Aufstellung der Beuten

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Die Aufstellung der Beuten ist die Planung, wie die Beuten am Bienenstand angeordnet werden: ihre Ausrichtung, ihr Abstand zueinander, ihre Höhe und ihre Markierungen. Gerade, dichte Reihen wirken ordentlich, führen aber dazu, dass die Bienen ihre Beute verwechseln (Verfliegen), begünstigen die Übertragung von Krankheiten und Milben und erschweren die Arbeit. Die richtige Aufstellung wirkt sich unmittelbar auf die Volksgesundheit und auf den Arbeitsaufwand des Imkers aus.

Was ist Verfliegen und warum ist es wichtig?

Stehen gleich aussehende Beuten dicht in einer geraden Reihe, verwechseln heimkehrende Sammlerinnen ihre eigene Beute und fliegen in die Nachbarbeute ein. Das nennt man Verfliegen (Verflug). Bienen finden ihr Zuhause überwiegend anhand optischer Merkmale; je ähnlicher sich diese sind, desto häufiger kommt es zu Fehlern.

Die Folgen:

  • Ungleiche Volksstärke: Die Völker an den Enden der Reihe und auf der windabgewandten Seite gewinnen Bienen und werden stärker, die in der Mitte werden schwächer.
  • Übertragung von Krankheiten und Milben: Verflogene Bienen tragen Varroamilben und Erreger von Brutkrankheiten von einem Volk ins andere.
  • Verlust der Königin: Fliegt eine junge Königin nach dem Hochzeitsflug in die falsche Beute, wird sie getötet; das Volk wird weisellos.
  • Irreführende Ergebnisse: Ein hoher Ertrag oder eine hohe Milbenzahl in einem Volk kann von den Bienen der Nachbarn stammen und nicht vom Volk selbst.
VERFLIEGEN TRITT AUF heimkehrende Biene gleiche Farbe/Richtung, gerade Reihe Enden werden stark, Mitte schwach Krankheiten und Milben wandern WENIGER VERFLIEGEN andere Farbe, andere Richtung, Abstand deutliche Form am Flugloch
Links eine gerade Reihe gleichfarbiger, gleich ausgerichteter Beuten; rechts eine aufgelockerte Aufstellung mit unterschiedlichen Farben, Richtungen und Fluglochmarkierungen. Dieselbe Anordnung verhindert auch, dass eine vom Hochzeitsflug heimkehrende Königin in die falsche Beute gerät und getötet wird.

Wie lässt sich das Verfliegen verringern?

  • Unterschiedliche Ausrichtung: Stellen Sie die Beuten nicht alle in dieselbe Richtung, sondern gruppenweise in verschiedene Richtungen.
  • Farbe und Form: Streichen Sie die Beuten oder zumindest die Anflugbretter in verschiedenen Farben und bringen Sie am Flugloch deutliche Formen wie Dreiecke, Kreise oder Streifen an. Bienen unterscheiden Blau und Gelb gut; Rot hingegen sehen sie wie eine dunkle Farbe, daher ähneln sich Rot und Schwarz für sie.
  • Gruppierung: Statt einer langen Reihe Zweier- oder Vierergruppen mit Zwischenräumen.
  • Natürliche Orientierungspunkte: Die Aufstellung in der Nähe verschiedener Objekte wie Bäume, Sträucher, Steine oder Pfähle erleichtert die Orientierung.
  • Unregelmäßige Reihe: Ist eine Reihe unvermeidlich, stellen Sie die Beuten leicht im Zickzack oder im Bogen auf und vergrößern Sie die Abstände.
Bienenhaus mit verschiedenfarbigen, nummerierten Fluglöchern
Ein Bienenhaus, bei dem jedes Flugloch eine andere Farbe und eine Nummer hat. Selbst bei nebeneinanderstehenden Beuten verringern Farb- und Formunterschiede das Verfliegen deutlich. Foto: JoachimKohler-HB / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0
Fluglochmarkierungen in verschiedenen Farben und Formen vor den Fluglöchern
Markierungen in verschiedenen Farben und Formen an drei getrennten Fluglöchern desselben Beutenkörpers. Bei Beuten mit mehreren Abteilen und bei Begattungskästchen helfen diese Zeichen den Bienen und der jungen Königin, ihr eigenes Flugloch zu finden. Foto: (c) Christopher Stephens, some rights reserved (CC BY-SA) / iNaturalist · CC-BY-SA
Lange Reihe bunter Beuten auf einer Wiese
Ein Bienenstand mit Beuten in verschiedenen Farben. Die Farbvielfalt gleicht das durch die lange Reihe verursachte Verfliegen teilweise aus. Foto: Jacek Halicki / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Welcher Abstand zwischen den Beuten ist richtig?

Zwischen den Beuten muss Arbeitsraum bleiben. Eine zu enge Aufstellung:

  • erschwert die Durchsicht; ein Stoß an die Nachbarbeute beunruhigt auch dieses Volk.
  • lässt keinen Platz zum Abstellen von Honigräumen, leeren Zargen und Waben.
  • verstärkt Verfliegen und Räuberei.

Eine verbreitete und praktische Anordnung ist es, die Beuten paarweise auf Beutenböcke zu stellen und zwischen den Gruppen genügend Platz zum bequemen Durchgehen zu lassen. Der Imker steht bei der Durchsicht neben oder hinter der Beute; deshalb muss auch hinter der Beute Platz sein, an dem mindestens eine Person bequem arbeiten kann. Der Bereich vor dem Flugloch darf dagegen nicht als Laufweg dienen.

Beuten paarweise auf Beutenböcken
Beuten in Zweiergruppen, auf verschiedene Stellen verteilt. Der Abstand zwischen den Gruppen verringert das Verfliegen und ermöglicht bequemes Arbeiten. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Auf Beutenböcken aufgereihte Beuten vor einer Hecke
Auf Beutenböcken aufgereihte Beuten, im Rücken durch eine Hecke geschützt. Der Abstand zwischen den Böcken schafft Platz zum Arbeiten neben der Beute. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

In welche Richtung sollte das Flugloch zeigen?

Das Flugloch wird nach Möglichkeit so ausgerichtet, dass es die Morgensonne erhält; in Ländern der Nordhalbkugel wie der Türkei zeigt es meist zwischen Südosten und Süden. Die Morgensonne wärmt die Beute früh auf und ermöglicht den Bienen einen frühen Flugbeginn.

Ein Flugloch, das zum vorherrschenden Wind, besonders zum kalten Nordwind, gerichtet ist, erhöht im Winter den Wärmeverlust und lässt Regen eindringen; das ist zu vermeiden. Widerspricht die Himmelsrichtung dem Ziel, die Beuten zur Verringerung des Verfliegens unterschiedlich auszurichten, erfüllt ein Wechsel der Ausrichtung zwischen Südosten und Südwesten beide Anforderungen.

Wie hoch über dem Boden sollte die Beute stehen?

Beuten werden mit einem Untersatz oder Beutenbock vom Boden angehoben. Die Vorteile:

  • Bodenfeuchtigkeit wird abgehalten, Beutenboden und Holz halten länger.
  • Ameisen, Frösche und einige Schädlinge gelangen schwerer hinein; das Flugloch wird nicht von Gras oder Schnee verdeckt.
  • Der Rücken des Imkers wird geschont.

Die Arbeitshöhe ist wichtig: Eine zu niedrige Beute belastet den Rücken, eine zu hohe erschwert das Abheben oberer Zargen und voller Honigräume. Die Beute sollte seitlich waagerecht stehen und von hinten nach vorn ganz leicht nach vorn geneigt sein; so läuft Regenwasser aus dem Flugloch ab und die Waben werden gerade gebaut.

Beute auf einem Untersatz aus Betonsteinen
Mit Betonsteinen vom Boden angehobene Beute. Der Untersatz muss eben und stabil sein und das Gewicht einer mehrzargigen, mit Honig gefüllten Beute über Jahre tragen können. Foto: Benlisquare / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Beuten sichern

Beuten können bei Sturm, durch sich scheuernde Tiere und beim Transport umkippen. Die Beute mit einem Spanngurt am Beutenbock zu befestigen oder ein Gewicht auf den Deckel zu legen, ist eine einfache, aber wichtige Maßnahme. Eine im Winter umgestürzte und unbemerkte Beute kostet das Volk.

Mit Spanngurten am Beutenbock gesicherte Beuten
Mit Spanngurten am Beutenbock befestigte Beuten. Besonders bei leichten Styroporbeuten und an windigen Standorten ist die Sicherung unerlässlich. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Zwei mehrzargige Beuten auf einem doppelten Holzbock
Zwei mehrzargige Beuten auf einem doppelten Holzbock. Ein breiter Bock hält die schwere Beute im Gleichgewicht. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Flugbahn und Arbeitsbereich

Die Flugbahn ist die Linie, auf der die Bienen die Beute verlassen und aufsteigen. Auf dieser Linie sollten weder Menschen noch Tiere unterwegs sein. Lässt sich das nicht vermeiden, wird vor dem Flugloch ein Zaun oder eine dichte Bepflanzung über Mannshöhe angelegt; die Bienen müssen dann steil aufsteigen und fliegen über Kopfhöhe hinweg.

Ein Arbeitsbereich am Bienenstand erleichtert die Arbeit: ein Bock oder eine leere Zarge zum Abstellen von Waben, eine Kiste mit Deckel, die Werkzeugtasche und Wasser. Auf den Boden gestellte Waben verschmutzen und locken Räuberei an.

Besondere Fälle

  • Begattungskästchen: Hier hat das Verfliegen die teuersten Folgen. Stellen Sie die Kästchen weit voneinander entfernt, in verschiedene Richtungen und neben unterschiedliche Orientierungspunkte.
  • Wanderimkerei: An Wanderplätzen stehen die Beuten oft dicht gedrängt; teilen Sie sie möglichst in Gruppen auf und nutzen Sie Farbunterschiede.
  • Umsetzen einer Beute: Wird eine Beute innerhalb des Standes um mehr als einige Meter versetzt, kehren die Sammlerinnen an den alten Platz zurück; versetzen Sie sie entweder nur sehr wenig und schrittweise oder bringen Sie das Volk zunächst einige Kilometer weit weg und dann zurück.

Häufige Fragen

Ist es falsch, Beuten in einer geraden Reihe aufzustellen?

Nicht grundsätzlich, aber lange Reihen gleichfarbiger, gleich ausgerichteter Beuten verstärken das Verfliegen. Ist eine Reihe unvermeidlich, sorgen Sie mit Farben, Markierungen und Abständen für Unterschiede.

In welche Richtung sollte das Flugloch zeigen?

Möglichst zwischen Südosten und Süden, sodass es die Morgensonne erhält; es sollte nicht zum vorherrschenden kalten Wind zeigen.

In welcher Farbe sollte ich meine Beuten streichen?

Blau, Gelb, Weiß und deren Abstufungen können Bienen gut unterscheiden. Am wirksamsten ist es, nebeneinanderstehende Beuten in verschiedenen Farben zu streichen.

Kann ich eine Beute innerhalb des Bienenstands umstellen?

Bei kurzer Entfernung kehren die Sammlerinnen an den alten Platz zurück. Versetzen Sie die Beute alle paar Tage ein kleines Stück oder bringen Sie das Volk zuerst an einen weit entfernten Ort und dann an den neuen Platz.

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