Material für die Königinnenzucht

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Das Material für die Königinnenzucht ist eine Ausrüstung aus Weiselnäpfchen, Zuchtleisten und Haltern, Umlarvlöffel, Licht und Lupe, verschiedenen Königinnenkäfigen, Zeichenzubehör und Begattungskästchen; das meiste davon ist günstig, muss aber sorgfältig verwendet werden. Da all diese Dinge direkt mit Larve oder Königin in Berührung kommen, entscheidet über den Erfolg meist nicht der Preis des Materials, sondern seine Sauberkeit und richtige Handhabung. Unten erfahren Sie, wozu jedes Teil dient, worauf man bei der Auswahl achtet und wie man es pflegt.

Welches Material braucht man für die Königinnenzucht?

SchrittGrundausstattungHilfsmittel
UmlarvenWeiselnäpfchen, Zuchtleiste, Zuchtrahmen, UmlarvlöffelLicht, Lupe, feuchtes Tuch, verdünntes Gelée royale
AufzuchtAbsperrgitter, FuttergefäßWabenkäfig (zum Absperren der Königin)
Reife ZelleSchlupfkäfigBrutschrank, isolierter Transportbehälter
BegattungBegattungskästchen oder AblegerkastenFluglochmarkierungen, Nummernschilder
Umgang mit der KöniginVersand-/Zusetzkäfig, FutterteigZeichenstift, Opalithplättchen, Königinnenclip

Arten von Weiselnäpfchen: Kunststoff oder Bienenwachs?

  • Kunststoffnäpfchen: Sie haben ein Einheitsmaß, lassen sich waschen und wiederverwenden und ermöglichen zügiges Arbeiten. Um den Geruch neuen Kunststoffs zu beseitigen, werden die Näpfchen vor dem Umlarven etwa einen Tag in ein Volk gehängt und von den Bienen „poliert“. Sie nehmen Gerüche an; Chemikalien- und Spülmittelrückstände senken die Annahme.
  • Wachsnäpfchen: Werden von den Bienen leicht angenommen und bieten eine natürliche Oberfläche. Sie sind Einwegartikel; man stellt sie her, indem man eine Form oder einen Holzstab mehrmals in geschmolzenes, sauberes Wachs taucht und wieder herauszieht. Wichtig ist rückstandsfreies, sauberes Wachs, am besten Entdeckelungswachs.
  • Näpfchen mit Halter (Zellboden): Das Näpfchen sitzt auf einem separaten Halter, der auf die Leiste gesteckt wird; die reife Zelle wird samt Halter entnommen und ins Kästchen gegeben, was das Risiko des Quetschens verringert. Auch Käfigsysteme ohne Umlarven arbeiten nach diesem Prinzip.
Auf zwei Leisten eines Zuchtrahmens aufgereihte Halter und Weiselnäpfchen
Zuchtrahmen: auf zwei Metallleisten gesteckte Halter mit Kunststoffnäpfchen darunter. Links sind Ersatzpackungen mit Haltern und Näpfchen zu sehen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Zuchtleiste und Zuchtrahmen

Die Näpfchen werden auf waagerecht in den Rahmen eingesetzte Leisten (aus Holz oder Metall) aufgereiht. Meist hat ein Rahmen zwei bis drei Leisten. Sind die Leisten herausnehmbar oder drehbar, erleichtert das das Umlarven sehr: Die Leiste wird nach oben gedreht, man arbeitet mit Blick in die Näpfchenöffnungen und dreht sie danach zurück.

  • Abstand: Zwischen den Näpfchen bleibt so viel Platz, dass die reifen Zellen nicht zusammengebaut werden.
  • Festigkeit: Die Halter dürfen auf der Leiste nicht wackeln; fällt eine reife Zelle herunter, kann die Königin darin sterben.
  • Beschriftung: Am Oberträger des Rahmens einen Platz für Seriennummer und Umlarvdatum vorsehen.

Arten von Umlarvlöffeln

Aufgabe des Umlarvlöffels (Umlarvnadel) ist es, die eintägige Larve samt dem darunterliegenden Futtersaft ohne Quetschen und ohne Umdrehen in das Näpfchen zu bringen.

  • Löffel mit biegsamer Zunge (chinesisches Umlarvbesteck): Die dünne, biegsame Zunge an der Spitze gleitet leicht unter die Larve; ein Schiebestift setzt die Larve im Näpfchen ab. Das ist der verbreitetste und günstigste Typ; ist die Zungenspitze abgenutzt, wird eine neue eingesetzt.
  • Metalllöffel: Ein haltbares Werkzeug mit dünner, fester Spitze; die Spitze muss sorgfältig ausgedünnt und glatt sein.
  • Umlarvlöffel mit Schieber: Nimmt die Larve auf die Spitze und setzt sie über einen Schiebemechanismus im Näpfchen ab.
  • Pinsel oder Federspitze: Weiche Werkzeuge, die manche Züchter bevorzugen.

Die Wahl ist Gewohnheitssache. Wichtig ist, dass die Spitze entlang der Rückwand der Wabenzelle mühelos unter die Larve gleitet und die Larve samt Futtersaft aufnehmen kann, ohne sie umzudrehen, also in der Lage, die sie in der Zelle hatte.

Absetzen einer Larve mit dem Umlarvwerkzeug in ein Kunststoffnäpfchen
Die Larve wird von der Spitze des Umlarvwerkzeugs auf den Boden des Kunststoffnäpfchens abgesetzt. Sie muss im Näpfchen ungedreht auf dem Futtersaft liegen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Entnahme einer Larve aus der Wabe mit einem Umlarvlöffel mit biegsamer Zunge
Mit einem Umlarvlöffel mit biegsamer Zunge (chinesisches Umlarvbesteck) wird eine Larve aus der Zuchtwabe entnommen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Licht, Lupe und Schutz vor Austrocknung

Die eintägige Larve ist nur wenig größer als ein Stecknadelkopf. Direktes, kräftiges Licht, das bis auf den Zellboden fällt (Taschenlampe, Stirnlampe oder Tischlampe), ist die wirksamste Hilfe beim Umlarven. Eine Kopflupe oder Lesebrille ist vor allem für Menschen mit nachlassender Nahsicht eine praktische Lösung.

Offen liegend kann die Larve innerhalb weniger Minuten austrocknen und sterben. Beim Umlarven gilt:

  • Umgebung: An einem kühlen, schattigen, windstillen oder geschlossenen und feuchten Ort arbeiten; direkte Sonne meiden.
  • Abdeckung: Zuchtwabe und wartende Leisten mit einem feuchten, sauberen Tuch abdecken.
  • Nasses Umlarven: Ein Tropfen mit Wasser verdünntes Gelée royale am Näpfchenboden verzögert das Austrocknen der Larve. Auch trockenes Umlarven ist verbreitet und liefert gute Ergebnisse; wählen Sie eine der beiden Methoden und wenden Sie sie konsequent an.

Königinnenkäfige

  • Wabenkäfig (Absperrkäfig): Hält die Königin auf einer bestimmten Wabe und liefert so gleich alte Larven.
  • Schlupfkäfig: Wird auf die reife Zelle gesetzt; verhindert, dass eine früh geschlüpfte Königin an die anderen Zellen gelangt.
  • Versandkäfig: Die Königin und einige Begleitbienen werden in einem kleinen Käfig transportiert, der in einem Fach Futterteig (Candy) enthält.
  • Zusetzkäfig: Dient dazu, die Königin an ein neues Volk zu gewöhnen; während der Futterteigpfropfen weggefressen wird, kommt die Königin langsam frei. Es gibt auch Käfigtypen, die in die Wabenfläche gedrückt werden.
Dreikammeriger Versandkäfig für Königinnen aus Holz
Dreikammeriger Versand-/Zusetzkäfig aus Holz: zwei Kammern für Königin und Begleitbienen, die Kammer an der Ausgangsseite für den Futterteig. Foto: AutoElectEngr / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Königinnenkäfig wird auf die Oberträger der Waben gelegt
Ein Zusetzkäfig aus Kunststoff wird auf die Waben eines weisellosen Volkes gelegt und anschließend zwischen die Waben geklemmt. Foto: Conall from Downpatrick, Northern Ireland / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Zeichenzubehör und Farbcode

Eine Königin, die zu legen begonnen hat, wird auf dem Rücken (Brustabschnitt) gezeichnet, damit man sie leicht findet und ihr Alter kennt. Dafür verwendet man einen für die Imkerei geeigneten Zeichenstift oder ein aufgeklebtes nummeriertes Opalithplättchen sowie einen Königinnenclip oder ein Zeichenröhrchen mit weichem Kolben zum Festhalten der Königin. Die Farbe wird nur auf die Brust und nur in sehr geringer Menge aufgetragen; Flügel, Kopf und Beine dürfen nicht berührt werden.

Letzte Ziffer der JahreszahlFarbe
1 oder 6Weiß (oder Grau)
2 oder 7Gelb
3 oder 8Rot
4 oder 9Grün
5 oder 0Blau
Königin mit auf den Rücken geklebtem Nummernplättchen
Königin mit einem roten, nummerierten Plättchen auf dem Rücken. Die Nummer erleichtert die Zuordnung zu den Zuchtaufzeichnungen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Durchsichtiger Königinnenclip aus Kunststoff
Durchsichtiger Königinnenclip aus Kunststoff: Die Königin wird ohne Quetschen von der Wabe genommen und kurz zum Zeichnen oder Umsetzen in einen Käfig festgehalten. Foto: Per A.J. Andersson / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Reinigung und Aufbewahrung: der kritischste Punkt

All diese Materialien kommen direkt mit Larve oder Königin in Berührung. Unangenehmer Geruch sowie Rückstände von Behandlungsmitteln und Spülmitteln senken die Annahmerate unmittelbar.

  • Kunststoffteile: Werden mit heißem Wasser gewaschen, bei Bedarf von Wachs und Propolis befreit; kein parfümiertes Spülmittel verwenden oder sehr gründlich nachspülen.
  • Kontakt mit Chemikalien: Nicht zusammen mit Varroamitteln, Kraftstoff, Insektiziden und parfümierten Produkten lagern.
  • Trocken und geschlossen lagern: Nicht benötigtes Material wird in einer geschlossenen Kiste, geschützt vor Wachsmotte und Mäusen, aufbewahrt.
  • Krankheitsrisiko: Käfige und Näpfchen, die in einem kranken Volk verwendet wurden, kommen in kein anderes Volk.
  • Löffelspitze: Wird nach jedem Umlarven gereinigt; eine abgenutzte oder aufgespaltene Spitze verletzt die Larve.

Häufige Fragen

Was ist besser: Kunststoff- oder Wachsnäpfchen?

Beide liefern gute Ergebnisse. Kunststoff ermöglicht schnelles Arbeiten und Wiederverwendung; Wachs wird leichter angenommen, muss aber jedes Mal neu hergestellt werden. Neue Kunststoffnäpfchen vor dem Umlarven von einem Volk putzen zu lassen, verbessert die Annahme.

Welcher Umlarvlöffel eignet sich für Anfänger?

Der Löffel mit biegsamer Zunge ist günstig und verzeiht Fehler; für Anfänger ist er meist der einfachste. Wer nicht umlarven kann, hat mit Käfigsystemen ohne Umlarven eine Alternative.

Wie bestimmt man die Zeichenfarbe der Königin?

Nach dem internationalen Farbcode, abhängig von der letzten Ziffer des Schlupfjahres: 1-6 Weiß, 2-7 Gelb, 3-8 Rot, 4-9 Grün, 5-0 Blau.

Braucht man unbedingt einen Brutschrank?

Nein. Werden die Zellen rechtzeitig am 10. Tag verteilt, ist er nicht nötig; der Brutschrank verschafft lediglich Spielraum beim Zeitpunkt des Verteilens.

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