Umgebungsgestaltung am Bienenstand

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Produkte zur Umgebungskontrolle sind Materialien und Maßnahmen, die Krankheits-, Schädlings- und Klimastress verringern, indem sie die Umgebung von Beute, Waben und Bienenstand gestalten, ohne den Bienen als Arzneimittel verabreicht zu werden: Desinfektion, Wabenschutz, Sperren gegen Ameisen, Mäuse und Hornissen, Dämmung, Schatten und Wasserversorgung sind die wichtigsten davon. Gut gewählt verringern sie den Bedarf an Arzneimitteln; falsch gewählt können sie Rückstände in Honig und Wachs hinterlassen oder den Bienen schaden.

Was sind Produkte zur Umgebungskontrolle?

Bienengesundheit lässt sich nicht allein mit Arzneimitteln schützen. Schmutzige Ausrüstung, mottenbefallene Waben, eine feuchte Beute oder ein von Ameisen belagerter Beutenbock schwächen das Volk, noch bevor ein Arzneimittel ins Spiel kommt. Gemeinsam ist den Produkten auf dieser Seite, dass sie nicht auf die Biene, sondern auf die Umgebung angewendet werden.

  • Hygiene und Desinfektion: Reinigung von Beutenzargen, Rähmchen und Werkzeug.
  • Wabenschutz: Schutz gelagerter Waben vor Wachsmotte und Schimmel.
  • Schädlingssperren: Physische Maßnahmen gegen Ameisen, Mäuse, Hornissen und Vögel.
  • Klimaregulierung: Dämmung, Belüftung, Schatten, Windschutz und Wasser.

Auch ein nicht chemisches oder als „natürlich“ verkauftes Produkt kann insektizid wirken. Deshalb muss bei jedem Produkt dieselbe Frage gestellt werden: Was bewirkt es bei Biene, Honig und Wachs?

Wie werden Beute und Ausrüstung desinfiziert?

Ein wesentlicher Teil der Krankheitserreger wird über Waben, Rähmchen und Werkzeuge übertragen. Reinigung ist unerlässlich, vor allem bevor Material aus einem eingegangenen oder erkrankten Volk wiederverwendet wird.

  • Abkratzen: Zuerst werden Propolis, Wachs und Gemüll abgekratzt; auf einer verschmutzten Oberfläche wirkt kein Desinfektionsmittel.
  • Abflammen der Oberfläche: Die Innenseiten leerer Holzzargen und Böden werden mit einem Gasbrenner erhitzt, bis sie leicht dunkel werden. Risse und Ecken im Holz erfordern besondere Sorgfalt.
  • Heiße Natronlauge: Dient zur Reinigung von Rähmchen, Kunststoffteilen und Metallwerkzeugen. Sie ist ätzend; Handschuhe, Schutzbrille und gute Belüftung sind nötig.
  • Bleichlauge (Natriumhypochlorit): Geeignet für Futtergeschirre aus Kunststoff, Behälter und Handschuhe; danach gründlich mit Wasser nachspülen.
  • Stockmeißel und Handschuhe: Sollten zwischen den Beuten gereinigt werden, besonders nach einem verdächtigen Volk.
Bei anzeigepflichtigen Krankheiten: Treffen Sie bei Verdacht auf Amerikanische Faulbrut (AFB) oder Europäische Faulbrut (EFB) die Entscheidung über Desinfektion und Vernichtung nicht selbst. Schließen Sie die Beute, bringen Sie kein Material weg und melden Sie den Fall dem zuständigen Veterinäramt; Verbrennen und Reinigung erfolgen nach amtlicher Anweisung. AFB-Sporen bleiben jahrelang lebensfähig und werden durch gewöhnliche Reinigung nicht beseitigt.
Verbrennen kranker Rähmchen in einer Grube
Verbrennen faulbrutinfizierter Rähmchen in einer ausgehobenen Grube. Bei anzeigepflichtigen Krankheiten erfolgt die Vernichtung auf Anweisung der Behörden und vor Ort. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie schützt man gelagerte Waben?

Nach der Ernte aus der Beute genommene Waben sind ohne den Schutz der Bienen der Wachsmotte (Galleria mellonella und Achroia grisella) ausgesetzt. Die Motte bevorzugt besonders bebrütete, pollenhaltige dunkle Waben.

  • Kälte: Ein bis zwei Tage in der Tiefkühltruhe (etwa −18 °C) töten alle Stadien der Motte ab. Danach werden die Waben geschlossen und kühl gelagert, wo die Motte sie nicht wieder erreicht.
  • Licht und Luft: Die Motte liebt Dunkelheit und stehende Luft. Hängen die Waben mit Abstand an einem hellen, luftigen Ort, geht der Schaden deutlich zurück.
  • Essigsäuredampf: Ein traditionelles Verfahren, um in geschlossen gestapelten, bienenfreien Waben Motteneier und Nosema-Sporen zu verringern. Er ist ätzend und lässt Metallteile rosten; er wird im Freien und mit Schutzausrüstung angewendet, und die Waben werden vor Gebrauch gründlich ausgelüftet.
  • Biologische Präparate: In manchen Ländern sind Wabenschutzmittel mit Bacillus thuringiensis zugelassen; sie richten sich gegen Mottenlarven. Nur zugelassene Produkte und nur gemäß Etikett.
  • Schwefelrauch: Ein traditionelles Verfahren; da er die Eier nicht abtötet, muss er wiederholt werden. Er birgt die Gefahr giftiger Gase und von Bränden; nur bei leeren Waben, im Freien und mit Vorsicht.

Verwenden Sie kein Naphthalin und kein Paradichlorbenzol. Diese Stoffe reichern sich im Bienenwachs an und können als Rückstand im Honig auftauchen.

Mit Wachsmottenlarven und Gespinsten überzogene Wabe
Schwerer Wachsmottenschaden: Larven und Seidengespinste haben die Wabe unbrauchbar gemacht. Der Schutz gelagerter Waben verhindert diesen Verlust. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Luftiges Wabenlager auf an der Decke hängenden Leisten
Auf an der Decke hängenden Leisten gelagerte Rähmchen. Helle, luftige Lagerung ist der chemiefreie Weg, den Wachsmottenschaden zu verringern. Foto: Dirk Liesch / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Welche Maßnahmen helfen gegen Ameisen, Mäuse und Hornissen?

  • Ameisensperre: Die Beine des Beutenbocks werden mit Fett, Vaseline oder Wollfett bestrichen; die Beine können auch in mit Öl oder Wasser gefüllte Gefäße gestellt werden. Insektizide rund um die Beute auszubringen, ist für die Bienen riskant.
  • Mäusegitter: Ein im Herbst am Flugloch angebrachter gelochter Metallstreifen hält Mäuse fern und lässt Bienen passieren.
  • Maßnahmen gegen Hornissen: Eine Fluglochverengung erschwert in Zeiten starken Hornissendrucks die Jagd vor der Beute. Werden Fallen eingesetzt, sollten selektive Bauarten bevorzugt werden, in die keine Honigbienen gelangen. Für die Beseitigung nahegelegener Nester kann man die örtlichen Behörden um Hilfe bitten.
  • Vögel und Spechte: Werden die Beuten im Winter mit Drahtgeflecht umwickelt, verhindert das Spechtschäden.
  • Bewuchs: Der Bewuchs auf dem Bienenstand wird durch Mähen kurz gehalten; rund um die Beuten werden keine Herbizide eingesetzt.
Als Ameisensperre auf das Bein des Beutenbocks gestrichenes Fett
Eine auf das Bein des Beutenbocks gestrichene Mischung aus Wollfett und Vaseline hindert Ameisen daran, zur Beute hinaufzuklettern. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Mäusegitter aus Metall für das Flugloch
Gelochtes Mäusegitter aus Metall. Es wird im Herbst am Flugloch angebracht; die Bienen passieren die Löcher, Mäuse kommen nicht hinein. Foto: Wikimedia Commons / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Beutenklima: Dämmung, Belüftung, Schatten und Wasser

Dämmung und Feuchtigkeit

Im Winter ist das eigentliche Problem oft nicht die Kälte, sondern am Deckel kondensierende Feuchtigkeit. Eine Dämmplatte oder eine dicke Abdeckung unter dem Deckel verringert, dass warme Luft auf die kalte Fläche trifft und abtropft. Styroporbeuten (Polystyrol) und gedämmte Deckel sind hier im Vorteil. Die Belüftung sollte so eingestellt werden, dass über der Traube kein Luftzug entsteht.

Schatten und Kühle

In heißen Regionen senken ein Sonnenschutz gegen die Mittagssonne, ein heller Deckel und ein erhöhter Beutenbock die Temperatur in der Beute. Häufiges Vorlagern ist ein Zeichen dafür, dass die Beute überhitzt oder zu voll ist.

Wasserquelle

Bienen tragen Wasser zum Kühlen und zur Brutpflege ein. Eine saubere, ständig verfügbare Tränke nahe am Bienenstand (Gefäß mit schwimmendem Holz oder Steinen) verhindert, dass die Bienen zu Nachbarteichen, Viehtränken oder verschmutztem Wasser fliegen.

Styroporbeuten (Polystyrol)
Styroporbeuten halten die Wärme gut und verringern Kondenswasser; in Regionen mit großen Temperaturunterschieden zwischen Winter und Sommer können sie bevorzugt werden. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Honigbiene trinkt Wasser von einem nassen Stein
Eine Biene trinkt Wasser von einem nassen Stein. In der Nähe des Bienenstands sollte eine ständige, saubere Wasserquelle vorhanden sein. Foto: Reinhard Müller / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Worauf bei „natürlichen“ Produkten zu achten ist

  • Pflanzliche Insektizide: Neemöl und ähnliche pflanzliche Insektizide mögen „natürlich“ sein, wirken aber auf Insekten; sie dürfen weder auf die Beute noch auf Bienen oder von Bienen beflogene Blüten gesprüht werden.
  • Pheromonfallen: Locken nur den Zielschädling an; sie werden gegen Feldschädlinge eingesetzt und lösen keine Probleme in der Beute.
  • Mischungen ätherischer Öle: Die Wirksamkeit duftender Mischungen, die rund um die Beute aufgetragen werden, ist meist nicht belegt; sie können Geruch auf Wachs und Honig übertragen.

Grundsätze für die sichere Anwendung

  1. Zulassung und Etikett: Jedes Produkt, das an der Biene oder in der Wabe angewendet wird, muss in Ihrem Land zugelassen sein und gemäß Etikett verwendet werden.
  2. Rückstände: Bienenwachs reichert fettlösliche Stoffe an; einmal belastetes Wachs trägt jahrelang Rückstände.
  3. Zeitpunkt: Solange der Honigraum auf der Beute ist, wird nichts angewendet, was mit dem Honig in Berührung kommen kann.
  4. Dokumentation: Verwendetes Produkt, Datum und behandelte Beute sollten notiert werden.
  5. Physische Maßnahmen zuerst: Reinigung, richtige Lagerung und Sperren; Chemie ist die letzte Option.

Häufige Fehler

  • Waben aus einem eingegangenen Volk an andere Beuten geben, ohne die Todesursache zu kennen.
  • Waben mit Naphthalin lagern.
  • Gegen Ameisen Insektizid unter die Beute streuen.
  • Ein als „natürlich“ gekennzeichnetes Spray für bienenunschädlich halten.
  • Im Winter die Belüftung ganz schließen und so Kondenswasser verursachen.

Häufige Fragen

Wie schütze ich leere Waben vor der Wachsmotte?

Lassen Sie die Waben ein bis zwei Tage in der Tiefkühltruhe und lagern Sie sie danach geschlossen und kühl, oder hängen Sie sie mit Abstand in einem hellen, luftigen Lager auf. Verwenden Sie kein Naphthalin.

Kann ich die Beute eines eingegangenen Volkes wiederverwenden?

Ist die Todesursache keine Faulbrut, kann die Beute nach Abkratzen und Abflammen und nach Kontrolle der Waben verwendet werden. Bei Faulbrutverdacht melden Sie den Fall zuerst dem Veterinäramt.

Darf man gegen Ameisen Mittel neben die Beute schütten?

Das wird nicht empfohlen. Fett an den Beinen des Beutenbocks oder in Öl- bzw. Wassergefäße gestellte Beine lösen das Problem, ohne den Bienen zu schaden.

Ist Neemöl für Bienen unschädlich?

Nein, obwohl es pflanzlichen Ursprungs ist, wirkt es insektizid. Es darf weder auf die Beute noch auf von Bienen besuchte Blüten aufgebracht werden.

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