Umlarvlöffel

💬 WhatsApp

Umlarvwerkzeuge (Umlarvlöffel, Umlarvnadel) sind feine Handwerkzeuge, mit denen eine weniger als einen Tag alte Arbeiterinnenlarve samt dem Futtersaft unter ihr aus der Wabenzelle gehoben und, ohne sie zu quetschen oder umzudrehen, in ein Weiselnäpfchen für die Königinnenzucht oder die Gelée-royale-Gewinnung übertragen wird. Am verbreitetsten sind der Löffel mit flexibler Zunge (chinesischer Umlarvlöffel), der Löffel mit feiner Metallspitze, der Löffel mit Schieber und der feine Pinsel. Das Werkzeug ist billig; den eigentlichen Unterschied machen die Frage, wie leicht die Spitze unter die Larve gleitet, und wie gut die Hand an das Werkzeug gewöhnt ist.

Was ist Umlarven?

Beim Umlarven (auch Larvenübertragung) werden in der Königinnenzucht und der Gelée-royale-Gewinnung sehr junge Arbeiterinnenlarven aus einer Wabe des Zuchtvolks in künstliche Weiselzellen, also in Weiselnäpfchen, übertragen. Die Bienen versorgen diese Larven als künftige Königinnen reichlich mit Gelée royale. In der Königinnenzucht werden die Zellen verdeckelt und reifen heran; bei der Gelée-royale-Gewinnung wird der Futtersaft nach etwa drei Tagen geerntet.

Der Erfolg des Umlarvens hängt von drei Dingen ab: vom Alter der Larve (so jung wie möglich, jünger als 24 Stunden), davon, dass die Larve weder verletzt wird noch austrocknet, und davon, dass sie im Näpfchen in derselben Lage wie in der Wabe auf dem Futtersaft liegt. Das Umlarvwerkzeug beeinflusst vor allem die zweite und dritte Bedingung unmittelbar.

Eier und frisch geschlüpfte, sehr junge Larven in Wabenzellen
Eier und frisch geschlüpfte, winzige Larven in den Wabenzellen. Beim Umlarven zielt man auf diese jüngsten Larven, die am Zellboden im Futtersaft schwimmen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Arten von Umlarvwerkzeugen

Umlarvlöffel mit flexibler Zunge (chinesischer Umlarvlöffel)

Am Ende eines Kunststoffkörpers sitzt eine dünne, biegsame Zunge, im Körper ein federnder Schieber. Die Zunge biegt sich an der Zellwand entlang und gleitet leicht unter die Larve; am Näpfchen drückt man auf den Schieber, und die Larve wird samt Futtersaft von der Zungenspitze abgesetzt. Es ist der verbreitetste und günstigste Typ und für Einsteiger meist der einfachste. Die Zunge nutzt sich mit der Zeit ab und verbiegt sich; dann wird eine Ersatzzunge eingesetzt oder das Werkzeug erneuert.

Entnahme einer Larve aus der Wabe mit einem chinesischen Umlarvlöffel mit flexibler Zunge
Mit einem chinesischen Umlarvlöffel mit flexibler Zunge wird eine Larve aus der Zuchtwabe gehoben. Die Zunge wird an die Zellwand gelehnt und unter die Larve geschoben. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Umlarvlöffel mit feiner Metallspitze

Ein Werkzeug aus Edelstahl, dessen Spitze zu einem winzigen Löffel oder einer leicht gebogenen Zunge verjüngt ist. Es ist robust, leicht zu reinigen und hält viele Jahre. Die Spitze muss glatt, gratfrei und sehr dünn sein; eine dicke oder raue Spitze verletzt die Larve. Im Vergleich zur flexiblen Zunge erfordert es etwas mehr Übung.

Gebogene Spitze eines metallenen Umlarvwerkzeugs zum Übertragen junger Larven ins Näpfchen
Die gebogene, verjüngte Spitze eines metallenen Umlarvwerkzeugs. Sie muss dünn und glatt genug sein, um unter die Larve zu gleiten und sie samt Futtersaft anzuheben. Foto: Disgwylfa / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Löffel mit Schieber (Kolben)

Er nimmt die Larve in einen kleinen Löffel an der Spitze auf und setzt sie mit einem Kolben- oder Schiebemechanismus am Näpfchenboden ab. So löst sich die Larve leicht vom Werkzeug; manche Imker bevorzugen ihn besonders beim nassen Umlarven.

Feiner Pinsel und Werkzeuge mit flacher Spitze

Verwendet werden auch sehr feine Pinsel mit weichen Haaren oder Griffwerkzeuge mit dünner, flacher Spitze. Die weiche Spitze behandelt die Larve schonend; die Larve samt Futtersaft aufzunehmen und vom Pinsel zu lösen, erfordert jedoch Übung. Ein Pinsel mit gespreizten Haaren wird nicht verwendet.

Mit einem Griffwerkzeug mit flacher Spitze wird eine Larve auf den Boden eines Kunststoffnäpfchens gesetzt
Mit einem Griffwerkzeug mit dünner, flacher Spitze wird eine Larve auf den Boden eines Kunststoffnäpfchens gesetzt. Die Larve kommt, ohne umgedreht zu werden, samt Futtersaft in die Mitte des Näpfchens. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Systeme ohne Umlarven

Wer ganz ohne Berührung der Larve arbeiten möchte, kann umlarvfreie Käfigsysteme nutzen, bei denen die Königin in einem Kunststoffkasten auf herausnehmbare Zellböden legt. Nach dem Schlüpfen der Larven werden die Böden in ihre Halter gesteckt und übertragen. Das ist kein Umlarvwerkzeug, sondern ein Verfahren, das das Umlarven ersetzt; Einzelheiten stehen auf der Seite Geräte für die Königinnenzucht.

Worauf achtet man bei der Wahl eines Umlarvlöffels?

  • Spitzenstärke: Je dünner die Spitze, desto leichter gleitet sie unter die Larve. Eine dicke Spitze schiebt oder quetscht die Larve.
  • Flexibilität: Eine biegsame Spitze passt sich der Rundung am Zellboden an; bei einer starren Spitze ist der Winkel wichtiger.
  • Oberfläche: Glatt und gratfrei; mit der Lupe prüfen.
  • Ersatzteile: Beim Löffel mit flexibler Zunge sollten Ersatzzungen erhältlich sein; beim Metalllöffel eine Schutzhülle für die Spitze.
  • Griff: Ein schlanker, aber rutschfester Körper, damit die Hand bei langen Umlarvsitzungen nicht ermüdet.
  • Persönliche Gewohnheit: Finden Sie durch Ausprobieren heraus, mit welchem Werkzeug Sie weniger Larven verlieren; zwei verschiedene Typen vorrätig zu haben, ist ein guter Anfang.

Wie benutzt man ein Umlarvwerkzeug? Schritt für Schritt

  1. Vorbereitung: Arbeiten Sie an einem kühlen, schattigen, windstillen Ort. Legen Sie Lichtquelle, feuchtes Tuch, Zuchtlatten und Werkzeug vorher bereit.
  2. Wabe holen: Kehren Sie die Wabe mit jungen Larven aus dem Zuchtvolk bienenfrei und bringen Sie sie sofort zum Arbeitsplatz; nicht erschüttern, nicht in der Sonne liegen lassen.
  3. Larve auswählen: Wählen Sie eine sichelförmige Larve, die am Zellboden in reichlich Futtersaft schwimmt und etwas größer als ein Stecknadelkopf ist. Eine Larve, die schon ein vollständiges „C“ bildet, ist zu alt.
  4. Von hinten ansetzen: Führen Sie die Werkzeugspitze an der Zellwand entlang von der Außenseite (Rückenseite) der Larvenkrümmung zum Boden und schieben Sie sie unter die Larve.
  5. Anheben: Heben Sie die Larve samt Futtersaft an, ohne sie umzudrehen. Die Larve muss auf der Spitze ihre Lage aus der Wabe behalten; die Seite, auf der sie liegt, darf sich nicht ändern.
  6. Absetzen: Berühren Sie mit der Spitze die Mitte des Näpfchenbodens und setzen Sie die Larve ab; beim Löffel mit flexibler Zunge auf den Schieber drücken, bei den anderen die Spitze leicht zurückziehen und abstreifen.
  7. Abdecken und einhängen: Decken Sie die belarvten Latten mit einem feuchten Tuch ab und geben Sie den Rahmen sofort nach Abschluss ins Volk.
Übertragen einer aus der Wabe entnommenen Larve mit einem feinen Metallwerkzeug in behandschuhter Hand
Umlarven mit einem Werkzeug mit feiner Metallspitze in behandschuhter Hand. Unten die Zuchtwabe, die zu belarvenden Näpfchen liegen bereit. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Trockenes, nasses und doppeltes Umlarven

  • Trockenes Umlarven: Die Larve wird in ein leeres Näpfchen gesetzt. Das ist verbreitet und bringt bei zügigem Arbeiten gute Ergebnisse.
  • Nasses Umlarven: Auf den Näpfchenboden kommt zuerst ein Tropfen mit Wasser verdünntes Gelée royale; das verzögert das Austrocknen der Larve und erleichtert ihr Ablösen vom Werkzeug.
  • Doppeltes Umlarven: Einen Tag nach dem ersten Umlarven wird die Larve aus dem angenommenen Näpfchen entfernt und durch eine neue, sehr junge Larve ersetzt. Ziel ist, dass die Larve, die das Näpfchen bereits reich mit Futtersaft vorfindet, von der ersten Stunde an gut versorgt wird; das erfordert zusätzlichen Aufwand.

Reinigung und Pflege des Werkzeugs

  • Während der Arbeit: Futtersaft und Wachs, die sich an der Spitze sammeln, mit einem sauberen, feuchten Tuch abwischen.
  • Nach der Arbeit: Die Spitze mit lauwarmem Wasser abwaschen und gut trocknen. Keine parfümierten Reiniger verwenden.
  • Kontrolle: Die Spitze regelmäßig unter der Lupe prüfen; eine aufgespaltene, verbogene oder aufgeraute Spitze verletzt die Larve und wird sofort ersetzt.
  • Aufbewahrung: Das Werkzeug so in einer Hülle oder Schachtel aufbewahren, dass die Spitze geschützt ist, fern von Chemikalien.
  • Krankheitsverdacht: Aus einem Volk mit Krankheitsanzeichen werden keine Larven entnommen; das Werkzeug kann Krankheiten zwischen Völkern übertragen.
Imker mit dünnen Handschuhen belarvt am Tisch einen Zuchtrahmen
Umlarven am Tisch: Zuchtwabe und Zuchtrahmen mit zwei Latten liegen nebeneinander. Ein ordentlicher Arbeitsplatz verkürzt die Umlarvzeit. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Häufige Fehler

  • Zu alte Larven wählen: Der Fehler, der die Qualität am stärksten senkt; bei unzureichendem Licht und fehlender Vergrößerung passiert er häufiger.
  • Die Larve umdrehen: Eine umgedrehte Larve kann im Futtersaft ersticken oder wird nicht angenommen.
  • Die Larve quetschen oder anstechen: Folge einer dicken oder rauen Spitze.
  • Zu langsam arbeiten: Eine offen liegende Larve vertrocknet in wenigen Minuten. Die Latten in kleinen Gruppen belarven und sofort abdecken.
  • Die Werkzeugspitze nicht kontrollieren: Eine abgenutzte Zunge kann monatelang unbemerkt benutzt werden.

Häufige Fragen

Welches Umlarvwerkzeug eignet sich für Einsteiger?

Der chinesische Umlarvlöffel mit flexibler Zunge ist günstig und verzeiht Fehler. Wer als zweiten Typ einen Löffel mit feiner Metallspitze ausprobiert, sieht, welcher besser in der Hand liegt.

Wie alt sollte die Larve zum Umlarven sein?

So jung wie möglich: frisch aus dem Ei geschlüpft, jünger als 24 Stunden. Je jünger die Larve, desto höher die Qualität der Königin und der Gelée-royale-Ertrag.

Wie oft wird die Zunge des Umlarvlöffels gewechselt?

Das hängt von der Nutzung ab. Sobald die Spitze aufspaltet, sich verbiegt oder nicht mehr leicht unter die Larve gleitet, sollte sie sofort ersetzt werden.

Trägt man beim Umlarven Handschuhe?

Dünne Einweghandschuhe sorgen für Hygiene und mindern das Feingefühl kaum. Mit dicken Imkerhandschuhen wird nicht umgelarvt.

VERWANDTE VIDEOS
VERWANDTE PDF-DATEIEN
Anlaşılabilir ArıcılıkSamsun İl Tarım ve Orman Müdürlüğühttps://samsun
Haydi ArıcılığaDoğu Karadeniz Projesi Bölge Kalkınma İdaresi Başkanlığ
HAYVAN YETĠġTĠRĠCĠLĠĞĠ VE SAĞLIĞI ARI BAKIMICemal Yeşilyurt Meslekî ve
HAYVAN YETĠġTĠRĠCĠLĠĞĠ VE SAĞLIĞI ARICILIK ...MEBhttp://www.megep.meb.
1 8. BÖLÜM EKLER EK-1 Hibe Başvuru Formu (Arıcılık) ...TARIM ve ORMAN
GETAT Arı Ürünleri İnovasyon Merkezi Fizibilite ÇalışmasıAnkara Kalkın

📝 Beiträge von Imkern

Noch keine Beiträge.