Wabenhonig und Schnittwaben

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Wabenhonig ist Honig, der in der frisch von den Bienen gebauten Wachswabe, ungeschleudert und unerhitzt, verkauft wird; Scheibenhonig ist die Form, bei der diese Wabe in quadratische Stücke aus dem Rähmchen geschnitten und verpackt wird. Er lässt sich in modernen Rähmchenbeuten gut erzeugen, verlangt aber ein starkes Volk, eine ununterbrochene Nektartracht und die richtige Wahl der Mittelwand. Dafür erhält man ein hochwertiges Produkt, für das keine Schleuderausrüstung nötig ist.

Was ist Wabenhonig, und welche Formen gibt es?

Wabenhonig (Honig in der Wabe, Rähmchenhonig) ist eine Angebotsform, bei der der Honig zusammen mit den Wachszellen verzehrt wird. Die Wabe wird im Mund gekaut; das Wachs kann geschluckt oder ausgespuckt werden. Die wichtigsten Erzeugungsformen sind:

  • Scheibenhonig: Die honiggefüllte Wabe, gebaut in einem ungedrahteten Rähmchen mit dünner Mittelwand, wird aus dem Rähmchen genommen, mit einer Form in quadratische oder rechteckige Stücke geteilt und in Schachteln verpackt.
  • Wabenhonig in Sektionen: Die Bienen bauen die Wabe direkt in die Verkaufsschachtel oder in kleine Holz- bzw. Kunststoffsektionen; das Produkt wird ungeschnitten verkauft.
  • Wabenhonig im Rähmchen: Das ganze Rähmchen oder ein kleines Rähmchen wird so, wie es ist, verkauft.
  • Gemischte Form: Ein Stück Scheibenhonig wird ins Glas gelegt und mit flüssigem Honig aufgefüllt.
Vollständig ausgebauter Wabenhonig in einer Holzsektion
In eine Holzsektion gebauter, vollständig verdeckelter Wabenhonig. Die Bienen haben die Wabe direkt in die Verkaufssektion gebaut. Foto: George Shuklin / Wikimedia Commons · CC BY-SA 1.0
Fertige und nicht begonnene Waben in runden Sektionen
Wabenhonigerzeugung in runden Sektionen: Die mittlere Sektion ist fertig und verdeckelt, die rechte noch nicht begonnen. Reicht die Tracht nicht, bleiben Sektionen halb fertig. Foto: Migco / Wikimedia Commons · Public domain

Warum ist Wabenhonig wertvoll?

  • Er ist unverarbeitet: Kein Entdeckeln, kein Schleudern, kein Erwärmen, kein Filtern; der Honig gelangt so zum Verbraucher, wie er in der Beute war.
  • Er schafft Vertrauen: Der Verbraucher sieht den Honig in den von den Bienen verdeckelten Zellen. Doch auch Wabenhonig ist nur bei richtiger Imkerpraxis ein ehrliches Produkt; wird ein Volk bei aufgesetztem Honigraum gefüttert, können die Bienen auch Sirup in die Wabe tragen.
  • Er hat eine hohe Wertschöpfung: Sein Stückpreis liegt deutlich über dem von Schleuderhonig.
  • Er braucht keine Ausrüstung: Er lässt sich ohne Schleuder und Klärbehälter erzeugen; für kleine Imkereien geeignet.
  • Er ist eine Lösung für schwer schleuderbare Honige: Honige mit gelartiger Konsistenz, die sich in der Schleuder schwer lösen (z. B. Honige aus Heidekrautarten), eignen sich sehr gut als Wabenhonig.

Welche Bedingungen braucht die Wabenhonigerzeugung?

Die Bienen müssen in kurzer Zeit frische Waben bauen, sie schnell füllen und verdeckeln. Wachserzeugende junge Bienen bauen nur dann viele Waben, wenn reichlich Nektar hereinkommt. Deshalb müssen folgende Bedingungen zusammentreffen:

  • Starkes Volk: Ein Volk mit vielen jungen Bienen, stark genug, um die Sektionen zu füllen.
  • Starke, ununterbrochene Tracht: Reißt die Nektartracht ab, bleibt die Wabe halb fertig, und die Zellen werden nicht verdeckelt.
  • Warmes Wetter: In kalten Nächten verlangsamt sich der Wabenbau.
  • Enger Raum: Wird das Volk etwas eng gehalten, bauen und füllen die Bienen neuen Raum sofort. Gibt man zu viel Raum, verteilen die Bienen den Honig auf viele Sektionen, und keine wird fertig.
  • Honigraum zur richtigen Zeit: Der Honigraum für Wabenhonig wird zu Trachtbeginn gegeben; zu früh gegeben, beschädigen die Bienen die Sektionen, zu spät gegeben, verpasst man die Tracht.
  • Schwarmkontrolle: In eng gehaltenen Völkern steigt die Schwarmneigung; kontrollieren Sie regelmäßig auf Schwarmzellen.
Auf einer Mittelwand begonnener Wabenbau
Beginn des Ausbaus auf einer Mittelwand. Bei starker Tracht bauen die Bienen die Mittelwand innerhalb weniger Tage aus und füllen sie. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie wählt man die Mittelwand für Wabenhonig?

Es sollte eine dünne oder sehr dünne Mittelwand verwendet werden. Die dicke Mittelwand für den Brutraum hinterlässt in der Mitte der Wabe eine harte Schicht; sie ist im Mund spürbar und mindert den Wert des Produkts.

  • Kein Draht: Da das Produkt geschnitten oder so, wie es ist, gegessen wird, wird kein Draht ins Rähmchen gespannt.
  • Anfangsstreifen: Statt einer Mittelwand kann auch nur ein schmaler Streifen an den Oberträger geklebt werden; den Rest bauen die Bienen selbst als Naturwabe.
  • Sauberes Wachs: Da Wabenhonig direkt gegessen wird, ist die Herkunft des Wachses wichtig. Rückstände mancher fettlöslicher Varroamittel können sich im Wachs anreichern. Mittelwände aus Ihrem eigenen Entdeckelungswachs oder auf Rückstände untersuchtes Wachs sind die sicherste Wahl.
  • Neue Waben: Waben, in denen schon Brut war oder die dunkel geworden sind, werden nicht verwendet.
Mittelwandplatte mit senkrechten Drähten
Gedrahtete Mittelwand für Brut- und Schleuderrähmchen. Im Rähmchen für Wabenhonig wird kein Draht verwendet. Foto: Artic (Wikimedia Commons uploader) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Ohne Mittelwand gebaute, lichtdurchlässige Naturwabe
Eine ohne Mittelwand gebaute Naturwabe ist dünn und lichtdurchlässig; die ideale Struktur für Wabenhonig. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wie erzeugt man Wabenhonig? Schritt für Schritt

  1. Das Volk vorbereiten: Machen Sie das Volk vor der Tracht stark; schließen Sie Krankheits- und Varroakontrolle vor Trachtbeginn ab. Bei aufgesetztem Honigraum werden weder Behandlungsmittel noch Sirup verwendet.
  2. Ein Absperrgitter einlegen: So wird verhindert, dass die Königin in den Honigraum steigt und in die Wabenhonigrähmchen Eier legt.
  3. Den Honigraum geben: Setzen Sie die Rähmchen mit dünner Mittelwand oder Anfangsstreifen zu Trachtbeginn direkt über den Brutraum.
  4. Beobachten: Kontrollieren Sie einmal pro Woche; setzen Sie unter einen fast vollen Honigraum einen neuen, damit sich die Bienen darauf konzentrieren, den oberen fertigzustellen und zu verdeckeln.
  5. Rechtzeitig abnehmen: Ist die Wabe vollständig verdeckelt, nehmen Sie sie ohne Verzögerung ab. Bei einer Wabe, die lange in der Beute bleibt, wird die weiße Verdeckelung durch die Fußspuren der Bienen dunkel (Laufspuren), und das Aussehen leidet.

Ernte und Schneiden von Wabenhonig

  • Vollständig verdeckelte Wabe: Die Wabe muss ganz verdeckelt sein. Honig in unverdeckelten Zellen ist nicht reif, läuft beim Schneiden aus und macht das Produkt anfällig für Gärung.
  • Bienenfrei machen: Der Honigraum wird mit einer Bienenflucht oder dem Besen von Bienen befreit. Verwenden Sie wenig Rauch; der Geruch kann in den Honig übergehen. Chemische Mittel zum Vertreiben der Bienen werden nicht verwendet.
  • Schneiden in kühler Umgebung: Die Wabe wird bei Wärme weich; geschnitten wird in einem kühlen Raum.
  • Sauberer Schnitt: Man verwendet ein angewärmtes scharfes Messer oder eine Schneidform aus Edelstahl.
  • Abtropfen lassen: Die geschnittenen Stücke liegen eine Weile auf einem Gitter, damit der Honig von den Schnittkanten abtropft, und werden dann verpackt.
Wabenhonig, der aus dem Rähmchen geschnitten wird
Aus dem Rähmchen geschnitten serviert: Wabenhonig. Eine vollständig verdeckelte, sauber gebaute Wabe lässt sich glatt schneiden. Foto: Sebastian Wallroth / Wikimedia Commons · CC BY 3.0
Geschnittene Stücke Wabenhonig in Nahaufnahme
Stücke von Scheibenhonig: Zu sehen sind die weiße Verdeckelung und der Honig an den Schnittkanten. Foto: Fumikas Sagisavas / Wikimedia Commons · CC0

Wie wird Wabenhonig gelagert und verpackt?

  • Einfrieren: Unbemerkte Eier der Wachsmotte in der Wabe können das Produkt später verderben. Die verpackten Waben mindestens 48 Stunden in der Tiefkühltruhe (−18 °C und kälter) zu lagern, tötet diese Eier ab; das ist gängige Praxis.
  • Geschlossen auftauen: Lassen Sie das eingefrorene Produkt bei geschlossener Schachtel auftauen; so bleibt Kondenswasser außen an der Schachtel und nicht auf der Wabe.
  • Dichte Verpackung: Honig zieht Feuchtigkeit aus der Luft; die Schachteln müssen dicht schließen.
  • Kühl und dunkel: In Sonne und Wärme wird die Wabe weich und läuft aus.
  • Stabile Schachtel: Waben sind druckempfindlich; verwenden Sie für Transport und Regal eine stabile Schachtel.

Kristallisiert Wabenhonig, lässt er sich praktisch nicht wieder verflüssigen, ohne das Wachs zu schmelzen. Deshalb eignen sich schnell kristallisierende Honige (z. B. Sonnenblume, Raps, Baumwolle) nicht für die Wabenhonigerzeugung.

Honiggefüllte Wabenstücke in einer Schale
Wabenstücke in einer Schale. Scheibenhonig kann auch im Glas zusammen mit flüssigem Honig angeboten werden. Foto: Skrissh2013 / Wikimedia Commons · CC BY 3.0

Ertrag bei Wabenhonig und häufige Fehler

Die Wabenhonigerzeugung senkt den Gesamthonigertrag, weil die Bienen jedes Mal neues Wachs bauen und die Energie für das Wachs aus dem Honig stammt. Dafür ist der Stückpreis hoch und der Geräteaufwand gering.

  • Bei schwacher Tracht versuchen: Halbfertige, unverdeckelte Waben lassen sich nicht verkaufen.
  • Dicke oder gedrahtete Mittelwand: Im Mund bleibt eine harte Schicht.
  • Späte Ernte: Die Verdeckelung wird dunkel, das Produkt verliert sein Aussehen.
  • Verpacken ohne Einfrieren: Die Wachsmotte kann das Produkt im Regal verderben.
  • Füttern bei aufgesetztem Honigraum: Sirup gelangt in die Wabe; das Produkt gilt nicht mehr als Honig.

Häufige Fragen

Kann man das Wachs von Wabenhonig essen?

Ja, Bienenwachs wird unverdaut wieder ausgeschieden. Wer möchte, kann es kauen und das Wachs ausspucken.

Ist Wabenhonig natürlicher als Schleuderhonig?

Insofern er unverarbeitet ist, ja. Die Honigqualität hängt jedoch von der Imkerpraxis ab; wird ein Volk bei aufgesetztem Honigraum gefüttert, kann auch Wabenhonig Sirup enthalten.

Kristallisiert Wabenhonig?

Wabenhonig aus schnell kristallisierenden Trachten kann kristallisieren. Das ist kein Verderb, beeinträchtigt aber Aussehen und Genuss.

Welche Mittelwand verwendet man für Wabenhonig?

Ungedrahtete, dünne oder sehr dünne Mittelwände oder nur einen Anfangsstreifen. Dicke Brutraum-Mittelwände werden nicht verwendet.

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