Hebehilfen für Beuten

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Beutenhalterungen und Hebegeräte sind Hebevorrichtungen, Tragegriffe, Beutengurte, Verbindungsklammern und Beutenkarren, mit denen man schwere Zargen anhebt, Beuten transportiert und die Beute auf ihrem Ständer oder die Zargen miteinander sichert. Sie schonen Rücken und Kreuz des Imkers und verhindern, dass sich eine Beute bei der Wanderung unterwegs öffnet oder bei Wind und Sturm umkippt. Richtig gewählte Geräte sorgen für die Sicherheit von Imker und Volk.

Warum braucht man Beutenhalterungen und Hebegeräte?

Eine mit Honig und Bienen gefüllte Zarge ist sehr schwer; ein voller Beutenkörper kann über 30 kg wiegen, und mit mehreren aufgesetzten Zargen ist das Gesamtgewicht der Beute noch weit höher. Rücken- und Kreuzverletzungen kommen in der Imkerei beim Heben von Zargen und beim Tragen von Beuten häufig vor. Verrutschen zudem beim Transport die Zargen, kommen Bienen heraus; das wird für den Imker und die Menschen in der Umgebung gefährlich.

Diese Geräte erfüllen drei Grundaufgaben:

  • Heben: Zargen trennen und anheben, ohne den Rücken des Imkers zu belasten.
  • Tragen: Eine Beute oder Zarge sicher greifen und von einem Ort zum anderen bringen.
  • Sichern: Zargen miteinander, die Beute mit dem Ständer oder mit dem Fahrzeug verbinden.
Zwei Imker mit Handschuhen tragen gemeinsam eine volle Beute
Volle Beuten sind schwer; sie zu zweit, mit geradem Rücken und aus den Knien heraus zu tragen, beugt Rückenverletzungen vor. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Welche Geräte zum Heben von Beuten gibt es?

Beutenheber mit Hebel oder Kurbel

Vorrichtungen auf einem Rahmen oder Mast, der an beiden Seiten der Beute steht, und die mit Griff, Hebel oder Kurbel arbeiten. Die oberen Zargen werden mit einer Klemme gegriffen und angehoben; so muss man die schweren Honigräume nicht von Hand abheben, um an die untere Zarge zu gelangen. Besonders für Imker, die mit mehrzargigen Beuten arbeiten, Rückenprobleme haben oder allein arbeiten, eine große Erleichterung.

Die obere Zarge wird mit einem Beutenheber angehoben
Ein Beutenheber mit Mast: Die oberen Zargen werden mit einer Klemme gehalten und per Kurbel angehoben, die untere Zarge wird durchgesehen, ohne sie von Hand anzuheben. Foto: Psychedilly Circus / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Zargentrenner und Hebegriff

Lange Hebeleisen mit breiter Klinge, die zwischen die Zargen geschoben werden, trennen schwere, mit Propolis verklebte Zargen durch Hebelwirkung. Manche Modelle erleichtern das Anheben mit Griffen, die an der Zarge eingehängt werden.

Tragegriffe und Tragezangen für Beuten

Geräte mit Stangen oder Klemmen, die in die beiden seitlichen Griffmulden oder um den Beutenkörper greifen und von zwei Personen an beiden Enden getragen werden. Im Vergleich zum Anheben von Hand an den Griffmulden bieten sie einen sichereren Griff und eine aufrechtere Haltung.

Beutenkarre (Schubkarre)

Ein- oder zweirädrige Karren, die unter die Beute geschoben werden oder die Beute von beiden Seiten greifen. Sie dienen dazu, am Bienenstand Beuten und Honigräume zu transportieren und Beuten neu aufzustellen. Im unebenen Gelände sind Modelle mit breiten Rädern stabiler.

Die obere Zarge einer Warré-Beute wird von Hand angehoben
Beim Anheben von Zargen von Hand wird die Last nahe am Körper gehalten; bei schweren, mehrzargigen Beuten sorgen ein Hebegerät oder eine zweite Person für Sicherheit. Foto: Dirk Liesch / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Welche Halterungen und Sicherungen für Beuten gibt es?

Beutengurt (Spanngurt, Ratschengurt)

Gewebte Gurte, die alle Zargen, Boden und Deckel der Beute zu einer Einheit zusammenziehen. Ein Spannmechanismus mit Ratsche oder Schnalle dient dazu, den Gurt straff zu ziehen. Sie werden bei der Wanderung für den Transport und an windigen, offenen Bienenständen zum Festbinden der Beute am Ständer verwendet.

Imker gurtet die Beute vor dem Transport
Vor dem Transport wird die Beute vom Boden bis zum Deckel fest gegurtet; so wird das Verrutschen der Zargen verhindert. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Mit Gurten am Ständer befestigte Beuten
Die Beute mit einem Gurt am Ständer festzubinden, ist eine einfache und wirksame Maßnahme gegen Umkippen bei Sturm und Wind. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Zargenverbinder und Verschlüsse

Metallklammern oder Haken, die an die Außenseite der Zargen geschraubt werden und von einer Zarge zur nächsten greifen. Sie verriegeln die Zargen schnell miteinander und reichen bei kurzen Transporten, ohne dass ein Gurt angelegt werden muss. Auf langen Fahrten ist es sicherer, sie zusammen mit einem Gurt zu verwenden.

Wanderklammern und Verbindungsplatten

Manche Wanderimker sichern die Zargen vorübergehend mit breiten Klammern oder Metallplatten aneinander. Da diese in das Holz der Beute eindringen, ist beim Entfernen Vorsicht geboten, und bei wiederholtem Gebrauch nutzt sich das Holz ab.

Ständer und Windsicherung

Der Beutenständer hebt die Beute vom Boden an; er hält Feuchtigkeit, Kälte, Ameisen und manche Schädlinge fern. An windigen Standorten sollte der Ständer mit Pflöcken oder Erdankern am Boden befestigt und die Beute mit einem Gurt am Ständer festgebunden werden. Ein Stein auf der Beute verhindert, dass der Deckel wegfliegt, aber nicht, dass die Beute umkippt.

Im Winter vom Ständer gerutschte und umgestürzte Beutenteile
Eine nicht gesicherte Beute ist im Winter vom Ständer gerutscht und umgestürzt: In diesem Fall geht das Volk leicht verloren. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie hebt und trägt man eine Beute sicher?

  1. Last verringern: Nehmen Sie die Zargen nach Möglichkeit einzeln ab; versuchen Sie nicht, die ganze Beute auf einmal anzuheben.
  2. Richtige Haltung: Stellen Sie die Füße schulterbreit auseinander, gehen Sie in die Knie, halten Sie den Rücken gerade; heben Sie die Last nahe am Körper. Nicht aus der Hüfte gebeugt ziehen.
  3. Nicht drehen, sondern Schritte machen: Mit der Last in den Händen wechseln Sie die Richtung mit den Füßen statt durch Drehen in der Hüfte.
  4. Zu zweit arbeiten: Volle Beuten und schwere Honigräume werden zu zweit oder mit einem Tragegriff getragen.
  5. Weg vorbereiten: Machen Sie Boden, Ständer und Weg am Zielort vorher frei; Stolpern und Stürzen gefährdet sowohl den Imker als auch das Volk.
Imker mit Herz-, Rücken- oder Gelenkproblemen sollten für schwere Hebearbeiten ein Hebegerät verwenden oder sich helfen lassen. Auch die Wahl kleinerer Honigräume (Halbzargen) verringert die zu tragende Last.

Wie sichert man Beuten für die Wanderung?

  1. Flugloch schließen: Am Abend, nachdem die Bienen heimgekehrt sind, das Flugloch schließen oder einen belüfteten Wanderdeckel aufsetzen. Ist die Belüftung der Beute bei heißem Wetter unzureichend, kann das Volk ersticken.
  2. Zargen sichern: Jede Beute vom Boden bis zum Deckel mit Gurt oder Klammern sichern; die Spannung des Gurts prüfen.
  3. Ins Fahrzeug laden: Die Beuten dicht an dicht stellen und zusätzlich mit Gurten auf der Ladefläche festzurren. Viele Imker stellen die Rähmchen lieber parallel zur Fahrtrichtung; so schwingen die Rähmchen beim Bremsen und Anfahren weniger.
  4. Bei der Ankunft: Die Beuten auf ihre Ständer stellen, die Gurte nochmals prüfen und die Fluglöcher öffnen.

Halten Sie beim Transport von Beuten die örtlichen Vorschriften und gegebenenfalls die Anforderungen an Gesundheitszeugnisse für das Verbringen von Bienen ein.

Worauf achtet man bei der Wahl von Beutenhalterungen?

GerätWorauf zu achten ist
BeutengurtUV-beständiges Gewebe, Ratsche aus Edelstahl oder verzinkt, ausreichende Länge für die Beutenhöhe.
VerbindungsklammerZu Ihrem Beutenmaß passender Hakenabstand, rostfreies Material, solide Schraubstelle.
HebegerätZu Ihrem Beutentyp und Ihrer Zargenzahl passende Hubhöhe, Tragfähigkeit, einfacher Aufbau im Gelände.
BeutenkarreRadbreite (unebenes Gelände), stabile Ladefläche, zusammenklappbare Bauweise.
StänderFäulnisbeständiges Material, ebener und fester Untergrund, Möglichkeit zur Befestigung am Boden.

Pflege und häufige Fehler

  • In der Sonne mürbe gewordener Gurt: Gurte werden in der Sonne mit der Zeit schwächer; prüfen Sie sie zu jedem Saisonbeginn und ersetzen Sie abgenutzte.
  • Rostige Ratsche: Ratschen sollten trocken gelagert werden; ein klemmender Mechanismus öffnet sich unterwegs nicht oder schließt gar nicht.
  • Nur einen Stein auf den Deckel legen: Reicht nicht aus, um das Umkippen der Beute zu verhindern.
  • Schwere Beuten allein heben: Eine der Hauptursachen für Rückenverletzungen in der Imkerei.
  • Hygiene: Auch Geräte wandern von Beute zu Beute; verwenden Sie Geräte, die an einer Beute mit Krankheitsverdacht benutzt wurden, nicht ungereinigt an einer anderen.

Häufige Fragen

Wie schwer ist eine volle Zarge?

Das hängt vom Beutentyp und der Honigmenge ab; ein voller Beutenkörper kann über 30 kg wiegen. Deshalb sollten die Zargen einzeln und vorsichtig angehoben werden.

Wie schütze ich meine Beute vor dem Umkippen bei Wind?

Befestigen Sie den Ständer am Boden und binden Sie die Beute mit einem Gurt am Ständer fest; ein Stein auf dem Deckel allein reicht nicht aus.

Ist bei der Wanderung ein Gurt oder eine Klammer sicherer?

Auf langen Strecken ist der Gurt sicherer; Klammern sind bei kurzen Transporten praktisch, beide zusammen sind die solideste Lösung.

Für wen eignet sich ein Beutenheber?

Für Imker, die mit mehrzargigen Beuten arbeiten, allein arbeiten oder Rücken- und Kreuzprobleme haben, ist er eine große Erleichterung.

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