Kunststoff-Näpfchenstreifen

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Näpfchenleisten aus Kunststoff für Gelée royale sind Produktionshilfen, bei denen viele künstliche Weiselzellen (Näpfchen) nebeneinander auf einen einzigen Kunststoffstreifen geformt sind; sie werden auf die Latten des Ernterahmens gesteckt. Die Bienen versorgen die in diese Näpfchen umgelarvten jungen Larven wie künftige Königinnen und füllen reichlich Futtersaft ein, der nach etwa drei Tagen geerntet wird. Die Leisten sind waschbar und vielfach wiederverwendbar und ermöglichen zügiges Arbeiten; werden sie aber nicht geruchsneutral und sauber gehalten, sinkt die Annahmerate rasch.

Was ist eine Näpfchenleiste aus Kunststoff?

Ein Weiselnäpfchen (Zuchtnäpfchen, Weiselbecher) ist ein kleines Gefäß, das den Weiselzellenansatz nachahmt, den die Bienen von Natur aus am Wabenrand anlegen. In der Königinnenzucht werden Näpfchen meist einzeln auf Halter gesteckt. Bei der Gelée-royale-Gewinnung arbeitet man dagegen mit weit mehr Näpfchen und im Drei-Tage-Takt, sodass die Zusammenfassung der Näpfchen in Leisten viel Zeit spart.

Eine Kunststoffleiste besteht aus Dutzenden gleichmäßig verteilter Näpfchen entlang einer Latte. Die Leiste wird auf die Latte des Ernterahmens geschoben und mit Klammern oder einer dünnen Wachsschicht befestigt. Beim Umlarven und bei der Ernte wird die Leiste als Ganzes gehandhabt.

Angaben aus manchen älteren Texten wie „Näpfchenleisten steigern die Legeleistung der Königin“ oder „die Leiste wird oben auf die Beute gelegt“ sind falsch. Die Leiste ist lediglich das Gefäß für die umgelarvte Larve; den Gelée-royale-Ertrag bestimmen Volksstärke, Versorgung, Larvenalter und Genetik.

Kunststoffleiste oder Einzelnäpfchen?

EigenschaftKunststoffleisteEinzelnäpfchen + Halter
EinsatzzweckÜberwiegend Gelée-royale-GewinnungÜberwiegend Königinnenzucht
TempoHoch; die Leiste wird als Ganzes bearbeitetLangsamer; jedes Näpfchen wird einzeln gehandhabt
Reife Zelle abtrennenSchwierig; die Leiste lässt sich nicht teilenEinfach; wird mit dem Halter entnommen
ReinigungWird im Ganzen gewaschen; in Ecken können sich Reste sammelnStück für Stück, aufwendiger
FlexibilitätFester Abstand und feste AnzahlAnzahl und Anordnung frei wählbar

In der Königinnenzucht werden Leisten kaum verwendet, weil reife Weiselzellen einzeln verteilt werden müssen. Bei der Gelée-royale-Gewinnung entfällt dieser Nachteil, da die Näpfchen geerntet werden, bevor sie verdeckelt sind.

Mit einem feinen Umlarvlöffel wird eine Larve auf den Boden eines grünen Kunststoffnäpfchens gesetzt
Eine Larve wird auf den Boden eines Kunststoffnäpfchens gesetzt. Die Innenfläche muss glatt und sauber sein; die Larve soll auf dem Futtersaft liegen, ohne umgedreht zu werden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie wählt man eine gute Näpfchenleiste aus Kunststoff?

  • Material: Lebensmitteltauglicher, geruchsneutraler Kunststoff. Eine Leiste mit stechendem Chemiegeruch kann lange Probleme bereiten, selbst wenn die Bienen sie ausputzen.
  • Näpfchenmaß: Innendurchmesser und Tiefe sollten einem natürlichen Weiselzellenansatz nahekommen, und alle Näpfchen müssen gleich sein. In zu engen Näpfchen ist das Umlarven schwierig, bei zu weiten verbrauchen die Bienen viel Wachs, um die Öffnung zu verengen.
  • Innenfläche: Glatt und gratfrei; am Boden dürfen keine Formspuren oder scharfen Kanten sein.
  • Befestigung: Die Leiste muss fest auf der Latte sitzen, sich aber von Hand abnehmen lassen. Eine Leiste, die beim Tragen verrutscht, gefährdet den ganzen Durchgang.
  • Haltbarkeit: Sie sollte leicht biegsam sein, beim Waschen mit heißem Wasser ihre Form behalten und nicht leicht brechen.
  • Passform: Die Leistenlänge muss zur Innenbreite Ihres Ernterahmens und zum Lattentyp passen.

Wie bereitet man eine neue Leiste für den Einsatz vor?

  1. Waschen: Mit lauwarmem Wasser und bei Bedarf einem geruchlosen Reiniger waschen, reichlich spülen und trocknen.
  2. Von den Bienen ausputzen lassen: Die Leisten in den Rahmen stecken und vor dem Umlarven etwa einen Tag in ein starkes Volk geben. Die Bienen putzen die Näpfchen, überziehen die Innenfläche mit einer dünnen Wachsschicht und beseitigen den Geruch. Diesen Vorgang nennt man Ausputzenlassen.
  3. Optionale Grundierung: Manche Erzeuger geben etwas geschmolzenes, sauberes Wachs oder einen Tropfen mit Wasser verdünntes Gelée royale auf den Näpfchenboden. Für Einsteiger genügt das Ausputzenlassen.
  4. Kühl halten: Ausgeputzte Leisten werden bis zum Umlarven vor Staub und Sonne geschützt.
Grüne Kunststoffnäpfchen, an denen die Bienen zu bauen beginnen
Bienen bearbeiten Kunststoffnäpfchen: Die Öffnungen der angenommenen Näpfchen werden bereits mit Wachs verlängert. Sauberer, geruchsneutraler Kunststoff ist die Voraussetzung für diese Annahme. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Gelée-royale-Gewinnung mit Kunststoffleisten Schritt für Schritt

  1. Umlarven: Möglichst junge Larven (jünger als einen Tag) werden mit dem Umlarvlöffel auf den Näpfchenboden gesetzt. Es erleichtert die Arbeit, wenn die Leiste auf der umgedrehten Latte nach oben zeigt.
  2. Ins Volk geben: Die Latte wird zurückgedreht und der Rahmen ohne Wartezeit in die Mitte des Produktionsvolks gehängt, wo die Ammenbienen dicht sitzen.
  3. Warten: Etwa 72 Stunden nach dem Umlarven ist die Futtersaftmenge im Näpfchen am höchsten.
  4. Ernte: Die Leiste kommt in einen bienendichten, kühlen Raum. Der von den Bienen angebaute Wachsaufsatz wird mit einem scharfen Messer abgeschnitten, die Larven werden mit einer Pinzette entnommen, und der Futtersaft wird mit Löffel oder Vakuum geerntet.
  5. Neu umlarven: Viele Erzeuger kratzen das Näpfchen nicht vollständig aus; sie lassen am Boden eine sehr dünne Futtersaftschicht und larven noch am selben Tag neu um. Das verzögert das Austrocknen der neuen Larve.
Gelée royale in angenommenen Kunststoffnäpfchen
Weißes Gelée royale sammelt sich in den angenommenen Näpfchen. Geerntet wird, wenn der Futtersaft am reichlichsten ist. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
In Gelée royale schwimmende Larven in Kunststoffnäpfchen und Ammenbienen
Aus der Nähe sieht man, dass die Larven im Gelée royale „baden“. Beim Entnehmen darf die Larve nicht verletzt werden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Reinigung und Aufbewahrung von Kunststoffleisten

Je sauberer die Leiste, desto höher die Annahme. Nach jeder Ernte verderben Wachs-, Futtersaft- und Larvenreste in den Näpfchen und verursachen Geruch.

  • Kurzfristige Wiederverwendung: Leisten, die am selben Tag neu umgelarvt werden, werden nur von Wachsaufsatz und Resten befreit; man wartet nicht, bis sie trocknen.
  • Gründliche Reinigung: Bei einer Produktionspause werden die Leisten nach dem Vorspülen mit kaltem Wasser mit lauwarmem Wasser gewaschen. Zu heißes Wasser kann Kunststoff und Wachs verformen.
  • Chemikalien: Keine parfümierten Spülmittel, keine Chlorbleiche und keine Fettlöser; falls doch, so spülen, dass keine Rückstände bleiben.
  • Aufbewahrung: Vollständig getrocknete Leisten in einer geschlossenen, staubfreien Kiste lagern, fern von stark riechenden Stoffen wie Varroabehandlungsmitteln und Kraftstoff.
  • Aussortieren: Gerissene, verformte oder innen aufgeraute Leisten werden aus der Produktion genommen.

Häufige Fehler

  • Eine neue Leiste direkt belarven: Fabrikgeruch und Oberflächenrückstände senken die Annahme deutlich.
  • Mehr Leisten geben, als das Volk schafft: Mehr Näpfchen, als das Volk versorgen kann, verringern den Futtersaft je Näpfchen.
  • Die Larve bei der Ernte anstechen: Larvenflüssigkeit gelangt in den Futtersaft, das Produkt wird trüb.
  • In ein angetrocknetes Näpfchen umlarven: In einem Näpfchen, das nach der Ernte lange stand, trocknet die Larve schnell aus.
  • Leisten zusammen mit Chemikalien lagern: Der Kunststoff nimmt den Geruch auf.

Häufige Fragen

Wie oft kann man Näpfchenleisten aus Kunststoff verwenden?

Gut gereinigte, formstabile Leisten lassen sich über viele Zyklen und Saisons verwenden. Eine gerissene oder innen aufgeraute Leiste sollte ersetzt werden.

Bringen Kunststoffleisten oder Wachsnäpfchen mehr Gelée royale?

Entscheidend ist nicht das Material, sondern Volksstärke, Versorgung und Larvenalter. Wachsnäpfchen werden oft leichter angenommen; Kunststoffleisten bieten Tempo und Wiederverwendbarkeit.

Warum lässt man neue Leisten vom Volk ausputzen?

Die Bienen reinigen den Kunststoff, überziehen die Innenfläche mit einer dünnen Wachsschicht und beseitigen den Geruch. Das erhöht die Annahmerate.

Werden Näpfchenleisten aus Kunststoff auch in der Königinnenzucht verwendet?

Das ist möglich, doch weil sich reife Zellen schlecht einzeln verteilen lassen, sind Einzelnäpfchen mit Haltern in der Königinnenzucht praktischer.

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