Fütterungsmaterial

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Fütterungsausrüstung umfasst alle Hilfsmittel, mit denen der Imker dem Volk Zuckersirup, Futterteig, Pollenfutter und Wasser gibt: Behälter zum Ansetzen des Futters, Futtergeschirre, Zubehör für Futterteig und Pollenteig, Tränken, Teile zum Schutz vor Räuberei und eine Waage zur Vorratskontrolle. Diese Seite gibt einen Überblick über diese Gerätefamilie und erklärt, was Sie in welcher Jahreszeit brauchen.

Was gehört zur Fütterungsausrüstung?

Fütterung besteht nicht nur aus dem Futtergeschirr. Für jeden Schritt einer richtig durchgeführten Fütterung gibt es ein eigenes Hilfsmittel:

  • Futter ansetzen: Lebensmittelechter Eimer oder Kanister, Rührer, Waage, Trichter, Thermometer.
  • Flüssigfutter geben: Futteraufsatz, Futtertasche, umgedrehtes Glas oder umgedrehter Eimer, Futterbeutel.
  • Festfutter geben: Futterzarge (Leerzarge), Backpapier oder Frischhaltefolie, Loch im Abdeckbrett.
  • Wasser geben: Bienentränke und Landeflächen.
  • Schutz: Fluglochkeil, Deckel für Futtergeschirre, Tuch zum Aufwischen verschütteten Futters.
  • Entscheidung: Stockwaage oder einfache Handwaage, Fütterungsprotokoll.

Wann welches Futter gegeben wird, steht auf der Seite „Fütterung: Sirup, Futterteig und Pollen“; die Arten von Futtergeschirren sind auf der Seite „Futtergeschirre“ ausführlich beschrieben. Hier betrachten wir die Ausrüstung als Ganzes.

Welche Ausrüstung braucht man zum Ansetzen von Zuckersirup?

Für wenige Völker genügen Küchengefäße; mit wachsender Völkerzahl werden Anrühren und Transportieren zur eigentlichen Last. Die Grundausstattung:

  • Lebensmittelechter Eimer oder Kanister: Mit Deckel, leicht zu reinigen und nie zuvor für Chemikalien benutzt. Kanister von Pflanzenschutzmitteln, Farbe oder Öl kommen keinesfalls in Frage.
  • Waage: Sirupverhältnisse beziehen sich auf das Gewicht (dünner Sirup 1 : 1, dicker Sirup 2 : 1). Nach Augenmaß angesetzter Sirup ist besonders im Herbst meist zu wässrig.
  • Rührer: Ein sauberer Holzlöffel oder ein Edelstahlpaddel; bei großen Mengen ein lebensmittelechter Rührer als Bohrmaschinenaufsatz.
  • Trichter und Kanister mit Hahn: Um das Futtergeschirr ohne Verschütten zu befüllen.
Zuckersirup ansetzen: Zucker wird in einen Eimer geschüttet
Sirup ansetzen: abgewogener weißer Zucker wird in einen lebensmittelechten Eimer geschüttet. Foto: C.hahn / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Zucker und Wasser werden im Eimer mit einem Holzlöffel verrührt
Mit lauwarmem Wasser aufgegossener Zucker wird mit einem sauberen Löffel verrührt, bis er vollständig gelöst ist. Foto: C.hahn / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Zucker nicht kochen und nicht anbrennen lassen. Es genügt, das Wasser zu erhitzen, vom Herd zu nehmen und darin den Zucker zu lösen. In lange gekochtem, karamellisiertem oder mit Säure erhitztem Sirup bildet sich für Bienen schädliches HMF (Hydroxymethylfurfural). Deshalb ist das Lösen in heißem Wasser sicherer als große Kessel, die direkt aufs Feuer gestellt werden.

Womit wird Flüssigfutter gegeben?

Sirup wird über ein Futtergeschirr in die Beute gegeben. Die wichtigsten Möglichkeiten: der Futteraufsatz, der ohne Öffnen der Beute befüllt wird, die Futtertasche als sicherste Lösung gegen Räuberei, das billige und saubere umgedrehte Glas und der Einweg-Futterbeutel. Welches Sie auch wählen – das Futtergeschirr braucht eine Aufstiegsfläche, damit die Bienen nicht ertrinken.

Sirup wird aus einem Eimer in einen Futteraufsatz mit Schwimmer gegossen
Der Sirup aus dem Eimer wird in den Futteraufsatz gefüllt. Der auf dem Sirup schwimmende Einsatz verhindert, dass Bienen ertrinken. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Was braucht man für Futterteig und Pollenteig?

Für Festfutter ist kein eigenes Futtergeschirr nötig; wichtig ist ein Raum, in dem das Futter direkt über der Traube liegen kann. Dazu dienen:

  • Futterzarge (Leerzarge): Ein Zwischenrahmen im Beutenmaß, wenige Zentimeter hoch. Futterteig oder Pollenteig wird auf die Oberträger gelegt, der Deckel kommt auf die Leerzarge.
  • Backpapier oder Frischhaltefolie: Deckt den Teig oben ab und verhindert das Austrocknen; die Unterseite bleibt für die Bienen offen.
  • Abdeckbrett mit Loch: Legt man den Teig auf das Loch, kann gefüttert werden, ohne die Beute ganz zu öffnen.
Geöffneter Fertig-Futterteig auf den Oberträgern
Unten aufgeschnittener Fertig-Futterteig, direkt auf die Oberträger gelegt. Foto: ajr595 / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Futterteig mit Pollenzusatz über dem Loch im Abdeckbrett
Im Frühjahr über das Loch im Abdeckbrett gelegter Futterteig mit Pollenzusatz; die Bienen erreichen das Futter von unten. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Ausrüstung zur Wasserversorgung am Bienenstand

Bienen brauchen Wasser, um die Brut zu füttern, den Stock zu kühlen und den Zucker im Futterteig zu lösen. Gibt es in der Nähe keine saubere Wasserquelle, empfiehlt sich eine Bienentränke am Bienenstand. Die Tränke ist kein Futter und darf nicht mit offener Fütterung verwechselt werden. Eine gute Tränke:

  • bietet Landeflächen wie Steine, Kies, Moos oder schwimmende Holzstücke, damit die Bienen nicht ertrinken,
  • wird regelmäßig erneuert und gereinigt,
  • wird früh genug eingerichtet, damit die Bienen nicht zu Brunnen und Teichen der Nachbarn fliegen.
Mit Steinen gefüllte Bienentränke in Blumentopfform
Eine einfache, mit Steinen gefüllte Bienentränke. Die Steine ermöglichen es den Bienen, sich am Wasser niederzulassen und zu trinken, ohne zu ertrinken. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Schutzausrüstung gegen Räuberei beim Füttern

Die Fütterungszeit, besonders wenn in der Natur die Nektartracht abreißt, ist die Zeit mit dem höchsten Risiko für Räuberei. Deshalb gehört auch der Schutz zur Fütterungsausrüstung:

  • Fluglochkeil: Verengt den Eingang auf die Breite weniger Bienen; erleichtert einem schwachen Volk die Verteidigung.
  • Dichtes Futtergeschirr: Ein rissiges oder am Rand offenes Futtergeschirr trägt den Siruparoma nach außen.
  • Putztuch und Wasser: Um verschütteten Sirup sofort aufzuwischen.
Hölzerner Fluglochkeil im Flugloch
Ein in das Flugloch eingesetzter Keil. Das Verengen des Eingangs während der Fütterung erleichtert schwachen Völkern die Abwehr gegen Räuberei. Foto: Thomas Zimmermann (THWZ) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 de

Fütterungsausrüstung nach Jahreszeit

ZeitraumTypisches FutterBenötigte Ausrüstung
Mittwinter – SpätwinterFutterteigFutterzarge, Futterteig, Stockwaage
Zeitiges FrühjahrPollenteig, bei Bedarf FutterteigFutterzarge, Backpapier, Tränke
Vor der TrachtDünner Sirup (1 : 1)Futterglas oder Futtertasche, Waage, Eimer
SommerlochSirup, bei Bedarf PollenteigFuttertasche, Fluglochkeil, Tränke
HerbstDicker Sirup (2 : 1)Futteraufsatz, großer Eimer, Waage, Trichter

Grundausstattung zur Fütterung für einen kleinen Bienenstand

  1. Eine Waage und zwei lebensmittelechte Eimer: einer zum Anrühren, einer zum Transportieren.
  2. Ein Futtergeschirr pro Beute: Damit alle Völker gleichzeitig gefüttert werden können, sollte es so viele Futtergeschirre wie Beuten geben.
  3. Einige Futterzargen: für Winterfutterteig und Pollenteig im Frühjahr.
  4. Fluglochkeile: einer pro Beute.
  5. Eine Tränke: nahe am Bienenstand, an einem sonnigen, windgeschützten Platz.
  6. Protokollheft: Welches Volk wann wie viel Futter bekam, ist die wertvollste Information für die Planung des nächsten Jahres.

Hygiene und Lagerung der Fütterungsausrüstung

  • Sirupeimer und Futtergeschirre nach jedem Gebrauch mit heißem Wasser waschen und trocknen; gesäuerte Sirupreste verderben auch das neue Futter.
  • Futtergeschirre und Leerzargen aus einem krankheitsverdächtigen oder eingegangenen Volk nicht ungereinigt in einer anderen Beute verwenden.
  • Futterteig und Pollenteig kühl, trocken und vor Mäusen und Ameisen geschützt lagern; angesetzten Pollenteig im Kühlschrank oder Gefrierschrank aufbewahren.
  • Holzgeräte, die den Winter über im Lager stehen, vor Wachsmotte und Feuchtigkeit schützen.
Solange Honigräume aufgesetzt sind, gehört keine Fütterungsausrüstung in die Beute. Die Bienen tragen den Sirup in den Honigraum, und das Produkt ist dann kein Honig mehr. Füttern Sie erst nach dem Abnehmen der Honigräume.

Häufige Fehler

  • Chemikalienkanister als Sirupbehälter verwenden: Rückstände können die Bienen vergiften.
  • Sirup ohne Waage ansetzen: Wässriger Sirup verzögert im Herbst die Vorratsbildung und strengt das Volk an.
  • Weniger Futtergeschirre als Beuten haben: Die Völker nacheinander zu füttern, löst Räuberei aus.
  • Offene Gefäße am Bienenstand aufstellen: Offene Fütterung begünstigt starke Völker und verbreitet Krankheiten.
  • Die Tränke vergessen: Die Bienen suchen Wasser in den Gärten der Nachbarn; das führt zu unnötigen Beschwerden.

Häufige Fragen

Welche Fütterungsausrüstung ist unbedingt nötig?

Eine Waage, ein lebensmittelechter Eimer, ein Futtergeschirr pro Beute, einige Futterzargen und Fluglochkeile sind die Grundausstattung. Der Rest kommt je nach Völkerzahl und Betriebsgröße hinzu.

Kann ich Sirup in einem Metallkessel ansetzen?

Ein Edelstahlgefäß ist geeignet; verzinkte oder rostige Gefäße sind es nicht. Kochen Sie den Zucker nicht lange direkt auf dem Feuer, sondern lösen Sie ihn in heißem Wasser.

Gehört auch die Tränke zur Fütterungsausrüstung?

Ja, sie gehört zur Grundausrüstung des Bienenstands; es kommt aber kein Sirup hinein. Zuckerwasser offen stehen zu lassen, ist offene Fütterung und löst Räuberei aus.

Muss man eine Stockwaage kaufen?

Nicht unbedingt; regelmäßiges Anheben der Beutenrückseite gibt auch einen groben Eindruck. Eine Waage macht die Vorratsmessung aber vom Schätzen zum Messen und erleichtert die Entscheidung zur Fütterung.

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