Filtersysteme

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Filtriersysteme sind Siebe, Seiher, Siebbeutel und Klärbehälter, mit denen Bienenprodukte physikalisch von Fremdstoffen wie Wachs, Larven, Bienenteilen und Staub getrennt werden. Beim Honig genügen Grob- und Mittelsiebe; eine so feine Filtration, dass auch der Pollen entfernt wird, löscht die Herkunft des Honigs aus und fällt rechtlich in eine eigene Produktklasse. Bei Gelée royale ist feines Sieben dagegen ein Pflichtschritt, damit das Produkt keine Larven- und Wachsteile enthält.

Warum werden Bienenprodukte gefiltert?

Ziel des Filtrierens ist nicht, das Produkt zu verändern, sondern abzutrennen, was nicht dazugehört. Der aus der Honigschleuder fließende Honig trägt Wachs- und Deckelkrümel mit sich; im aus den Näpfchen geernteten Gelée royale können Larven- und Wachsteile sein; bei der Herstellung von Propolistinktur bleiben unlösliches Wachs und Holzreste zurück.

  • Aussehen und Vertrauen: Im Glas schwimmende Wachskrümel stören den Käufer.
  • Haltbarkeit: Fremdpartikel können die Kristallisation beschleunigen und Schaum und Bodensatz bilden.
  • Rechtskonformität: Der Türkische Lebensmittelkodex definiert Gelée royale als „larvenfreies“ Produkt; bei Honig verlangt er, dass der Pollen erhalten bleibt.

Wie und mit welchem Sieb wird Honig gesiebt?

Beim Sieben von Honig gilt eine einfache Regel: Grobes heraus, Pollen drin lassen. In der Türkei erlaubt die Honigverordnung des Türkischen Lebensmittelkodex bei keinem Honig außer „filtriertem Honig“ eine Filtration mit Porenweiten unter 0,2 mm. Nach der Verordnung muss Honig, dessen Pollengehalt auf diese Weise verringert wurde, unter der Bezeichnung „filtrierter Honig“ und mit diesem Hinweis verkauft werden. Honig, der als „Rohhonig“ bezeichnet werden soll, muss durch Filter mit Porenweiten über 0,3 mm gesiebt worden sein.

SiebartWas hält es zurück?Wo wird es eingesetzt?
GrobsiebGroße Wachs- und Deckelstücke, BienenteileDirekt unter dem Schleuderhahn, als erstes Sieb
MittelsiebKleine WachskrümelUntere Lage des Doppelsiebs oder zweites Sieben
Siebbeutel (Stoff oder Nylon)Feine Wachskrümel; je nach MaschenweiteAuf der Öffnung des Klärkessels oder Abfülleimers
DruckfeinfilterSehr kleine Partikel einschließlich PollenNur bei der Herstellung von „filtriertem Honig“; beim normalen Sieben des Imkers nicht verwendet
Zweilagiges Edelstahl-Honigsieb auf einem Eimer
Zweilagiges Edelstahl-Doppelsieb: Die obere Lage hält grobes Wachs zurück, die untere kleine Krümel. Der Honig gelangt samt Pollen in den Eimer. Foto: Prosperosity / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Siebbeutel und flexible Siebe

In der Hobbyimkerei sehr verbreitet sind kegelförmige Siebbeutel, die über die Eimeröffnung gespannt oder in ein Gestell gehängt werden. Der Honig läuft durch sein Eigengewicht durch, das Wachs bleibt im Beutel. Ist der Beutel voll und verstopft, wird er gewechselt; drückt man einen verstopften Beutel aus, gelangt auch Wachs in den Eimer.

Kegelförmiger Honigsiebbeutel, über einem Eimer aufgehängt
Ein in ein Gestell über dem Eimer gehängter Spitzsiebbeutel. Der Honig läuft durch sein Eigengewicht durch. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Wachskrümel, die sich in einem über den Eimer gespannten flexiblen Sieb sammeln
Ein über den Eimerrand gespanntes flexibles Sieb. Wachskrümel aus der Schleuder bleiben im Sieb, der Honig läuft in den Eimer. Foto: U.S. Department of Agriculture Lance Cheung/Multimedia PhotoJournalist / Wikimedia Commons · Public domain

Klärbehälter

Im gewerblichen Maßstab fließt der Honig aus der Schleuder per Pumpe oder direkt in einen Klärbehälter mit Sieb. Im Behälter befinden sich eine oder mehrere Sieblagen; der gesiebte Honig ruht im Behälter, Schaum steigt an die Oberfläche, und über den Hahn am Boden wird klarer Honig entnommen.

Honig läuft durch ein flexibles Sieb in einen Edelstahlbehälter, oben sammelt sich Wachs
Auf dem flexiblen Sieb gesammelte Wachskrümel und der darunter in den Edelstahlbehälter laufende Honig. Das Sieb wird geleert, sobald es durchhängt und voll ist. Foto: U.S. Department of Agriculture Lance Cheung/Multimedia PhotoJournalist / Wikimedia Commons · Public domain

Falsche Filtrierpraktiken bei Honig

Manche Verfahren, die in älteren Quellen und Verkaufstexten zum „Reinigen“ von Honig empfohlen werden, verändern in Wahrheit seine Natur:

  • Filtration über Aktivkohle: Entfernt Farbe, Aroma und einige Inhaltsstoffe. Ein Verfahren, das honigeigene Bestandteile entfernt, ist für Honig ungeeignet.
  • Mit heißem Wasser mischen und sieben: Wasserzusatz erhöht den Wassergehalt, führt zu Gärung und ist eine Verfälschung. Honig darf nichts zugesetzt werden.
  • Sieben bei hoher Temperatur: Den Honig zu erhitzen, um das Sieben zu beschleunigen, erhöht den HMF-Gehalt und schädigt die Enzyme. Ist Erwärmen nötig, sollte die Honigtemperatur etwa 40 °C nicht überschreiten.
  • „Klären“ mit sehr feinen Filtern: Entfernt den Pollen; botanische und geografische Herkunft lassen sich dann nicht mehr nachweisen.
Optisch „kristallklarer“ Honig ist nicht gleichbedeutend mit hochwertigem Honig. Richtig gesiebter Honig enthält Pollen; dieser Pollen ist der Ausweis des Honigs und die Grundlage der Herkunftsanalyse.

Wie wird Gelée royale gesiebt?

Bei der Gelée-royale-Ernte wird zuerst die Larve mit einer Pinzette aus dem Näpfchen entnommen, dann das Gelée royale mit einem Spatel oder einem Vakuumsauger geerntet. Dabei können Larventeile, Wachskrümel und vom Näpfchenrand abgelöste Partikel ins Produkt gelangen.

  1. Sauber und kühl arbeiten: Gesiebt wird im Schatten oder in einem sauberen Raum, bevor sich das Produkt erwärmt.
  2. Feines Nylon- oder Edelstahlsieb verwenden: Gelée royale ist zähflüssig; es wird mit einem Spatel leicht durch das Sieb gedrückt.
  3. Metallkontakt begrenzen: Gelée royale ist sauer; nur Geräte aus Edelstahl oder lebensmitteltauglichem Kunststoff verwenden.
  4. Sofort abfüllen und kühlen: Gesiebtes Gelée royale kommt in lichtundurchlässige, luftdichte Behälter und ohne Verzögerung in den Kühl- oder Gefrierschrank.
Larven und Gelée royale in geöffneten Weiselzellen
Larven und Gelée royale in geöffneten Weiselzellen. Bei der Ernte wird die Larve entfernt; ins Gelée royale geratene Larven- und Wachsteile werden durch feines Sieben beseitigt. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie werden Pollen und Propolis gereinigt?

  • Pollen: Pollen aus der Pollenfalle wird mit Sieben und durch Ausblasen von Bienenteilen, Staub und Krümeln befreit. Das ist eine Art Trockenfiltration; feiner Staub fällt durch das Sieb, die Höschen bleiben oben.
  • Propolistinktur: Nachdem Rohpropolis im Lösungsmittel angesetzt wurde, werden unlösliches Wachs und Holzteile durch Filterpapier oder ein feines Tuch abgetrennt. Nach dem Türkischen Lebensmittelkodex darf Rohpropolis nicht direkt an den Endverbraucher abgegeben werden; Propolis allein darf nur als Nahrungsergänzungsmittel in Verkehr gebracht werden.

Worauf achtet man bei der Wahl eines Filtriersystems?

  • Material: Edelstahl in Lebensmittelqualität oder lebensmitteltaugliches Nylon und Kunststoff.
  • Maschenweite: Für Honig Grob- und Mittelsieb; nicht unter die 0,2-mm-Grenze der Verordnung gehen.
  • Kapazität: Das Sieb muss mit dem Durchfluss der Schleuder mithalten; ein zu kleines Sieb läuft über.
  • Leichte Reinigung: Zerlegbare, eckenlose, reißfeste Siebe.
  • Ersatz: Ein zweiter Satz, um ein verstopftes Sieb ohne Wartezeit wechseln zu können.

Pflege der Siebe und Hygiene

  1. Wachs abtrennen: Das im Sieb verbliebene Wachs sammeln und zum Einschmelzen beiseitelegen.
  2. Mit lauwarmem Wasser waschen: Honig löst sich in Wasser; Wachs wird in heißem Wasser weich. Sehr heißes Wasser kann Kunststoff- und Nylonsiebe beschädigen.
  3. Trocknen: Ein feuchtes Sieb schimmelt; erst nach vollständigem Trocknen wegräumen.
  4. Ersetzen: Gerissene, verformte oder riechende Siebe werden nicht mehr verwendet.

Häufige Fragen

Wie oft sollte Honig gesiebt werden?

Meist genügt es, ihn einmal durch Grob- und Mittelsieb laufen zu lassen und anschließend klären zu lassen. Die eigentliche Reinigung leistet das Klären.

Entfernt ein Siebbeutel den Pollen aus dem Honig?

Die in der Imkerei üblichen Siebbeutel lassen den Großteil des Pollens durch. Pollenverlust entsteht bei sehr feinen Druckfiltern.

Darf Gelée royale ungesiebt verkauft werden?

Nein. Gelée royale ist rechtlich als larvenfreies Produkt definiert; Larven- und Wachsteile müssen entfernt werden.

Ist trüber Honig schlecht gesiebt?

Nicht immer. Honig, der zu kristallisieren beginnt, oder pollenreicher Honig kann trüb aussehen. Sind Schaum und Wachs an der Oberfläche, wurde nicht lange genug geklärt.

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