Löffel für Gelée Royale

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Der Erntelöffel für Gelée royale ist ein Handwerkzeug mit kleiner, leicht gewölbter Spitze, mit dem das Gelée royale vom Boden des von der Larve befreiten Näpfchens abgestreift und in das Sammelgefäß übertragen wird. So einfach er aussieht: Material, Spitzenform und Sauberkeit beeinflussen unmittelbar die Reinheit des Produkts und das Erntetempo. Verwendet werden Löffel aus lebensmitteltauglichem Kunststoff, Edelstahl, Glas oder Holz; in größerem Maßstab kann ein Vakuumsauger den Löffel ersetzen.

Wozu dient ein Erntelöffel für Gelée royale?

Gelée royale wird etwa 72 Stunden nach dem Umlarven aus den Näpfchen geerntet. Bei der Ernte wird zuerst der von den Bienen angebaute Wachsaufsatz abgeschnitten, dann wird die Larve mit einer Pinzette entnommen, und schließlich wird der weiße, cremige Futtersaft am Näpfchenboden aufgenommen. Die Menge je Näpfchen ist sehr gering; unter guten Bedingungen liegt sie bei einigen hundert Milligramm pro Näpfchen. Aufgabe des Löffels ist es, diese kleine Menge vollständig, ohne Wachs- und Larvenreste und zügig zu ernten.

Junge Larven, die in zwei geöffneten Näpfchen auf dem Gelée royale schwimmen
In den geöffneten Näpfchen schwimmen die Larven auf dem Futtersaft. Vor dem Ernten mit dem Löffel wird die Larve unverletzt entnommen. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Aus welchem Material sollte der Erntelöffel sein?

Gelée royale ist ein saures Produkt (pH-Wert etwa 3,5–4,5). Deshalb verwendet man Materialien, die nicht mit dem Futtersaft reagieren, keinen Geruch abgeben und leicht zu reinigen sind.

MaterialVorteilWorauf achten
Lebensmitteltauglicher KunststoffLeicht, biegsam, günstig; die Spitze kann dünn ausgeführt werdenVerkratzt mit der Zeit und kann Geruch annehmen; bei Verschleiß ersetzen
EdelstahlRobust, leicht zu reinigen, sterilisierbarMuss wirklich rostfrei sein; Spitze glatt und abgerundet
GlasReaktionsträge, geruchsneutral, leicht zu reinigenZerbrechlich; eine abgebrochene Spitze kann Glassplitter ins Produkt bringen
Holz oder BambusTraditionell; reagiert nicht mit dem FuttersaftPorös; schwer vollständig zu reinigen und zu trocknen, kann schimmeln

Grundregel: Rostende Metalle, Metalle mit abgeplatzter Beschichtung oder reaktionsfreudige Metalle wie Kupfer und Aluminium werden nicht verwendet. Edelstahl ist geeignet.

Welche Form sollte ein guter Erntelöffel haben?

  • Spitzengröße: Sie muss klein genug sein, um bequem bis zum Näpfchenboden zu reichen. Eine große Spitze lässt Futtersaft am Boden zurück; eine sehr kleine erfordert mehrere Bewegungen je Näpfchen.
  • Wölbung: Eine leicht gewölbte Spitze erlaubt es, den runden Näpfchenboden in einer Bewegung auszustreifen.
  • Rand: Er muss abgerundet und glatt sein; ein scharfer Rand kratzt am Näpfchen, besonders am Wachsnäpfchen, und bringt Wachs in den Futtersaft.
  • Griff: Ein schlanker, aber rutschfester Griff verhindert, dass die Hand bei Hunderten von Näpfchen ermüdet.
  • Doppelende: Manche Löffel haben ein Ende zum Ernten und eines zum Entnehmen der Larve. Das ist praktisch, doch aus hygienischer Sicht ist es sicherer, die Werkzeuge für beide Arbeiten getrennt zu halten.
Larven im Gelée royale in Kunststoffnäpfchen, darüber Ammenbienen
Erntereife Näpfchen mit Larven im Gelée royale. Die Löffelspitze muss klein genug sein, um bis zum Näpfchenboden zu reichen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie erntet man Gelée royale mit dem Löffel? Schritt für Schritt

  1. Umgebung vorbereiten: Arbeiten Sie in einem bienendichten, kühlen, schattigen und sauberen Raum. Die Hände sind gewaschen oder stecken in Einweghandschuhen, die Haare unter einer Haube.
  2. Gefäß kühl halten: Das Sammelgefäß (kleines dunkles Glas) steht auf einer kalten Unterlage oder einem Kühlakku.
  3. Näpfchenöffnung begradigen: Schneiden Sie den von den Bienen angebauten Wachsaufsatz mit einem scharfen Messer ab; achten Sie darauf, dass keine Krümel ins Näpfchen fallen.
  4. Larve entnehmen: Heben Sie die Larve mit einer feinen Pinzette heraus, ohne sie anzustechen. Die Körperflüssigkeit einer verletzten Larve gelangt in den Futtersaft.
  5. Futtersaft aufnehmen: Führen Sie die Löffelspitze an der Näpfchenwand entlang zum Boden und streifen Sie den Futtersaft mit einer einzigen Drehbewegung aus.
  6. Ins Gefäß geben: Streifen Sie den Futtersaft vom Löffel am inneren Rand des Gefäßes ab; tauchen Sie den Löffel nicht in den Futtersaft ein.
  7. Sofort kühlen: Verschließen Sie das volle Gefäß und stellen Sie es in die Kühlung; warten Sie nicht, bis die Arbeit fertig ist.
Larve in einer dicken Schicht Gelée royale in einem geöffneten Näpfchen
Eine dicke Schicht Gelée royale in einem geöffneten Näpfchen, darin die Larve. Nach dem Entnehmen der Larve wird der Futtersaft in einer Bewegung vom Boden abgestreift. Foto: L. Rusert / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Löffel oder Vakuumsauger?

Bei wenigen Näpfchen genügt ein Löffel, der zudem leicht zu reinigen ist. In der regelmäßigen Produktion mit Hunderten von Näpfchen wird dagegen ein Vakuumsauger bevorzugt: Eine feine Saugspitze zieht den Futtersaft direkt in die Sammelflasche, im Näpfchen bleibt weniger zurück, und die Arbeit geht schneller.

  • Vorteil des Löffels: Günstig, einfach, leicht zu reinigen; man sieht den Futtersaft im Näpfchen beim Aufnehmen.
  • Vorteil des Vakuums: Tempo und weniger Verlust; weniger Handkontakt mit dem Produkt.
  • Worauf beim Vakuum achten: In Schlauch, Spitze und Behälter zurückbleibender Futtersaft verdirbt und gelangt in die nächste Charge; nach jedem Einsatz zerlegen, reinigen und vollständig trocknen.

Reinigung und Aufbewahrung des Erntelöffels

  1. Vorspülen mit kaltem Wasser: Futtersaftreste abspülen; heißes Wasser kann Eiweiße an der Oberfläche festbacken.
  2. Waschen mit lauwarmem Wasser: Bei Bedarf einen lebensmitteltauglichen, geruchlosen Reiniger verwenden.
  3. Gründlich spülen: Keine Spülmittelreste zurücklassen.
  4. Vollständig trocknen: Besonders Holzlöffel ganz trocknen lassen; bleibt Feuchtigkeit, schimmeln sie.
  5. Geschlossen aufbewahren: In einer sauberen, staubfreien Box zusammen mit Larvenpinzetten und Messern als Ernteset lagern.
Legen Sie den Löffel während der Ernte nicht auf den Tisch, die Schürze oder die bloße Hand. Ein heruntergefallener oder verschmutzter Löffel wird durch einen neuen ersetzt; halten Sie für jede erntende Person einige saubere Ersatzlöffel bereit.

Häufige Fehler

  • Futtersaft ernten, ohne die Larve zu entnehmen: Larventeile gelangen ins Produkt.
  • Löffel mit scharfem Rand: Das Wachsnäpfchen wird angekratzt, Wachskrümel geraten in den Futtersaft.
  • Löffel aus rostendem Metall: Der saure Futtersaft reagiert mit dem Metall, Geschmack und Farbe verändern sich.
  • Zu langsam arbeiten: Futtersaft, der lange bei Raumtemperatur steht, verliert an Qualität.
  • Den Löffel nicht gut trocknen: Ein feuchter Löffel verunreinigt bei der nächsten Ernte das Produkt.
Herangewachsene Königinnenlarven in geöffneten Weiselzellen mit darüberliegendem Gelée royale
Ältere Königinnenlarven füllen die Zelle fast aus, der Futtersaft bleibt nur als dünne Schicht obenauf. Deshalb wird Gelée royale am dritten Tag geerntet, wenn die Futtersaftmenge am höchsten ist. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Häufige Fragen

Darf man Gelée royale mit einem Metalllöffel ernten?

Ein Edelstahllöffel ist geeignet. Rostende Löffel, solche mit beschädigter Beschichtung oder aus reaktionsfreudigen Metallen werden nicht verwendet.

Warum wird ein Holzlöffel nicht empfohlen?

Holz reagiert nicht mit dem Futtersaft, ist aber porös; es lässt sich schwer vollständig reinigen und trocknen und kann schimmeln. Wird er dennoch verwendet, sollte er häufig ersetzt werden.

Wie gibt man den geernteten Futtersaft vom Löffel ins Gefäß?

Indem man den Löffel am inneren Gefäßrand abstreift; den Löffel in den Futtersaft im Gefäß zu tauchen, erhöht das Risiko von Verunreinigung und Verlust.

Wann lohnt sich der Umstieg auf einen Vakuumsauger?

Wenn bei jeder Ernte Hunderte von Näpfchen bearbeitet werden. Das Vakuum spart Zeit, erfordert aber eine gründliche Reinigung von Schlauch und Behälter.

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