Mittel gegen Amerikanische Faulbrut

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Unter Produkten zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut (AFB) ist kein Medikament zu verstehen, sondern Hilfsmittel und Verfahren, mit denen die Krankheit früh erkannt, ihre Ausbreitung gestoppt und die Sporen beseitigt werden. Ein zugelassenes Arzneimittel, das AFB heilt, gibt es nicht; in der Türkei ist der Einsatz von Antibiotika bei Bienen nicht erlaubt, und die Krankheit ist anzeigepflichtig. Die „Bekämpfungsmittel“ des Imkers sind Diagnose, Absonderung, Meldung, Vernichtung oder Desinfektion nach amtlicher Anordnung sowie Vorbeugung.

Warum gibt es gegen AFB kein „Medikament“?

Der Erreger der Krankheit, das Bakterium Paenibacillus larvae, bildet äußerst widerstandsfähige Sporen. Eine einzige tote Larve erzeugt Millionen Sporen; sie bleiben in Waben, Holz, Honig und Werkzeugen jahrzehntelang lebensfähig. Antibiotika unterdrücken die sich vermehrende Form des Bakteriums, töten die Sporen aber nicht:

  • Die Symptome verschwinden vorübergehend, die Krankheit wird verschleiert; die Sporen bleiben in der Beute.
  • Wird die Behandlung abgesetzt, kehrt die Krankheit zurück; in der Zwischenzeit breitet sich die verdeckte Infektion über verkaufte Völker, Waben und Honig in der Region aus.
  • In Honig und Wachs bleiben Antibiotikarückstände; der Honig wird unverkäuflich, und es entstehen rechtliche Probleme.

Schenken Sie deshalb Produkten, die als „AFB-Mittel“, „Faulbrutpulver“ oder „natürliches Antibiotikum“ verkauft werden, keinen Glauben. Es gibt keine verlässlichen Belege, dass Propolis, ätherische Öle oder Kräutermischungen die Sporen beseitigen; sie verzögern nur das Erkennen der Krankheit.

Wenden Sie bei AFB-Verdacht auf eigene Faust keinerlei Mittel an. Sondern Sie die Beute an Ort und Stelle ab, bringen Sie kein Material weg und melden Sie den Fall dem zuständigen Veterinäramt. Die Probe für die gesicherte Diagnose nimmt der Amtstierarzt.

Wie erkennt man AFB? Die ersten Hilfsmittel an der Beute

Die Hilfsmittel für die Früherkennung sind einfach: gutes Licht, ein sauberer Stockmeißel, ein Streichholz oder ein dünnes Einwegstäbchen, Einweghandschuhe und eine Stockkarte. Achten Sie im Brutbereich auf Folgendes:

  • Lückenhaftes (lückiges) Brutbild; leere oder veränderte Zellen zwischen gesunden verdeckelten Zellen
  • Eingesunkene, dunkel verfärbte, feucht-fettig wirkende Zelldeckel mit unregelmäßig durchlöcherter Mitte
  • Braun verfärbte, formlose, klebrige Masse in der Zelle
  • Dunkler Schorf, der fest an der unteren Zellwand haftet; selten eine zur Zelldecke ragende Puppenzunge
Eingesunkene, dunkle, durchlöcherte Zelldeckel und dunkle Masse in geöffneten Zellen
Wabe mit AFB: dunkel verfärbte, eingesunkene und durchlöcherte Zelldeckel; in den geöffneten Zellen rechts braune Masse. Wenn Sie ein solches Bild sehen, greifen Sie nicht weiter in die Beute ein, sondern melden Sie den Fall. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Streichholzprobe

Öffnen Sie einen verdächtigen Zelldeckel, stechen Sie das Streichholz in die Masse und ziehen Sie es langsam heraus. Zieht die braune, klebrige Masse 1–3 cm lange Fäden, ist das ein starker Hinweis auf AFB. Lassen Sie das benutzte Streichholz nicht in der Beute oder in der Umgebung liegen; verbrennen Sie es.

Mit dem Streichholz gezogener Faden aus der Zellmasse
Streichholzprobe: Die braune Masse zieht Fäden. Eine positive Streichholzprobe ist keine gesicherte Diagnose, aber ein ausreichender Verdacht für eine amtliche Meldung. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Schnelltests für den Einsatz im Feld

In manchen Ländern werden für AFB und Europäische Faulbrut (EFB) Schnelltests verwendet, bei denen die verdächtige Larve in einer speziellen Flüssigkeit zerdrückt und auf eine Testkassette getropft wird. Sie liefern in wenigen Minuten ein Ergebnis; doch auch ein positives Ergebnis erfordert eine Laborbestätigung und eine amtliche Meldung, und ein negatives Ergebnis schließt die Krankheit nicht aus, wenn die Symptome anhalten. Diese Kits sind keine Behandlung, sondern beschleunigen nur die Entscheidung.

Was tun bei Verdacht? Schritt für Schritt

  1. Beute an Ort und Stelle absondern: Aus dieser Beute dürfen keine Waben, kein Honig, keine Bienen, keine Königin und kein Werkzeug in andere Beuten gelangen. Völker nicht verkaufen, nicht verstellen, nicht vereinigen.
  2. Räuberei verhindern: Das Flugloch verengen; keine Waben, keinen Honig und keine Krümel offen liegen lassen. Die Ausräuberung einer geschwächten, kranken Beute ist der schnellste Weg der Krankheit in die Nachbarvölker.
  3. Dokumentieren: Die verdächtige Wabe fotografieren; Datum, Beutennummer und Beobachtungen notieren.
  4. Sofort melden: Das zuständige Veterinäramt (den Amtstierarzt) informieren. Die Probe nimmt die zuständige Stelle und schickt sie an ein amtliches Labor.
  5. Werkzeug und Kleidung reinigen: Den Stockmeißel säubern und abflammen, Einweghandschuhe wegwerfen, Smoker und Kleidung reinigen. Die verdächtige Beute immer als letzte bearbeiten.
  6. Den restlichen Stand kontrollieren und bis zur amtlichen Entscheidung kein Material vom Bienenstand wegbringen.

Vernichtung und Desinfektion: Verfahren nach amtlicher Anordnung

Was mit dem kranken Volk geschieht, entscheidet der Amtstierarzt. In vielen Ländern werden folgende Verfahren angewendet:

  • Abtöten und Verbrennen des Volkes: Unter Aufsicht der zuständigen Stelle werden die Bienen abends, wenn alle in der Beute sind, abgetötet; Waben, Rähmchen und Honig werden in einer ausgehobenen Grube verbrannt, die Asche mit Erde bedeckt. So wird verhindert, dass Honig und Reste an andere Bienen gelangen.
  • Kunstschwarmverfahren (Abschütteln): In leichten Fällen und wenn die zuständige Stelle es für angebracht hält, werden die Bienen in eine saubere Beute nur mit Mittelwänden abgeschüttelt, die alten Waben werden vernichtet. Die Entscheidung darüber liegt bei der Behörde.
  • Abflammen der Beutenzargen: Intakte Holzzargen, Böden und Deckel werden zuerst abgekratzt und gereinigt, dann werden die Innenflächen abgeflammt, bis das Holz leicht gebräunt ist. Ecken und Fugen erfordern besondere Sorgfalt.
  • Werkzeuge aus Metall und Kunststoff: Nach dem Abkratzen von Wachs und Propolis mit heißem Wasser und Reinigungsmittel waschen; Metallwerkzeuge abflammen. Fragen Sie die zuständige Stelle, welches Verfahren für Kunststoffmaterial anzuwenden ist.
  • Verfahren in Spezialeinrichtungen: In manchen Ländern werden Beutenteile in heißen Paraffin-Wachs-Bädern oder in Bestrahlungsanlagen sterilisiert; das sind keine Verfahren, die der Imker selbst durchführt.
In einer Grube brennende Waben eines kranken Volkes
Verbrennen eines AFB-kranken Volkes in einer Grube. In vielen Ländern ist dies das nach einem Nachweis angewandte Bekämpfungsverfahren; die Asche wird anschließend mit Erde bedeckt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Blau gestrichene Beutenzarge brennt in einer Erdgrube
Vernichtung von Material aus einer kranken Beute durch Verbrennen. Das Verbrennen erfolgt unter Beachtung des Brandschutzes und nach amtlicher Anweisung. Foto: Tanarus / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

AFB-Sporen sind gegen gewöhnliche Desinfektionsmittel sehr widerstandsfähig. Mit einem Haushaltsdesinfektionsmittel abzuwischen oder in die Sonne zu stellen, bietet keine ausreichende Sicherheit. Verfüttern Sie Honig aus einer kranken Beute niemals an Bienen; für Menschen ist der Honig zwar ungefährlich, für Bienen aber eine massive Sporenquelle.

Vorbeugende Produkte und Ausrüstung gegen AFB

Die eigentlichen „Produkte“ der AFB-Bekämpfung dienen der Vorbeugung:

  • Mittelwände und regelmäßige Wabenerneuerung: Jedes Jahr einen Teil der Waben zu erneuern, begrenzt die Anreicherung von Sporen in der Beute.
  • Beutenbezogener oder gereinigter Stockmeißel: Mit mehreren Stockmeißeln zu arbeiten und sie zwischen den Beuten zu reinigen oder in einem Eimer mit Reinigungslösung abzulegen, ist eine gute Gewohnheit.
  • Einweghandschuhe: Handschuhe, die an einer verdächtigen Beute benutzt wurden, werden weggeworfen; Lederhandschuhe übertragen Sporen.
  • Fluglochverengung: Schützt schwache Völker vor Räuberei.
  • Dokumentationssystem: Wer Bewegungen von Völkern, Waben und Königinnen aufzeichnet, kann die Infektionsquelle zurückverfolgen.
  • Verlässliche Herkunft: Keine Völker, gebrauchten Beuten, Waben oder Honig unbekannter Herkunft kaufen; Bienen nicht mit fremdem Honig füttern.
In eine mit Mittelwänden vorbereitete Beute abgeschüttelte Bienen
Kunstschwarmverfahren: Die Bienen werden in eine saubere Beute nur mit Mittelwänden überführt, die kranken Waben aus dem Kreislauf genommen. In welchen Fällen es angewendet wird, entscheidet die zuständige Stelle. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Hygieneverhalten und Impfstoffforschung

Das Hygieneverhalten, bei dem Bienen kranke Brut früh erkennen und ausräumen, ist ein erbliches Merkmal, das durch Zucht gestärkt werden kann, und senkt das AFB-Risiko; es verhindert die Krankheit aber nicht vollständig. In einigen Ländern wurde ein Impfstoff bedingt zugelassen, der über die Königin eine Immunität an die Brut weitergeben soll. Er ist keine Behandlung, seine Wirksamkeit im Feld wird noch bewertet, und er ändert nichts an der Anzeigepflicht. Ansätze auf Basis von Probiotika oder Bakteriophagen befinden sich noch im Forschungsstadium.

Rechtslage: anzeigepflichtig

Die Amerikanische Faulbrut ist in der Türkei und in vielen anderen Ländern eine anzeigepflichtige Tierseuche. Aufgabe des Imkers ist nicht die Behandlung, sondern die rechtzeitige Meldung des Verdachts und die Befolgung der amtlichen Anweisungen. Wer die Krankheit verheimlicht oder mit Antibiotika unterdrückt, gefährdet die Imker der ganzen Region und macht sich rechtlich haftbar.

Häufige Fragen

Gibt es ein Mittel, das gegen AFB hilft?

Nein. Ein zugelassenes Arzneimittel, das die Krankheit heilt, gibt es nicht; Antibiotika töten die Sporen nicht und dürfen in der Türkei bei Bienen nicht eingesetzt werden. Zu tun ist, die Beute abzusondern und den Fall zu melden.

Kann man den Honig einer AFB-kranken Beute essen?

Die Krankheit ist nicht auf Menschen übertragbar; dieser Honig darf aber keinesfalls an Bienen verfüttert werden. Über den Verbleib von Honig und Material entscheidet der Amtstierarzt.

Kann ich die Beutenzarge wiederverwenden?

Wenn die amtliche Entscheidung es erlaubt, können intakte Holzzargen nach dem Abkratzen und Abflammen der Innenflächen wiederverwendet werden. Waben und Rähmchen werden in der Regel vernichtet.

Der Schnelltest ist negativ – kann ich beruhigt sein?

Nicht, wenn die Symptome anhalten. Die Probe kann von der falschen Larve stammen, oder die Krankheit ist in einem frühen Stadium; maßgeblich sind die amtliche Probenahme und das Laborergebnis.

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