Wabenbau und Wabenverwaltung

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Wabenbau (Ausbauen von Mittelwänden) bedeutet, dass die Honigbienen die in das Rähmchen eingesetzte Mittelwand mit selbst ausgeschiedenem Wachs zu einer nutzbaren Wabe ausbauen. Ausgebaute Waben gehören zum wertvollsten Kapital des Imkers; sie zur richtigen Zeit ausbauen zu lassen, alte Waben regelmäßig zu erneuern und sie im Lager zu schützen, sind die drei Grundaufgaben des Wabenmanagements.

Warum sind ausgebaute Waben so wertvoll?

Bienenwachs wird von den Wachsdrüsen an der Bauchseite junger Arbeiterinnen ausgeschieden, und seine Erzeugung kostet viel Energie. Um ein Kilogramm Wachs zu erzeugen, müssen die Bienen mehrere Kilogramm Honig oder Nektar verbrauchen; in der Literatur wird dieses Verhältnis meist mit 6–8 kg angegeben, die Schätzungen schwanken jedoch.

Deshalb wird fertig ausgebautes Wabenwerk in der Tracht direkt zu Ertrag: Die Biene muss nicht bauen, sondern füllt sofort. Zugleich liefern gut und gleichmäßig ausgebaute Waben die Arbeiterinnenzellen, in die die Königin legt.

Wann bauen Bienen Waben?

Bienen erzeugen nur dann Wachs, wenn bestimmte Bedingungen zusammenkommen:

  • Nektartracht: Es muss regelmäßig Nektar oder Sirup in die Beute gelangen. Ohne Tracht baut das Volk kein Wachs.
  • Viele junge Bienen: Die Wachsdrüsen sind bei etwa 12–18 Tage alten Arbeiterinnen am stärksten entwickelt. Ein volkreiches, sich entwickelndes Volk baut schneller.
  • Temperatur: Wachs lässt sich nur in warmer Umgebung verarbeiten; beim Bauen bilden die Bienen Bauketten und erhöhen die Temperatur.
  • Raumbedarf: Das Volk muss Platz zum Einlagern oder zum Legen brauchen.

Ohne Tracht Mittelwände zu geben, ist zwecklos; die Bienen rühren sie nicht an, nagen sie an oder bearbeiten nur die Ränder.

Junge Bienen bauen auf einer Mittelwand Waben aus
Bienen beim Ausbauen einer Mittelwand. Je höher die Zellwände werden, desto mehr wechselt die Farbe der Wabe von Weiß zu Hellgelb. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie wird eine Mittelwand eingesetzt?

Dass die Mittelwand glatt und straff eingesetzt wird, ist kein Detail, sondern der Kern der Sache. Eine locker oder schief eingesetzte Mittelwand wird schief ausgebaut; schiefe Waben heben die Austauschbarkeit der Rähmchen und damit den ganzen Vorteil des Rähmchensystems auf.

  1. Rähmchen drahten: Edelstahldraht durch die Löcher in den Seitenteilen ziehen und spannen. Straffer Draht trägt die Mittelwand und verhindert, dass die Wabe beim Schleudern ausbricht.
  2. Mittelwand einlegen: Die Mittelwand wird in die Nut oder Rille des Oberträgers gesetzt; zu den Seiten und zum Unterträger bleiben einige Millimeter Abstand, weil sich Wachs bei Wärme ausdehnt.
  3. Draht einlöten: Der Draht wird mit einem erhitzten Einbettrad oder einem elektrischen Einlötgerät in die Mittelwand eingebettet.
  4. Kontrollieren: Das Rähmchen gegen das Licht halten; die Mittelwand muss glatt und wellenfrei sein und fest am Draht sitzen.
In ein gedrahtetes Rähmchen eingesetzte Mittelwand
Eine eingelötete, straff und glatt eingesetzte Mittelwand. Man sieht, dass die Drähte im Wachs liegen. Foto: Axel Hindemith / Wikimedia Commons · CC BY 3.0
Leeres gedrahtetes Rähmchen, Rähmchen mit Mittelwand und ausgebaute Wabe
Von links nach rechts: gedrahtetes leeres Rähmchen, Rähmchen mit eingesetzter Mittelwand und eine von den Bienen ausgebaute Wabe. Foto: AxelHH / Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Wie lässt sich der Wabenbau erleichtern?

  • Zwischen ausgebaute Waben hängen: Eine Mittelwand zwischen zwei ausgebauten Waben regt die Bienen zum Bauen an und sorgt dafür, dass die Wabe gerade bleibt.
  • Nahe am Brutnest geben: In der warmen Zone geht der Bau schneller; in der kalten Zeit aber keine Mittelwand mitten ins Brutnest hängen und die Brut teilen.
  • Bei schwacher Tracht leicht füttern: Dünner Sirup simuliert eine Nektartracht und regt die Wachserzeugung an.
  • Nicht zu viele auf einmal geben: Mehr Mittelwände, als das Volk bewältigen kann, bleiben halb fertig oder werden schief ausgebaut. Einzeln oder paarweise geben.
  • Starke Völker nutzen: In der Tracht bauen starke Völker viele Mittelwände rasch aus; diese Waben können anschließend an schwache Völker verteilt werden.
Mittelwand, mit deren Ausbau die Bienen begonnen haben
Eine Mittelwand, mit deren Ausbau die Bienen begonnen haben: In einem Teil sind die Zellwände schon hochgezogen, die Ränder sind noch flache Mittelwand. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie verhindert man schiefe Waben und Wildbau?

Bienen füllen Zwischenräume, die breiter als ihr natürlicher Durchgangsraum (Bienenabstand, etwa 6–9 mm) sind, mit Wabenwerk und engere Zwischenräume mit Propolis. Deshalb:

  • In der Zarge keine Rähmchen fehlen lassen; die Rähmchen dicht aneinander und ordentlich hängen.
  • Leere Rähmchen ohne Mittelwand zwischen ausgebaute Waben hängen, damit die Bienen gerade bauen.
  • Schief begonnene Waben früh erkennen und korrigieren oder entnehmen.
Unregelmäßiger Wildbau in einer Beute mit fehlenden Rähmchen
Unregelmäßiger Wildbau zwischen den Rähmchen in einer Beute, in der Rähmchen fehlten. Durchsicht und Wabentausch werden in einer solchen Beute sehr schwierig. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wann werden alte Waben erneuert?

Bebrütete Waben werden mit der Zeit dunkler. Jede Brutgeneration hinterlässt in der Zelle ein Puppenhäutchen; die Zellen werden enger, die Wabe dunkelt nach, und Krankheitserreger sowie Rückstände von Behandlungsmitteln reichern sich an. Die regelmäßige Erneuerung der Brutwaben ist daher eine der wirksamsten Hygienemaßnahmen, die ein Imker ergreifen kann.

  • Übliches Maß: Jedes Jahr wird etwa ein Drittel der Brutwaben erneuert; so bleibt keine Wabe länger als einige Jahre in der Beute.
  • Vorrang: Dunkle, lichtundurchlässige Waben, Waben mit vielen Drohnenzellen sowie beschädigte und schiefe Waben werden zuerst entnommen.
  • Vorgehen: Im Frühjahr werden alte Waben nach dem Schlüpfen der Brut an den Rand gehängt und dann entnommen; an ihrer Stelle werden mit Beginn der Tracht Mittelwände gegeben.
  • Wachskreislauf: Die entnommenen Waben werden eingeschmolzen; Mittelwände aus eigenem, sauberem Entdeckelungswachs herstellen zu lassen, durchbricht den Rückstandskreislauf.

Drohnenrahmen (Baurahmen)

In einem Rähmchen ohne oder mit nur halber Mittelwand bauen die Bienen frei und legen meist Drohnenzellen an. Da die Varroamilbe Drohnenbrut bevorzugt, wird die Brut in diesem Rähmchen nach dem Verdeckeln und vor dem Schlupf der Drohnen ausgeschnitten und entsorgt. Das ist eine praktische Methode, die ohne Chemie hilft, die Milbenzahl zu senken.

Der Zeitpunkt ist entscheidend: Wird die verdeckelte Drohnenbrut nicht rechtzeitig ausgeschnitten, schlüpfen die Milben mit den Drohnen, und die Methode kehrt sich ins Gegenteil: Die Milbenzahl steigt.

Rähmchen mit ausgeschnittener Drohnenbrut
Zur Varroabekämpfung im unteren Teil ausgeschnittene Drohnenbrut. Das Ausschneiden muss erfolgen, bevor die verdeckelte Brut schlüpft. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie lagert man ausgebaute Waben?

Außerhalb der Beute gelagerte Waben sind vor allem durch die Wachsmotte bedroht. Ihre Larven zerstören besonders bebrütete, pollenhaltige dunkle Waben in kurzer Zeit mit Gängen und Gespinsten.

  • Kälte: Die Wachsmotte kann sich in der Kälte nicht entwickeln. Ein bis zwei Tage in der Tiefkühltruhe töten alle Stadien ab; danach an einem geschlossenen Ort lagern, den die Motte nicht erreicht.
  • Licht und Luft: Die Waben an einem hellen, luftigen Ort mit Abstand aufzuhängen, erschwert der Motte die Ansiedlung.
  • Aussortieren: Dunkle Brutwaben nicht lange lagern; sie werden am stärksten befallen. Helle Honigraumwaben sind weniger gefährdet.
  • Keine Chemie: Naphthalin und ähnliche Chemikalien hinterlassen Rückstände in Wachs und Honig; verwenden Sie sie nicht.
Von Wachsmottengespinsten zerstörte Waben in einer leeren Beute
Von der Wachsmotte mit Gespinsten überzogene Waben in einer leer stehenden Beute. Ungeschützt gelagerte Waben enden so. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Häufige Fragen

Warum bauen die Bienen die Mittelwände nicht aus?

Die häufigsten Gründe sind fehlende Nektartracht, ein schwaches Volk und kühles Wetter. Ohne Tracht dünnen Sirup füttern und die Mittelwand zwischen ausgebaute Waben hängen.

Wie oft sollten Waben erneuert werden?

Üblich ist es, jedes Jahr etwa ein Drittel der Brutwaben zu erneuern. Dunkle, lichtundurchlässige Waben werden bevorzugt entnommen.

Wie schütze ich ausgebaute Waben vor der Wachsmotte?

Die Waben ein bis zwei Tage einfrieren und an einem geschlossenen, mottendichten Ort lagern oder mit Abstand an einem kühlen, hellen und luftigen Ort aufhängen. Keine Chemikalien wie Naphthalin verwenden.

Kann man Mittelwände ohne Draht verwenden?

Im Honigraum arbeiten manche Imker ohne Draht, doch der Draht stabilisiert die Wabe und verhindert, dass sie sich verbiegt oder beim Schleudern ausbricht. Im Brutraum werden gedrahtete Rähmchen empfohlen.

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