Beleuchtung beim Umlarven

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Lichtquellen für das Umlarven sind Beleuchtungsmittel wie Stirnlampe, verstellbare Tischlampe, Lupenleuchte und Taschenlampe, die beim Umlarven die eintägige Larve am Boden der Wabenzelle sichtbar machen. Gutes Licht erlaubt es, die Larve im richtigen Alter auszuwählen und sie unverletzt aufzunehmen; deshalb beeinflusst es in der Königinnenzucht und der Gelée-royale-Gewinnung unmittelbar Annahmerate und Qualität. Die Lichtquelle sollte hell, schattenfrei und augenschonend sein und vor allem keine Wärme abstrahlen.

Warum ist Licht beim Umlarven so wichtig?

Die gesuchte Larve ist frisch aus dem Ei geschlüpft, jünger als 24 Stunden und kaum größer als ein Stecknadelkopf. Sie liegt am Boden der Wabenzelle in einem glänzenden Futtersafttropfen. Da die Zelle tief und eng ist, liegt ihr Boden meist im Schatten; besonders in dunklen, bebrüteten Waben ist die Larve mit bloßem Auge schwer zu erkennen.

Bei schlechtem Licht passieren zwei Fehler: Entweder wählt man eine leichter sichtbare, ältere Larve, oder die Larve wird verletzt, weil man mit der Werkzeugspitze blind nach ihr sucht. Beides senkt die Qualität der Königinnen und den Gelée-royale-Ertrag. Königinnenzüchter sind sich einig, dass kräftiges, richtig ausgerichtetes Licht beim Umlarven das hilfreichste Hilfsmittel ist.

Eier und frisch geschlüpfte Larven am Boden von Wabenzellen
Eier und frisch geschlüpfte Larven am Zellboden. So klein ist die Larve, die beim Umlarven ausgewählt wird; erreicht das Licht den Zellboden nicht, ist sie nicht zu unterscheiden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Diese Seite behandelt die Beleuchtung beim Umlarven. Praktiken wie Bienen im Winter mit Kunstlicht „aktiv halten“ oder den Honigertrag mit Licht steigern sind in der Imkerei keine anerkannten Methoden; im Inneren der Beute ist es dunkel, und so soll es bleiben.

Welche Lichtquellen werden beim Umlarven verwendet?

Stirnlampe

Die verbreitetste und praktischste Lösung. Da das Licht aus Ihrer Blickrichtung kommt, erreicht es den Zellboden schattenfrei, und beide Hände bleiben frei. Sie lässt sich auch beim Umlarven im Freien am Bienenstand nutzen. Bevorzugt werden Modelle mit stufenweise regelbarer Helligkeit und wahlweise engem oder breitem Lichtkegel.

Tischlampe mit Gelenkarm

Geeignet für alle, die in einem geschlossenen Umlarvraum einen festen Arbeitsplatz einrichten wollen. Die Lampe wird über der Wabe und leicht hinter Ihnen positioniert; Hand und Werkzeug dürfen keinen Schatten ins Licht werfen.

Lupenleuchte

Leuchten mit ringförmig um eine Lupenlinse angeordneten LEDs. Sie liefern Licht und Vergrößerung zugleich; für Menschen mit Alterssichtigkeit und für lange Sitzungen sind sie sehr hilfreich. Der Arbeitsabstand zwischen Linse und Wabe muss so groß sein, dass Sie die Werkzeugspitze bequem führen können.

Taschenlampe

Nützlich für kleine Arbeiten im Freien, an Begattungskästchen oder um in der Beute ein Detail anzusehen. Weil beim Umlarven eine Hand für die Lampe gebraucht würde, verwendet man sie nur mit einem Helfer oder fest montiert.

Arbeiten an einem kleinen Begattungskästchen mit Beleuchtung durch eine Taschenlampe
Arbeiten an einem kleinen Begattungskästchen mit der Taschenlampe. Beschattete Zellen und Details sind nur mit gerichtetem Licht klar zu erkennen. Foto: Conall from Downpatrick, Northern Ireland / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Tageslicht

Ein heller, aber schattiger Platz bietet indirektes Tageslicht und kann für viele Imker ausreichen. Direkte Sonne kommt dagegen keinesfalls infrage: Sie trocknet die Larve in Minuten aus, erwärmt die Wabe und blendet.

Worauf achtet man bei der Wahl einer Lichtquelle?

EigenschaftWarum wichtig?Empfehlung
WärmeWarmes Licht trocknet Larve und Futtersaft ausLED; Glüh- und Halogenlampen meiden
HelligkeitsregelungHelle und dunkle Waben brauchen unterschiedlich viel LichtStufenweise oder stufenlos regelbar
LichtfarbeDie weiße Larve soll sich von Futtersaft und Wabengrund abhebenNeutral- oder Tageslichtweiß; sehr gelbes und sehr blaues Licht meiden
LichtkegelEin enger Kegel erreicht den Zellboden, ein breiter erhellt die UmgebungUmschaltbar zwischen beiden
FlimmernFlimmernde Billig-LEDs ermüden die AugenFlimmerfreies, gleichmäßiges Licht
StromversorgungEine Lampe, die mitten in der Sitzung ausgeht, unterbricht die ArbeitAkku und Ersatzbatterien; im Freien eine Ersatzlampe

Bienen nehmen rotes Licht schlecht wahr; darum stört rotes Licht die Bienen an der Beute weniger. Da die Umlarvwabe aber bienenfrei bearbeitet wird, spielt dieser Vorteil keine Rolle; rotes Licht erschwert es, die Larve zu erkennen. Beim Umlarven wird weißes Licht verwendet.

Wie positioniert man das Licht? Schritt für Schritt

  1. Umgebung vorbereiten: Wählen Sie einen kühlen, schattigen, windstillen oder geschlossenen Ort. Ist das Umgebungslicht leicht gedämpft und das Arbeitslicht kräftig, hebt sich die Larve deutlicher ab.
  2. Wabe neigen: Halten Sie die Wabe leicht schräg oder stellen Sie sie in einen Wabenständer zum Umlarven; die Zellböden sollen dem Licht und Ihrem Blick zugewandt sein.
  3. Licht in die Blickachse bringen: Das Licht muss aus derselben Richtung wie Ihr Blick oder direkt darüber kommen. Seitliches Licht wirft Schatten an der Zellwand.
  4. Helligkeit einstellen: Blendet ein Reflex im Futtersafttropfen, verringern Sie die Helligkeit oder ändern Sie den Winkel etwas.
  5. Wärme prüfen: Halten Sie die Hand unter die Lampe; spüren Sie Wärme, ist die Lampe zu nah oder ungeeignet.
  6. Pausen nicht vergessen: Gönnen Sie den Augen bei langen Sitzungen Ruhe; mit müden Augen wählt man eher zu alte Larven.
Entnahme einer Larve mit Umlarvlöffel mit flexibler Zunge aus einer schräg gehaltenen Zuchtwabe
Umlarven an einer schräg gehaltenen Wabe. Kommt das Licht aus der Blickrichtung, wird der Zellboden hell und die Larve erkennbar. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Umlarven mit feinem Metallwerkzeug an einer hellen Wabe
In einer hellen Wabe ist die Larve leichter zu sehen; in dunklen Waben steigt der Lichtbedarf. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie erkennt man im Licht die Larve im richtigen Alter?

  • Geeignete Larve: Eine dünne, sichelförmige Larve, die am Zellboden in einem reichlichen, glänzenden Futtersaftsee schwimmt und nur einen kleinen Teil des Zellbodens bedeckt.
  • Zu alte Larve: Eine Larve, die ein vollständiges „C“ bildet, bis an die Zellränder reicht und unter der nur noch wenig Futtersaft liegt. Bei gutem Licht ist dieser Unterschied sofort zu sehen.
  • Ei: Ein dünnes, weißes, stäbchenförmiges Gebilde, das aufrecht oder schräg am Zellboden steht; es wird nicht umgelarvt.
Eier und drei- bis viertägige Larven in Zellen mit entfernten Wänden
Wabe mit entfernten Zellwänden: drei- bis viertägige Larven, die bereits ein vollständiges „C“ bilden (oben links), und Eier in den übrigen Zellen. Diese Larven sind zum Umlarven zu alt; die gesuchte Larve ist viel kleiner. Foto: Waugsberg (talk · contribs) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Reinigung und Pflege

  • Lampengehäuse und Glas werden sauber gehalten und von Futtersaft- und Wachsspritzern befreit.
  • Das Stirnband der Stirnlampe sollte waschbar sein; Schweiß und Propolis setzen sich daran fest.
  • Akkulampen werden vor der Saison getestet; bei nachlassender Akkulaufzeit wird der Akku erneuert.
  • Im feuchten Umlarvraum werden Lampen fern von Wasser und Futter aufbewahrt.

Häufige Fehler

  • Umlarven in direkter Sonne: Die Larve vertrocknet, die Wabe erwärmt sich, man wird geblendet.
  • Wärme abstrahlende Lampe: Eine alte Glühbirne trocknet die Larve aus nächster Nähe aus.
  • Seitliche Beleuchtung: Der Zellboden bleibt im Schatten, und man wählt zu alte Larven.
  • Keine Ersatzlampe: Geht die Lampe mitten in der Sitzung aus, gehen die offen wartenden Larven verloren.

Häufige Fragen

Welches Licht ist zum Umlarven am besten?

Weißes LED-Licht, das keine Wärme abgibt und in der Helligkeit regelbar ist. Die Stirnlampe ist am praktischsten, die Lupenleuchte die bequemste Wahl für lange Sitzungen und bei Alterssichtigkeit.

Kann man im Sonnenlicht umlarven?

Nicht in direkter Sonne; die Larve vertrocknet. Geeignet sind ein heller Schattenplatz oder ein geschlossener, beleuchteter Raum.

Kann man mit rotem Licht umlarven?

Nicht empfehlenswert. Rotes Licht stört die Bienen zwar wenig, erschwert aber, die Larve von Futtersaft und Wabe zu unterscheiden.

Was tun, wenn das Licht nicht reicht?

Bringen Sie das Licht in die Blickachse, neigen Sie die Wabe und verwenden Sie eine helle (ein- bis zweimal bebrütete) Zuchtwabe. Arbeiten Sie bei Bedarf zusätzlich mit einer Lupe.

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