Honigschleudern und Bauarten

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Die Honigschleuder (Honigzentrifuge, umgangssprachlich auch Honigpresse) ist ein Erntegerät, das entdeckelte Waben in Rähmchen dreht und den Honig durch Fliehkraft aus den Zellen holt, die Wabe aber unversehrt lässt. Richtig beladen und langsam beschleunigt, bricht die Wabe nicht, der Honig schäumt nicht, und die leere Wabe kann den Bienen zurückgegeben werden. Diese Seite beschreibt Aufstellung, Gebrauch Schritt für Schritt, Reinigung und die Hygieneregeln bei gemeinsam genutzten Schleudern.

Wie funktioniert eine Honigschleuder?

Die Rähmchen werden in den drehbaren Korb in der Mitte der Schleuder gestellt. Während sich der Korb dreht, wird der Honig aus den Zellen nach außen geschleudert, trifft auf die Kesselwand und läuft zum Boden. Der am Boden gesammelte Honig wird über den Quetschhahn in einen Eimer mit Sieb abgelassen.

Es gibt zwei Grundtypen: die Tangentialschleuder, die eine Seite leert, und die Radialschleuder, die beide Seiten zugleich leert. Einen ausführlichen Vergleich der Typen und den Unterschied zur Presse finden Sie auf der Seite „Honigpress- und Schleudermaschinen“. Hier geht es darum, wie Sie die Schleuder benutzen.

Draufsicht auf eine handbetriebene Honigschleuder
Blick von oben in eine handbetriebene Tangentialschleuder: vier Drahtkörbe parallel zur Kesselwand, in der Mitte die Antriebswelle. Foto: R. Henrik Nilsson / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Wie wird die Schleuder vor dem Schleudern vorbereitet?

  1. Standort: Stellen Sie die Schleuder in einem bienendichten, warmen und trockenen Schleuderraum auf einen ebenen, festen Boden. Befestigen Sie die Füße nach Möglichkeit am Boden oder auf einem Brett.
  2. Höhe: Unter den Quetschhahn muss bequem ein Eimer mit Sieb passen. Stellen Sie die Schleuder bei Bedarf auf ein stabiles Gestell.
  3. Sauberkeit prüfen: Kessel, Körbe und Quetschhahn müssen trocken, geruchlos und sauber sein. Sind Staub, Honig oder Schimmel aus der Vorsaison vorhanden, mit lauwarmem Wasser waschen und vollständig trocknen.
  4. Quetschhahn: Vergewissern Sie sich, dass er geschlossen und die Dichtung intakt ist.
  5. Wärme: Stehen die Honigräume vor dem Schleudern eine Zeit lang in einem warmen Raum, fließt der Honig leichter. Bringen Sie Honig und Waben nicht in die Nähe von Heizgeräten oder in die Sonne.
Kleine Ernteanordnung mit Schleuder, darunter Entdeckelungswanne und Eimer
Eine kleine Anordnung: Die Schleuder steht erhöht, unter dem Quetschhahn ein Eimer; vorne die Entdeckelungswanne aus Kunststoff, in der ein entdeckeltes Rähmchen wartet. Foto: Ben pcc at English Wikipedia / Wikimedia Commons · Public domain

Wie benutzt man eine Honigschleuder Schritt für Schritt?

  1. Reife prüfen: Der größte Teil der Rähmchen sollte verdeckelt sein; bei teilweise verdeckelten Rähmchen den Wassergehalt mit dem Refraktometer messen.
  2. Entdeckeln: Beide Seiten mit Entdeckelungsmesser oder Entdeckelungsgabel entdeckeln.
  3. Ausgewogen beladen: Rähmchen mit ähnlichem Gewicht in gegenüberliegende Körbe stellen. Bleibt eine ungerade Zahl übrig, gegenüber ein leeres oder leichtes Rähmchen zum Ausgleich einsetzen.
  4. Langsam anfangen: In den ersten Umdrehungen mit niedriger Drehzahl schleudern. Die volle Seite ist schwer; plötzliche Drehzahl drückt die Wabe gegen den Korbdraht und bricht sie.
  5. Reihenfolge „halb–ganz–halb“ bei der Tangentialschleuder: Erste Seite zur Hälfte leeren; Rähmchen wenden und zweite Seite ganz leeren; erneut wenden und die erste Seite fertig schleudern. So erdrückt das Gewicht der vollen Seite die leere Wabenwand nicht.
  6. Bei der Radialschleuder: Die Drehzahl stufenweise erhöhen; bei Motormodellen Sanftanlauf und Programm nutzen. Für die Einsetzrichtung der Rähmchen die Anleitung der Schleuder befolgen.
  7. Kontrollieren: Das Rähmchen gegen das Licht halten; ist noch Honig in den Zellen, eine kurze weitere Runde schleudern.
  8. Honig rechtzeitig ablassen: Bevor der am Boden gesammelte Honig die Körbe erreicht, den Hahn öffnen und in den Eimer mit Sieb ablassen.
In die Körbe einer Honigschleuder gestellte entdeckelte Rähmchen
Zwei entdeckelte Rähmchen stehen einander gegenüber im Korb. Eine ausgewogene Beladung verhindert, dass die Schleuder wackelt. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Frisch gebaute, helle Waben sind zerbrechlich. Halten Sie bei diesen Rähmchen die Drehzahl noch niedriger und wenden Sie bei der Tangentialschleuder unbedingt die Reihenfolge halb–ganz–halb an.

Die Honigqualität in der Schleuder erhalten

  • Nicht aufschäumen: Zu hohe Drehzahl und im Kessel schwappender Honig ziehen Luft in den Honig; die Klärzeit verlängert sich.
  • Nicht erhitzen: Schleuder oder Kessel direkt zu beheizen, bedeutet Enzymverlust und einen Anstieg des HMF-Gehalts. Ein warmer Raum genügt.
  • Deckel geschlossen halten: Honig zieht Feuchtigkeit an; der Deckel hält Feuchtigkeit, Staub und in den Raum eindringende Bienen fern.
  • Getrennt schleudern: Honige verschiedener Stände und Trachtzeiten in getrennten Chargen schleudern; die Schleuder zwischen den Chargen ausstreichen.
Entdeckelte Wabe im Drahtkorb einer Honigschleuder
Entdeckelte Wabe im Edelstahl-Drahtkorb. Der Korbdraht stützt die Wabe; bei plötzlichem Beschleunigen wird die Wabe gegen diesen Draht gedrückt und bricht. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Aus dem Quetschhahn einer Honigschleuder fließender Honig
Aus dem Quetschhahn der Schleuder fließender Honig. Ab hier wird der Honig gesiebt und zum Klären gestellt. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie viele Rähmchen sollte meine Schleuder fassen?

Entscheidend ist, wie viele Rähmchen Sie an einem Erntetag verarbeiten. Ein grober Anhaltspunkt:

BetriebGeeignete SchleuderHinweis
Hobby, wenige VölkerHandbetriebene Tangentialschleuder für 2–4 RähmchenAuch eine Gemeinschaftsschleuder ist eine gute Wahl
Kleiner bis mittlerer BetriebWendekorb- oder kleine Radialschleuder mit MotorDrehzahlregelung und Sanftanlauf sind wichtig
ErwerbsbetriebRadialschleudern für viele Rähmchen oder LinienanlagenWird zusammen mit Entdeckelung, Pumpe und Klärung geplant

Für das Material gilt in jeder Größenordnung dieselbe Regel: Jede Fläche mit Honigkontakt muss aus Edelstahl oder lebensmittelgeeignetem Kunststoff bestehen.

Wie wird die Honigschleuder gereinigt und gelagert?

  1. Honig ausstreichen: Den am Boden und an der Kesselwand verbliebenen Honig mit einem Spatel sammeln.
  2. Mit lauwarmem Wasser waschen: Sehr heißes Wasser schmilzt Wachs und lässt es an der Oberfläche haften. Wurde Spülmittel verwendet, gründlich mit viel Wasser nachspülen.
  3. Quetschhahn abbauen: Hahn und Dichtung werden getrennt gewaschen; hier sammelt sich der meiste Honig.
  4. Vollständig trocknen: Ein feucht gelassener Kessel riecht und schimmelt, an Schweißnähten kann Korrosion beginnen.
  5. Abgedeckt lagern: An einem trockenen, staubfreien Ort lagern, mit leicht geöffnetem Deckel oder einer atmungsaktiven Abdeckung.

Müssen Getriebe und Lager geschmiert werden, verwenden Sie das vom Hersteller empfohlene lebensmittelverträgliche Schmiermittel und stellen Sie sicher, dass es nicht in den Kessel gelangt.

Hygiene bei gemeinsam genutzten Schleudern

Eine Schleuder ist teuer und läuft nur wenige Tage im Jahr; deshalb halten viele Imkervereine und Genossenschaften eine Gemeinschaftsschleuder vor. Für kleine Imker ist das eine vernünftige Lösung, birgt aber ein Risiko: Sporen des Erregers der Amerikanischen Faulbrut können mit Honig- und Wabenresten verschleppt werden. Reinigen Sie die Schleuder vor der Übernahme und vor der Rückgabe; schleudern Sie Rähmchen aus krankheitsverdächtigen Völkern nicht in der Gemeinschaftsschleuder. Lassen Sie geschleuderte, nasse Waben nur von Völkern am eigenen Stand auslecken.

Häufige Fragen

Wie schnell sollte eine Honigschleuder drehen?

Eine feste Drehzahl lässt sich nicht angeben; sie hängt von Schleuder und Wabe ab. Langsam beginnen, stufenweise beschleunigen, sobald der Honig zu fließen beginnt, und bei Anzeichen von Wabenbruch langsamer werden.

Warum brechen Waben beim Schleudern?

Die häufigsten Ursachen sind zu schnelles Anfahren, bei der Tangentialschleuder das vollständige Leeren der ersten Seite in einem Durchgang (das volle Gewicht der anderen Seite erdrückt die geleerte Wabe), kalter Honig und frische Waben.

Was macht man mit den geschleuderten Waben?

Sie werden in den Abendstunden von den Völkern am eigenen Stand ausgeleckt und danach vor der Wachsmotte geschützt gelagert.

Darf man die Schleuder mit Spülmittel waschen?

Das ist unbedenklich, aber Spülmittelreste geben dem Honig Geruch; gründlich mit viel Wasser nachspülen und vollständig trocknen.

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