Arbeitsständer für Zuchtrahmen

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Der Umlarvständer (Wabenständer zum Umlarven) ist eine Arbeitsvorrichtung, die beim Umlarven die Zuchtwabe im gewünschten Winkel festhält und oft auch die Zuchtlatten oder den Zuchtrahmen daneben aufnimmt. Er erspart das Halten der Wabe in der Hand, erleichtert es, das Licht auf den Zellboden zu lenken, und beschleunigt das Umlarven. Für jeden Imker, der in der Königinnenzucht oder der Gelée-royale-Gewinnung lange Umlarvsitzungen durchführt, ist er ein einfaches, aber sehr nützliches Gerät.

Wozu dient ein Umlarvständer?

Beim Umlarven arbeitet man gleichzeitig mit zwei Rahmen: der Zuchtwabe, aus der die Larven entnommen werden, und dem Zuchtrahmen bzw. seinen Latten, in die die Larven gesetzt werden. Ohne Ständer hält entweder ein Helfer die Wabe, oder sie wird flach auf den Tisch gelegt. Eine gehaltene Wabe zittert; bei einer liegenden Wabe sieht man den Zellboden schlecht, und Nacken und Rücken ermüden schnell.

Der Ständer löst diese Probleme:

  • Stabilität: Die Wabe bewegt sich nicht; die Werkzeugspitze gleitet kontrollierter unter die Larve.
  • Winkel: Die Wabe wird so geneigt, dass die Zellböden dem Licht und Ihrem Blick zugewandt sind.
  • Freie Hände: Eine Hand führt das Werkzeug, die andere die Zuchtlatte oder die Lupe.
  • Tempo: Da Wabe und Latte nebeneinander stehen, wird die Bewegung pro Larve kürzer; die Zeit an der Luft verringert sich.
Der Umlarvständer ist kein Hilfsmittel, um Waben zwischen Beuten zu transportieren oder „umzuhängen“. Mit der Übertragung ist hier die Larvenübertragung, also das Umlarven, gemeint.
Umlarven am Tisch ohne Ständer mit Zuchtwabe und Zuchtrahmen
Umlarven am Tisch ohne Ständer: Die Zuchtwabe ist von Hand gegen den Tisch gelehnt, der Zuchtrahmen liegt davor. Ein Ständer ermöglicht dieselbe Arbeit in festem Winkel und bequemerer Haltung. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Arten von Umlarvständern

Ständer für die Zuchtwabe

Eine im Winkel verstellbare Aufhängung oder Wiege, die das Beutenrähmchen an den Seitenteilen oder Ohren hält. Die Wabe wird meist aus der Senkrechten nach hinten geneigt; so zeigen die Zellböden nach oben zum Licht. Bei einem guten Ständer lässt sich die Wabe leicht wenden, sodass beide Seiten genutzt werden können.

Halter für Zuchtlatten und Zuchtrahmen

Aufnahmen, die den Zuchtrahmen oder die herausgenommenen Zuchtlatten so halten, dass die Näpfchenöffnungen nach oben zeigen. Bei Rahmen mit drehbaren Latten wird die Latte umgedreht und in dieser Stellung fixiert. Der Halter steht direkt vor oder neben der Zuchtwabe, mit einer kurzen Handbewegung erreichbar.

Kombinierte Umlarvstation

Vorrichtungen, bei denen Wabenständer, Lattenhalter, Licht und Lupenarm auf einer gemeinsamen Platte vereint sind. Sie werden fest im geschlossenen Umlarvraum aufgebaut. Manche haben eine Abdeckhaube für die Wabe oder einen Halter für ein feuchtes Tuch; das verzögert das Austrocknen von Larven und Wabe.

Tragbarer Ständer für den Einsatz im Freien

Leichte, zusammenklappbare Ständer, die sich am Bienenstand, im Kofferraum oder im Zelt aufstellen lassen. Im Freien ist der Schutz vor Wind und Sonne wichtiger als der Ständer selbst; ein tragbarer Ständer sollte immer zusammen mit einem Sonnen- oder Windschutz eingeplant werden.

Zum Umlarven bereiter Zuchtrahmen mit Haltern auf den Latten
Ein zum Umlarven bereiter Zuchtrahmen. Werden die Latten so in einen Halter gesetzt, dass die Näpfchenöffnungen nach oben zeigen, lässt sich die Larve leichter absetzen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Welche Eigenschaften sollte ein guter Ständer haben?

EigenschaftWarum wichtig?
Standfester FußEine volle Wabe ist schwer; der Ständer darf weder kippen noch wackeln.
Verstellbarer WinkelUm bei unterschiedlichen Wabenfarben und Lichtverhältnissen den Zellboden zu sehen, muss sich der Winkel ändern lassen.
Passendes RähmchenmaßEr muss das Rähmchenmaß Ihres Beutentyps bequem und ohne Klemmen aufnehmen.
ArbeitshöheDie Wabe sollte etwa auf Augenhöhe sein; gebücktes Arbeiten führt zu Ermüdung und Fehlern.
HandgelenkauflageMit aufgelegter Hand zittert die Werkzeugspitze weniger.
TropfschaleVerhindert, dass aus der Wabe tropfender Honig und Nektar den Tisch verschmutzen.
Leichte ReinigungHonig, Wachs und Propolis setzen sich fest; die Oberfläche muss abwischbar sein.

Wie larvt man mit einem Ständer um? Schritt für Schritt

  1. Arbeitsplatz einrichten: Stellen Sie den Ständer an einen kühlen, schattigen, windstillen Ort. Legen Sie Lichtquelle, Lupe, feuchtes Tuch und Umlarvwerkzeug bereit.
  2. Latten einsetzen: Setzen Sie die Zuchtlatten mit den Näpfchenöffnungen nach oben in den Halter.
  3. Wabe holen: Kehren Sie die Wabe mit jungen Larven aus dem Zuchtvolk bienenfrei und hängen Sie sie ohne Verzögerung in den Ständer.
  4. Winkel einstellen: Neigen Sie die Wabe so weit nach hinten, dass die Zellböden dem Licht und Ihrem Blick zugewandt sind.
  5. Umlarven: Legen Sie das Handgelenk auf die Auflage und übertragen Sie die Larven der Reihe nach in die Näpfchen. Ist eine Latte fertig, decken Sie sie mit dem feuchten Tuch ab.
  6. Abschließen: Setzen Sie die Latten in den Rahmen und geben Sie ihn ohne Wartezeit ins Volk; hängen Sie auch die Wabe zurück ins Zuchtvolk.
Entnahme einer Larve mit Umlarvlöffel mit flexibler Zunge aus einer von Hand gehaltenen Zuchtwabe
Ohne Ständer wird die Wabe von Hand gehalten oder angelehnt; eine Hand ist ständig beschäftigt. Der Ständer übernimmt diese Aufgabe und verhindert, dass die Wabe zittert. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Kann man einen Ständer selbst bauen?

Ja. Ein einfacher Ständer kann aus einem Holzgestell bestehen, bei dem zwischen zwei Pfosten zwei Aussparungen für die Rähmchenohren eingeschnitten sind. Macht man die Pfosten mit einem Scharnier und einer feststellbaren Stütze neigbar, lässt sich der Winkel einstellen. Davor kommt eine gekerbte Leiste, in der die Zuchtlatten sitzen.

  • Material: Geruchsneutrales, unlackiertes und ungestrichenes Holz oder rostfreies Metall.
  • Maß: Die Innenbreite richtet sich nach Ihrem Beutenrähmchen; bei mehreren Beutentypen verstellbare Aufnahmen bauen.
  • Sicherheit: Die Wabe darf nach dem Einhängen nicht herausrutschen; den Fuß breit halten.

Reinigung und Hygiene

Der Ständer kommt mit Waben verschiedener Völker in Berührung. Waben aus einem Volk mit Krankheitsanzeichen werden nicht eingehängt; im Verdachtsfall kommt keine weitere Wabe hinein, bevor der Ständer gereinigt ist.

  • Nach jeder Sitzung Honig- und Wachsreste abkratzen und die Oberfläche mit lauwarmem Wasser abwischen.
  • Holzteile vollständig trocknen lassen; feuchtes Holz schimmelt.
  • Keine parfümierten Reinigungsmittel oder Chemikalien verwenden; den Ständer nicht im selben Schrank wie Behandlungsmittel lagern.
Übertragen einer Larve mit feinem Metallwerkzeug an einer hellen Wabe
Helle Wabe und Zuchtlatte nebeneinander: Liegen beide Teile nah beieinander, wird die Bewegung für jede Larve kürzer. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Häufige Fehler

  • Den Ständer in der Sonne aufstellen: Wabe und Larven trocknen aus; der Ständer wird immer im Schatten benutzt.
  • Die Wabe zu steil stellen: Der Zellboden ist nicht zu sehen, man wählt zu alte Larven.
  • Wackelnder Ständer: Die Werkzeugspitze zittert, die Larve wird verletzt.
  • Den Lattenhalter zu weit weg stellen: Lange Handbewegungen bei jeder Übertragung erhöhen das Risiko, dass die Larve vom Werkzeug fällt.

Häufige Fragen

Braucht man zum Umlarven unbedingt einen Ständer?

Nein; für einige Dutzend Larven kann man die Wabe in der Hand halten oder anlehnen. Bei regelmäßigen, langen Umlarvsitzungen bringt ein Ständer Tempo und Bequemlichkeit.

In welchem Winkel sollte die Wabe stehen?

Einen festen Winkel gibt es nicht; neigen Sie die Wabe so weit nach hinten, dass die Zellböden dem Licht und Ihrem Blick zugewandt sind. Deshalb ist ein verstellbarer Ständer praktisch.

Kann man den Ständer im Freien verwenden?

Ja, es gibt zusammenklappbare Ständer. Im Freien braucht man aber einen Sonnenschutz oder ein Zelt gegen Wind und Sonne.

Aus welchem Material sollte der Ständer sein?

Aus geruchsneutralem, ungestrichenem Holz oder rostfreiem Metall. Dass er sich leicht abwischen lässt und nicht wackelt, ist wichtiger als das Material.

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