Begattungskaesten

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Ein Begattungskasten ist eine kleine Beute mit wenigen Bienen, in der eine junge Königin schlüpft, zum Hochzeitsflug ausfliegt und mit der Eiablage beginnt (Begattungseinheit, Mini-Begattungskasten). Ziel ist es, möglichst viele Königinnen zu begatten und dabei starken Völkern nur sehr wenige Bienen zu entnehmen. Der Erfolg hängt von Kastengröße, richtiger Befüllung, Aufstellung und regelmäßiger Pflege ab.

Wozu dient ein Begattungskasten?

In der Königinnenzucht braucht jede aus einer Weiselzelle geschlüpfte Königin ein eigenes Völkchen, in dem sie sicher begattet werden kann. Dafür ganze Beuten zu verwenden, verschwendet Bienen und Material. Ein Begattungskasten wird mit gerade so vielen Bienen besetzt, wie nötig sind, um die Königin während der Begattungszeit zu beherbergen; sobald sie legt, wird sie entnommen, und der Kasten erhält eine neue Weiselzelle – der Kreislauf geht weiter.

Arten von Begattungskästen

TypAufbauStärkeSchwäche
MinikastenStyroporkörper, 3 kleine Rähmchen, FutterkammerBraucht sehr wenige Bienen, kann in großer Zahl aufgestellt werdenSchwacher Wärmehaushalt, räubereianfällig, braucht häufige Pflege
Stapelbarer Kasten mit kleinen RähmchenKörper mit kleinen Rähmchen, zargenweise erweiterbarAusgeglichener; manche lassen sich überwinternBraucht mehr Bienen als der Minikasten
EinwabenkastenEin Rähmchen, schmaler Körper mit Klappen auf beiden SeitenAuf isolierten Belegstellen leicht zu transportierenSehr empfindlich, nur für kurze Zeit
Geteilter NormalkastenKörper mit Normalrähmchen, 2–4 AbteileNormalrähmchen, leicht zu verstärkenVerfluggefahr zwischen den Abteilen
Ablegergröße3–5 NormalrähmchenVerteidigt sich selbst, hält lange durch, entwickelt sich zum VolkBindet mehr Bienen und Rähmchen

Je kleiner der Kasten, desto weniger Bienen werden verbraucht, doch die geringe Größe bringt Risiken mit sich. Für Anfänger ist die Ablegergröße deutlich fehlertoleranter; Minikästen erfordern Erfahrung und regelmäßige Betreuung.

Kleine Rähmchen und Bienen in einem geöffneten Begattungskasten
Ein geöffneter Begattungskasten: Auf den kleinen Rähmchen sind Bienen und frisch gebaute Waben zu sehen. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Übereinander gestapelte grüne Begattungsbeuten mit kleinen Rähmchen
Stapelbare Begattungsbeuten mit kleinen Rähmchen. Da Zargen ergänzt werden können, lassen sie sich mit wachsendem Volk erweitern. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Wie befüllt man einen Begattungskasten?

  1. Jungbienen sammeln: Der Kasten wird mit jungen Ammenbienen befüllt, die von Waben mit offener Brut abgeschüttelt werden. Flugbienen sind ungeeignet, da sie in ihren alten Stock zurückkehren.
  2. Bienen weisellos stellen: Die Bienen bleiben einige Stunden weisellos in einer belüfteten Kiste (Feglingskiste); leichtes Besprühen mit Wasser beruhigt sie und verringert das Auffliegen.
  3. Befüllen: Für Minikästen genügt etwa ein Wasserglas voll Bienen; ein Kasten in Ablegergröße erhält die Bienen von zwei bis drei Waben.
  4. Futter geben: In Minikästen kommt statt Sirup Futterteig (Fondant); im kleinen Kasten kann Sirup Bienen ertränken und Räuberei auslösen. Ein Kasten in Ablegergröße erhält eine Wabe mit Honig und Pollen.
  5. Weiselzelle zusetzen: Die reife Weiselzelle wird ein bis zwei Tage vor dem Schlüpfen der Königin (etwa 10 Tage nach dem Umlarven) eingesetzt. Die Zelle muss senkrecht hängen, darf nicht erschüttert werden und nicht auskühlen.
  6. Kellerhaft: Minikästen werden zwei bis drei Tage geschlossen an einem kühlen, dunklen Ort gehalten und am späten Nachmittag aufgestellt und geöffnet. So nehmen die Bienen den Kasten als ihr Zuhause an.

Kästen für isolierte Belegstellen werden mit Bienen befüllt, die durch ein Absperrgitter gesiebt und so drohnenfrei gemacht wurden, damit keine unerwünschten Drohnen mitgebracht werden.

Bienen am Eingang eines Mini-Begattungskastens auf einem Pfahl
Ein Mini-Begattungskasten auf einem Pfahl an einer Belegstelle. Der schmale Eingang erleichtert dem kleinen Volk die Verteidigung. Foto: blumenbiene / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Aufstellung der Begattungskästen

Ein erheblicher Teil der Königinnenverluste entsteht beim Hochzeitsflug; ein wichtiger Grund dafür ist, dass die heimkehrende Königin in den falschen Kasten gerät. Eine Königin, die in einen fremden Kasten einfliegt, wird meist abgestochen.

  • Richtung: Stellen Sie die Kästen so auf, dass sie in verschiedene Richtungen weisen.
  • Farbe und Form: Bringen Sie am Eingang unterschiedliche Farben und deutliche Formen an.
  • Anordnung: Stellen Sie gleich aussehende Kästen nicht in gerader Reihe auf; lassen Sie Abstand dazwischen.
  • Natürliche Orientierungspunkte: Nutzen Sie Merkmale der Umgebung wie Bäume, Sträucher und Steine.
VERFLUG heimkehrende Biene gleiche Farbe, Richtung, gerade Reihe Randkästen stärker, Mitte schwächer Krankheiten und Milben wandern WENIGER VERFLUG andere Farbe, Richtung, Abstand markante Form am Flugloch
Dieselbe Anordnung verhindert auch, dass die vom Hochzeitsflug heimkehrende Königin in die falsche Beute gerät und abgestochen wird.
In verschiedenen Farben gestrichene Mini-Begattungskästen auf Stein- und Holzregalen
Auf Regalen aufgereihte Mini-Begattungskästen. Dass jeder Eingang eine andere Farbe und ein anderes Muster hat, hilft der Königin, ihren eigenen Kasten zu finden. Foto: conall.. / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Verstreut auf Pfählen aufgestellte Einwaben-Begattungskästen
Einzeln auf Pfählen aufgestellte Einwabenkästen an einer Belegstelle. Abstände und unterschiedliche Höhen verringern den Verflug. Foto: blumenbiene / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Die Begattungszeit: Wann wird kontrolliert?

Nach dem Schlüpfen reift die Königin einige Tage und fliegt dann bei warmem, sonnigem und windarmem Wetter zu Hochzeitsflügen aus. Einige Tage nach abgeschlossener Begattung beginnt sie zu legen. Lang anhaltendes schlechtes Wetter verzögert die Begattung.

  • Kontrollieren Sie in den ersten Tagen nach dem Zusetzen der Zelle nur von außen: Flugverkehr am Eingang, Räuberei, Futterzustand.
  • Ob die Königin geschlüpft ist, erkennen Sie an der sauberen Öffnung an der Spitze der Weiselzelle; eine seitlich aufgebissene Zelle zeigt, dass die Königin darin meist von einer anderen Königin oder von Arbeiterinnen getötet wurde.
  • Öffnen Sie den Kasten während der Hochzeitsflüge nicht unnötig.
  • Regelmäßige Eier und junge Larven etwa zwei bis drei Wochen nach dem Zusetzen der Zelle zeigen, dass die Begattung erfolgreich war.
Erste Brut der neuen Königin in einem Begattungskasten
Die erste Brut der neuen Königin im Begattungskasten. Ein geschlossenes, lückenloses Brutbild weist auf eine gut begattete Königin hin. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Pflege der Begattungskästen

  • Fütterung: Kleine Kästen verbrauchen ihre Vorräte schnell; der Futterteig wird regelmäßig kontrolliert.
  • Räuberei: Den Eingang eng halten; in trachtlosen Zeiten abends füttern, keinen verschütteten Sirup liegen lassen.
  • Hitze und Kälte: Die Kästen müssen vor der Mittagssonne geschützt werden, in kalten Nächten ist an den Wärmeverlust zu denken. Bei Minikästen ist das Ausziehen der Bienen (Verlassen des Kastens) ein häufiges Problem.
  • Ameisen: An den Beinen der Böcke können Ameisensperren nötig sein.
  • Verstärken: Mit jedem Durchgang wird der Kasten etwas schwächer; nach einigen Durchgängen sollte eine Verstärkung mit Jungbienen oder verdeckelter Brut eingeplant werden.
  • Saisonende: Die Kästen werden vereinigt oder auf Ablegergröße erweitert und so auf den Winter vorbereitet.

Belegstelle und kontrollierte Paarung

Die junge Königin fliegt einige Kilometer weit und paart sich mit vielen Drohnen; deshalb lässt sich die Paarung am eigenen Stand nicht kontrollieren. Züchter, die eine bestimmte Linie erhalten wollen, nutzen isolierte Belegstellen auf Inseln oder in hohen Gebirgstälern, in deren Umgebung keine anderen Honigbienenvölker stehen. Dorthin werden nur ausgewählte Drohnenvölker und drohnenfreie Begattungskästen gebracht. Wenn vollständige Kontrolle nötig ist, wird künstlich besamt.

Auf einer Wiese verteilte Kästen einer Inselbelegstelle
Eine Inselbelegstelle: Bunte Begattungskästen sind mit Abstand über eine große Fläche verteilt. Foto: Matthias Süßen / Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0

Häufige Fragen

Wie viele Bienen kommen in einen Begattungskasten?

Für Minikästen genügt etwa ein Wasserglas voll Jungbienen. Kästen in Ablegergröße erhalten die Bienen von zwei bis drei Waben; diese Größe ist widerstandsfähiger.

Wann beginnt die Königin zu legen?

Bei geeignetem Wetter ist die Begattung meist innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Schlüpfen abgeschlossen, und die Königin legt einige Tage später. Eine Kontrolle zwei bis drei Wochen nach dem Zusetzen der Zelle ist sinnvoll.

Füttert man Mini-Begattungskästen mit Sirup?

In der Regel nicht; bevorzugt wird Futterteig (Fondant). Sirup kann im kleinen Kasten Bienen ertränken und löst Räuberei aus.

Warum geht die Königin nach dem Hochzeitsflug verloren?

Die häufigsten Ursachen sind Vögel, schlechtes Wetter und das Einfliegen in den falschen Kasten. Eine Aufstellung mit unterschiedlichen Richtungen, Farben und Formen verringert diese Verluste deutlich.

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