Schwarmverhinderung

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Schwarmverhinderung (Schwarmvorbeugung) umfasst alle Maßnahmen, mit denen man verzögert oder verringert, dass sich ein Honigbienenvolk teilt und ein Teil der Bienen mit der alten Königin die Beute verlässt, oder mit denen man diesen Vorgang in einen vom Imker gesteuerten Ableger umwandelt. Das Schwärmen ist der natürliche Vermehrungstrieb des Volkes und lässt sich nicht völlig unterdrücken; mit rechtzeitigem Erweitern, junger Königin und regelmäßiger Kontrolle lässt es sich aber weitgehend lenken.

Warum schwärmt ein Volk?

Das Schwärmen ist die Vermehrungsform des Honigbienenvolkes. Wenn das Volk erstarkt und volkreich wird, die jungen Bienen unbeschäftigt sind und das Pheromon der Königin nicht mehr ausreichend in alle Teile der Beute gelangt, beginnt die Schwarmvorbereitung. Die wichtigsten Auslöser:

  • Platzmangel: Die Königin findet keine leeren Zellen zum Legen, und die Beute wird eng.
  • Alte Königin: Mit dem Alter nimmt das Königinnenpheromon ab; bei Völkern mit Königinnen, die älter als zwei Jahre sind, steigt die Schwarmneigung deutlich.
  • Überschuss an jungen Bienen: Viele junge Ammenbienen, die keine Brut zu pflegen haben.
  • Heiße, stickige Beute: Beuten in der Sonne mit unzureichender Belüftung.
  • Vererbung: Manche Bienenlinien und -rassen neigen stärker zum Schwärmen als andere.

Woran erkennt man die Schwarmvorbereitung?

Das zuverlässigste Zeichen sind Weiselzellen. Leere Spielnäpfchen (Weiselnäpfchen) sind im Frühjahr in Völkern normal; entscheidend ist, ob Eier oder Larven darin sind.

  • Schwarmzellen: Meist zahlreich und an den Unter- und Seitenrändern der Wabe aufgereiht.
  • Umweiselungszellen (stille Umweiselung): Wenige (meist eine bis drei) und auf der Wabenfläche, eher in der Mitte. Das Volk tauscht seine Königin aus; sie sind kein Schwarmzeichen.
  • Weitere Zeichen: Nachlassende Eiablage der Königin, frischer Nektar im Brutnest, träge vor der Beute versammelte Bienen.
Leeres Weiselnäpfchen auf einer Wabe
Leeres Weiselnäpfchen. Ohne Ei oder Larve ist es für sich allein kein Schwarmzeichen. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Verlängerte Weiselzelle am Wabenrand
Eine am Wabenrand heranwachsende Weiselzelle. An den Rändern aufgereihte Zellen sind das typische Zeichen der Schwarmvorbereitung. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Zwei verdeckelte Weiselzellen auf einer Wabe
Zwei verdeckelte Weiselzellen. Ist die Zelle verdeckelt, steht der Schwarm kurz vor dem Auszug oder ist schon abgegangen; jetzt heißt es nicht mehr vorbeugen, sondern lenken. Foto: Piscisgate / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Methoden der Schwarmvorbeugung (vor Beginn der Vorbereitung)

Rechtzeitig Raum geben

Platzmangel ist der stärkste Auslöser. Raum muss gegeben werden, bevor Enge entsteht; üblich ist, eine neue Zarge aufzusetzen, wenn die vorhandene zu etwa drei Vierteln gefüllt ist. Einzelheiten finden Sie auf der Seite Aufsetzen von Zargen und Raummanagement.

Mittelwände ausbauen lassen

Den jungen Bienen Arbeit zu geben, verringert den Schwarmdruck. Einzelne Mittelwände am Rand des Brutnestes während der Tracht beschäftigen die jungen Bienen und schaffen der Königin neuen Legeraum.

Verdeckelte Brut entnehmen

Einem starken Volk ein bis zwei Waben mit verdeckelter Brut zu entnehmen und durch leere ausgebaute Waben oder Mittelwände zu ersetzen, verringert das Gedränge in der Beute. Die entnommenen Waben werden schwachen Völkern gegeben und stärken diese. So erzielt man mit einem Handgriff zwei Vorteile.

Junge Königin

Völker mit junger Königin zeigen deutlich weniger Schwarmneigung. Die Königin regelmäßig alle ein bis zwei Jahre zu erneuern, ist das nachhaltigste Mittel der Schwarmlenkung.

Belüftung und Schatten

Eine heiße, stickige Beute löst das Schwärmen aus. Das Flugloch in der Tracht ganz zu öffnen, für Belüftung von oben zu sorgen und Schatten gegen die Mittagssonne zu bieten, sind einfache, aber wirksame Maßnahmen.

Vor der Beute Bart bildende Bienen
Bienen, die vor der Beute einen Bart bilden. Bei heißem Wetter kann das normal sein, in einem überfüllten Volk aber auch ein Vorbote der Schwarmvorbereitung. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Was tun, wenn die Schwarmvorbereitung begonnen hat?

Hat das Volk Weiselzellen mit Eiern oder Larven angelegt, reicht Erweitern allein meist nicht mehr. An diesem Punkt ist es viel zuverlässiger, die Teilung selbst als Imker vorzunehmen, statt das Volk aufhalten zu wollen.

Kunstschwarm

  1. Die alte Beute wird etwas zur Seite gestellt.
  2. Auf den alten Platz kommt eine neue Beute mit Mittelwänden; hinein kommen die Königin und eine Brutwabe (ohne Weiselzellen).
  3. Da die Flugbienen an den alten Platz zurückkehren, erstarkt die neue Beute schnell wie ein Schwarm.
  4. In der alten Beute bleiben Weiselzellen und junge Bienen; dort lässt man eine einzige gute Zelle stehen und zieht eine neue Königin nach.

Der Schwarmtrieb des Volkes ist damit befriedigt. Außerdem entsteht in der alten Beute eine natürliche brutfreie Zeit, die ein günstiges Fenster für die Varroabekämpfung öffnet.

Ableger bilden

Das Volk wird in einen weiselrichtigen und einen weisellosen Teil (mit Weiselzellen) geteilt, oder man bildet aus einem starken Volk mit einigen Waben mit Bienen und Brut einen kleinen Ableger. Für Imker, die ihre Völkerzahl vergrößern wollen, wird der Schwarmdruck so zur Chance.

Am Stand aufgereihte fünfwabige Ablegerkästen
Fünfwabige Ablegerkästen. Ableger aus starken Völkern unter Schwarmdruck sind ein Weg zur kontrollierten Vermehrung. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Demaree-Methode

Die Königin bleibt unten in einem Brutraum mit Mittelwänden oder leeren Waben; die Brutwaben werden über das Absperrgitter in die oberste Zarge gehängt. Das Gedränge wird aufgelöst, ohne das Volk zu teilen, und man geht mit einem einzigen starken Volk in die Tracht. Weiselzellen, die im Oberraum entstehen können, werden einige Tage später kontrolliert und ausgebrochen. Die Methode erfordert Erfahrung.

Zeitlicher Ablauf des Schwärmens und Kontrollabstand

Vom Ei in der Weiselzelle bis zur verdeckelten Zelle vergehen etwa acht Tage, und der Vorschwarm zieht meist aus, wenn die erste Zelle verdeckelt wird. Die neue Königin schlüpft etwa 16 Tage nach der Eiablage.

Tag 0 Tag 3 Tag 8 Tag 16 ZEIT ZUM EINGREIFEN ZU SPÄT Weiselzelle Ei in der wird gefüttert Larve Zelle verdeckelt SCHWARM ZIEHT AUS neuen Königin Schlupf der Der Kontrollabstand muss kürzer als acht Tage sein. Wer nur alle zehn Tage nachsieht, verpasst den Schwarm.
Der Vorschwarm zieht meist mit der alten Königin aus, wenn die erste Weiselzelle verdeckelt wird.

Deshalb darf der Kontrollabstand in der Schwarmzeit sieben Tage nicht überschreiten. Wer nur alle zehn Tage kontrolliert, kann die Vorbereitung vom Ei bis zur verdeckelten Zelle und den Schwarm zwischen zwei Kontrollen verpassen.

Schnellkontrolle: Bei zweizargigen Beuten zeigt das leichte Ankippen des oberen Brutraums und ein Blick auf die Unterkanten die Weiselzellen oft, ohne alle Waben ziehen zu müssen. Schwarmzellen sitzen häufig an der Unterkante der Waben.

Methoden, die nicht wirken oder allein nicht ausreichen

Nur Weiselzellen ausbrechen

Hat das Volk den Schwarmentschluss gefasst, legt es anstelle der ausgebrochenen Zellen neue an. Das Symptom zu beseitigen, ohne die Ursache zu beheben, erhöht nur den Kontrollaufwand, und oft führt eine einzige übersehene Zelle zum Schwarm. Hat das Volk nach dem Ausbrechen aller Zellen bereits geschwärmt, kann es zudem weisellos werden. Das Ausbrechen von Zellen ist nur zusammen mit einem Eingriff wie Erweitern, Brutentnahme oder Ablegerbildung sinnvoll.

Flügel der Königin beschneiden

Das Beschneiden der Flügel verhindert das Schwärmen nicht, sondern nur, dass die alte Königin mit dem Schwarm davonfliegt. Der Schwarm zieht aus, die flugunfähige Königin fällt zu Boden und geht meist verloren; die Bienen kehren in die Beute zurück und können, sobald die erste neue Königin schlüpft, mit dieser erneut schwärmen. Das Flügelbeschneiden verschafft nur zusammen mit regelmäßiger Kontrolle Zeit.

Häufige Fragen

Lässt sich das Schwärmen vollständig verhindern?

Nein, das Schwärmen ist der natürliche Vermehrungstrieb des Volkes. Mit rechtzeitigem Erweitern, junger Königin, regelmäßiger Kontrolle und bei Bedarf Ablegerbildung lassen sich Schwarmverluste aber weitgehend vermeiden.

Wie oft sollte man die Beute in der Schwarmzeit kontrollieren?

In Abständen von höchstens sieben Tagen. Vom Ei in der Weiselzelle bis zum Auszug des Schwarms vergehen etwa acht Tage.

Soll ich alle Weiselzellen ausbrechen, wenn ich welche sehe?

Nur Ausbrechen hilft meist nicht. Sind Zellen mit Eiern oder Larven vorhanden, bilden Sie einen Kunstschwarm oder Ableger; Umweiselungszellen der stillen Umweiselung lassen Sie dagegen unberührt.

Wie unterscheidet man Schwarmzellen von Umweiselungszellen?

Schwarmzellen sind meist zahlreich und sitzen an den Unter- und Seitenrändern der Wabe. Zellen der stillen Umweiselung sind dagegen wenige und befinden sich meist auf der Wabenfläche, eher in der Mitte.

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