Ablegerkaesten

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Ein Ablegerkasten ist eine kleine Beute mit demselben Rähmchenmaß wie die Hauptbeute, meist für 3–6 Rähmchen; dasselbe Wort (Ableger bzw. Kernvolk, englisch Nuc) bezeichnet auch das kleine Volk, das darin lebt. Er ist das vielseitigste Werkzeug des Imkers und wird für Königinnenbegattung, Ablegerbildung, das Einlogieren von Schwärmen, das Vorhalten von Reserveköniginnen und den Völkerverkauf genutzt. Einige Ableger am Stand zu haben, nimmt dem Verlust einer Königin den Schrecken.

Wozu dient ein Ableger?

  • Reservekönigin: Einem weisellos gewordenen Volk oder einem Volk mit nachlassender Königin kann sofort eine legende Königin gegeben werden. Das ist die wertvollste Verwendung des Ablegers.
  • Königinnenbegattung: Eine reife Weiselzelle oder eine junge Königin kommt in den Ableger; dort wird die Königin begattet und beginnt zu legen.
  • Völkervermehrung: Mit Waben aus starken Völkern werden neue Völker gebildet.
  • Schwarmlenkung: Ein eingefangener Schwarm wird vorübergehend in einen Ablegerkasten gesetzt; einen Ableger aus einem schwarmlustigen Volk zu bilden, bricht die Schwarmstimmung.
  • Stützungsreserve: Aus dem Ableger können einem schwachen Volk Jungbienen oder verdeckelte Brut gegeben werden.
  • Ersatz für Winterverluste: Im Herbst gebildete und überwinterte Ableger ersetzen im Frühjahr die Verluste.
  • Völkerhandel: Unter Imkern werden Völker meist als Ableger verkauft.
Vier Fünfwaben-Ablegerkästen nebeneinander auf einem Bock
Ablegerkästen für fünf Rähmchen nebeneinander auf einem Bock. Einige Ableger am Stand sind eine jederzeit verfügbare Reserve für Königinnenverluste und Winterverluste. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie viele Rähmchen sollte ein Ablegerkasten haben?

Ablegerkästen fassen meist 3 bis 6 Rähmchen; am verbreitetsten ist der Kasten für 5 Rähmchen. Ein kleiner Ableger verbraucht wenige Bienen, ist aber anfällig; ein großer Ableger ist widerstandsfähiger, bindet aber mehr Bienen und Rähmchen.

Entscheidend ist, dass der Ablegerkasten dasselbe Rähmchenmaß wie die Hauptbeute hat. Die Rähmchen müssen frei zwischen Ableger und Beute wandern können, und wenn der Ableger wächst, müssen seine Waben unverändert in eine volle Beute umgehängt werden können.

Leerer Holz-Ablegerkasten neben einer vollen Beute
Ein leerer Ablegerkasten neben einer vollen Beute. Das gleiche Rähmchenmaß ermöglicht den Wabentausch zwischen Ableger und Beute. Foto: thurdl01 / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Eigenschaften eines guten Ablegerkastens

  • Enges, verschließbares Flugloch: Es muss sich gegen Räuberei einengen und für den Transport ganz schließen lassen.
  • Belüftung: Eine vergitterte Lüftungsöffnung in Deckel oder Boden verhindert beim Transport, dass die Bienen verbrausen.
  • Dämmung: Ein kleines Volk kann die Wärme schlecht halten; Körper aus Styropor oder dickem Holz sind im Vorteil.
  • Platz für Futter: Es sollte Raum für eine Futtertasche oder einen Aufsatzfütterer geben.
  • Stabiler Deckel und Verschluss: Beim Transport darf der Deckel nicht verrutschen und dürfen die Rähmchen nicht wackeln.
  • Griffe: Seitliche Griffmulden für bequemes Tragen.

Holzableger sind langlebig und lassen sich oberflächlich abflammen und so desinfizieren. Styroporableger sind leicht und warm, können aber Wachsmotten und Nagern entgegenkommen; ihre Reinigung erfordert Sorgfalt. Ableger aus Pappe dienen nur dem Völkertransport.

Bienen auf den Oberträgern eines hölzernen Ablegerkastens
Ein geöffneter Holzableger: Die Bienen bedecken die Oberträger der Rähmchen. Wie viele Waben im Ableger mit Bienen besetzt sind, zeigt die Stärke des Volkes. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0
Wildbau in der leeren Futterkammer eines Styroporablegers
Wildbau in der leer gelassenen Futterkammer eines Styroporablegers. Kein leerer Raum sollte bleiben; wird die Futterkammer nicht gebraucht, muss sie verschlossen werden. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)

Wie bildet man einen Ableger? Schritt für Schritt

  1. Waben auswählen: Aus einem starken Volk eine Wabe mit verdeckelter Brut, eine Wabe mit Eiern oder offener Brut und eine Honig-Pollen-Wabe entnehmen. Vergewissern Sie sich, dass die Königin nicht auf diesen Waben sitzt.
  2. Bienen zugeben: Die Waben werden samt den darauf sitzenden Jungbienen umgehängt. Da Flugbienen in ihren alten Stock zurückkehren, schütteln Sie die Bienen von ein bis zwei weiteren Waben dazu.
  3. Einhängen: Brutwaben in die Mitte, die Honig-Pollen-Wabe an den Rand; den restlichen Platz mit ausgebauten Waben oder Mittelwänden auffüllen.
  4. Königinnenfrage lösen: Eine reife Weiselzelle zusetzen, eine begattete Königin (im Käfig) zusetzen oder die Bienen aus Eiern selbst eine Königin nachziehen lassen. Letzteres ist der langsamste Weg.
  5. Flugbienenverlust vermeiden: Den Ableger möglichst einige Kilometer weit wegbringen; bleibt er am selben Stand, das Flugloch einengen und zusätzliche Bienen geben.
  6. Füttern: Ohne Nektartracht leicht mit Sirup füttern; in trachtlosen Zeiten abends füttern.
Zwei hölzerne Ablegerkästen im Kofferraum eines Autos
Beim Züchter gekaufte Ableger im Auto auf dem Transport. Beim Transport müssen die Fluglöcher geschlossen, die Lüftung offen und die Rähmchen fixiert sein. Foto: emmajanehw / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Worauf sollte man beim Kauf eines Ablegers achten?

  • Rähmchenmaß: Ist es dasselbe wie in Ihren Beuten?
  • Bienen und Brut: Sind die meisten Waben mit Bienen besetzt, gibt es Brut aller Altersstufen?
  • Königin: Gibt es eine legende, möglichst altersbekannte und gezeichnete Königin?
  • Gesundheit: Sieht man in der Brut eingesunkene, durchlöcherte oder verfärbte Zellen, Bienen mit verkrüppelten Flügeln oder viele Milben?
  • Waben: Sind die Waben sehr alt und dunkel? Frische Waben sind vorzuziehen.

Risiken und Pflege des Ablegers

Weil er klein ist, birgt ein Ableger viel mehr Risiken als ein volles Volk und muss häufiger kontrolliert werden:

  • Räuberei: Die größte Gefahr für Ableger. Das Flugloch eng halten, keinen verschütteten Sirup liegen lassen.
  • Wärmehaushalt: In kalten Nächten können wenige Bienen die Brut nicht bedecken; die Brut verkühlt.
  • Schädlinge: Waben, die nicht von Bienen besetzt sind, bieten der Wachsmotte ideale Bedingungen.
  • Hunger: Wenige Flugbienen, rasch aufgezehrte Vorräte.
  • Varroa: Die Ablegerbildung schafft eine brutfreie Phase und damit eine Gelegenheit zur Milbenbekämpfung; aber auch im Ableger muss der Befall überwacht werden.
Gespinste und Kokons der Wachsmotte in einem Styroporableger
Starker Wachsmottenbefall in einem Styroporableger. Überzählige Waben, die die Bienen nicht besetzen können, fördern die Ausbreitung der Motte im kleinen Volk. Foto: APHA (National Bee Unit), Crown Copyright · Open Government Licence v3.0 (Crown Copyright)
Lassen Sie im Ableger keine überzähligen Waben, die die Bienen nicht besetzen können; engen Sie den Raum mit einem Schied ein. Leere Waben erhöhen den Wärmeverlust und locken die Wachsmotte an.

Umsetzen vom Ableger in die volle Beute

  1. Der Zeitpunkt ist gekommen, wenn fast alle Waben im Ableger mit Bienen besetzt sind und das Wetter mild ist.
  2. Stellen Sie die Beute an den Platz des Ablegers; hängen Sie die Waben in derselben Reihenfolge in die Mitte der Beute.
  3. Geben Sie an den Seiten ausgebaute Waben oder Mittelwände zu; begrenzen Sie den Raum mit einem Schied entsprechend der Volksstärke.
  4. Ohne Tracht füttern; der Raum wird mit wachsendem Volk schrittweise erweitert.
Vor eine Dadant-Beute gebrachter hölzerner Ablegerkasten
Ein vor die Beute gebrachter Ableger. Beim Umsetzen werden die Waben in der Reihenfolge wie im Ableger in die Beute gehängt. Foto: Maja Dumat from Deutschland (Germany) / Wikimedia Commons · CC BY 2.0

Überwinterung von Ablegern

Ableger lassen sich überwintern; Futter, Dämmung und Feuchtigkeitskontrolle sind aber entscheidend. Ein im Herbst gebildeter Ableger braucht vor dem Winter eine legende Königin, genug Jungbienen und ausreichende Honig- und Pollenvorräte für den Winter. Ableger, die nebeneinander oder in einer geteilten Beute überwintern, profitieren von der Wärme der anderen; auch ein Ableger, der über einem starken Volk auf einem Zwischenboden mit Gitter sitzt, nutzt die von unten aufsteigende Wärme.

Ein Ableger, der den Winter überstanden hat, ist im Frühjahr eine einsatzbereite Reserve: eine Königin für ein weisellos gewordenes Volk, eine Verstärkung für ein schwaches Volk oder eine neue Beute.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einem Ableger und einem Schwarm?

Ein Schwarm ist eine Bienentraube, die sich durch natürliche Teilung vom Volk trennt; ein Ableger ist dagegen ein kleines Volk, das der Imker aus Waben, Brut und Bienen bildet, bzw. der kleine Kasten, in dem es lebt.

Wann setzt man einen Ableger in eine volle Beute um?

Wenn fast alle Waben mit Bienen besetzt sind und das Wetter mild ist. Zu frühes Umsetzen führt in der großen Beute zu Wärmeverlust und Entwicklungsstillstand.

Fliegen die Bienen zurück, wenn man den Ableger am selben Stand bildet?

Die Flugbienen kehren in ihren alten Stock zurück. Deshalb schüttelt man zusätzliche Bienen ein, engt das Flugloch ein oder bringt den Ableger einige Kilometer weit weg.

Kann ein Ableger überwintern?

Ja; eine legende junge Königin, genug Bienen und Futter, gute Dämmung und Feuchtigkeitskontrolle sind Voraussetzung. Anordnungen mit gemeinsamer Wärmenutzung erhöhen den Erfolg.

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