Pollenfallen

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Eine Pollenfalle dient nicht nur der Pollengewinnung, sondern auch als Mess- und Überwachungsinstrument: Menge, Farbe und Zusammensetzung des in kurzen, regelmäßigen Abständen gesammelten Pollens zeigen, welche Pflanzen die Bienen befliegen, wie ergiebig die Trachtquelle ist und welches Pestizidrisiko rund um den Bienenstand besteht. Diese Seite erklärt, wie man eine Falle für die Überwachung auswählt, wie man die Probenahme standardisiert und wie man die Ergebnisse deutet.

Wozu dient eine Pollenfalle als Überwachungsinstrument?

Das Flugloch ist ein Spiegel der Vegetation rund um den Bienenstand. Die Höschen, die in die Schublade der Falle fallen, sind eine konkrete Stichprobe davon, wohin die Sammlerinnen an diesem Tag geflogen sind. Zur Pollengewinnung läuft die Falle tagelang; für die Überwachung genügen dagegen kurze, regelmäßige Probenahmefenster. So wird die Eiweißversorgung des Volkes kaum beeinträchtigt, und dennoch entstehen übers Jahr vergleichbare Daten.

  • Pollentracht verfolgen: Zeigt, in welchen Wochen Pollen reichlich und in welchen er knapp ist; so können Sie den Pollenkalender Ihres eigenen Standes erstellen.
  • Pflanzenquelle bestimmen: Die Farbe der Höschen gibt einen groben Hinweis, die mikroskopische Untersuchung liefert gesicherte Angaben.
  • Standorte vergleichen: Menge und Vielfalt des Pollens, den Völker an verschiedenen Standorten im selben Zeitraum sammeln, werden verglichen.
  • Rückstände überwachen: Pollenproben gehören zu den besten Materialien, um im Labor die Pflanzenschutzmittel zu untersuchen, denen die Bienen ausgesetzt waren.
Sammlerinnen mit orangefarbenen Pollenhöschen am Flugloch
Pollensammlerinnen am Flugloch. Die Falle trennt einen Teil dieser Höschen als Probe ab. Foto: uacescomm / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Welche Pollenfalle eignet sich für die Überwachung?

Bei der Messung kommt es vor allem auf Vergleichbarkeit an. Wichtiger als eine hohe Ausbeute ist daher, dass die Falle jedes Mal gleich arbeitet.

  • Gleiches Modell: In allen zu vergleichenden Beuten wird eine Falle desselben Typs mit derselben Lochgröße verwendet. Verschiedene Modelle streifen unterschiedlich viel Pollen ab.
  • Vollständig leerbare Schublade: Eine Schublade mit flachem Boden, in deren Ecken kein Pollen hängen bleibt und die sich leicht herausziehen lässt, ermöglicht eine vollständige Probenahme.
  • Gitterschutz: Das feine Gitter über der Schublade verhindert, dass die Bienen an den heruntergefallenen Pollen gelangen und ihn zurückholen; ohne Gitter fällt die Messung zu niedrig aus.
  • Ein-/Ausschaltmechanismus: Eine Falle, deren Gitter an der Beute bleibt, sich aber deaktivieren lässt, kann zwischen den Probenahmetagen ohne Störung des Volkes bleiben.
  • Schutz vor Regen und Sonne: Eine nass gewordene oder in der Sonne liegende Probe verdirbt; Wägung und Analyse werden unzuverlässig.
Lochplatte einer Pollenfalle, abgestreifte Pollenhöschen und darunterliegendes Gitter
Die Vorderseite der Fallenplatte: Bienen, die durch die Löcher schlüpfen, abgestreifte Höschen und darunter das Gitter, das die Bienen vom Pollen fernhält. Foto: Matteogiusti / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie führt man eine Pollenprobenahme Schritt für Schritt durch?

  1. Völker auswählen: Wählen Sie mehrere gesunde Völker ähnlicher Stärke, möglichst mit gleich alten Königinnen. Daten aus einem einzigen Volk können irreführen.
  2. Zeitplan festlegen: Lassen Sie die Falle zum Beispiel an einem Tag pro Woche von morgens bis abends oder volle 24 Stunden laufen. Verwenden Sie bei jeder Messung dieselbe Dauer.
  3. Sammeln und wiegen: Die Schublade am Ende des Fensters leeren und das Gewicht des frischen Pollens notieren. Gewogen wird am selben Tag auf derselben Waage.
  4. Teilprobe nehmen: Den Pollen gut mischen und eine Teilprobe mit festem Gewicht abtrennen; diese wird nach Farben sortiert und der Anteil jeder Farbgruppe gewogen.
  5. Protokoll führen: Datum, Zeitfenster, Wetter (Temperatur, Wind, Niederschlag), Volksnummer und beobachtete Blüte notieren.
  6. Analyseprobe einfrieren: Der für das Labor bestimmte Teil kommt in ein sauberes, beschriftetes Gefäß, wird sofort eingefroren und ohne Unterbrechung der Kühlkette übergeben.
  7. Falle ausschalten: Nach der Probenahme wird die Falle deaktiviert; das Volk trägt seinen Pollen wieder normal ein.
Pollenhöschen in verschiedenen Farben in der Fallenschublade
Die Fallenprobe eines Tages: Die Farbvielfalt zeigt, dass die Bienen viele Quellen gleichzeitig befliegen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Pollenhöschen, bereit zum Sortieren nach Farben
Getrocknete Pollenhöschen. Die Teilprobe wird nach Farben sortiert und der Anteil jeder Gruppe gewogen. Foto: beepollenhub / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie deutet man die Ergebnisse der Pollenmessung?

MessungWas zeigt sie?Grenze
Tägliches FrischpollengewichtStärke der Pollentracht, Unterschiede zwischen ZeiträumenHängt von Wetter und Volksstärke ab; geeignet für relative Vergleiche
Farbgruppen und ihre AnteileDominante Quellen, Vielfalt der ErnährungVerschiedene Pflanzen können gleichfarbige Höschen liefern
Mikroskopische (palynologische) UntersuchungQuelle auf Ebene von Pflanzenart oder -gattungErfordert Fachwissen und eine Referenzsammlung
RückstandsanalysePflanzenschutzmittel, denen die Bienen ausgesetzt warenNur in einem qualifizierten Labor; die Probe spiegelt nur ihren Zeitraum wider

Die Falle streift nicht den gesamten eingetragenen Pollen ab, sondern einen schwankenden Teil. Dieser Anteil hängt vom Fallenmodell, der Bienenrasse, der Höschengröße und dem Zustand des Volkes ab. Die Messungen geben daher nicht den gesamten Polleneintrag des Volkes wieder, sondern sind vor allem für Vergleiche mit derselben Anordnung aussagekräftig.

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme verschiedener Pollenkörner in einem einzigen Pollenhöschen
Elektronenmikroskopische Aufnahme eines einzelnen Pollenhöschens: Im selben Höschen können unterschiedlich geformte Pollenkörner vorkommen. Die Farbe allein verrät die Quelle nicht sicher. Foto: Atalyssa / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Wie nimmt man Pollenproben für die Rückstandsüberwachung?

Bienen können Pollen von behandelten Pflanzen in ihrem Flugradius eintragen. Treten während Spritzperioden Völkerverluste oder massenhaft tote Bienen vor der Beute auf, ist eine frische Pollenprobe ein wertvoller Beleg für die Untersuchung der Exposition.

  • Verwenden Sie ein lebensmitteltaugliches, beschriftbares Gefäß, das noch nie mit Chemikalien in Kontakt war.
  • Halten Sie die Proben jedes Volkes und jedes Datums getrennt; mischen Sie keine Proben.
  • Frieren Sie die Probe sofort ein; bei Raumtemperatur verdirbt sie, und die Analyse wird fehlerhaft.
  • Nehmen Sie bei Bedarf auch tote Bienen und Wabenproben in getrennten Gefäßen; melden Sie Massensterben dem zuständigen Veterinäramt.
Probenmenge und Versandbedingungen sind je nach Labor verschieden. Sprechen Sie vor der Probenahme mit dem Labor, mit dem Sie arbeiten werden; eine falsch gelagerte Probe liefert kein Ergebnis.

Schwächt die Überwachung das Volk?

Eine Probenahme in kurzen Fenstern beeinträchtigt das Volk nicht spürbar, da die Falle nur einige Stunden oder einen Tag lang arbeitet. Bei schwachen und frisch gebildeten Völkern sowie in für die Pollenversorgung kritischen Zeiten wie dem zeitigen Frühjahr und dem Spätsommer sollte die Probenahme dennoch seltener erfolgen. Die Falle zur Überwachung ständig aktiv zu lassen, ist unnötig und senkt die Brutleistung.

Häufige Fehler

  • Verschiedene Fallenmodelle vergleichen: Man kann nicht erkennen, ob ein Unterschied von der Falle oder von der Umgebung kommt.
  • Die Probenahmedauer ändern: Daten über 6 Stunden an einem Tag und 24 Stunden an einem anderen sind nicht vergleichbar.
  • Die Farbe als sichere Artangabe werten: Die Farbe ist nur ein Hinweis.
  • Die Analyseprobe liegen lassen: Rückstands- und mikrobiologische Ergebnisse verlieren ihre Aussagekraft.
  • Das Wetter nicht notieren: Der niedrige Wert eines Regentages kann für Trachtmangel gehalten werden.

Häufige Fragen

Wie lange sollte die Falle zur Überwachung laufen?

Einige Stunden bis 24 Stunden genügen, sofern die Dauer bei jeder Messung gleich ist. Entscheidend ist, dass Dauer und Zeitplan konstant bleiben.

Kann ich anhand der Pollenfarbe die Pflanze bestimmen?

Eine grobe Schätzung ist möglich, doch verschiedene Pflanzen können ähnlich gefärbte Höschen liefern. Für gesicherte Angaben ist eine mikroskopische Untersuchung nötig.

Wie erkennt man Pestizidrückstände in einer Pollenprobe?

Nur durch eine Laboranalyse. Die Probe muss in einem sauberen Gefäß, beschriftet und tiefgefroren ins Labor gelangen.

In wie vielen Beuten sollte man messen?

Eine einzige Beute kann irreführen; mehrere Völker ähnlicher Stärke liefern einen verlässlicheren Mittelwert.

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