Honigpressen

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Mit Honigpress- und Schleudermaschinen ist meist die Honigschleuder gemeint, die entdeckelte Waben in Rähmchen dreht und den Honig durch Fliehkraft herausholt; unter demselben Oberbegriff werden aber auch Wabenpressen genannt, die die Wabe zerdrücken und den Honig auspressen. Die Schleuder lässt die Wabe intakt, die Presse zerstört sie. Auf dieser Seite finden Sie den Unterschied der beiden Verfahren, die Maschinentypen und die richtige Wahl.

Wozu dient eine Honigpresse bzw. Honigschleuder?

Reifer Honig befindet sich in den sechseckigen Zellen, die die Bienen aus Wachs bauen, und ist verdeckelt. Es gibt zwei Wege, den Honig aus den Zellen zu holen:

  • Schleudern (Zentrifuge): Das entdeckelte Rähmchen wird in einem Kessel gedreht; der Honig wird aus den Zellen geschleudert und läuft an der Kesselwand hinab. Die Wabe bleibt leer, aber unversehrt.
  • Pressen: Die Wabe wird aus dem Rähmchen geschnitten, zerdrückt und in einer Presse ausgepresst. Der Honig läuft ab, das Wachs bleibt zurück; die Wabe kann nicht wiederverwendet werden.

Heute verwenden fast alle Imker, die mit Rähmchenbeuten arbeiten, eine Schleuder. Der Grund ist einfach: Für die Wachserzeugung und den Wabenbau verbrauchen die Bienen sehr viel Nektar und Energie. Jede Wabe, die unversehrt zurückkommt, ist Arbeit, die die Bienen in der nächsten Saison direkt in Honig umsetzen können.

Welche Arten von Honigschleudern gibt es?

Tangentialschleuder

Die Rähmchen werden parallel zur Kesselwand in Drahtkörbe gestellt, mit der Wabenfläche nach außen. Pro Durchgang wird nur die nach außen weisende Seite geleert; dann wird das Rähmchen gewendet. Einfacher Aufbau, niedriger Preis, geringes Fassungsvermögen. Die verbreitetsten kleinen Modelle fassen zwei bis vier Rähmchen.

Draufsicht auf eine Tangentialschleuder für vier Rähmchen
Blick von oben in eine Tangentialschleuder für vier Rähmchen: Die Drahtkörbe stehen parallel zur Kesselwand, in der Mitte das Getriebe der Handkurbel. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Tangentialschleuder mit Wendekörben

Die Körbe drehen sich an einem Gelenk; die andere Wabenseite lässt sich nach außen wenden, ohne das Rähmchen herauszunehmen. Bei manchen Motormodellen wenden sich die Körbe bei Richtungswechsel selbsttätig. Sie verbindet das saubere Ausschleudern der Tangentialschleuder mit weniger Handarbeit.

Innenansicht einer Honigschleuder mit Wendekörben aus Draht
Innenansicht einer Schleuder mit Wendekörben: Die entdeckelten Rähmchen stehen in Drahtkörben; durch Drehen der Körbe lässt sich die andere Seite zur Kesselwand wenden, ohne das Rähmchen herauszunehmen. Foto: Roberto Verzo / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Radialschleuder

Die Rähmchen stehen wie die Speichen eines Rades von der Mitte nach außen. Beide Seiten werden gleichzeitig geleert, Wenden ist nicht nötig. Das Fassungsvermögen ist meist größer; mittlere und große Betriebe bevorzugen sie. In der Radialschleuder werden die Rähmchen meist mit dem Oberträger zur Kesselwand eingesetzt; die natürliche leichte Aufwärtsneigung der Zellen erleichtert das Ausfließen des Honigs. Halten Sie sich an die in der Anleitung der Schleuder angegebene Einsetzrichtung.

Honigwaben in einer laufenden Zentrifuge
Blick in eine laufende Schleuder: Während sich die entdeckelten Waben drehen, wird der Honig aus den Zellen an die Kesselwand geschleudert. Foto: U.S. Department of Agriculture / Wikimedia Commons · Public domain

Schleudern mit waagerechter Achse und große Linienanlagen

In Erwerbsbetrieben arbeiten große Schleudern für Dutzende Rähmchen, manche mit waagerechter Drehachse, zusammen mit automatischer Entdeckelung und Honigpumpe als Linie. Diese Investition lohnt sich erst in Betrieben mit Hunderten von Völkern.

MerkmalTangentialMit WendekörbenRadial
Pro Durchgang geleerte SeiteEine SeiteEine Seite, leicht zu wendenBeide Seiten zugleich
Wenden der RähmchenVon Hand, herausnehmen und wieder einsetzenDurch Drehen des KorbsNicht nötig
Belastung der WabeHoch, wenn die volle Seite schnell drehtÄhnlich wie tangentialGering bei stufenweisem Beschleunigen
Geeignete BetriebsgrößeWenige VölkerKleine und mittlereMittlere und große

Handkurbel oder Motor?

  • Handbetrieb: Günstig, ohne Strom, wenig störanfällig. Die Drehzahl liegt ganz beim Benutzer; ohne Sorgfalt brechen frische Waben. Für einige bis zehn, fünfzehn Völker kann das ausreichen.
  • Motor mit Drehzahlregelung: Sanftanlauf und stufenweises Beschleunigen schonen die Wabe und den Imker. Modelle mit Zeitschaltung und Programmen machen die Arbeit reproduzierbar.
  • Bei der Motorwahl: Motor und Getriebe dürfen nicht dort sitzen, wo Honig hintropfen kann; Öl und Schmutz dürfen nicht in den Honig gelangen. Die Elektrik muss gegen Spritzwasser geschützt sein.
Handbetriebene Honigschleuder aus Edelstahl
Handbetriebene Schleuder aus Edelstahl: oben Kurbel und Getriebe, unten der Quetschhahn, aus dem der Honig abgelassen wird. Foto: R. Henrik Nilsson / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Die Honigpresse: Pressen im eigentlichen Sinne

Die Wabenpresse presst zerdrückte Waben in einem gelochten Zylinder oder einem Tuchbeutel mit einer Spindel oder einem Hebelmechanismus aus. Sie ist in folgenden Fällen sinnvoll:

  • Beuten ohne Rähmchen: Freie Waben aus Oberträgerbeuten oder traditionellen Beuten passen nicht in die Schleuder.
  • Heidehonig: Honige wie der von Calluna vulgaris mit geleeartiger (thixotroper) Konsistenz lassen sich schlecht schleudern. Zuerst wird der Honig in den Zellen mit einem Nadellockerer gerührt, oder die Wabe wird gepresst.
  • Gebrochene, alte oder auszusortierende Waben: Der Honig aus Waben, die ohnehin eingeschmolzen werden, wird mit der Presse gewonnen.
Presshonig, der aus einem gelochten Edelstahlzylinder austritt
In der Wabenpresse gepresster Honig und Wachs treten durch die Löcher des gelochten Edelstahlzylinders aus; der Honig sammelt sich im Gefäß darunter. Foto: Alztal24! / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Presshonig enthält mehr Wachs und Pollen und muss sorgfältig gesiebt und geklärt werden. Auch die Presse ist ein Gerät mit Honigkontakt: Edelstahl oder lebensmittelgeeignetes Material ist Pflicht.

Nadellockerer für Heidehonigwaben
Nadellockerer, mit dem geleeartiger Honig wie Heidehonig für die Schleuder vorbereitet wird. Das Rähmchen wird zwischen den Nadeln hindurchgeführt, der Honig in den Zellen gerührt und dadurch flüssig. Foto: R. Henrik Nilsson / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Worauf sollte man beim Kauf einer Honigschleuder achten?

  1. Material: Alle Teile mit Honigkontakt, einschließlich Kessel, Körbe und Quetschhahn, müssen aus Edelstahl oder lebensmittelgeeignetem Kunststoff sein. Verzinkte oder lackierte Innenflächen sind nicht zulässig.
  2. Rähmchenmaß: Die Körbe müssen Ihr Rähmchenmaß aufnehmen (Langstroth, Dadant oder regionale Maße; Honigraum oder Brutraum).
  3. Fassungsvermögen: Die Zahl der Rähmchen pro Durchgang bestimmt die Dauer des Schleudertags. Wenn Ihre Völkerzahl wachsen wird, denken Sie an die nächstgrößere Ausführung.
  4. Volumen unter den Körben: Unter den Körben muss genug Raum für den sich sammelnden Honig sein; andernfalls muss man häufig ablassen.
  5. Quetschhahn: Ein weit öffnender, leicht zerlegbarer und zu reinigender Honighahn; Füße, die hoch genug sind, damit ein Eimer darunter passt.
  6. Standsicherheit und Befestigung: Stabile Füße, Möglichkeit zur Befestigung am Boden, Deckel und Sicherheitsverriegelung.
  7. Reinigungsfreundlichkeit: Ohne scharfe Ecken, mit herausnehmbaren Körben.

Häufige Fehler bei Gebrauch und Pflege

  • Zu schnell anfahren: Die volle Wabe ist in den ersten Umdrehungen schwer; plötzliche Drehzahl drückt sie gegen den Korbdraht und bricht sie.
  • Unwucht: Gegenüberliegende Rähmchen sollten ähnlich schwer sein; wenn die Schleuder wackelt, anhalten und neu ausbalancieren.
  • Kalter Honig: In einem kalten Raum fließt Honig schwer und belastet die Wabe. Die Honigräume können vor dem Schleudern in einem warmen Raum stehen.
  • Den Kessel überlaufen lassen: Berührt der unten gesammelte Honig die Körbe, wird die Schleuder gebremst und der Honig schäumt.
  • Schmutzig wegstellen: Die Schleuder wird nicht weggestellt, bevor sie mit lauwarmem Wasser gewaschen und vollständig getrocknet ist. Honigreste schimmeln und werden bei der nächsten Ernte zur Kontaminationsquelle.

Ausführliche Bedienungsschritte finden Sie auf der Seite „Honigschleudermaschinen“, zu Kessel und Quetschhahn auf der Seite „Schleuderkessel“.

Häufige Fragen

Sind Honigpresse und Honigschleuder dasselbe?

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Begriffe oft vermischt und meinen meist dieselbe Zentrifuge. „Pressen“ im eigentlichen Sinne trifft nur auf die Wabenpresse zu; sie zerdrückt die Wabe.

Ab wie vielen Völkern braucht man eine Motorschleuder?

Eine feste Grenze gibt es nicht. Werden die Schleudertage zu anstrengend oder brechen immer mehr Waben, sollte man eine Motorschleuder mit Drehzahlregelung in Betracht ziehen.

Ist Presshonig schlechter als Schleuderhonig?

Nein, gut gesiebt und geklärt kann er von hoher Qualität sein. Die Wabe geht jedoch verloren, und der Honig enthält mehr Wachspartikel.

Kann man eine alte verzinkte Schleuder verwenden?

Eine Schleuder mit verzinkten Flächen, die mit Honig in Berührung kommen, ist für die Lebensmittelherstellung ungeeignet; Honig ist sauer und löst das Zink.

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