Imkermessen und Veranstaltungen

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Imkereimessen und Veranstaltungen sind Fachmessen, Honigfeste, Honigprämierungen, Imkertreffen und Praxistage, bei denen Imker, Gerätehersteller, Forscher und Verbraucher zusammenkommen. Sie bieten dem Imker die Gelegenheit, Ausrüstung in die Hand zu nehmen, direkt zu verkaufen und Wissen aus anderen Regionen zu sammeln. Damit die Teilnahme nützt, muss der Verkäufer auf Etikettierungs- und Lebensmittelvorschriften achten, der Besucher auf Biosicherheit.

Welche Arten von Imkereiveranstaltungen gibt es?

  • Fachmessen: Veranstaltungen, auf denen Ausrüstung, Beuten, Schutzkleidung, Futtermittel und Verarbeitungsmaschinen ausgestellt werden. Auch internationale Imkerkongresse werden meist von einer großen Geräteausstellung begleitet.
  • Honigfeste: Richten sich an Verbraucher; im Mittelpunkt stehen Präsentation, Verkostung und Direktverkauf.
  • Honigprämierungen und Ausstellungen: Veranstaltungen, bei denen Honig, Bienenwachs und andere Bienenprodukte nach festgelegten Kriterien bewertet werden.
  • Imkertreffen: Von Verbänden und Vereinen organisierte Versammlungen mit Vorträgen und Diskussionen.
  • Praxistage: Praktische Vorführungen am Bienenstand, etwa Königinnenzucht, Varroa-Diagnose oder Ablegerbildung.
  • Veranstaltungen zum Weltbienentag: Seit die Vereinten Nationen den 20. Mai zum Weltbienentag erklärt haben, finden rund um dieses Datum Informations- und Aufklärungsveranstaltungen statt.
Vorführung eines Holzfütterers auf einem Strohkorb am Stand eines Imkervereins
Vorführung eines Fütterers am Veranstaltungsstand eines Imkervereins. Messe- und Feststände sind auch ein Weg, die Imkerei der Öffentlichkeit näherzubringen. Foto: Simon Speed / Wikimedia Commons · CC0

Was bringen Messen und Feste dem Imker?

Ausrüstung sehen und vergleichen

Manches lässt sich auf einem Foto nicht beurteilen: Stoff und Reißverschluss eines Imkeranzugs, die Verarbeitung einer Beute und die Qualität des Holzes, die Stabilität einer Honigschleuder. Die Messe bietet die Möglichkeit, das Produkt vor dem Kauf in die Hand zu nehmen und verschiedene Hersteller direkt nebeneinander zu vergleichen.

Direktverkauf

Feste sind eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen kleine Erzeuger ohne Zwischenhändler verkaufen können. Den Verbraucher persönlich kennenzulernen, ist der wirksamste Weg, Stammkunden für die kommenden Jahre zu gewinnen.

Wissen und Netzwerk

Imker aus anderen Regionen kennenzulernen, zeigt Ihnen Probleme und Lösungen, die Ihnen in Ihrer eigenen Gegend nicht begegnen. Königinnenzüchter, Forscher und Verbandsvertreter können Sie am selben Tag sprechen.

Schaukasten, Smoker, Bienenbesen und Honiggläser auf einer Lehrausstellung
Eine Imkereiausstellung zu Informationszwecken: Schaukasten, Smoker, Bienenbesen und Honig. Was die Besucher am meisten anzieht, sind oft die lebenden Bienen. Foto: Ivka20 / Wikimedia Commons · CC0
In Regalen aufgereihte Gläser mit flüssigem und cremig gerührtem Honig
Für den Verkauf vorbereiteter flüssiger und cremig gerührter Honig. Jedes Glas, das auf einem Fest verkauft wird, muss den Etikettierungsvorschriften entsprechen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie bereitet man sich vor, wenn man verkaufen will?

  1. Etikettierungsvorschriften einhalten: Pflichtangaben wie Produktbezeichnung, Nettofüllmenge, Mindesthaltbarkeitsdatum, Angaben zum Erzeuger und Herkunft müssen vollständig sein. Erkundigen Sie sich nach den aktuellen Regeln im Lebensmittelrecht und beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt.
  2. Nötige Registrierungen und Genehmigungen vorab einholen: Welche Unterlagen für den Lebensmittelverkauf und einen Stand auf der Veranstaltung verlangt werden, hängt von Veranstaltung und Ort ab.
  3. Für Hygiene sorgen: Einweglöffel zum Probieren, geschlossene Behälter, ein sauberer Verkaufstisch; Honig darf nicht in der Sonne stehen.
  4. Keine Gesundheitsversprechen machen: Bei Lebensmitteln ist die Behauptung, sie heilten Krankheiten, verboten und schadet der Glaubwürdigkeit. Es genügt, Herkunft, Farbe und Kristallisation des Honigs zu erklären.
  5. Unterlagen dabeihaben: Analysebericht, Registrierung des Bienenstandes; das schafft Vertrauen bei Kunden, die nachfragen.
  6. Bereit sein, die Kristallisation zu erklären: Zu erklären, dass kristallisierter Honig nicht verdorben ist, heißt, die häufigste Frage zu beantworten.
Denken Sie daran: Auch auf einem Fest verkaufter Honig unterliegt wie jedes andere Lebensmittel im Handel der Kontrolle. Unetikettierte oder falsch etikettierte Ware birgt das Risiko von Bußgeldern und Rufschädigung.

Wie werden Honigprämierungen bewertet?

Bei Honigprämierungen werden die Produkte meist nach folgenden Kriterien geprüft:

  • Sauberkeit: Keine Wachsteilchen, Luftblasen, Schaum oder Fremdstoffe
  • Wassergehalt und Reife: Mit dem Refraktometer gemessener Wassergehalt
  • Geschmack und Geruch: Übereinstimmung mit der angegebenen Trachtpflanze, keine Fremdgeschmäcker
  • Aussehen und Aufmachung: Sauberkeit des Glases, Füllhöhe, Etikett

Die Teilnahme an Prämierungen ist ein guter Weg, die Qualität Ihres Honigs mit einem Blick von außen bewerten zu lassen; die Notizen der Jury zeigen oft kleine Fehler beim Schleudern und Abfüllen.

Tragbares Honigrefraktometer am Seeufer
Honigrefraktometer. Bei Prämierungen und vor dem Verkauf wird mit diesem Gerät der Wassergehalt des Honigs gemessen. Foto: R. Henrik Nilsson / Wikimedia Commons · CC BY 4.0
In runden Formen ausgebaute Wabenhonig-Portionen
Wabenhonig wird bei Ausstellungen und Prämierungen als eigene Kategorie bewertet und erfordert eine sorgfältige Aufmachung. Foto: Migco / Wikimedia Commons · Public domain

Als Besucher: Auf das Krankheitsrisiko achten

Auf Messen und Festen wechselt auch gebrauchte Ausrüstung den Besitzer. Gebrauchte Beuten, Rähmchen und vor allem Waben können Faulbrutsporen, Wachsmotten und andere Schädlinge übertragen.

  • Keine gebrauchten Waben kaufen: Das größte Risiko sind Waben; von Waben unbekannter Herkunft ist grundsätzlich abzuraten.
  • Gebrauchte Beuten reinigen: Kratzen Sie sie vor der Verwendung ab, reinigen Sie sie mit einer geeigneten Methode und desinfizieren Sie sie.
  • Lebende Bienen und Königinnen von zuverlässigen Züchtern kaufen; fragen Sie nach dem Gesundheitszeugnis.
  • Keinen offenen Honig oder offene Waben zu Schauzwecken stehen lassen; das kann auf dem Veranstaltungsgelände Räuberei und die Verschleppung von Krankheiten auslösen.
Von Wachsmottenlarven mit Gespinsten zerstörte Wabe
Eine von Wachsmotten zerstörte Wabe. Gebrauchte Waben können solche Schädlinge und unsichtbare Krankheitserreger übertragen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie bewertet man die Informationen auf einer Messe?

Ein Teil der auf Messen vorgestellten Produkte und Methoden ist kommerzielle Werbung. Bevor Sie ein neues Produkt oder eine neue Methode direkt am ganzen Bienenstand anwenden:

  1. Prüfen Sie, ob das Produkt zugelassen und für die Anwendung in Ihrer Region erlaubt ist (vor allem Tierarzneimittel und Futtermittel),
  2. fragen Sie in unabhängigen Quellen oder in Ihrem Verband nach den Erfahrungen anderer Imker,
  3. testen Sie es an einigen Völkern im Vergleich mit Kontrollvölkern.

Häufige Fragen

Was brauche ich, um auf einem Fest Honig zu verkaufen?

Ein vorschriftsmäßiges Etikett, die nötigen lebensmittelrechtlichen Registrierungen und die vom Veranstalter verlangten Genehmigungen. Da die Bedingungen je nach Ort verschieden sind, fragen Sie vorher bei der Gemeinde und beim zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt nach.

Ist es sicher, auf einer Messe gebrauchte Ausrüstung zu kaufen?

Beuten und Geräte können verwendet werden, wenn sie gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Von Waben unbekannter Herkunft ist wegen des Risikos der Krankheitsübertragung dagegen abzuraten.

Was bringt die Teilnahme an einer Honigprämierung?

Sie erhalten eine unabhängige Bewertung Ihres Honigs hinsichtlich Sauberkeit, Wassergehalt und Aufmachung. Eine Auszeichnung kann zudem beim Verkauf Vertrauen schaffen.

Wann ist Weltbienentag?

Jedes Jahr am 20. Mai. Viele Vereine organisieren an diesem Tag Schulbesuche, Tage des offenen Bienenstandes und Informationsveranstaltungen.

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