Futterzusatzstoffe

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Futterergänzungen sind fertige oder vom Imker zubereitete Futtermittel, die einem Volk gegeben werden, wenn natürlicher Nektar und Pollen nicht ausreichen: Zucker, Sirup und Futterteig für Energie, Pollenersatz und Pollenergänzung für Eiweiß. Diese Seite behandelt diese Futtermittel als „Material“: welche Arten es gibt, worauf man beim Kauf auf dem Etikett achtet, wie sie gelagert werden und welche Fehler dem Volk schaden.

Was ist eine Futterergänzung und wann ist sie nötig?

Ein Honigbienenvolk bezieht seine Energie normalerweise aus Nektar und Honig, sein Eiweiß aus Pollen. Eine Futterergänzung ist ein ergänzendes Futter für Zeiten, in denen diese natürlichen Quellen nicht ausreichen. Typische Situationen:

  • Fehlender Wintervorrat: Wenn nach der Ernte oder in einem Mangeljahr nicht genug Honig in der Beute geblieben ist.
  • Hungergefahr im Spätwinter: Wenn der Vorrat zur Neige geht und es zu kalt ist, um Sirup zu füttern.
  • Pollenmangel: Wenn die Königin mit der Eiablage begonnen hat, in der Natur aber kein Pollen verfügbar ist.
  • Neue Völker: Schwärme, Ableger und Paketbienen brauchen viel Energie, um Waben zu bauen.

Füttern ist eine Managemententscheidung, keine Routine. Eine Entscheidungstabelle, welches Futter in welcher Situation gegeben wird, finden Sie auf der Seite „Fütterung: Sirup, Futterteig und Pollen“.

Energieergänzungen: Zucker, Sirup und Futterteig

Weißer Zucker (Saccharose)

Weißer raffinierter Zucker ist der verlässlichste und verbreitetste Rohstoff für die Bienenfütterung. Ob er aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr stammt, spielt keine Rolle; wichtig ist, dass er raffiniert, weiß und ohne Zusätze ist. Sirup wird nach Gewicht angesetzt: dünner Sirup (1 : 1) für das Frühjahr und den Wabenbau, dicker Sirup (2 : 1) im Herbst für den Wintervorrat. Die Zubereitung wird auf der Seite „Sirupfütterung“ beschrieben.

Weißer Zucker wird in einen Eimer geschüttet
Für Sirup abgewogener weißer Zucker wird in einen lebensmittelechten Eimer geschüttet. Der verlässlichste Rohstoff für die Bienenfütterung ist weißer Raffinadezucker. Foto: C.hahn / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Verrühren von Zucker und Wasser im Eimer
Der in lauwarmes Wasser gegebene Zucker wird gerührt, bis er sich vollständig gelöst hat. Zucker muss weder gekocht noch karamellisiert werden. Foto: C.hahn / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Fertigsirupe (Invertzucker, Glucose-Fructose)

Als Bienenfutter verkaufte Fertigsirupe sind meist Invertzucker oder Glucose-Fructose-Mischungen. Das Anrühren entfällt, und in großen Betrieben spart man Arbeitszeit. Beim Kauf ist zu beachten:

  • Muss als Bienenfutter hergestellt sein: Manche Sirupe für die Lebensmittelindustrie können für Bienen ungeeignete Zucker oder Stärkereste enthalten.
  • HMF-Gehalt: HMF (Hydroxymethylfurfural), das beim Erhitzen von Zucker und bei langer warmer Lagerung entsteht, ist für Bienen schädlich. Erfragen Sie diesen Wert beim Hersteller; verwenden Sie keinen Sirup, der monatelang in einem warmen Lager stand.
  • Kristallisation: Manche Sirupe kristallisieren bei Kälte oder langer Lagerung; kristallisierter Sirup kann im Futtergeschirr unbrauchbar werden.
  • Haltbarkeit: Angebrochene Kanister können gären; bald aufbrauchen.

Futterteig (Fondant) und Zuckerteig

Bienenfutterteig ist ein fast wasserfreies, festes Zuckerfutter und bei kaltem Wetter eine Notenergiequelle, die die Traube direkt aufnehmen kann. Fertiger Fondant hat eine gleichmäßige Konsistenz und ist lange haltbar. Für selbst gemachten Futterteig wird Puderzucker ohne Zusätze bevorzugt; Puderzucker mit Stärkezusatz kann im Winter zu Verdauungsproblemen beitragen. Einzelheiten finden Sie auf der Seite „Futterteig füttern“.

Zwei von den Bienen angefressene Fondantpakete auf der Abdeckung
Zwei auf die Abdeckung gelegte Fondantpakete; beim rechten haben die Bienen die Mitte bereits aufgezehrt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Verpackter fertiger Futterteig auf den Oberträgern
Fertiger Futterteig, dessen Verpackung unten geöffnet und der auf die Oberträger gelegt wurde. Festes Futter muss direkt über der Traube liegen. Foto: ajr595 / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Eiweißergänzungen: Pollenersatz und Pollenergänzung

Sirup und Futterteig liefern nur Energie; für die Brutaufzucht ist Eiweiß nötig. Eiweißergänzungen fallen in zwei Gruppen:

  • Pollenersatz: Eine Eiweißmischung ohne echten Pollen (Bestandteile wie hitzebehandeltes Sojamehl, Bierhefe und Zucker). Das Risiko, Krankheiten einzuschleppen, ist gering, doch die Bienen nehmen ihn weniger gern an als natürlichen Pollen, und sein Nährwert ist im Vergleich zu Pollen begrenzt.
  • Pollenergänzung: Ein Eiweißfutter, das echten Pollen enthält. Es ist attraktiver; Herkunft und Hygiene des Pollens sind jedoch sehr wichtig.

Eiweißergänzungen werden meist als weicher Teig (Pollenteig) direkt über dem Brutbereich gegeben. Einzelheiten zu Zubereitung und Fütterung finden Sie auf der Seite „Pollenfütterung“.

Gelber Eiweißteig mit aufgeschnittener Verpackung auf der Abdeckung
Fertiger Eiweißteig mit aufgeschnittener Verpackung auf der Abdeckung; er wird so über das Loch gelegt, dass die Bienen ihn erreichen. Eiweißfutter wird in kleinen Mengen und häufig gegeben. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Füttern Sie keinen Pollen und keinen Honig unbekannter Herkunft. Pollen und Honig von anderen Ständen oder aus dem Handel können Sporen der Amerikanischen Faulbrut, Pilzkrankheiten und Pestizidrückstände enthalten. Auch Milchpulver (Lactose) und Mehl sind keine geeigneten Eiweißquellen für Bienen.

Worauf achtet man beim Kauf einer fertigen Futterergänzung auf dem Etikett?

  1. Verwendungszweck: Ist das Produkt ausdrücklich als Bienenfutter hergestellt?
  2. Zutatenliste: Sind Zuckerarten, Eiweißquellen und Zusätze klar angegeben? Seien Sie bei Produkten mit Lactose, Stärke oder nicht offengelegten „Spezialzusätzen“ vorsichtig.
  3. Eiweißgehalt (bei Eiweißfutter): Ist angegeben, wie viel Eiweiß das Produkt enthält?
  4. Herstellungs- und Verfallsdatum: Frische Ware bevorzugen; besonders bei Sirupen steigt HMF mit der Zeit.
  5. Lagerbedingungen: Ein Produkt, das kühl und trocken gelagert werden muss, sollte nicht in einem warmen Lager gestanden haben.
  6. Versprechen: Vertrauen Sie keinem Futterprodukt mit Arzneimittelaussagen wie „verhindert oder heilt Krankheiten“. Zu Produkten mit Vitaminen und „stärkenden“ Zusätzen siehe die Seite „Nahrungsergänzungen und Vitamine“.

Futterergänzungen im Vergleich

ErgänzungLiefertWannAchtung
Dünner Sirup (1 : 1)Energie, AnregungFrühjahr, neue VölkerWenig und häufig; nicht bei aufgesetztem Honigraum
Dicker Sirup (2 : 1)Energie, WintervorratHerbst, vor dem KälteeinbruchGroße Menge in kurzer Zeit
Fertiger InvertsirupEnergieJede Zeit, in der Sirup verwendet wirdMuss Bienenfutter sein; HMF und Lagerung
Futterteig (Fondant)NotenergieMitte und Ende des WintersDirekt über die Traube
Pollenersatz / PollenergänzungEiweißSpätwinter, PollenmangelNur bei unzureichendem Pollen; auch den Vorrat beobachten

Wie lagert man Futterergänzungen?

  • Zucker: Trocken, verschlossen und feuchtigkeitsgeschützt; verklumpter, aber sauberer Zucker kann verwendet werden.
  • Fertigsirup: Kühl und ohne direkte Sonne; angebrochene Kanister bald aufbrauchen. Gärender, sauer riechender oder schäumender Sirup wird entsorgt.
  • Futterteig: In der Verpackung, kühl und trocken, geschützt vor Ameisen und Mäusen.
  • Pollenteig und Pollen: Kurzzeitig im Kühlschrank, für längere Zeit in der Tiefkühltruhe. Verschimmeltes Eiweißfutter wird keinesfalls gegeben.

Häufige Fehler

  • Braunen Zucker, Melasse oder Traubensirup verwenden: Unverdauliche Stoffe können besonders im Winter Durchfall verursachen.
  • Zucker kochen und karamellisieren: Es entsteht für Bienen schädliches HMF.
  • Bei aufgesetztem Honigraum füttern: Der Sirup wird in den Honigraum getragen; das Erzeugnis ist dann kein Honig, sondern eine Verfälschung.
  • Mehr Eiweiß als nötig geben: Nicht verzehrter Teig trocknet aus, schimmelt und lockt Schädlinge an.
  • Ohne Vorratskontrolle füttern: Futter, das gegeben wird, ohne die Beute anzuheben oder zu wiegen, reicht entweder nicht aus oder ist verschwendet.
Im Winter verhungerte Bienen mit den Köpfen in den Zellen
Ein am Winterende verhungertes Volk: Die Bienen stecken mit den Köpfen in den Zellen. Eine rechtzeitig gegebene Energieergänzung verhindert diesen Verlust. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Häufige Fragen

Welchen Zucker bekommen Bienen?

Weißen Raffinadezucker (Saccharose). Ob Rüben- oder Rohrzucker, spielt keine Rolle; brauner Zucker, Melasse und Traubensirup sind ungeeignet.

Ist Fertigsirup oder selbst angesetzter Sirup besser?

Beide wirken, wenn sie richtig eingesetzt werden. Fertigsirup spart Arbeit, muss aber als Bienenfutter hergestellt, frisch und kühl gelagert sein. Selbst angesetzter Sirup ist günstig, und man kennt seine Zusammensetzung.

Soll man Pollenersatz oder echten Pollen geben?

Am besten ist Pollen, der aus den eigenen gesunden Völkern gesammelt wurde. Gibt es solchen Pollen nicht, ist ein für Bienen hergestellter Pollenersatz eine sichere Option; Pollen unbekannter Herkunft wird nicht empfohlen.

Ist das Verfallsdatum von Fertigfutter wichtig?

Ja. In Sirupen steigt HMF mit der Zeit und bei Wärme; Eiweißfutter wird alt und kann schimmeln. Bevorzugen Sie frische Ware und lagern Sie sie kühl.

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