Der Einstieg in die Imkerei

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Beim Einstieg in die Imkerei ist der wichtigste Schritt, vor dem Kauf der Bienen Wissen, Ausrüstung und einen geeigneten Standort vorzubereiten. Die Entscheidungen am Anfang (Zahl der Völker, Beutensystem, Standort, Herkunft des Volkes) prägen die meisten der folgenden Jahre. Diese Seite bietet einen Schritt-für-Schritt-Fahrplan vom ersten Volk bis zum ersten Winter.

Erst das Wissen, dann die Bienen

Der häufigste Fehler ist, zuerst Bienen zu kaufen und dann zu lernen. Ein Volk verlangt jede Woche Entscheidungen, und verspätete Entscheidungen lassen sich nicht rückgängig machen: Ein verpasster Schwarm, eine unbemerkte Weisellosigkeit oder eine zu späte Varroabehandlung können das ganze Jahr kosten.

  • Imkerverein: Treten Sie dem Imkerverein Ihrer Gegend oder einer Imkergemeinschaft bei.
  • Kurs: Melden Sie sich zu einem Kurs über Grundbiologie, Durchsicht und Krankheiten an.
  • Praxis: Gehen Sie einige Male mit einem erfahrenen Imker an den Stand und sehen Sie, wie man Waben hält und die Brut „liest“.
  • Zeitplan: Nutzen Sie die Wintermonate zum Lesen, zum Vorbereiten der Ausrüstung und zur Standortwahl; holen Sie das Volk im Frühjahr.

Örtliches Wissen ist wertvoller als Buchwissen; Trachtkalender, Klima und typische Probleme sind regional.

Mit wie vielen Völkern sollte man anfangen?

Mit mindestens zwei Völkern. Wer mit nur einem Volk beginnt, kann nicht vergleichen und die Frage „Ist das normal?“ nicht beantworten. Das zweite Volk ist außerdem eine Reserve: Verliert eines seine Königin, kann man es mit einer Wabe mit Eiern aus dem anderen retten.

Drei bis vier Völker sind für Einsteiger eine vernünftige Obergrenze. Mehr steigert nicht den Lernerfolg, sondern die Erschöpfung; die Fehler des ersten Jahres kommen bei vielen Beuten teurer.

Woher und wie bekommt man ein Volk?

MöglichkeitVorteilWorauf achten
Ableger auf Waben (mit Königin, 4–5 Waben)Für Einsteiger am besten geeignet; man wächst mit dem VolkDas Wabenmaß muss zur eigenen Beute passen
Wirtschaftsvolk mit BeuteStarker Start, Chance auf Honig im selben JahrWächst schnell; Schwarmlenkung erfordert Erfahrung
Paketbienen (Bienen ohne Waben und gekäfigte Königin)Geringes Risiko der Krankheitsverschleppung, leicht zu transportierenMüssen Waben bauen; in Ihrer Region evtl. nicht erhältlich
SchwarmMeist kostenlos, fleißigSanftmut, Alter der Königin und Gesundheitszustand unbekannt
Fünfwabige Ablegerkästen auf einem Beutenbock
Fünfwabige Ablegerkästen. Für Einsteiger ist ein Ableger mit Königin und Brut der beste Start. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Einschütten von Paketbienen in einen Ablegerkasten
Paketbienen werden in einen Ablegerkasten geschüttet. Die gekäfigte Königin wird gesondert eingesetzt. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Worauf achtet man beim Kauf eines Volkes?

  1. Frische Eier und geschlossenes Brutbild: Ein Ei pro Zelle und eine kompakte verdeckelte Brut mit wenigen Lücken.
  2. Junge Königin: Verlangen Sie nach Möglichkeit eine gezeichnete Königin mit bekanntem Alter.
  3. Keine Krankheitsanzeichen: Eingesunkene oder durchlöcherte Zelldeckel, verkalkte Larven, übler Geruch und Bienen mit verkrüppelten Flügeln dürfen nicht zu sehen sein.
  4. Genügend Bienen und Futter: Die Waben sollten mit Bienen besetzt sein, an den Rändern Honig und Pollen.
  5. Varroa-Vorgeschichte: Fragen Sie den Verkäufer, wann zuletzt gegen Varroa behandelt wurde.
  6. Dokumente: Erkundigen Sie sich nach der Registrierung des Verkäufers und den für den Transport nötigen Papieren.
Gesunde Brutwabe in der Hand des Imkers
Eine gesunde Brutwabe: ein großes verdeckeltes Brutfeld, umgeben von Pollen und Honig. Genau dieses Bild möchten Sie beim Kauf sehen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Welches Beutensystem sollte man wählen?

Das beste System ist das, das in Ihrer Region verbreitet ist. Der Grund ist nicht technisch, sondern praktisch: Sie können Waben ausleihen, Völker kaufen und im Problemfall Hilfe finden. In der Türkei ist die Rähmchenbeute vom Typ Langstroth am weitesten verbreitet.

Wer ein ausgefallenes System wählt, steht bei der ersten Krise allein da. Verwenden Sie in allen Beuten dasselbe Wabenmaß; so können Sie Waben frei zwischen den Völkern austauschen.

Oberträger in einer geöffneten Beute, daneben ein Smoker
Eine geöffnete Rähmchenbeute: Die nebeneinander hängenden Waben können einzeln gezogen und begutachtet werden. Daneben steht der bereitgehaltene Smoker. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Liste der Grundausstattung

  • Beute: Für jedes Volk eine Beute und mindestens eine Reservebeute oder einen Ablegerkasten (für Ableger und Schwärme).
  • Schutzkleidung: Schleier, Anzug oder Jacke und Handschuhe. Bevorzugen Sie helle Kleidung.
  • Smoker: Für kühlen, sparsamen Rauch; probieren Sie den Brennstoff vorher aus.
  • Stockmeißel: Unverzichtbar, um mit Propolis verklebte Waben zu lösen.
  • Bienenbesen und Futtergefäß: Zum behutsamen Abfegen der Bienen und zum Füttern von Sirup bei Bedarf.
  • Varroa-Messset: Glas mit Deckel und Sieb; die Milbenzählung ist ab dem ersten Jahr Pflicht.
  • Stockkarte bzw. Notizbuch: Für jede Beute eine eigene Seite.

Honigraum, Absperrgitter und Schleudergeräte braucht man gegen Ende des ersten Jahres oder im zweiten Jahr; Sie müssen nicht alles gleich zu Beginn kaufen.

Wie wählt man den Bienenstand aus?

  • Sonne: Ein Platz mit Morgensonne, der in heißen Gegenden nachmittags beschattet werden kann.
  • Wind und Feuchtigkeit: Geschützt vor dem vorherrschenden Wind, auf trockenem Boden, fern von Bachläufen und Frostsenken.
  • Flugbahn: Das Flugloch darf nicht auf Pfade, Straßen oder den Nachbargarten zeigen.
  • Wasser: In der Nähe sollte sauberes Wasser vorhanden sein, oder Sie stellen es bereit.
  • Zufahrt: Der Stand sollte mit dem Auto erreichbar sein; ein voller Honigraum ist schwer.
  • Tracht: Im Umkreis von einigen Kilometern sollte es die ganze Saison über blühende Vegetation geben.

Stellen Sie die Beuten etwas erhöht auf einen Bock oder auf Steine; das schützt vor Feuchtigkeit und erleichtert die Durchsicht.

Kleiner Anfängerstand mit zwei Beuten und Futtergefäß auf einem Bock
Der kleine Bienenstand eines Einsteigers: die Beuten erhöht auf einem Bock, daneben ein Futtergefäß. Foto: Thomas Zimmermann (THWZ) / Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 de
Sonniger Bienenstand auf Terrassen mit Steinmauern
Ein sonniger, windgeschützter Bienenstand auf Terrassen mit Steinmauern. Foto: Alexkom000 / Wikimedia Commons · CC BY 4.0

Wie macht man die erste Durchsicht?

  1. Den richtigen Tag wählen: die Mittagszeit an einem milden, sonnigen und windstillen Tag, wenn die meisten Sammlerinnen unterwegs sind.
  2. Vorbereiten: Kleidung anziehen, Smoker anzünden, Werkzeug bereitlegen.
  3. Von der Seite nähern: Nicht vor dem Flugloch stehen; etwas Rauch ins Flugloch und unter den Deckel geben.
  4. Am Rand beginnen: Zuerst eine Randwabe ziehen, um Platz zu schaffen, dann die Waben einzeln und langsam herausheben.
  5. Wissen, worauf man achtet: frische Eier, Brutbild, Pollen- und Honigvorrat, Weiselzellen, Krankheitsanzeichen, freier Raum.
  6. Kurz halten und schließen: Die Waben in derselben Reihenfolge zurückhängen; die Beute nicht länger als nötig offen lassen.
  7. Notieren: Schreiben Sie sofort auf, was Sie gesehen und getan haben.
Imker betrachtet eine Brutwabe über der Beute
Bei der Durchsicht wird die Wabe über der Beute gehalten; fällt die Königin herunter, fällt sie in die Beute. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Kalender für das erste Jahr

ZeitraumAufgaben
FrühjahrVolk aufstellen; Durchsicht alle 7–10 Tage; je nach Entwicklung Waben und Raum geben
FrühsommerAuf Schwarmanzeichen achten; bei starkem Volk Honigraum aufsetzen
SommerVarroazählung; Wasserquelle sichern; unnötige Durchsichten vermeiden
SpätsommerVarroabehandlung abschließen; Wintervorrat und Pollenlage prüfen
HerbstBei Bedarf füttern; Flugloch einengen und Mäusegitter anbringen; schwache Völker vereinigen
WinterBeute nicht öffnen; Gewicht der Beute und den Bereich vor dem Flugloch kontrollieren

Zwei Gewohnheiten von Anfang an: Aufzeichnungen und Varroamessung

Führen Sie Aufzeichnungen. Bei jeder Durchsicht Datum, Volk, Beobachtungen und Maßnahmen. Nach einem Jahr wird dieses Heft Ihre wertvollste Quelle; Unterschiede zwischen den Völkern und Ihre eigenen Fehler erkennen Sie nur mit Aufzeichnungen.

Messen Sie die Varroa. Der häufigste Anfängerfehler ist es, die Varroa zu vernachlässigen; sie ist die häufigste Ursache für Verluste im ersten Winter. Zählen Sie die Milben in einer Probe von etwa 300 Bienen von einer Brutwabe. Viele Quellen sehen im Spätsommer einen Befall von etwa 2–3 Prozent als Schadschwelle an; erkundigen Sie sich unbedingt auch nach den örtlichen Empfehlungen.

Die Varroabehandlung muss im Spätsommer abgeschlossen sein, bevor die Aufzucht der Winterbienen beginnt. Verwenden Sie nur zugelassene Mittel, halten Sie sich an die Angaben auf dem Etikett und behandeln Sie erst nach der Honigernte.

Worauf sollte man im ersten Jahr gefasst sein?

  • Keine Ernte erwarten: Im ersten Jahr baut sich das Volk auf; eine Honigernte ist ein Bonus, und der Wintervorrat bleibt unangetastet.
  • Stiche: Sind unvermeidlich; bei einer früheren schweren allergischen Reaktion zuerst einen Arzt fragen.
  • Verluste: Völkerverluste im ersten Winter sind häufig. Gehen Sie der Ursache nach: Varroa, Hunger oder Weisellosigkeit?
  • Zeit einplanen: In der Saison sind regelmäßige Kontrollen nötig; Urlaube müssen darauf abgestimmt werden.
Am Winterende verhungerte Bienen mit den Köpfen in den Zellen
Ein am Winterende verhungertes Volk: Die Bienen stecken mit den Köpfen in den Zellen. Ausreichender Wintervorrat verhindert diesen Verlust. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Rechtliche Pflichten

In der Türkei müssen sich Imker im Imkerei-Registrierungssystem (AKS) anmelden; auch Fördermittel sind an diese Registrierung gebunden. Für Registrierung, Beutennummern und Transportpapiere wenden Sie sich an die örtliche Landwirtschaftsbehörde oder den regionalen Imkerverband. Auch in anderen Ländern gibt es ähnliche Registrierungs- und Meldepflichten; informieren Sie sich vor dem Start.

Häufige Fragen

Wann sollte ich das Volk kaufen?

Im Frühjahr, wenn es wärmer wird und die erste Blüte beginnt. So wächst das Volk die ganze Saison und geht stark in den Winter.

Soll ich einen Ableger oder einen Schwarm nehmen?

Für Einsteiger ist ein Ableger mit junger Königin und Brut die sicherste Wahl. Ein Schwarm ist günstig, aber Sanftmut und Gesundheit sind unbekannt.

Kann ich im ersten Jahr Honig ernten?

Mit einem starken Volk und in einem guten Jahr ist das möglich; Vorrang hat aber, dass das Volk mit ausreichend Vorrat in den Winter geht.

Kann ich die Beute auf den Balkon oder das Dach stellen?

Das ist möglich, aber wegen Nachbarn, Hausordnung, Wasser und Hitze schwierig. Für Einsteiger sind ein Garten oder ein Grundstück besser geeignet.

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