Honigsiebe

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Honigfilter sind Lochblechsiebe, Drahtsiebe, Doppelsiebe sowie Siebbeutel aus Stoff oder Nylon, die den Honig aus Schleuder oder Presse von Wachskrümeln, Bienenteilen und anderen groben Fremdstoffen trennen. Das richtige Ziel für den Imker ist, den Honig mit grober und mittlerer Maschenweite zu reinigen, den Pollen aber im Honig zu lassen. Diese Seite beschreibt die Filterarten, die Wahl der Maschenweite, den Gebrauch und die Reinigung.

Warum wird Honig gefiltert – und warum nicht zu stark?

Ziel des Filterns ist es, Fremdstoffe abzutrennen, ohne die natürlichen Bestandteile des Honigs anzutasten: Deckel- und Wabenkrümel, Bienenteile, gelegentlich Staub. Diese Teile stören das Aussehen und sind für den Verbraucher unangenehm.

Pollen dagegen ist kein Fremdstoff. Er gehört zum Honig und ist im Labor die Spur, mit der sich die botanische und geografische Herkunft bestimmen lässt. Pollenkörner sind meist einige zehn Mikrometer groß; sie gehen mühelos durch die Maschen der Imkersiebe. Weitgehend zurückgehalten wird Pollen nur bei sehr feiner Filtration mit Druck oder Hilfsstoffen.

In den Honignormen des Codex und der Europäischen Union wird Honig, der so behandelt wurde, dass ein erheblicher Teil des Pollens entfernt ist, gesondert als „filtrierter Honig“ definiert und muss entsprechend gekennzeichnet werden. Grobes und mittleres Sieben fällt nicht darunter.

Arten von Honigfiltern

Lochblech-Vorsieb

Ein konisches oder flaches Sieb aus Edelstahlblech mit Löchern im Millimeterbereich. Es wird unter den Quetschhahn der Schleuder gestellt und hält grobe Deckelteile und Krümel zurück. Es ist die erste Stufe, die das Verstopfen der Feinsiebe verzögert.

Gelochtes Edelstahl-Vorsieb unter dem Quetschhahn der Schleuder
Aus dem Quetschhahn der Schleuder fließender Honig sammelt sich im gelochten, konischen Edelstahl-Vorsieb; grobe Deckelteile bleiben hier zurück. Foto: Don Hankins / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Doppelsieb aus Drahtgewebe

Zwei ineinandergesetzte Edelstahlsiebe: oben grob, unten feiner. Es sitzt auf dem Rand des Eimers oder Klärbehälters; bei den meisten Modellen lassen sich die Auflagearme auf den Eimerdurchmesser einstellen. Das verbreitetste Filtergerät kleiner und mittlerer Betriebe.

Aus dem Hahn auf ein Drahtsieb fließender Honig mit angesammelten Wachskrümeln
Aus dem Hahn auf das Drahtsieb fließender Honig. Wachskrümel sammeln sich auf der Siebfläche; ist das Sieb voll, muss es abgestrichen werden. Foto: Thomas Zimmermann (THWZ) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 de

Siebbeutel aus Stoff oder Nylon

Beutel oder gespanntes Siebtuch aus lebensmittelgeeignetem Nylon- oder Polyestergewebe. Es wird über den Eimerrand gespannt oder an ein Gestell gehängt; dank der großen Fläche filtert es langsam, aber sauber. Auch für Presshonig und Honig aus gebrochenen Waben geeignet.

Aus einem elastischen Siebtuch tropfender Honig
Durch ein über den Eimerrand gespanntes elastisches Siebtuch laufender Honig. Wachskrümel bleiben auf dem Tuch zurück. Foto: U.S. Department of Agriculture Lance Cheung/Multimedia PhotoJournalist / Wikimedia Commons · Public domain
Auf einem über den Eimerrand gespannten elastischen Siebtuch gesammeltes Wachs
Siebtuch, über einen Eimer mit ausgeschnittenem Deckel gespannt: in der Mitte die zurückgehaltenen Wachskrümel, darunter der gesiebte Honig. Foto: U.S. Department of Agriculture Lance Cheung/Multimedia PhotoJournalist / Wikimedia Commons · Public domain

Industriefilter

In großen Abfüllbetrieben wird der Honig mit Pumpen durch Druckfilter geleitet, teils unter Erwärmung. Diese Anlagen liefern optisch sehr klaren Honig, doch Wärme und feine Poren zusammen können Pollen und einige Eigenschaften des Honigs verändern. Im Imkermaßstab ist diese Art der Filtration nicht nötig.

Wie wählt man die Maschenweite?

StufeUngefähre MaschenweiteHält zurückPollen
Vorsieb (Lochblech)Einige MillimeterDeckel- und WabenstückeGeht durch
Grobes DrahtsiebUm etwa 1 MillimeterKleine Wachskrümel, BienenteileGeht durch
Feines Drahtsieb oder SiebtuchUm etwa 0,2 Millimeter (200 Mikrometer)Feine WachskrümelGrößtenteils durch
Feiner DruckfilterWesentlich kleinerFeine Partikel einschließlich PollenWeitgehend zurückgehalten

Die Werte unterscheiden sich je nach Hersteller; die Tabelle dient zur Orientierung. Die Regel ist einfach: stufenweise sieben und die feinste Stufe beim Sieb oder Tuch im Imkermaßstab belassen.

Wie verwendet man Honigfilter?

  1. Reihenfolge der Stufen: Erst grob, dann fein. Ein Feinsieb allein verstopft innerhalb von Minuten.
  2. Warmer Raum: Warmer Honig lässt sich leichter sieben. Der Raum wird warm gehalten; der Honig wird nicht direkt erwärmt.
  3. Durch Eigengewicht: Der Honig wird nicht durch das Sieb gedrückt, das Stoffsieb nicht von Hand ausgepresst. Pressen drückt auch Wachs und Schmutz durch und bringt Bläschen hinein.
  4. Häufig abstreichen: Das auf dem Sieb gesammelte Wachs wird mit einem Löffel entfernt; wird der Fluss langsam, wird das Sieb gewechselt.
  5. Abgedeckt arbeiten: Der Eimer, in den gesiebt wird, wird möglichst abgedeckt; Honig zieht Feuchtigkeit und Staub an.
  6. Direkt in den Klärbehälter: Sitzt das Sieb auf dem Rand des Klärbehälters, muss der Honig nicht noch einmal umgefüllt werden und schäumt nicht.
Durch ein feines Drahtsieb laufender Honig
Feines Edelstahl-Drahtsieb: Der Honig läuft ohne Druck durch sein Eigengewicht hindurch. Foto: Wikimedia Commons / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Filtern in besonderen Fällen

  • Presshonig und gebrochene Waben: Enthalten deutlich mehr Wachs. Erst Lochblech, dann ein Stoffsieb mit großer Fläche verwenden; das Sieben im warmen Raum über längere Zeit verteilen.
  • Zähflüssige, dunkle Honige: Das Sieb häufig wechseln, statt einer zwei Sieblinien aufbauen. Statt zu erwärmen, den Schleuderraum warm halten.
  • Beginnend kristallisierter Honig: Fester Honig geht nicht durch das Sieb. Er wird zuerst kontrolliert und schonend erwärmt, dann gesiebt (siehe „Honigerwärmungskessel (Honiggewinnung)“).
  • Aus der Entdeckelungswanne abgetropfter Honig: Ist er sauber, kann er zur selben Charge; im Deckelwachsschmelzer durch Wärme abgetrennter Honig wird dagegen getrennt gehalten, da Farbe und HMF-Wert verändert sind.

Material und Hygiene

  • Edelstahlsieb: Robust, leicht zu reinigen, jahrelang nutzbar. Schweiß- und Falznähte müssen sauber ausgeführt sein.
  • Lebensmittelgeeignetes Nylon- oder Polyestertuch: Günstig und fein filternd; nach jedem Gebrauch gut waschen und bei Verschleiß ersetzen.
  • Ungeeignet: Verzinkte Drahtsiebe, lackierte oder rostige Siebe, Tüll und Stoffe, die nicht für Lebensmittel hergestellt wurden.

Zum Reinigen wird lauwarmes Wasser verwendet; sehr heißes Wasser schmilzt das Wachs und klebt es in die Maschen. Das Wachs im Sieb wird zuerst trocken abgestrichen und getrennt gesammelt, dann wird das Sieb mit lauwarmem Wasser gewaschen. Stoffsiebe werden gründlich ausgespült, vollständig getrocknet und in einem geschlossenen Beutel aufbewahrt. Feucht gelassenes Tuch schimmelt und riecht.

Häufige Fehler

  • Für mehr Klarheit mit einem sehr feinen Filter den Pollen entfernen.
  • Den Honig erwärmen oder ins Sieb drücken, um das Sieben zu beschleunigen.
  • Das Stoffsieb von Hand auspressen.
  • Nur mit einer feinen Siebstufe arbeiten und ständig mit Verstopfung kämpfen.
  • Verzinkte oder rostige Siebe verwenden.

Häufige Fragen

Mit welchem Sieb sollte man Honig sieben?

Zuerst ein grobes Vorsieb, danach ein Doppelsieb aus Drahtgewebe oder ein lebensmittelgeeignetes Siebtuch – das reicht aus. Ein feinerer Filter ist nicht nötig.

Hält ein Siebtuch die Pollen zurück?

Siebtücher im Imkermaßstab lassen den größten Teil des Pollens durch. Zurückgehalten wird Pollen vor allem bei feiner Filtration unter Druck.

Ist filtrierter Honig hochwertiger?

Nein. Zu stark filtrierter Honig wirkt glänzender, verliert aber die Pollenspur, und seine Herkunft lässt sich nicht nachweisen.

Was macht man mit dem Wachs im Sieb?

Man lässt den Honig daraus in einem geschlossenen Gefäß abtropfen und sammelt das Wachs dann getrennt, um es zusammen mit dem Entdeckelungswachs einzuschmelzen.

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