Sicherheit am Bienenstand

💬 WhatsApp

Sicherheit am Bienenstand umfasst sowohl den Schutz der Beuten vor Diebstahl, Tieren und Naturgefahren als auch die Sicherheit des Imkers bei der Arbeit und der Menschen in der Umgebung. Die meisten Maßnahmen sind billig und einfach: der richtige Standort, stabile Ständer, Kennzeichnung, Zaun, Mäusegitter, Disziplin beim Smoker und Vorsorge für Allergien. Ein Großteil der Verluste entsteht, weil diese einfachen Maßnahmen vernachlässigt werden.

Was kann man gegen Beutendiebstahl tun?

Beutendiebstahl ist in vielen Regionen ein ernstes Problem und wird meist von Leuten begangen, die sich mit Imkerei auskennen – besonders in Tracht- und Wanderzeiten. Eine einzelne Maßnahme reicht nicht; erst mehrere zusammen schrecken ab.

  • Sichtbarkeit verringern: Ein von der Straße aus sichtbarer Bienenstand wird eher zum Ziel. Wählen Sie einen unauffälligen, aber mit dem Fahrzeug erreichbaren Platz.
  • Dauerhaft kennzeichnen: Beutenkörper, Deckel und Oberträger mit Brandstempel oder Gravur markieren und nummerieren; diese Nummern ins Stockbuch und in die amtliche Registrierung (in der Türkei das Imkerei-Registrierungssystem) eintragen.
  • GPS-Tracker: Ein in einigen Beuten versteckter Tracker schreckt ab und erhöht die Chance, gestohlene Beuten wiederzufinden.
  • Sichern: Beuten mit Ketten oder Gurten untereinander oder am Ständer zu befestigen, erschwert einen schnellen Abtransport.
  • Gute Beziehungen zur Umgebung pflegen: Landwirte, Hirten oder Dorfbewohner in der Nähe sind die besten Wächter; sehen sie ein fremdes Fahrzeug, melden sie sich bei Ihnen.
  • Unregelmäßig besuchen: Ein Bienenstand, den man jede Woche am gleichen Tag zur gleichen Zeit besucht, verrät Dieben, wann er unbeaufsichtigt ist.
  • Fotos und Aufzeichnungen: Für den Fall eines Diebstahls sollten Anzahl, Typ, Farbe und Kennzeichnung der Beuten für die Polizei bereitliegen.

In der Türkei kann im Rahmen der staatlich geförderten Agrarversicherung (TARSİM) eine Versicherung für Bienenstand und Beuten abgeschlossen werden. Welche Risiken (etwa Diebstahl, Brand, Hochwasser, Tierangriffe) gedeckt sind, hängt von den Versicherungsbedingungen ab; lesen Sie vor Abschluss den Deckungsumfang genau.

Den Bienenstand vor Tieren schützen

  • Bär: In Gegenden mit Bären (in der Türkei vor allem in den Waldgebieten der Schwarzmeerregion und Ostanatoliens) wirft er Beuten um und frisst die Waben. Am wirksamsten ist ein ständig gewarteter Elektrozaun; hohe Ständer oder Käfige allein reichen nicht.
  • Weidetiere: Rinder, Pferde und Schafe können sich an Beuten reiben, sie umwerfen und die Bienen reizen. Der Bienenstand sollte eingezäunt sein.
  • Dachs und Wildschwein: Versuchen, Beuten umzuwerfen oder am Boden zu scharren; stabile Ständer, Gurte und ein Zaun schützen.
  • Nagetiere: Im Herbst, wenn sich die Traube bildet, kommt ein Mäusegitter vor das Flugloch. Eine im Winter unbemerkte Maus zernagt die Waben des Volkes.
  • Vögel: Manche Arten wie der Bienenfresser jagen vor der Beute fliegende Bienen; meist vernichten sie das Volk nicht, können aber auch Königinnen auf dem Hochzeitsflug erbeuten und sind deshalb für Königinnenzuchtstände von Bedeutung. Spechte hacken sich in manchen Gegenden im Winter durch Holzbeuten.
  • Wespen und Hornissen: Greifen im Spätsommer schwache Völker an. Starke Völker und eingeengte Fluglöcher sind der beste Schutz.
Kratzspuren eines Dachses rund um das Flugloch
Kratz- und Scharrspuren, die ein Dachs an der Vorderseite der Beute und rund um das Flugloch hinterlassen hat. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Gelochtes Metall-Mäusegitter am Flugloch
Gelochtes Metall-Mäusegitter über die ganze Fluglochbreite. Die Bienen schlüpfen durch die Löcher, die Maus kommt nicht hinein. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Von einem Specht in die Beutenwand gehacktes Loch
Ein Loch, das ein Specht in den Wintermonaten in die Beutenwand gehackt hat; innen ist Wabe zu sehen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Im Winter mit Drahtkäfig geschützte Beuten
In Gegenden mit Spechtproblemen werden die Beuten im Winter mit einem Drahtkäfig umgeben. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Maßnahmen gegen Naturgefahren

  • Hochwasser: Bachbetten, Trockentäler und Senken meiden; ein einziger nächtlicher Starkregen kann den ganzen Bienenstand fortreißen.
  • Sturm: Beuten mit Gurten sichern, Gewichte auf die Deckel legen, keine Beuten unter alte, umsturzgefährdete Bäume stellen.
  • Feuer: In Gebieten mit trockenem Gras das Gras rund um den Bienenstand mähen; den Smoker nicht auf trockenes Gras stellen.
  • Große Hitze: Für Mittagsschatten, helle Deckel und ausreichende Belüftung sorgen.
  • Schnee und Eis: Prüfen, ob das Flugloch zugeschneit ist; eine unter schwerem Schnee umgestürzte Beute sofort aufrichten.

Sicherheit beim Smoker: das Imkergerät, das die meisten Brände verursacht

Die meisten vom Bienenstand ausgehenden Brände entstehen durch den Smoker. Ein an einem trockenen, windigen Tag auf den Boden gestellter oder heiß ins Auto geworfener Smoker kann eine große Fläche in Brand setzen.

  1. Den Smoker im Freien auf nicht brennbarem Untergrund anzünden.
  2. Bei der Arbeit den Smoker nicht auf trockenes Gras, sondern auf einen Beutendeckel oder Stein stellen.
  3. Nach Gebrauch durch Verstopfen der Öffnung oder in einer Metallkiste mit Deckel löschen.
  4. Keinen heißen Smoker ins Fahrzeug legen; auch in einer Metallkiste sicherstellen, dass er vollständig abgekühlt ist.
  5. Als Brennstoff trockenes, unbedenkliches Naturmaterial (trockenes Gras, Kiefernnadeln, morsches Holz, unbedruckte Pappe) verwenden; kein Plastik und kein öliges oder gestrichenes Material verbrennen.
  6. An Tagen mit hoher Brandgefahr Wasser dabeihaben; in Verbotszeiten die örtlichen Vorschriften beachten.
Rauchender Imkersmoker
Ein angezündeter Smoker, der zu rauchen beginnt. Erwünscht ist kühler, weißer Rauch; ein Smoker, aus dem Flammen schlagen, schadet Bienen und Umgebung. Foto: Skander zarrad / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Verrußter Imkersmoker
Ein verrußter, viel benutzter Smoker. Wird er nach Gebrauch nicht verschlossen oder in eine geschlossene Kiste gestellt, kann er lange weiterglimmen. Foto: Gzen92 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Die Sicherheit des Imkers

  • Schutzkleidung: Dichter Schleier, heller Overall oder Jacke, Handschuhe und Stiefel, die Handgelenke und Hosenbeine abschließen. Bei einem stechlustigen Volk ist ein offener Schleier der häufigste Fehler.
  • Allergie: Treten nach einem Bienenstich Juckreiz und Nesselausschlag am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht und am Hals, Atemnot oder Schwindel auf, ist das eine ernste allergische Reaktion; sofort den Notruf 112 wählen. Wer schon einmal schwer reagiert hat, sollte vor dem Weiterimkern seinen Arzt fragen und das vom Arzt empfohlene Notfallmedikament stets bei sich tragen.
  • Allein arbeiten: Wenn Sie an einem abgelegenen Bienenstand allein arbeiten, sorgen Sie dafür, dass jemand Ihren Aufenthaltsort und Ihre Rückkehrzeit kennt.
  • Telefon: Geladen und mit Netzempfang; der Standort des Bienenstandes sollte gespeichert sein.
  • Hitze und Wasser: Im Sommer verliert man im Overall schnell Flüssigkeit; viel trinken, die heißesten Stunden meiden.
  • Heben: Ein voller Honigraum ist schwer. Aus den Knien heben, sich helfen lassen oder kleinere Honigräume verwenden.
Haben Sie auf dem Weg zum Bienenstand einen Erste-Hilfe-Kasten, Wasser, einen Ersatzschleier und Handschuhe im Fahrzeug. Wer eine Allergie in der Vorgeschichte hat, sollte am Bienenstand niemals allein arbeiten.

Sicherheit von Nachbarn und Passanten

Für die Sicherheit der Menschen rund um den Bienenstand ist der Imker verantwortlich.

  • Die Flugbahn mit Hecke oder Bepflanzung anheben; die Fluglöcher sollen nicht auf Straßen und Häuser zeigen.
  • Stechlustige Völker umweiseln.
  • Durchsichten nicht dann machen, wenn der Nachbar im Garten ist, und nicht bei windigem, kühlem Wetter.
  • Am Eingang des Bienenstandes ein Warnschild anbringen, das Tor geschlossen halten.
  • Die Nachbarn informieren; fragen, ob jemand eine Bienengiftallergie hat.

Häufige Fragen

Meine Beuten wurden gestohlen – was soll ich tun?

Wenden Sie sich sofort an die Polizei; geben Sie Anzahl, Typ, Farbe, Kennzeichnung und Fotos der Beuten an. Haben Sie eine Versicherung, melden Sie den Schaden, und warnen Sie auch die Imker in der Umgebung.

Was ist der wirksamste Schutz gegen Bären?

Ein richtig aufgebauter und regelmäßig gewarteter Elektrozaun. Das Gras unter dem Zaun muss kurz gehalten und Batterie oder Solarpanel kontrolliert werden.

Wann ist ein Bienenstich ein Notfall?

Wenn fern der Stichstelle Nesselausschlag am ganzen Körper, Schwellungen im Gesicht oder am Hals, Atemnot oder ein Gefühl der Ohnmacht auftreten. Dann muss sofort der Notruf 112 gewählt werden.

Wann bringt man das Mäusegitter an?

Im Herbst, bevor die Nächte kalt werden und bevor Mäusespuren vor der Beute auftauchen; im Frühjahr, wenn der Polleneintrag zunimmt, wird es wieder abgenommen.

VERWANDTE VIDEOS
VERWANDTE PDF-DATEIEN
PDF HAYVAN YETĠġTĠRĠCĠLĠĞĠ VE SAĞLIĞI ARICILIK ...MEBhttp://www.megep.meb.

Beiträge von Imkern

Noch keine Beiträge.