben trägt diese Rückstände in die neue Mittelwand. Einfache Tests zu Hause wie Riechen, Verbrennen oder Brechen sind nicht zuverlässig; lassen Sie im Zweifel eine Laboranalyse machen. Der sicherste Weg ist, Mittelwände aus Ihrem eigenen Entdeckelungswachs herstellen zu lassen.

Ist das Rähmchen ohne Mittelwand (Naturbau) eine Alternative?

Manche Imker setzen statt einer Mittelwand nur einen schmalen Wachsstreifen oder eine Holzleiste als Leitkante an den Oberträger und überlassen den Rest der Wabe den Bienen. Man spricht vom Naturbaurähmchen (Rähmchen mit Anfangsstreifen). Diese Methode lässt die Biene die Zellgröße selbst wählen und schließt den Eintrag von fremdem Wachs (und damit von fremden Rückständen) völlig aus.

Das Naturbaurähmchen ist jedoch eine Alternative, kein Standard, der die Mittelwand ersetzt. Die ausgebaute Wabe ist zerbrechlicher und zerfällt beim Schleudern leicht; steht die Beute nicht im Wasser, kann schief gebaut werden, und der Anteil an Drohnenzellen steigt in der Regel. Wer Naturbaurähmchen ausprobieren möchte, sollte sie zwischen zwei sauber ausgebaute Waben hängen.

Von Bienen gebaute Naturwabe in einem Rähmchen ohne Mittelwand
Eine von den Bienen selbst errichtete Naturwabe in einem Rähmchen ohne Mittelwand. Die Wabe ist nicht vollständig mit Unter- und Seitenteilen des Rähmchens verbunden; solche Waben brechen beim Schleudern und Transportieren leichter. Foto: emmajanehw / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
EigenschaftRähmchen mit MittelwandNaturbaurähmchen
Gleichmäßigkeit der WabeHoch, bleibt im RähmchenWechselnd, Gefahr von schiefem Bau
DrohnenzellenWenige, steuerbarMeist mehr
SchleuderfestigkeitGut (gedrahtet)Schwach, erfordert Vorsicht
Fremdes Wachs/RückständeAbhängig von der Herkunft des WachsesKeine
Arbeit der BienenGeringerHöher

Häufige Fehler bei Mittelwänden

  • Lockerer oder nicht eingelöteter Draht: Die Platte hängt bei Wärme durch, es entstehen wellige und schiefe Waben.
  • Zum falschen Zeitpunkt geben: Mittelwände, die in trachtloser Zeit ohne Fütterung oder vor dem Winter gegeben werden, werden nicht ausgebaut, sondern zernagt.
  • Viele Platten auf einmal geben: Ein schwaches Volk kann so viel Raum nicht füllen; das Brutnest zerfällt.
  • Lücken in der Beute lassen: In Beuten mit fehlenden Rähmchen bauen die Bienen Wildbau in den freien Raum.
  • Feucht und warm lagern: Mittelwände gehören kühl, trocken und dunkel, flach und mit Papier dazwischen gestapelt, und müssen vor der Wachsmotte geschützt werden. Der weißliche Belag, der sich mit der Zeit auf der Oberfläche bildet (Wachsblüte), ist harmlos.
Wegen fehlender Rähmchen in der Beute gebauter Wildbau
Fehlen Rähmchen in der Beute, bauen die Bienen unregelmäßigen Wildbau in die Lücke. Die Beute vollständig mit Rähmchen und Mittelwänden zu bestücken, verhindert das. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Häufige Fragen

Sind Mittelwand und Kunstwabe dasselbe?

Ja. Imker nennen die vorgefertigte Bienenwachsplatte, die ins Rähmchen eingesetzt wird, meist „Mittelwand“; in Fachquellen heißt sie auch „Kunstwabe“ oder „Wabenfundament“.

In wie vielen Tagen bauen Bienen eine Mittelwand aus?

Ein starkes Volk kann sie bei Nektartracht oder Fütterung innerhalb weniger Tage bis einer Woche ausbauen. Ohne Tracht baut es sie womöglich auch nach Wochen nicht aus.

Warum bauen die Bienen die Mittelwand nicht aus?

Die häufigsten Gründe sind fehlender Nektar oder fehlende Fütterung, ein schwaches Volk, eine zu weit vom Brutnest entfernt gehängte Platte und verfälschtes (paraffinhaltiges) Wachs.

Wie lange kann man Mittelwände lagern?

Platten aus reinem Bienenwachs, die kühl, trocken, dunkel und vor der Wachsmotte geschützt gelagert werden, sind lange verwendbar. Der weiße Belag auf der Oberfläche ist harmlos und verschwindet in warmer Umgebung.

Kann ich statt Mittelwänden Naturbaurähmchen verwenden?

Das können Sie, sehen Sie es aber als Alternative: Die Wabe wird zerbrechlicher, der Anteil an Drohnenzellen steigt, und beim Schleudern ist Vorsicht nötig.

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