Behandlung mit Milchsäure

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⚠️ Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose oder Behandlung. Für eine sichere Diagnose wenden Sie sich unbedingt an einen Tierarzt oder lassen Sie Proben in einem zugelassenen Labor untersuchen. Verwenden Sie nur zugelassene Arzneimittel gemäß Packungsbeilage und gesetzlichen Wartezeiten. Bei Verdacht auf eine anzeigepflichtige Seuche informieren Sie das zuständige Veterinäramt.

Milchsäure ist eine organische Säure, die auf die Bienen auf den Waben gesprüht wird und die Milben durch Kontakt abtötet. Auf Milben in der verdeckelten Brut wirkt sie nicht; deshalb eignet sie sich für Schwärme, Paketbienen, Kunstschwärme und kleine brutfreie Völker. Die Bienen vertragen sie gut, da aber jede Wabe einzeln behandelt werden muss, ist sie für große Betriebe ungeeignet.

Wie wirkt sie?

Milchsäure kommt natürlich in fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt und Sauergemüse vor und ist in geringer Menge auch im Honig enthalten. Im Bienenstock wird sie als verdünnte Lösung auf die Bienen gesprüht und tötet die Milben auf den Bienen durch Kontakt ab.

  • Sie wirkt nur auf die Milben auf den Bienen. Milben unter dem Zelldeckel, die sich in der Brut vermehren, bleiben geschützt.
  • Im brutfreien Volk erzielt sie gute Ergebnisse; bei verdeckelter Brut sinkt die Wirksamkeit deutlich.
  • Es gibt kein bekanntes Resistenzproblem, und bei richtiger Anwendung ist das Risiko dauerhafter Rückstände im Honig gering.
  • Sie wirkt nicht über Verdunstung. Anders als Ameisensäure wird sie nicht in die Beute gestellt und dort belassen; jede Biene muss durch Besprühen erreicht werden.
Varroamilbe am Brustabschnitt einer Biene
Das Ziel der Milchsäure: Milben, die auf den Bienen getragen werden. Foto: Waugsberg / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Varroamilbe auf einer Puppe in einer geöffneten Zelle
Die Milbe auf der Puppe in der verdeckelten Zelle wird von der gesprühten Säure nicht erfasst. Foto: Gilles San Martin from Namur, Belgium / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Bei welchen Völkern und wann?

  • Schwärme und Kunstschwärme: Nach dem Einlogieren in die Beute, bevor die erste Brut verdeckelt wird.
  • Paketbienen: Kurz nach dem Umsetzen in die Beute, bevor Brut verdeckelt wird.
  • Völker nach Brutunterbrechung und Ableger: Nachdem die verdeckelte Brut vollständig geschlüpft ist.
  • Natürliche brutfreie Zeit: Im Spätherbst, solange die Bienen noch keine feste Traube gebildet haben und das Wetter mild ist. An kalten Tagen, an denen die Bienen nass würden und auskühlen, wird nicht behandelt.
Bienenschwarm an einem jungen Baumast
Ein eingefangener Schwarm hat nach dem Einlogieren noch keine verdeckelte Brut und bietet daher eine gute Gelegenheit für eine Behandlung mit Milch- oder Oxalsäure. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Vier Ablegerkästen mit fünf Rähmchen auf einem Beutenständer
Ablegerkästen mit fünf Rähmchen: Da es nur wenige Waben sind, ist das Besprühen Wabe für Wabe praktikabel. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Anwendung Schritt für Schritt

  1. Präparat wählen: Wenn in Ihrem Land ein zugelassenes Milchsäurepräparat verfügbar ist, verwenden Sie dieses und halten Sie sich an die Konzentration und die Menge pro Wabe laut Etikett. Gibt es kein zugelassenes Präparat, wenden Sie sich an das zuständige Veterinäramt oder an einen auf Bienengesundheit spezialisierten Tierarzt.
  2. Ausrüstung: Legen Sie einen feinzerstäubenden (nebelnden) Handsprüher, säurefeste Handschuhe und eine Schutzbrille bereit.
  3. Das Wetter wählen: Ein milder, windstiller Tag, an dem die Bienen ruhig auf den Waben sitzen.
  4. Waben einzeln ziehen: Benetzen Sie die Bienen auf beiden Wabenseiten gleichmäßig mit einem Nebel, der so fein ist, dass sie nicht nass werden und keine Tropfen entstehen. Vergessen Sie die Bienen an der Beutenwand und auf dem Boden nicht.
  5. Die Beute zügig schließen: Der Vorgang soll kurz sein, das Volk darf nicht unnötig auskühlen.
  6. Den Erfolg verfolgen: Kontrollieren Sie die Wirkung mit einer Windel oder einer späteren Zählung.
Die Bienen triefend nass zu sprühen, erhöht die Wirkung nicht; es führt zu Auskühlung und Tod der Bienen. Ziel ist, jede Biene mit einem feinen Nebel zu erreichen.

Stärken und Schwächen

VorteilNachteil
Wird von den Bienen in der Regel gut vertragenJede Wabe muss gezogen werden; hoher Arbeitsaufwand
Kein bekanntes ResistenzproblemBei verdeckelter Brut nicht ausreichend
Bei richtiger Anwendung geringes Risiko dauerhafter Rückstände in Honig und WachsBei kaltem Wetter und in der Wintertraube nicht anwendbar
Gehört zu den in der ökologischen Imkerei zugelassenen StoffenBei großen Völkern und in Betrieben mit vielen Völkern nicht praktikabel

Sicherheit und Regeln

  • Auch verdünnt reizt sie Augen und Haut; tragen Sie Handschuhe und Brille und atmen Sie den Nebel nicht ein.
  • Behandeln Sie nicht bei aufgesetztem Honigraum.
  • Bewahren Sie konzentrierte Säure und die angesetzte Lösung in beschrifteten Behältern, fern von Kindern und Lebensmitteln auf.
  • Notieren Sie das verwendete Präparat, das Datum und die Nummer des Volks.

Häufige Fehler

  • Bei einem Volk mit Brut von einer einzigen Sprühbehandlung einen Erfolg erwarten.
  • Die Lösung wahllos in die Beute und auf die Rähmchen sprühen; Säure, die die Bienen nicht erreicht, ist wirkungslos.
  • Einen grob zerstäubenden Gartensprüher verwenden und die Bienen durchnässen.
  • Milchsäure mit dem Futter oder im Sirup geben; eine Wirkung gegen die Milbe ist bei dieser Verabreichung nicht nachgewiesen.
  • Nach der Behandlung nicht zählen.
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