Imkereiausruestung

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Imkereiausrüstung umfasst alle Materialien, die der Imker bei der Arbeit mit dem Volk verwendet – von der Beute selbst über die Schutzkleidung und die Werkzeuge für die Durchsicht bis hin zu Geräten für die Honigernte und für Messungen. Gut gewählte Ausrüstung beschleunigt die Durchsicht, stört die Bienen weniger, verringert die Übertragung von Krankheiten und schützt die Lebensmittelsicherheit des Honigs. Diese Seite fasst die Gruppen der Ausrüstung zusammen, zeigt, was für den Anfang wirklich nötig ist, und nennt die Kriterien, auf die man beim Kauf achten sollte.

Welche Ausrüstung braucht man in der Imkerei?

Die Ausrüstung nach ihrer Funktion zu gruppieren, erleichtert sowohl die Einkaufsliste als auch die Pflege. In der Bibliothek hat jede Gruppe eine eigene ausführliche Seite; hier wird der allgemeine Rahmen dargestellt.

  • Beute und Beutenteile: Boden, Brutraum, Honigraum, Absperrgitter, Innendeckel, Deckel, Schied, Fluglochkeil.
  • Rähmchen und Waben: Rähmchen, Rähmchendraht, Mittelwand (Wabenfundament), Werkzeuge zum Spannen und Einlöten des Drahts.
  • Schutzausrüstung: Schleier (Imkerhut), Overall oder Jacke, Handschuhe, Schuhwerk, das Handgelenke und Hosenbeine abschließt.
  • Werkzeuge für die Durchsicht: Smoker (Rauchbläser), Stockmeißel (Beutenmeißel, Wabenzange), Bienenbesen, Rähmchenhalter.
  • Fütterungsausrüstung: Rähmchenfutterzarge (Futtertasche), Aufsatzfütterer und Fluglochfütterer (Futtergeschirr).
  • Ernteausrüstung: Bienenflucht, Entdeckelungsmesser und -gabel, Entdeckelungswanne, Honigschleuder (Zentrifuge), Sieb, Abfüllbehälter zum Klären, Abfüllgeräte.
  • Ausrüstung für die Königinnenzucht: Weiselnäpfchen, Umlarvlöffel, Königinnenkäfige, Begattungskästchen, Ablegerkästen.
  • Mess- und Überwachungsgeräte: Honig-Refraktometer (Wassergehaltsmesser), Stockwaage, Temperatur-/Feuchtesensoren, Varroa-Windel und Messbecher für die Auszählung.
Neue Holzbeute in ihre Teile zerlegt: Deckel, Innendeckel, Zargen und Boden
Die Teile einer neuen Holzbeute übereinander auseinandergenommen: blechbeschlagener Deckel, Innendeckel, Zargen mit Rähmchen und Boden. Die Beute ist der teuerste und langlebigste Posten der Imkereiausrüstung. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Beute und Rähmchen: Warum ist die Wahl des Systems die erste Entscheidung?

Der Beutentyp bestimmt fast alles, was Sie kaufen werden: Rähmchen, Mittelwände, Absperrgitter, Fütterer, sogar die Körbe der Honigschleuder müssen zu diesem Maß passen. Deshalb ist das Beutensystem die erste Entscheidung.

  • Wählen Sie das in Ihrer Region verbreitete System: In der Türkei und weltweit ist die Beute auf Langstroth-Basis am weitesten verbreitet. Bei einem verbreiteten System können Sie Rähmchen ausleihen, Ableger kaufen und bei Schäden Ersatzteile finden.
  • Bleiben Sie bei einem Maß: Zwei verschiedene Rähmchenmaße bedeuten zwei getrennte Lager und Durcheinander. Im Notfall eine Wabe mit Eiern aus dem Nachbarvolk geben zu können, hängt von einem einheitlichen Maß ab.
  • Prüfen Sie das Maß beim Kauf: Selbst bei Beuten, die unter demselben Namen verkauft werden, kann es Abweichungen von einigen Millimetern geben. Probieren Sie beim ersten Kauf ein Rähmchen in Ihrer vorhandenen Beute aus.

Einen Vergleich der Systeme finden Sie auf den Seiten „Beutentypen“ und „Beuten und Beutenteile“.

Wie wählt man Schutzkleidung und Werkzeuge für die Durchsicht aus?

Die Schutzausrüstung ermöglicht dem Imker ruhiges Arbeiten; wer ruhig arbeitet, schließt die Beute schneller und mit weniger Bienenverlusten wieder.

  • Schleier: Das Netz darf Gesicht und Nase nicht berühren, das Sichtfeld sollte weit sein. Ein schwarzes Netz ermöglicht eine klarere Sicht nach außen. Eine Kombination aus Schleier und Jacke mit Reißverschluss schließt die Lücke am Hals.
  • Overall/Jacke: Bevorzugen Sie hellen, dicht gewebten Stoff; Bienen reagieren auf dunkle und haarige Oberflächen aggressiver. Handgelenke und Hosenbeine sollten Gummizüge haben, denn Bienen krabbeln von unten nach oben.
  • Handschuhe: Leder- oder dicke Handschuhe geben Anfängern Sicherheit; mit wachsender Erfahrung erhöhen dünne Nitrilhandschuhe das Fingerspitzengefühl und sorgen, zwischen den Völkern gewechselt, für Hygiene.
Imkerschleier: Drahtring und Stoffschürze
Imkerschleier mit Hutring und Drahtgitter. Das Netz sollte vom Gesicht Abstand halten, die Stoffschürze fest in oder über der Jacke sitzen. Foto: Chmee2 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0
Smoker aus Edelstahl mit Schutzgitter
Smoker aus Edelstahl mit Schutzgitter. Das Gitter verhindert, dass Hand und Kleidung den heißen Brennkessel berühren. Foto: Unknown / Wikimedia Commons · CC0 1.0
Stockmeißel mit gelber Spitze in der Hand
Stockmeißel: das am häufigsten benutzte Werkzeug des Imkers, um Rähmchen zu lösen und Propolis sowie Wildbau abzukratzen. Foto: Ivan Radic / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Bienenbesen mit weichen Borsten
Bienenbesen: dient dazu, Bienen von der Wabe zu fegen, ohne sie zu zerdrücken. Die Borsten sollten weich und hell sein und regelmäßig gewaschen werden. Foto: Robert Engelhardt / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0

Wählen Sie beim Smoker ein Modell mit großem Brennraum, Schutzgitter und Edelstahlkörper; ein kleiner Smoker geht mitten in der Durchsicht aus. Als Brennstoff dienen trockenes morsches Holz, Kiefernzapfen, trockenes Gras oder Stücke aus Baumwollstoff; angestrebt wird kühler, dichter Rauch – ein Smoker, der Flammen ausstößt, schreckt die Bienen auf und verbrennt sie. Beim Stockmeißel gibt es zwei Typen, mit gerader Spitze und mit Haken (Rähmchenheber); ein Ersatzwerkzeug verhindert, dass die Durchsicht abgebrochen werden muss.

Ausrüstung für Fütterung, Ernte und Messung

Fütterer

Für die Fütterung mit Sirup und Futterteig (Fondant) werden Rähmchenfütterer, Aufsatzfütterer und Fluglochfütterer verwendet. Aufsatzfütterer lassen sich befüllen, ohne die Beute zu öffnen; Fluglochfütterer erfordern dagegen Vorsicht, weil sie Räuberei auslösen können. Der Fütterer sollte eine Schwimmhilfe oder eine Aufstiegsfläche haben, die das Ertrinken verhindert.

Auf eine Dadant-Beute gesetzter Aufsatzfütterer, daneben ein Smoker
Hölzerner Aufsatzfütterer, der auf der Beute sitzt. Die Bienen erreichen den Sirup durch den Durchgang von unten; der Imker kann Sirup nachfüllen, ohne die Beute zu öffnen. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Absperrgitter

Das Absperrgitter lässt Arbeiterinnen hindurch und hält die Königin im Brutraum; so bleibt der Honigraum brutfrei. Es gibt Draht- und Kunststoffgitter. Werden die Abstände eines Drahtgitters eingedrückt, kann die Königin hindurchschlüpfen; das Gitter sollte regelmäßig kontrolliert werden.

Drahtabsperrgitter mit Holzrahmen
Drahtabsperrgitter mit Holzrahmen. Der Abstand zwischen den Drähten ist so bemessen, dass Arbeiterinnen hindurchpassen, die Königin aber nicht. Foto: MattX27 / Wikimedia Commons · CC BY-SA 2.0

Ernte und Messung

Honigschleuder, Entdeckelungswerkzeuge und Klärbehälter sind Ausrüstung, die mit Honig in Berührung kommt; sie müssen aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff bestehen. Da Honig sauer ist, lösen verzinkte und lackierte Metalloberflächen mit der Zeit Metall; alte verzinkte Schleudern sind aus Sicht der Lebensmittelsicherheit problematisch. Das Refraktometer misst den Wassergehalt des Honigs und zeigt so, ob rechtzeitig geerntet wurde; Honig mit hohem Wassergehalt kann gären.

Honigschleuder aus Edelstahl für vier Waben
Honigschleuder aus Edelstahl für vier Waben. Für kleine Imkereien reichen handbetriebene oder motorisierte Modelle aus. Foto: Maja Dumat / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Hand-Refraktometer für Honig
Hand-Refraktometer für Honig. Es misst den Wassergehalt mit wenigen Tropfen Honig; vor der Messung sind Kalibrierung und Temperaturkorrektur wichtig. Foto: R. Henrik Nilsson / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Ausrüstungsliste für Imkereinsteiger

Man muss nicht alles gleich zu Beginn kaufen. Für das erste Jahr reicht die folgende Liste; teure Ernteausrüstung lässt sich oft gemeinsam mit dem Imkerverein oder einem benachbarten Imker nutzen.

PrioritätAusrüstungHinweis
UnverzichtbarMindestens 2 Beuten (im selben Maß), Rähmchen und MittelwändeZwei Völker sind nötig, um Waben von einem ins andere geben zu können.
UnverzichtbarSchleier, Jacke oder Overall, HandschuheHandgelenke und Hosenbeine müssen geschlossen sein.
UnverzichtbarSmoker, Stockmeißel (am besten zwei), BienenbesenEin Ersatzwerkzeug rettet die Durchsicht.
UnverzichtbarFüttererNötig bei Trachtlücken und für die Frühjahrsentwicklung.
EmpfohlenGitterboden und Varroa-WindelZur Überwachung des Milbenbefalls.
EmpfohlenEin AblegerkastenFür Ableger, Schwärme und eine Reservekönigin.
SpäterAbsperrgitter, Bienenflucht, EntdeckelungswerkzeugeIn der ersten Honigraumsaison.
Gemeinsam nutzbarHonigschleuder, Klärbehälter, RefraktometerKann mit dem Verein oder einem benachbarten Imker geteilt werden.

Worauf sollte man bei der Wahl der Ausrüstung achten?

  • Passendes Maß: Rähmchen, Absperrgitter und Fütterer müssen exakt zum vorhandenen Beutensystem passen.
  • Material: Für die Beute gut getrocknetes, rissfreies Holz oder ein Schaumstoffkörper (Polystyrol) mit ausreichender Dichte; für jede Oberfläche, die mit Honig in Berührung kommt, Edelstahl oder lebensmittelechter Kunststoff.
  • Reinigungsfähigkeit: Holzteile lassen sich abkratzen und oberflächlich mit der Flamme desinfizieren; Schaumstoffbeuten brennen zwar nicht, vertragen aber keine Hitze und werden durch Waschen und mit geeigneten Desinfektionsmitteln gereinigt.
  • Haltbarkeit: Die Eckverbindungen sollten gezinkt oder genutet sein, der Deckel wasserdicht.
  • Gebrauchte Ausrüstung: Gebrauchte Beuten und vor allem alte bebaute Rähmchen können Sporen der Amerikanischen Faulbrut tragen. Kaufen Sie keine Waben unbekannter Herkunft; kratzen Sie Holzbeuten ab und behandeln Sie sie mit der Flamme.

Pflege, Reinigung und Hygiene

  1. Reinigen Sie den Stockmeißel zwischen den Völkern: Propolis- und Honigreste übertragen Krankheiten; besonders nach einem verdächtigen Volk muss das Werkzeug unbedingt gereinigt oder abgeflammt werden.
  2. Waschen Sie die Handschuhe regelmäßig: Eingetrocknetes Gift und Honiggeruch reizen die Bienen.
  3. Leeren Sie den Smoker: Teerablagerungen lassen den Deckel festkleben; stellen Sie ihn nicht in geschlossene Räume, bevor die Glut vollständig erloschen ist.
  4. Schützen Sie leere Waben: Gelagerte Waben sollten zum Schutz vor der Wachsmotte kühl, hell und luftig aufbewahrt werden.
  5. Winterpflege: Leere Beuten abkratzen, Risse ausbessern, die Außenseite mit geeigneter Farbe streichen; die Innenseite wird nicht gestrichen.
Verwenden Sie Rähmchen, Fütterer und Werkzeuge aus einem krankheitsverdächtigen Volk nicht in anderen Beuten. Der Verdacht auf Amerikanische und Europäische Faulbrut ist meldepflichtig und muss dem zuständigen Veterinäramt gemeldet werden.

Häufige Fehler

  • Beuten unterschiedlicher Maße sammeln: Billige oder geschenkte Beuten bringen das System durcheinander.
  • Den Schleier so tragen, dass er das Gesicht berührt: Die Biene sticht durch das Netz.
  • Hosenbeine offen lassen: Die häufigsten Stichstellen sind Handgelenke und Fußknöchel.
  • Mittelwände locker einsetzen: Schief ausgebaute Waben machen den Wabentausch unmöglich.
  • Honig in verzinkten oder lackierten Gefäßen stehen lassen: Honig löst Metall, Qualität und Lebensmittelsicherheit leiden.
  • Alte Waben unbekannter Herkunft kaufen: Das ist der einfachste Weg, Krankheiten einzuschleppen.

Häufige Fragen

Welche Ausrüstung braucht man, um mit der Imkerei anzufangen?

Mindestens zwei Beuten im selben Maß, Rähmchen und Mittelwände, Schleier, Jacke und Handschuhe, Smoker, Stockmeißel, Bienenbesen und ein Fütterer reichen aus. Teure Geräte wie die Honigschleuder können im ersten Jahr gemeinsam genutzt werden.

Ist eine Holzbeute oder eine Styroporbeute besser?

Beide werden verwendet. Holz lässt sich reparieren und oberflächlich mit der Flamme desinfizieren; Schaumstoff ist leicht und isoliert gut, ist aber empfindlich gegenüber Stößen und Nagetieren. Entscheidend sollten das Klima und die übliche Praxis in Ihrer Region sein.

Warum muss man den Stockmeißel zwischen den Völkern reinigen?

Honig und Propolis am Werkzeug können Krankheitserreger wie die Erreger der Faulbrut von einem Volk ins nächste tragen. Reinigung ist die billigste Vorbeugung am Bienenstand.

Muss eine Honigschleuder aus Edelstahl sein?

Oberflächen, die mit Honig in Berührung kommen, müssen aus Edelstahl oder lebensmittelechtem Kunststoff bestehen. Honig ist sauer; aus verzinkten und lackierten Oberflächen kann Metall übergehen.

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