Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser

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Temperatur- und Feuchtigkeitsmesser für die Beute sind Sensoren, die die Wärme im Brutnest und die Luftfeuchtigkeit in der Beute messen und so zeigen, ob das Volk Brut hat, wie es der Wintertraube geht und ob Kondenswasser droht, ohne dass die Beute geöffnet werden muss. Es gibt sie vom einfachen Digitalthermometer bis zum drahtlosen Sensor mit Datenaufzeichnung. Richtig platziert liefern sie wertvolle Informationen, vor allem zur Feststellung der brutfreien Zeit und zur Überwinterung.

Warum misst man Temperatur und Luftfeuchtigkeit in der Beute?

Ein Honigbienenvolk verhält sich wie ein „Superorganismus“, der seine Temperatur selbst regelt. Gerät diese Regulation durcheinander, ist das oft das erste Anzeichen einer Veränderung im Volk: Ende der Brut, Weisellosigkeit, Schwächung oder im Winter eine Verlagerung der Traube.

  • Ist Brut vorhanden? Eine stabile, hohe Temperatur zeigt Brut an.
  • Wann hat die brutfreie Zeit begonnen? Das ist das beste Zeitfenster für Varroabehandlungen mit Kontaktwirkung.
  • Wo sitzt die Traube im Winter? Mit mehreren Sensoren lässt sich verfolgen, wie die Traube zu den Vorräten wandert.
  • Gibt es Kondenswasser? Liegt die Luftfeuchtigkeit ständig nahe der Sättigung, sammelt sich vermutlich Wasser am Deckel und tropft auf die Traube.

Wie regeln Bienen die Temperatur in der Beute?

Das Brutnest wird in einem recht engen Bereich von etwa 34–36 °C gehalten. Bei Bienen, die sich aus Puppen entwickeln, die längere Zeit außerhalb dieses Bereichs lagen, können Flügelmissbildungen sowie Verhaltens- und Lernstörungen auftreten.

  • Heizen: Arbeiterinnen erzeugen Wärme, indem sie ihre Flugmuskeln zittern lassen, ohne die Flügel zu bewegen. Heizerbienen setzen sich auf Brutzellen oder kriechen in leere Zellen und wärmen ihre Umgebung.
  • Kühlen: Bei Hitze fächeln die Bienen am Flugloch mit den Flügeln und erzeugen so einen Luftstrom, tragen Wasser ein und lassen es verdunsten. Bei großer Hitze sammelt sich ein Teil der Bienen vor der Beute; das nennt man Vorlagern oder Bartbildung.
  • Wintertraube: Ohne Brut bilden die Bienen eine Traube. Das Zentrum ist wärmer, die äußere Hülle kühler; die Bienen der Hülle versuchen, nicht unter etwa 8–10 °C abzukühlen. Die Bienen wärmen die Traube, nicht die Beute; die leeren Ecken der Beute können deshalb fast Außentemperatur haben.
Gesunde Brutwabe mit Brut, Pollen- und Honigkranz
In der Mitte verdeckelte Brut, darum Pollen und ganz außen ein Honigkranz. Ein Temperatursensor liefert die aussagekräftigsten Daten, wenn er direkt über diesem Brutbereich liegt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Arten von Temperatur- und Feuchtigkeitsmessern

ArtEinsatzHinweis
Digitalthermometer mit Fühler (Min-Max-Speicher)Fühler in der Beute, Anzeige außen; Momentan- und Extremwerte werden abgelesenGünstig, für den Einstieg ausreichend
Thermo-Hygrometer (Temperatur und Feuchte)Messung im Schleuderraum, im Lager und oben auf der BeuteKann in der Beute mit Propolis überzogen werden
DatenloggerSpeichert Stundenwerte über Wochen, wird später ausgelesenIdeal, um Trends zu erkennen
Drahtloser SensorSendet die Daten an Telefon oder GatewayBraucht Batterie und Empfang
Infrarotthermometer / WärmebildkameraZeigt die Lage der Traube über die Außenfläche der BeuteMisst die Oberfläche, nicht die Innentemperatur

Wie deutet man Temperaturdaten?

Eine einzelne Messung sagt wenig; die eigentliche Information steckt im Trend. Betrachten Sie eine Reihe über mehrere Tage:

  • Dauerhaft 34–36 °C, geringer Tag-Nacht-Unterschied: Unter dem Sensor ist Brut.
  • Schwankende Temperatur, die der Außenluft folgt: Unter dem Sensor ist keine Brut, oder die Traube hat sich verlagert.
  • Langsamer Rückgang im Herbst: Die Bruttätigkeit lässt nach; in einigen Tagen kann die brutfreie Zeit beginnen.
  • Erneuter Anstieg und Stabilisierung am Winterende: Die Königin hat mit der Eiablage begonnen; der Futterverbrauch wird steigen.
  • Plötzlicher Rückgang mitten in der Saison: Möglich sind Weisellosigkeit, ein Schwarm oder eine starke Schwächung; öffnen Sie die Beute und sehen Sie nach.
Wertvollster Einsatz: Varroabehandlungen mit Kontaktwirkung wie Oxalsäure wirken am besten, wenn alle Milben auf den erwachsenen Bienen sitzen, also in der brutfreien Zeit. Mit einem Temperatursensor lässt sich diese Phase messen, statt sie nach dem Kalender zu schätzen; in Jahren mit wechselhaftem Klima ist dieser Unterschied groß.

Warum ist die Messung der Luftfeuchtigkeit wichtig?

Kondenswasser im Winter

Die Traube erzeugt beim Honigverbrauch Wasserdampf. Dieser Dampf kondensiert am kalten Deckel oder an den Wänden. Ein gut versorgtes Volk hält Kälte in der Regel aus; die eigentliche Gefahr ist Wasser, das auf die Traube tropft. Ein Feuchtesensor zeigt, wenn die Luftfeuchtigkeit in der Beute lange nahe der Sättigung bleibt, und warnt so früh vor Problemen mit Belüftung oder Deckeldämmung.

Honigreifung im Sommer

Die Bienen geben das Wasser des Nektars an die Stockluft ab und fächeln es hinaus. Bei sehr feuchtem Wetter verlangsamt sich dieser Vorgang; die Verdeckelung verzögert sich. Hohe Feuchtewerte in dieser Zeit machen die Messung mit dem Refraktometer vor der Ernte umso wichtiger.

Bei Hitze vor der Beute vorlagernde Bienen
An heißen, feuchten Tagen sammelt sich ein Teil der Bienen vor der Beute (Vorlagern). Das ist ein normales Verhalten, um das Beuteninnere kühl zu halten. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Schleuderraum und Lager

Honig ist hygroskopisch, er zieht also Feuchtigkeit aus der Luft. Honigräume, die in einem feuchten Raum stehen, oder Honig in offenen Gefäßen nehmen Wasser auf. Ein gutes Ziel ist eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa unter 60 % im Schleuderraum; dafür genügt ein Raum-Thermo-Hygrometer.

Wintertraube im Januar von oben gesehen
Ein Volk im Januar von oben: Die Bienen sitzen dicht in den Wabengassen. Die Traube wärmt sich selbst, nicht die Beute; deshalb ist die Lage des Sensors so wichtig. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wo und wie wird der Sensor in der Beute angebracht?

  1. Mitte des Brutnests: Der Temperatursensor kommt zwischen die Oberträger der beiden mittleren Brutwaben oder direkt darüber.
  2. Mehrere Sensoren im Winter: Wenn möglich einen in die Mitte, einen an den Rand und einen auf die Seite der Vorräte, um die Bewegung der Traube zu verfolgen.
  3. Feuchtesensor: Etwas oberhalb der Traube, nahe unter dem Deckel; vor direktem Kontakt mit Wachs und Propolis geschützt.
  4. Kabel und Gehäuse: Dürfen den Bienenverkehr nicht behindern und beim Schließen des Deckels nicht gequetscht werden.
  5. Außensensor: Zum Vergleich einen Außenluftsensor an einer schattigen, regengeschützten Stelle anbringen.
Schneebedeckte Holz- und Styroporbeuten
Überwinternde Beuten. Den ganzen Winter über erlauben Sensordaten, den Zustand der Traube und die Gefahr von Kondenswasser zu verfolgen, ohne die Beute zu öffnen. Foto: Dirk Liesch / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Worauf achtet man bei der Wahl eines Temperatur- und Feuchtigkeitsmessers?

  • Genauigkeit: Etwa ±0,5 °C bei der Temperatur und ±3 Prozentpunkte bei der Feuchte reichen für die Beute aus.
  • Schutz: Propolis- und feuchtebeständige Hülle; bei Feuchtesensoren eine poröse Schutzkappe.
  • Messintervall und Speicher: Aufzeichnung alle 15–60 Minuten und Speicher für mindestens eine Saison.
  • Batterie und Kälte: Im Winter sinkt die Batteriekapazität; prüfen Sie den Betriebstemperaturbereich.
  • Datenexport: Die Möglichkeit, die Daten als Tabelle zu exportieren, ist für Langzeitvergleiche wichtig.

Einfache Genauigkeitsprüfungen

Haben Sie mehrere Sensoren, lassen Sie alle einige Stunden in derselben Kiste liegen und vergleichen Sie die Werte. Für Feuchtesensoren ist der Salztest eine bekannte Methode: Die Luft über einer gesättigten Kochsalzlösung in einem geschlossenen Gefäß erreicht bei Raumtemperatur etwa 75 % relative Luftfeuchtigkeit. Weicht der Sensor deutlich davon ab, korrigieren Sie die Messwerte entsprechend.

Grenzen und häufige Fehler

  • Vergessen, dass der Sensor keine Ursache nennt: Ein Temperaturabfall kann das Ende der Brut, Weisellosigkeit oder eine Krankheit bedeuten.
  • Den Sensor außerhalb des Brutnests anbringen und daraus schließen, „das Volk ist kalt“.
  • Einem mit Propolis überzogenen Feuchtesensor weiter vertrauen; reinigen und prüfen Sie ihn zu Saisonbeginn.
  • Die Beute für Winterdaten häufig öffnen; Ziel ist gerade das Überwachen ohne Öffnen.
  • Jede Beute mit einem Sensor ausstatten: Einige repräsentative Völker genügen meist.

Häufige Fragen

Wie warm sollte es in der Beute sein?

Das Brutnest hat etwa 34–36 °C. In der brutfreien Wintertraube ist das Zentrum kühler; die leeren Ecken der Beute können nahe der Außentemperatur liegen, und das ist normal.

Schadet ein Sensor in der Beute den Bienen?

Ein kleiner, gut platzierter Sensor schadet nicht. Die Bienen können ihn mit Propolis überziehen; sein Gehäuse sollte daher leicht zu reinigen sein.

Was ist im Winter gefährlicher: Feuchtigkeit oder Kälte?

Für ein Volk mit ausreichend Futter und Bienen ist weniger die Kälte gefährlich als Wasser, das am Deckel kondensiert und auf die Traube tropft. Eine Dämmung oben und eine angemessene Belüftung verhindern das.

Zeigt eine Wärmebildkamera das Innere der Beute?

Nein, sie zeigt nur die Temperatur der Außenfläche. Trotzdem ist sie im Winter nützlich, um zu erkennen, auf welcher Seite der Beute die Traube sitzt.

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